Um Krawalle und Angriffe auf Einsatzkräfte wie in der zurückliegenden Silvesternacht in Zukunft zu vermeiden, hält jeder Zweite harte Strafen für das Mittel der Wahl.
Berlin - Präventive restriktive Maßnahmen wie etwa regionale Verbotsverfügungen oder besondere Kontrollen finden dagegen nur wenige Bundesbürger erfolgversprechend, wie die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur zeigen.
Auf die Frage, welche Konsequenzen wohl am wichtigsten seien, um Krawalle dieser Art künftig zu verhindern, antworteten 49 Prozent der Befragten, die Randalierer sollten hohe Strafen erhalten. Ein generelles Verbot für privates Feuerwerk hält dagegen gut jeder Fünfte (21 Prozent) für zielführend. Dafür, in bekannten «Problemvierteln» besondere Verbote und Kontrollen zu etablieren, sprachen sich lediglich neun Prozent der Teilnehmer der Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov aus. Eine bessere Ausstattung der Einsatzkräfte halten acht Prozent von ihnen für das Mittel der Wahl. Sechs Prozent der Befragten meinten, die Polizei solle sich besser auf solche Sonderlagen wie an Silvester vorbereiten. Sieben Prozent von ihnen entschied sich für keine der genannten Antwortmöglichkeiten oder hatte keine Meinung zu dem Thema, das seit Jahresbeginn auch politisch für viel Aufregung gesorgt hat.
Große Unterschiede stellten die Meinungsforscher zwischen alten und jungen Menschen fest. Während 61 Prozent der Deutschen im Alter ab 70 Jahren hohe Strafen als wichtigste Konsequenz nannten, vertraten in der Gruppe der Erwachsenen im Alter von bis zu 29 Jahren nur 34 Prozent diese Auffassung. Die Idee, Verbote und Kontrollen für bestimmte Viertel zu etablieren, kam bei den Jüngeren etwas besser an als bei den Älteren.
Die Umfrage beschränkte sich auf Erwachsene, die auf Bundesebene wahlberechtigt sind. Sie zeigt auch erhebliche Unterschiede zwischen den Anhängern der verschiedenen Parteien. Unter den Bundesbürgern, die 2021 die Grünen gewählt hatten, hielt nur etwa jeder Dritte hohe Strafen für den besten Weg. Bei den Anhängern der AfD war diese Variante dagegen sehr populär (69 Prozent).
Nach vorläufigen Angaben der Polizei gab es in Berlin in der Nacht auf den 1. Januar insgesamt 56 Angriffe auf Polizisten und 69 Attacken auf Feuerwehrleute. 47 Polizisten und 15 Feuerwehrleute seien verletzt worden, hieß es. 26 Polizeiautos und 11 Feuerwehrwagen wurden demnach bei den Ausschreitungen beschädigt. Unter den Tatverdächtigen sind etliche Minderjährige. Auch in Nordrhein-Westfalen und anderen Bundesländern kam es zu Attacken auf Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr. Das Bundesinnenministerium hat alle Länder aufgefordert, Daten zu möglichen Vorfällen zu liefern. (dpa)