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Nach Aussage von Alexander Lukaschenko zeigt sich Russland offen für ein Ende des Ukraine-Kriegs. Ob und wann, liegt aber in der Verantwortung der USA.
Minsk – Ein Ende im Ukraine-Krieg liegt nach Aussage von Alexander Lukaschenko einzig und allein in den Händen der USA und damit nicht bei Wladimir Putin. Bei einem Interview in den chinesischen Medien machte der Präsident von Belarus laut Tass deutlich, dass Russland ein Ende des Ukraine-Konflikts befürwortet.
Während sich sechs Länder nicht am UN-Votum und der damit einhergehenden Russland-Schelte für den Angriffskrieg in der Ukraine beteiligten, würde nach Lukaschenkos Ansicht eine „friedliche Lösung von den US-Maßnahmen“ abhängen. „Der Ball liegt im Spielfeld der USA“, sagte der Präsident von Belarus bereits einen Tag vor dem Jahrestag im Ukraine-Krieg.
Lukaschenko über Ende im Ukraine-Krieg: „Alles hängt von den Amerikanern ab“
„Ich bin 100 Prozent davon überzeugt, dass die Russen dazu tendieren, ein Ende des Konflikts zu wollen“, erklärte der belarussische Präsident in einem Video-Auszug, der von Pool One, einem nahem Telegram Channel des Pressedienstes von Lukaschenko, veröffentlicht wurde. „Alles hängt von den Amerikanern ab.“
„Unternehmt praktische Schritte in Richtung Frieden, und es wird Frieden geben“, ließ sich der Veröffentlichung entnehmen. Bevor Lukaschenko, der die Todesstrafe für Beamte in Belarus wieder eingeführt hat, für ein Ende des Ukraine-Kriegs hinzufügte: „Unser Weg in der Ukraine ist ein Weg des Friedens.“ Was genau der belarussische Präsident mit dieser Aussage meint, ist dem Statement allerdings nicht zu nehmen.
Ob es sich hierbei um unternommene Schritte oder zukünftige handelt, um einen Friedensplan für ein Ende im Ukraine-Krieg herbeizuführen, wie ihn China mit dem angekündigten 12-Punkte-Plan für die Ukraine vorgestellt hat, ist jedoch unklar.
Ende im Ukraine-Krieg: USA kündigen neue Waffenlieferungen mit Hightech-Drohnen an
Derweil haben die USA aktuell weitere Waffenlieferungen für den Ukraine-Krieg angekündigt. In einer Erklärung der Administration von US-Präsident Joe Biden heißt es zur Lieferung von militärischem Gerät, dass die Ukraine unter anderem Hightech-Drohnen erhalte, etwa des Typs Switchblade 600. Hinzu käme „Ausrüstung zur Aufdeckung elektronischer Kriegsführung, um die Fähigkeit der Ukraine zu stärken, die russische Aggression abzuwehren.“
Ferner beinhaltet laut der Erklärung wohl weitere Lieferungen: „Das Paket umfasst auch eine große Menge an Munition für 155-mm-Artilleriesysteme und hochmobile Artillerieraketensysteme (HIMARS), die sich auf dem Schlachtfeld als so effektiv erwiesen haben, sowie Minenräumgeräte und Ausrüstung zur Unterstützung der sicheren Kommunikation.“
Bundeskanzler Olaf Scholz und Annalena Baerbock zum Ende des Ukraine-Kriegs
Welches Kalkül hinter den Aussagen von Lukaschenko zum Ende des Ukraine-Kriegs steckt, ist vor allem vor dem Hintergrund nicht abzusehen, dass das Verteidigungsministerium von Belarus am Freitag auf Telegram bekannt gab, „Maßnahmen zur Kampfbereitschaft“ durchzuführen. Eine belarussische Raketeneinheit soll sich einer Meldung der ukrainischen Zeitung Kyiv Independent zufolge „in ein ausgewiesenes Gebiet für den Kampfeinsatz bewegen“, wobei zunächst unklar war, welche Region damit gemeint war.
Zudem rückt ein Ende der Kampfhandlungen auch in weite Ferne, weil neben der Regierung in Kiew auch Deutschlands Spitzenpolitiker nicht von einem schnellen Ende im Ukraine-Krieg ausgehen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gab etwa das Versprechen, dass man „Putin den Gefallen“ nicht tun werde. Und auch Bundeskanzler Olaf Scholz äußerte sich bei „Maybrit Illner“ ähnlich zur Thematik, während auch Deutschland der Ukraine weitere Leopard-2-Panzer versprach. Alles keine Zeichen aus beiden Lagern, dass ein Ende des Ukraine-Kriegs nur noch eine Frage der Zeit ist – Lukaschenkos Einwänden zu den USA und dem Wohlwollen Russlands zum Trotz. (mst)
