Bestätigung aus Kiew

Ukraine und Trump vereinbaren Rohstoff-Deal – endet nun Putins Krieg?

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Der Rohstoff-Deal zwischen den USA und der Ukraine soll noch im April unter Dach und Fach sein. Bei den Friedensverhandlungen tut sich Donald Trump schwerer.

Kiew – Donald Trump kann wohl tatsächlich einen Erfolg für sich in der Ukraine verbuchen. Einem Waffenstillstand im Ukraine-Krieg kommt der US-Präsident zwar weiterhin kaum näher, dafür steht sein Rohstoff-Deal mit Kiew vor dem Abschluss. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde bereits von der Ukraine und von den USA unterzeichnet.

Auf Facebook informierte Julija Swyrydenko, stellvertretende Ministerpräsidentin und Wirtschaftsministerin der Ukraine, damit hätten beide Partner ihre „Absicht bestätigt, ein Abkommen fertigzustellen und abzuschließen, das für unsere beiden Nationen von Vorteil sein wird“. Derweil verwies Trump darauf, mit einer Unterschrift unter das Abkommen sei nächste Woche zu rechnen, wie unter anderem die Deutsche Presse-Agentur (dpa) und die internationale Nachrichtenagentur Reuters berichten.

Trump und der Rohstoff-Deal: US-Präsident nennt konkreten Tag für Unterschrift

Der Republikaner nannte während einer Pressekonferenz mit der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni auch ein konkretes Datum. „Wir haben einen Rohstoff-Deal, der am nächsten Donnerstag unterzeichnet wird, wie ich denke“, zitiert ihn Kyiv Independent. An die Ukraine gerichtet, fügte er beinahe drohend hinzu: „Und ich gehe davon aus, dass sie den Deal einhalten werden.“

Das könnte bald ihm gehören: US-Präsident Donald Trump bekommt wohl seinen angestrebten Rohstoff-Deal mit der Ukraine unter Dach und Fach.

Für Trump stellt ein solches Rohstoff-Abkommen eine Gegenleistung für die umfangreichen Militärhilfen der USA dar. Washington gilt in dieser Hinsicht als wichtigster Unterstützer des von Russland überfallenen Landes.

Ob die langersehnte Unterschrift auch Auswirkungen auf seine Bemühungen um einen Frieden hat, muss sich noch zeigen. Spätestes seit dem Eklat im Weißen Haus beim Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Februar schien seine Regierung eher auf Moskau als auf Kiew zuzugehen. Diverse Zugeständnisse bewegten Kreml-Chef Wladimir Putin aber bislang nicht dazu, einzulenken und seiner Militärführung zumindest eine Waffenruhe zu befehlen.

Selenskyj über Rohstoff-Deal mit Trump: „Einigung über wirtschaftliche Zusammenarbeit“

Einem Bericht des National Public Radio (NPR) zufolge äußerte sich auch US-Finanzminister Scott Bessent zum bevorstehenden Rohstoff-Deal. Der ehemalige Hedgefondsmanager sprach demnach davon, die Unterschriften würden rund um den 26. April erfolgen, also womöglich doch ein paar Tage später als von Trump prognostiziert.

„Es ist im Wesentlichen das, worauf wir uns geeinigt haben, als der Präsident (Selenskyj, d. Red.) hier war. Wir hatten ein Memorandum of Understanding“, wird der 62-Jährige zitiert: „Wir haben direkt einen großen Deal, eine 80-seitige Vereinbarung ausgearbeitet und die werden wir auch unterzeichnen.“

Streitgespräch: Beim Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (l.) bei US-Präsident Donald Trump im Februar kamen die Meinungsverschiedenheiten offen zum Vorschein.

Auch Selenskyi äußerte sich zum Thema. „Hinsichtlich einer Einigung über die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen der ukrainischen Regierung und der US-Seite wurden gute Ergebnisse erreicht. (…) Die grundlegenden rechtlichen Aspekte wurden fixiert und wir kommen schnell und konstruktiv voran, um für beide Staaten wirtschaftliche Ergebnisse zu erzielen“, sagte er in seiner in den sozialen Medien verbreiteten Ansprache.

Rohstoff-Abkommen zwischen Ukraine und USA: Bekommt Kiew Sicherheitsgarantien?

Swyrydenko führte in ihrem Post aus, der Deal werde „Möglichkeiten für besondere Investitionen, die Modernisierung der Infrastruktur und eine für beide Seiten vorteilhafte Partnerschaft zwischen der Ukraine und den Vereinigten Staaten eröffnen“. Es gehe auch darum, gemeinsam in eine „freie, souveräne und sichere Ukraine“ zu investieren. Seien der Vertragstext ausgestaltet und die Dokumente unterschrieben, erfolge die Ratifizierung durch die Parlamente.

Einzelheiten des Deals wurden nicht bekannt. Die Ukraine erhofft sich im Gegenzug für die freigegebenen Rohstoffe bekanntlich Sicherheitsgarantien. So könnte Trump, der sich eigentlich von Europa abzuwenden scheint, weiterhin dazu gezwungen werden, die Entwicklung genau zu verfolgen und als Kiews Partner aufzutreten.

Donald Trumps Orbit: Einflüsterer, Berater und Vertraute des Präsidenten

Karoline Leavitt, Pressesprecherin des Weißen Hauses unter Donald Trump
Der Posten der Pressesprecherin des Weißen Hauses war in der ersten Amtszeit Donald Trumps ein regelrechter Schleudersitz. Gleich viermal wechselte die Besetzung. Seit 2025 bekleidet Karoline Leavitt das Amt. Zum Zeitpunkt ihrer Ernennung war Leavitt gerade mal 27 Jahre alt und ist damit die jüngste Pressesprecherin, die das Weiße Haus jemals hatte. © CHIP SOMODEVILLA/AFP
Elon Musk, hier mit seiner Mutter (l.), seinem Sohn und First Lady Melania Trump
Elon Musk, hier mit seiner Mutter (l.) und seinem Sohn sowie First Lady Melania Trump (r.), leitete zu Beginn in der neuen Regierung von Donald Trump eine Abteilung für effizientes Regieren: das „Department of Government Efficiency“ (DOGE). Der Milliardär und mutmaßlich reichste Mensch der Welt sollte nach den Vorstellungen Trumps „den Weg ebnen, um die Regierungsbürokratie abzubauen, überflüssige Vorschriften zu streichen, verschwenderische Ausgaben zu kürzen und die Bundesbehörden umzustrukturieren“. Doch die Freundschaft zwischen Musk und Trump hielt nicht lange. Nach Musks Ausscheiden aus DOGE kam es öffentlich zum Streit. © Alex Brandon/dpa
Unterstützung soll Elon Musk von Vivek Ramaswamy erhalten.
Unterstützung sollte Elon Musk dabei von Vivek Ramaswamy erhalten. Der 39 Jahre alte Geschäftsmann hatte sich bei den Vorwahlen in den USA noch als Präsidentschaftskandidat der Republikaner beworben und war damals gegen Donald Trump angetreten. Nun sollen Musk und Ramaswamy zu zweit einen Posten besetzen und die Regierung effizienter gestalten. Trump nannte sie beide „wunderbare Amerikaner“. © IMAGO/MATT MARTON
Jeff Bezos, hier mit seiner Verlobten Lauren Sanchez kurz vor der gemeinsamen Hochzeit in Venedig.
Nach dem öffentlichen Streit zwischen Donald Trump und Elon Musk rückt dessen größter Konkurrent näher an den US-Präsidenten heran: Jeff Bezos, hier mit seiner Verlobten Lauren Sanchez kurz vor der gemeinsamen Hochzeit in Venedig. Der Amazon-Gründer ist auch Chef der Weltraumfirma Blue Origin, die Musks SpaceX im Kampf um Regierungsaufträge gerne den Rang ablaufen möchte. Wohl auch deshalb telefonierte Bezos in den vergangenen Wochen gleich mehrfach mit Trump. © imago
Lara Trump ist die Schwiegertochter Donald Trumps
Lara Trump ist die Schwiegertochter Donald Trumps und seit mehreren Jahren schwer aktiv in Politik und Medien. Die Ehefrau von Eric Trump tritt regelmäßig bei rechten TV-Sendern auf und ist seit 2024 Vorsitzende der Partei der Republikaner. Im Wahlkampf spielte die 42 Jahre alte, zweifache Mutter eine große Rolle und auch im Übergangsteam Donald Trumps soll sie eingebunden sein. Ob sie ein offizielles Amt übernehmen wird, ist bislang unklar. © IMAGO/Robin Rayne
Donald Trumps zweitältester Sohn Eric Trump
Donald Trumps zweitältester Sohn Eric Trump hatte beim Wahlsieg seines Vaters 2016 keine herausragende Rolle im Übergangsteam inne. Das soll laut US-Medien diesmal anders sein. Eric Trump soll wie seine Frau Lara bei Personalentscheidungen eingebunden sein und laut dem Rolling Stone Magazine sogar eine offizielles Amt im Weißen Haus anstreben. © Matt Freed/dpa
Charles Kushner soll unter Donald Trump US-Botschafter in Frankreich werden
Charles Kushner soll unter Donald Trump US-Botschafter in Frankreich werden. Der Vater von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner saß zwei Jahre im Gefängnis, ehe Trump ihn am Ende seiner ersten Amtszeit begnadigte. Kushner soll Steuern hinterzogen und Familienmitglieder bedroht und erpresst haben. © CHRIS HONDROS/AFP
Donald Trumps Tochter Tiffany Trump
Gerüchten zufolge könnte Tiffany Trump in Zukunft die Rolle Ivankas im Gefolge des gemeinsamen Vaters übernehmen. Die jüngste Tochter Donald Trumps trat im Wahlkampf 2024 deutlich häufiger als noch 2016 oder 2020 auf. Eine Position im Kabinett oder eine prestigeträchtige Funktion als Präsidentenberaterin in Washington DC kommt für die 31-Jährige aber wohl zu früh. © imago
Alina Habba soll Donald Trump als Beraterin des Präsidenten ins Weiße Haus folgen
Alina Habba soll Donald Trump als Beraterin des Präsidenten ins Weiße Haus folgen. Die 40 Jahre alte Anwältin vertrat Donald Trump unter anderem in dessen Prozess wegen Schweigegeldzahlung in New York. Bei den wochenlangen Verhandlungen stellte sich Habba regelmäßig vor dem Gerichtssaal der Presse und verteidigte ihren Mandanten. Den Prozess verlor Trump zwar, seiner Anwältin scheint er aber weiter zu vertrauen. © ANDREW HARNIK/AFP
Stephen Miller (2.v.r.), hier im Jahr 2017 zwischen Jared Kushner und Steve Bannon
Stephen Miller (2.v.r.), hier im Jahr 2017 zwischen Jared Kushner und Steve Bannon, war bereits in der ersten Administration von Donald Trump als Berater und Redenschreiber des Präsidenten tätig. Der 39 Jahre alte Jungpolitiker ist ein absoluter Hardliner in Sachen Migrationspolitik. Er gilt als geistiger Vater des Einreiseverbots für Muslime, das Trump 2017 erlassen hatte und warb im Vorfeld der US-Wahl 2024 für eine „100-prozentige Abschiebungspolitik“. Man werde „all diese kriminellen Migranten, die ins Land geströmt sind, als erstes abschieben“. Im neuen Weißen Haus Donald Trumps könnte Miller stellvertretender Stabschef werden. © Evan Vucci/dpa
Kash Patel ist langjähriger Trump-Vertrauter
Kash Patel ist langjähriger Trump-Vertrauter und gern gesehener Gast in rechten Podcast-Formaten wie dem „War Room“ von Steve Bannon. Trump ernannte den 44 Jahre alten Anwalt mit indischen Wurzeln zum Direktor des FBI. © IMAGO/Brett Johnsen
Thomas Douglas Homan war einst Polizist, wurde dann Beamter einer Einwanderungsbehörde und später politischer Kommentator im rechten Mediensprektrum
Thomas Douglas Homan war einst Polizist, wurde dann Beamter einer Einwanderungsbehörde und später politischer Kommentator im rechten Medienspektrum. Der 62 Jahre alte Politiker gilt als der Architekt hinter der Entscheidung der ersten Administration von Donald Trump, Migrantenfamilien in Käfige zu stecken und Kinder von ihren Eltern zu trennen. Mit Blick auf die neue Regierung Donald Trumps sagte Homan: „Illegalle Einwanderer sollten es jetzt mit der Angst zu tun haben.“ Trump gab bekannt, dass Homan als sogenannter „Grenz-Zar“ die Grenzsicherung und Abschiebepolitik koordinieren soll. © Lev Radin/Imago
Donald Trump wird Mike Huckabee als US-Botschafter nach Israel schicken.
Donald Trump wird Mike Huckabee als US-Botschafter nach Israel schicken. Der 69 Jahre alte Ex-Gouverneur war noch nie als Diplomat tätig, gilt aber als loyaler Verbündeter des künftigen Präsidenten. „Mike ist seit vielen Jahren ein großartiger Staatsdiener, Gouverneur und religiöser Führer“, sagte Trump in einer Erklärung. „Er liebt Israel und das israelische Volk, und ebenso liebt das israelische Volk ihn. Mike wird unermüdlich daran arbeiten, Frieden im Nahen Osten zu schaffen.“ Huckabee war einst Pastor einer baptistischen Kirche und wird der erste US-Botschafter in Israel sein, der nicht jüdischen Glaubens ist. © John Taggart/AFP
Michael George Glen Waltz, genannt Mike Waltz
Michael George Glen Waltz, genannt Mike Waltz, hat beste Chancen darauf, Sicherheitsberater in der neuen Administration von Donald Trump zu werden. Der 50 Jahre alte ehemalige Offizier gilt als ausgewiesener Sicherheitsexperte der Republikaner. 2018 wurde er erstmals in das US-Repräsentantenhaus gewählt. In der Vergangenheit machte sich Waltz für Verhandlungen mit Russland im Ukraine-Krieg stark. Er gilt außerdem als scharfer Kritiker der Chinas und steht für einen konfrontativen Kurs im Umgang mit der Volksrepublik. © Ted Shaffrey/dpa
Laura Loomer ist politische Aktivistin und Sprachrohr der neuen Ultrarechten in den USA
Laura Loomer ist politische Aktivistin und Sprachrohr der neuen Ultrarechten in den USA. Sie warnte nach dem TV-Duell zwischen Donald Trump und Kamala Harris vor „20.000 kannibalistischen Haitianern, die Haustiere in den Straßen von Ohio jagen und töten“. Donald Trump suchte die Nähe zu der 31 Jahre alten Influencerin, musste sich aber nach mehreren Skandalen rund um Loomer distanzieren. US-Medien vermuten, dass sich Trump nach seinem deutlichem Wahlsieg sicher genug fühlen würde, Loomer in seiner Arbeit im Weißen Haus einzubinden - entweder als Beraterin oder sogar ausgestattet mit einem offiziellem Amt. © IMAGO/Gray Adam/ABACA
Tucker Carlson, hier mit Donald Trump und Tulsi Gabbard
Tucker Carlson, hier mit Donald Trump und Tulsi Gabbard, wurde 2023 als erfolgreichster Kommentator des Senders von Fox News gefeuert. Seitdem ist er unabhängiger Moderator. Seine Rolle als wichtiger Einflüsterer des kommenden Präsidenten konnte er aber halten. Laut US-Medien soll der 55 Jahre alte Fernsehstar eine wichtige Rolle im Übergangsteam Trumps einnehmen. © IMAGO/Jen Golbeck
Eine deutlich wenige kontroverse Personalie ist Brendan Carr
Eine deutlich wenige kontroverse Personalie ist Brendan Carr. Er soll nach den Wünschen von Donald Trump Chef der US-Medienaufsichtsbehörde FCC werden. © IMAGO/Stefani Reynolds
Sebastian Gorka beriet Donald Trump bereits während seiner Amtszeit in Sachen Terrorismusbekämpfung
Sebastian Gorka beriet Donald Trump bereits während seiner Amtszeit in Sachen Terrorismusbekämpfung. Nachdem John Kelly aber das Amt des Stabschefs übernahm, wurde Gorka aus der Administration gedrängt. Nun soll der gebürtige Brite mit ungarischen Wurzeln zum leitenden Direktor für Terrorismusbekämpfung aufsteigen. Gorka gilt als enger Vertrauter von Trumps ehemaligen Berater, Steve Bannon. © CHANDAN KHANNA/AFP
Dr. Mehmet Oz ist Kardiologe und Fernsehmoderator
Dr. Mehmet Oz soll Donald Trumps Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. unterstützen. Der Kardiologe und Fernsehmoderator erlangte als Gesundheitsexperte in der Oprah Winfrey Show landesweite Berühmtheit. 2009 erhielt er seine eigene Fernsehshow: eine pseudowissenschaftliche Sendung über Gesundheitsthemen mit dem Namen „Dr. Oz Show“. 2022 trat Oz als Kandidat der Republikaner bei den Zwischenwahlen an, doch scheiterte beim Versuch, Senator des Bundesstaates Pennsylvania zu werden. Nun will Donald Trump den Fernsehmoderator doch noch nach Washington DC bringen. Der designierte Präsident nominierte Oz für den Posten des Administrators für das „Center for Medicare and Medicaid Services“. © IMAGO/Diannie Chavez/The Republic
Eine weitere TV-Persönlichkeit, die Donald Trump gerne in seinem Team hätte, ist Dr. Janette Nesheiwat
Eine weitere TV-Persönlichkeit, die Donald Trump gerne in seinem Team hätte, ist Dr. Janette Nesheiwat. Die zweifach approbierte Ärztin tritt regelmäßig bei Fox News auf. Sie soll den Posten des „Surgeon general“ übernehmen und damit eine wichtige Leitungsfunktion im öffentlichen Gesundheitsdienst der Vereinigten Staaten von Amerika.  © TERRY WYATT/AFP
Ebenfalls unter einem möglichen Gesundheitsminister Robert F. Kennedy soll Marty Makary arbeiten
Ebenfalls unter Gesundheitsminister Robert F. Kennedy soll Marty Makary arbeiten. Donald Trump will, dass der Chirurg die Bundesarzneimittelbehörde der USA leitet. Wie Kennedy vertrat auch Makary, aktuell als Arzt an der Johns-Hopkins-Universität tätig, konträre Ansichten zur Corona-Pandemie. © NOAM GALAI/AFP
der wahre Erfinder der politischen Karriere Donald Trumps: Steve Bannon
Er gilt vielen als der wahre Erfinder der politischen Karriere Donald Trumps: Steve Bannon. Der heute 71 Jahre alte Kommentator und Stratege folgte Trump nach dessen Wahlsieg 2016 als Chefberater kurzzeitig ins Weiße Haus. Die Beziehung der beiden, die bereits 2011 begann, kühlte ab. Im Umfeld Trumps blieb Bannon eine einflussreiche Stimme, wie sein Auftritt auf der rechtskonservativen Konferenz CPAC im Jahr 2025 beweist, auf der unter anderem J.D. Vance eine Rede hielt. © STEVEN HIRSCH/AFP
Paula Michelle White-Cain fungiert als spirituelle Wegweiserin Donald Trumps.
Paula Michelle White-Cain fungiert als spirituelle Wegweiserin Donald Trumps. Die 58 Jahre alte, zweimal geschiedene und dreimal verheiratete TV-Predigerin vertritt die Lehre des sogenannten Wohlstandsevangeliums, nach dem finanzieller Erfolg als sichtbarer Beweis für die Gunst Gottes gilt. Im Klartext: Wer reich ist, muss sich dafür nicht schämen oder gar fürchten, deshalb nicht ins Himmelreich eingehen zu können – egal, was Jesus Christius laut Bibel im Gleichnis vom Nadelöhr erzählt. © IMAGO/CNP / MediaPunch
Paula White ist „Chefberaterin des Glaubensbüros im Weißen Haus“
Seit dem 7. Februar 2025 ist White, hier ganz in weiß gekleidet, „Chefberaterin des Glaubensbüros im Weißen Haus“. Trump selbst hatte dieses Büro kurz zuvor ins Leben gerufen. Seine Aufgaben sind laut Bekanntmachung des Weißen Hauses „religiöse Einrichtungen, Gemeindeorganisationen und Gotteshäuser in ihren Bemühungen zu unterstützen, amerikanische Familien zu stärken, Arbeit und Selbstversorgung zu fördern und die Religionsfreiheit zu schützen“. Über ihre persönliche Verbindung zu Gott lässt White, die hier den Segen des Allvaters für Trump einholt, keine Zweifel aufkommen. „Wenn ich über den Rasen vor dem Weißen Haus laufe, dann wird der Boden unter meinen Füßen zu heiligem Boden“, so White in einer ihrer TV-Predigen. © IMAGO/White House Handout/White House
Peter Thiel ist seit langem Unterstützer Donald Trumps
Peter Thiel, hier in Begleitung der Publizistin Amy Chua, ist seit langem Unterstützer Donald Trumps. Thiel wurde 1967 in Frankfurt am Main geboren, wuchs aber in den USA und Südafrika auf. Seine Karriere als Tech-Unternehmer begann mit der Gründung des Bezahldienstes Paypal. Der Multimilliardär unterstützte Trump bereits bei seinem ersten Wahlkampf 2016 mit großzügigen Spenden und gilt außerdem als enger Vertrauter von Vizepräsident J.D. Vance. © LEIGH VOGEL
Dana White, Präsident der MMA-Kampfsportorganisation UFC,
Dana White, Präsident der MMA-Kampfsportorganisation UFC, ist seit Jahrzehnten ein enger Vertrauter Donald Trumps. Der hatte sich das Vertrauen Whites verdient, als er zu Beginn der UFC deren Veranstaltungen in seinen Casinos in Atlantic City genehmigte. White unterstützte Trump Jahre später bei dessen Wahlkampf 2016 und war geladener Gast bei der Amtseinfühung 2025. © IAN MAULE/AFP
David Sacks ist Multimillionär und guter Freund von Elon Musk.
David Sacks ist Multimillionär und guter Freund von Elon Musk. Sacks wird als Donald Trumps „KI- und Krypto-Zar“ fungieren. Vor der US-Wahl trieb Sacks im Silicon Valley Spendengelder für Trumps Kampagne ein und gabin seinem Podcast „All In“ mehrfach Wahlempfehlungen für Trump ab. Die Wahlnacht verbrachte Sacks an der Seite Trumps in dessen Wohnsitz Mar-a-Lago. © KAYLA BARTKOWSKI

Trump maßregelt Selenskyj: „Ich bin kein großer Fan“

Für den Republikaner könnte der bevorstehende Abschluss sogar wichtiger sein als der angestrebte Waffenstillstand, den er ursprünglich binnen 24 Stunden bewerkstelligen wollte. Nachdem ihm zuletzt vorgeworfen worden war, er habe Selenskyj für den Ukraine-Krieg verantwortlich gemacht, widersprach der 78-Jährige laut NPR dieser Ansicht, sagte aber auch: „Ich bin nicht gerade begeistert, dass der Krieg begonnen hat.“

Sein Urteil zum ukrainischen Präsidenten hörte sich wie folgt an: „Ich mache ihm keine Vorwürfe, aber ich würde nicht sagen, dass er die beste Arbeit geleistet hat. Ich bin kein großer Fan.“

Das sieht hinsichtlich Putin offenbar anders aus. Über den russischen Präsidenten äußerte sich Trump bereits häufiger voller Bewunderung. Dazu passt auch, dass er eine Annäherung an Moskau anzustreben scheint. Doch zunächst muss der „sinnlose“ Krieg beendet werden – was sich aber als äußerst kompliziertes Unterfangen herausstellt.

Ukraine-Krieg vor Ende? Russlands UN-Vertreter zweifelt an zeitnahem Waffenstillstand

Dazu passen auch neue Aussagen von Wassilij Nebensja in New York. Russlands UN-Vertreter bezweifelt, dass die Waffen zeitnah zum Schweigen gebracht werden. Seine Begründung: Nicht einmal die Vereinbarung der beiden Kriegsparteien, Angriffe auf Energieeinrichtungen für 30 Tage einzustellen, sei eingehalten worden.

„Unter diesen Umständen ist es schlicht unrealistisch, jetzt über einen Waffenstillstand zu sprechen“, betonte der seit 2017 dem UN-Sicherheitsrat angehörende Diplomat. Moskau und Kiew werfen einander vor, gegen die nach einem Telefonat zwischen Trump und Putin getroffene begrenzte Waffenruhe zu verstoßen.

Treffen in Paris: Vertreter aus der Ukraine, den USA und der Koalition der Willigen suchen nach einem Weg zum Frieden.

Ukraine-Treffen in Paris: Selenskyj kritisiert US-Sondergesandten und Gesprächsführung

Der Weg zu einem möglichen Frieden war Thema bei einem Treffen in Paris, zu dem das Weiße Haus unter anderem Außenminister Marco Rubio sowie den Sondergesandten Steve Witkoff und Keith Kellogg entsandte. Für die Ukraine waren Außenminister Andrij Sybiha, Verteidigungsminister Rustem Umjerow und Andrij Jermak, Leiter des Präsidialamtes, vor Ort dabei. Deutschland als Teil der Koalition der Willigen schickte in Jens Plötner den außen- und sicherheitspolitischen Berater von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD).

Nach Selenskyjs Geschmack verlief der Austausch offensichtlich nicht. Der 47-Jährige dankte zwar Frankreichs Präsident Emmanuel Macron für die Gelegenheit. Allerdings kritisierte er Witkoff dafür, nach seinem Treffen mit Putin vergangene Woche in St. Petersburg russische Positionen zu vertreten. Die Ukraine habe zudem nur über eine Waffenruhe sprechen dürfen, nicht jedoch über Moskaus Aufforderung, auf Gebiete zu verzichten. Was ihn wohl noch mehr alarmiert hat: Rubio ließ wissen, dass sich die USA anderen Sorgen zuwenden könnten, sollten die Anstrengungen nicht bald Früchte tragen.

Schon kommende Woche sollen Ukrainer, Europäer und US-Amerikaner wieder im Rahmen dieses Formats zusammenkommen. Handfeste Ergebnisse sind dann aber nicht möglich, weil erneut kein russischer Vertreter dabei sein wird. Allerdings scheinen die USA ohnehin eher das überfallene Land als den Aggressor unter Druck setzen zu wollen. Falls der Rohstoff-Deal Trump nicht doch Kiew wieder näherbringt.

Der US-Präsident wird sich allerdings zumindest in Europa daran messen lassen müssen, ob er seine vollmundigen Ankündigungen wahr werden lässt und wirklich einen Frieden zwischen Russland und der Ukraine durchsetzen kann. Aktuell drängt sich eher der Eindruck auf, Trump hätte seine Fähigkeiten und seinen Einfluss deutlich überschätzt. Und am Ende könnten nur Verlierer übrigbleiben, sollte er seine Verhandler endgültig abziehen. (mg)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Panthermedia , Brendan SMIALOWSKI / AFP

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