Thailand-Kambodscha-Konflikt endet: Einigung zur „bedingungslosen Waffenruhe“ getroffen
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Felix Durach
Felix Busjaeger
Paula Völkner
Der Grenzkonflikt zwischen Thailand und Kambodscha steht vor dem Ende. Beide Seiten haben sich auf eine „bedingungslose Waffenruhe“ geeinigt.
Update, 12.07 Uhr: Thailand und Kambodscha haben sich auf eine „bedingungslose Waffenruhe“ in ihrem Grenzkonflikt geeinigt. Diese solle um Mitternacht offiziell beginnen. Das sagte der malaysische Ministerpräsident Anwar Ibrahim nach einem Gespräch der Regierungschefs beider Länder in Malaysia.
Am Morgen waren Thailands amtierender Ministerpräsident Phumtham Wechayachai und Kambodschas Regierungschef Hun Manet in der Residenz von Malaysias Ministerpräsident in Putrajaya eingetroffen. Malaysia hat derzeit den Vorsitz des südostasiatischen Staatenbündnisses Asean inne, dem auch Thailand und Kambodscha angehören.
Der malaysische Ministerpräsident Anwar Ibrahim (M) sieht zu, wie der kambodschanische Ministerpräsident Hun Manet (l) und der amtierende thailändische Ministerpräsident Phumtham Wechayachai (r) an Gesprächen über einen möglichen Waffenstillstand zwischen Thailand und Kambodscha teilnehmen.
Bei den seit Donnerstag anhaltenden Kämpfen zwischen Thailand und Kambodscha wurden bislang nach offiziellen Angaben mehr als 30 Menschen getötet. Über 200.000 Menschen flohen aus ihren Dörfern, 138.000 auf der thailändischen und 80.000 auf der kambodschanischen Seite der Grenze.
Ende des Thailand-Kambodscha-Konflikts? Gespräche über Waffenruhe laufen
Update, 10.04 Uhr: Das Treffen zwischen den Regierungschefs von Thailand und Kambodscha zu einer möglichen Waffenruhe im Konflikt zwischen beiden Länder hat begonnen. Das berichteten malaysische Staatsmedien. Auf in sozialen Netzwerken verbreiteten Videos war zu sehen, wie Kambodschas Regierungschef Hun Manet und Thailands Übergangsministerpräsident Phumtham Wechayachai am Nachmittag (Ortszeit) in Wagenkolonnen in der malaysischen Stadt Putrajaya ankamen.
Update vom 28. Juli, 9.02 Uhr: Kurz vor einem Treffen der Regierungschefs von Thailand und Kambodscha in Malaysia verstärkt sich der internationale Druck auf beide Konfliktparteien. US-Außenminister Marco Rubio betonte auf X, es gehe darum, „eine sofortige Waffenruhe zu erreichen“. Am Donnerstag waren zwischen den Nachbarstaaten heftige Grenzgefechte ausgebrochen. Beide Seiten verzeichnen Tote und Verletzte, während Zehntausende Menschen fliehen mussten. Seit der vergangenen Nacht werden weitere intensive Kampfhandlungen gemeldet.
Rubio erklärte, dass Vertreter des US-Außenministeriums in Malaysia anwesend seien, um die Friedensinitiativen zu fördern. Sowohl US-Präsident Donald Trump als auch er selbst pflegten direkten Kontakt zu den entsprechenden Amtsträgern beider Nationen und verfolgten die Entwicklungen aufmerksam. „Wir wollen, dass dieser Konflikt so schnell wie möglich endet“, unterstrich Rubio. Jede Seite beschuldigt die andere, die Eskalation verursacht zu haben. Trump äußerte am Sonntag gegenüber Journalisten, beide Länder seien sehr daran interessiert, eine Übereinkunft zu finden.
Kambodscha-Thailand-Konflikt: Heute Friedensgespräche in Malaysia
Update, 15.52 Uhr: Thailand und Kambodscha haben sich im Konflikt auf Friedensgesprächen geeinigt: Thailand teilte am Sonntag mit, dass eine Delegation unter der Leitung des amtierenden Premierministers Phumtham Wechayachai an den Gesprächen mit Kambodschas Ministerpräsidenten Hun Manet teilnehmen werde. Das Büro des thailändischen Ministerpräsidenten erklärte zudem, dass die Gespräche von Malaysias Ministerpräsident Anwar Ibrahim ausgerichtet würden. Die Erklärung erfolgt einen Tag, nachdem US-Präsident Donald Trump erklärt hat, dass sich die Regierungschefs Kambodschas und Thailands auf ein Treffen geeinigt hätten.
Erneute Kämpfe im Thailand-Kambodscha-Konflikt – trotz Trump-Forderung
Update vom 27. Juli, 9.22 Uhr: Trotz der Forderungen von US-Präsident Donald Trump nach einer Waffenruhe zwischen Kambodscha und Thailand ist es am Morgen in der Grenzregion erneut zu Kämpfen gekommen. Das Außenministerium in Bangkok zitierte die Aussage eines Militärsprechers, Kambodscha habe die Gefechte begonnen und bei dem Beschuss auch zivile Wohnhäuser getroffen. Der thailändischen Zeitung Khaosod zufolge ereignete sich der Angriff im Distrikt Phanom Dong Rak in der nordöstlichen Provinz Surin.
Kambodscha warf dem Nachbarland hingegen vor, das Feuer am frühen Morgen eröffnet zu haben. „Trotz Telefongesprächen zwischen den Regierungschefs der beiden Länder und US-Präsident Donald Trump dringen thailändische Soldaten bis jetzt weiterhin aggressiv in kambodschanisches Territorium ein“, schrieb die Zeitung Phnom Penh Post auf X. Nach Angaben des kambodschanischen Verteidigungsministeriums sollen dabei auch zwei bekannte Hindu-Tempel ins Visier genommen worden sein.
Konflikt zwischen Thailand und Kambodscha: Trump drängt auf Waffenruhe
Update, 21.13 Uhr: Nach Donald Trumps Ankündigung, Thailand und Kambodscha würden im Konflikt nun verhandeln wollen, meldet sich auch Thailands Außenminister in einem Statement zu Wort: Das Ministerium bestätigt, dass der thailändische Premier mit Trump telefoniert habe. Der Übergangsministerpräsidenten Phumtham Wechayachai habe dem US-Präsidenten für sein Engagement gedankt und erklärt, dass Thailand grundsätzlich mit einem Waffenstillstand einverstanden sei.
Rückblick auf die ersten 100 Tage: Trump krempelt die USA um – eine Chronik
„Thailand wünsche sich jedoch ernsthafte Absichten der kambodschanischen Seite“, heißt es in der Erklärung. „Der amtierende Premierminister forderte Präsident Trump daher auf, der kambodschanischen Seite mitzuteilen, dass Thailand schnellstmöglich einen bilateralen Dialog vereinbaren wolle, um Maßnahmen und Verfahren für einen Waffenstillstand und eine friedliche Lösung des Konflikts zu erarbeiten.“
Konflikt zwischen Thailand und Kambodscha: Donald Trump kündigt Verhandlungen an
Update, 18.29 Uhr: Rund eine halbe Stunde nachdem Donald Trump sein Telefonat mit Thailands Premier verkündet hat, meldet sich der US-Präsident erneut auf Truth Social: Der US-Präsident habe nun erneut mit Kambodschas Premierminister telefoniert und ihn über das Gespräch mit Thailands Regierungschef informiert. „Beide Parteien streben einen sofortigen Waffenstillstand und Frieden an“, erklärte Trump. Zudem würden Thailand und Kambodscha weiter mit den USA im Zoll-Streit verhandeln, schrieb der US-Präsident: „Was wir für unangemessen halten, solange die Kämpfe nicht beendet sind.“
Thailand und Kambodscha hätten laut Trump vereinbart, sich „umgehend zu treffen und schnell einen Waffenstillstand und schließlich Frieden auszuhandeln“. Der US-Präsident erklärte zudem, es sei ihm eine Ehre gewesen, mit den beiden Staaten zu verhandeln und: „Wenn alles erledigt ist und Frieden in Sicht ist, freue ich mich darauf, unsere Handelsabkommen mit beiden abzuschließen!“
Südostasien: Trump fordert Waffenruhe im Kambodscha-Thailand-Konflikt
Erstmeldung: Washington D.C. – Im Konflikt zwischen Kambodscha und Thailand meldet sich US-Präsident Donald Trump zu Wort und will als Friedensbringer fungieren. „Ich habe gerade mit dem Premierminister von Kambodscha über die Beendigung des Krieges mit Thailand gesprochen“, erklärt Trump am Samstag (26. Juli) in einem Post auf seiner Plattform Truth Social.
Kambodscha-Thailand-Konflikt: Trump setzt Zoll-Streit als Druckmittel ein
Als Druckmittel scheint der US-Präsident dabei die anhaltenden Handelskonflikte nutzen zu wollen. „Zufälligerweise befassen wir uns derzeit mit beiden Ländern im Handel, wollen aber mit keinem der beiden Länder ein Abkommen schließen, wenn sie kämpfen“, erklärte Trump. Das habe er auch im Gespräch mit Kambodschas Premier, Hun Manet, betont.
Trump telefoniert mit Thailands Premier: Frieden mit Kambodscha sei nun „Selbstverständlichkeit“
In einem darauffolgenden Post verkündete Trump ein Telefonat mit dem thailändischen Übergangsministerpräsidenten Phumtham Wechayachai – das Gespräch beschrieb er als „sehr gut“. Thailand wünsche sich wie Kambodscha „einen sofortigen Waffenstillstand und Frieden“, so Trump. Diese Botschaft wolle er nun an den kambodschanischen Premierminister weiterleiten: „Nach Gesprächen mit beiden Parteien scheinen Waffenstillstand, Frieden und Wohlstand eine Selbstverständlichkeit zu sein. Wir werden sehen!“
Konflikt in Südostasien: Heftige Kämpfe an der Grenze zwischen Kambodscha und Thailand
Im Zuge der heftigen Kämpfe an der Grenze zwischen Thailand und Kambodscha sind immer mehr Menschen auf der Flucht. Allein in Thailand mussten sich laut Regierung mehr als 130.000 Anwohner in Sicherheit bringen. In Kambodscha sollen es Berichten zufolge rund 35.000 sein.
Kambodscha forderte nach einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates in New York „eine sofortige, bedingungslose Waffenruhe und eine friedliche Lösung des Konflikts“. Umgekehrt forderte der thailändische UN-Botschafter Cherdchai Chaivaivid bei der UN-Sitzung ein umgehendes Ende der Feindseligkeiten durch Kambodscha, um einen Dialog zu starten. Die beiden Länder seien aber enge Nachbarn – die Gewalt müsse beendet werden. (pav mit dpa)