VonFelix Busjaegerschließen
Die Verhandlungen zwischen Lawrow und Kuleba hätte im Ukraine-Krieg eine Wende bringen können. Offenbar blieb das Gespräch allerdings ohne Ergebnis.
Update vom 10. März um 12:01 Uhr: Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ist das erste Gespräch zwischen Russlands Außenminister Sergej Lawrow und seinem ukrainischen Kollegen Dmytro Kuleba beendet. Insgesamt sollen die Verhandlungen im Ukraine-Krieg etwa anderthalb Stunden gedauert haben. Einen gemeinsamen Auftritt vor der Presse soll es offenbar nicht geben. Beide Seiten begannen getrennt voneinander mit Pressekonferenzen.
Wie unter anderem die FAZ berichtet, sagte Kuleba nach dem Gespräch mit Lawrow, dass es keine Fortschritte hinsichtlich einer Waffenruhe im Krieg in der Ukraine gegeben habe. Es sei auch nicht gelungen, humanitäre Korridore für die Stadt Mariupol am Asowschen Meer zu vereinbaren. Auch ohne einen Erfolg signalisierte er allerdings die Bereitschaft zu weiteren Gesprächen mit der russischen Regierung. Lawrow warf dem Westen nach dem Gespräch vor, mit Waffenlieferungen an die Ukraine den Konflikt zu verschärfen. „Wir sehen, wie gefährlich unsere westlichen Kollegen, einschließlich der Europäischen Union, jetzt handeln.“
Verhandlungen im Ukraine-Krieg: Gespräch zwischen Lawrow und Kuleba bleibt ergebnislos
Ein großes Problem war anscheinend bei den Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine, dass Lawrow laut Kuleba nicht in der Lage gewesen sei, Fluchtkorridore selbst zu vereinbaren. „Er wird mit den entsprechenden Autoritäten in Russland darüber konferieren“, so der ukrainische Minister. Bei dem Thema einer möglichen Waffenruhe, um zivile Menschen aus den umkämpften Städten und Regionen zu holen, gab es keine Lösung. Die drängenden humanitären Probleme stellen damit weiterhin eine der größten Herausforderungen im Ukraine-Krieg dar.
Lawrow blieb seiner Linie und der von Wladimir Putin treu, indem er sagte, dass Russland die Ukraine nicht angegriffen habe. Sein Land habe sich vielmehr in seiner Sicherheit bedroht gefühlt. Insgesamt sei dadurch das Gespräch zwischen Kuleba und Lawrow schwierig gewesen. „Einfach, weil Minister Lawrow im Wesentlichen seine traditionellen Narrative über die Ukraine vorgetragen hat. Schwierig, weil ich mein Bestes gegeben habe, um zumindest eine diplomatische Lösung zu finden für die humanitäre Tragödie, die sich vor unseren Augen entfaltet auf dem Schlachtfeld in den belagerten Städten“, sagte der Außenminister der Ukraine.
Ukraine News: Lawrow und Kuleba trafen sich in Antalya zu Verhandlungen im Ukraine-Krieg
Erstmeldung vom 10. März um 09:51 Uhr: Antalya – Es ist ein Treffen, das im Zuge des Ukraine-Kriegs und Wladimir Putins anhaltenden Drohungen gegen die Nato und den Westen Hoffnung machte. Erstmals seit Ausbruch der Kämpfe in der Ukraine, nach der Einnahme des ehemaligen Atomkraftwerkes Tschernobyl und Angriffen auf ukrainische Zivilisten, treffen sich die Außenminister aus Russland und Ukraine offiziell zu Verhandlungen. Sergej Lawrow und Dmytro Kuleba sprechen abseits der eigentlichen Krisenregion miteinander – in der türkischen Stadt Antalya. Kuleba will nach Angaben seines Ministeriums drei Hauptforderungen der Ukraine vortragen: einen sofortigen Waffenstillstand, eine Verbesserung der humanitären Lage in Mariupol, Charkiw, Sumy, Wolnowacha und anderen ukrainischen Städten und einen Rückzug der russischen Truppen aus der Ukraine.
Verhandlungen im Ukraine-Krieg: Lawrow und Kuleba sprechen über Krise zwischen Russland und Ukraine
Die Lage im Ukraine-Krieg ist weiterhin dramatisch: Während immer mehr Flüchtlinge Kiew oder Mariupol verlassen und gen Westen ziehen und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf dem internationalen Parkett für weitreichende Hilfen für sein Land wirbt, wird im Krieg zwischen Russland und der Ukraine weiter gestorben. Die Verhandlungen der Außenminister Lawrow und Kuleba im Ukraine-Krieg weckte im Vorfeld bereits Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Kriegs. Im Beisein des türkischen Außenministers Mevlüt Çavuşoglu sprachen die Diplomaten nun am Donnerstagvormittag in Antalya.
Im Vorfeld war bereits bekannt, dass das Gespräch zwischen Lawrow und Kuleba dazu dienen sollte, die russische Aggression gegen die Ukraine zu beenden. Das ging unter anderem aus einer Mitteilung des ukrainischen Außenministers hervor. Russland hatte bereits mehrfach erklärt, dass der Kreml bereit sei, die Kämpfe unter bestimmten Bedingungen einzustellen. Die Ukraine soll hierfür die Landesverfassung ändern und erklären, künftig neutral zu bleiben und sich nicht der Nato anschließen zu wollen. Zudem müsse Kiew die annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim als russisch sowie die Separatistengebiete Luhansk und Donezk als unabhängige Staaten anerkennen.
Wladimir Putin: Kreml weicht wohl im Ukraine-Krieg von Maximalforderung ab
Wladimir Putin hatte am 24. Februar die russische Invasion der Ukraine gestartet. Russlands Präsident begründete damals diesen Schritt unter anderem damit, die Ukraine entmilitarisieren zu wollen. Außerdem wollte Wladimir Putin die russischsprachige Bevölkerung, die überwiegend im östlichen Teil der Ukraine lebt, beschützen. Aus Moskau waren allerdings in jüngster Zeit auch Stimmen lauter geworden, die von allen Maximalforderung absehen konnten.
Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine: Selenskyj signalisierte Gesprächsbereitschaft
In Bezug auf die russischen Bedingungen für ein Ende des Kriegs in der Ukraine zeigte die Regierung in Kiew zuletzt zwar Gesprächsbereitschaft, lehnte die Forderungen in weiten Teilen aber ab. Selenskyj hatte allerdings eine gewisse Gesprächsbereitschaft angedeutet. Bereits im Vorfeld der Verhandlungen mit Lawrow sagte Kuleba: „Ich sage Ihnen ganz offen, dass ich nur geringe Erwartungen an die Verhandlungen habe.“ Allerdings machte er deutlich, dass er maximalen Druck auf die russische Regierung ausüben wolle.
Während die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) auf dem Westbalkan Unterstützung gegen den Einfluss Moskaus bekundet, befürchtete Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Mittwoch, dass die Brutalität der russischen Kriegsführung noch zunehmen könnte. „Es gibt leider keine Anzeichen dafür, dass dieser Krieg in kurzer Zeit zuende geht“, sagte er gegenüber der Bertelsmann Stiftung. *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
