Umfrage zeigt: Schwarz-Rot trifft auf bescheidene Bürger-Erwartungen
VonPatrick Mayer
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Die Diskussionen über eine schwarz-rote Regierung zwischen CDU/CSU und SPD sind nicht abgeschlossen. Die Hoffnungen der Bürger scheinen übersichtlich zu sein.
Berlin - International dreht sich das Weltgeschehen rasant weiter, während die Union aus CDU und CSU mit der SPD seit Wochen in Berlin über ein mögliches schwarz-rotes Regierungsbündnis für Deutschland verhandelt.
Schwarz-rote Koalition in Deutschland? CDU, CSU und SPD verhandeln lange
Da ist der blutige Ukraine-Krieg. Da ist die geopolitische Aggression des Moskau-Regimes aus Russland. Da ist ein unberechenbarer US-Präsident Donald Trump. Hinzukommt national die schwer angeschlagene deutsche Wirtschaft. An diesem Sonntag (6. April) machte etwa die Runde, dass dem zweitgrößten Stahlwerk der Bundesrepublik in Duisburg das Aus droht.
Um nur ein Beispiel zu nennen. In dieser Gemengelage haben die Bürgerinnen und Bürger wohl nur geringe Erwartungen in eine schwarz-rote Koalition, die absehbar Deutschland regieren könnte. Insofern sich CDU/CSU und Sozialdemokraten einig werden. Das geht aus einer aktuellen Umfrage hervor.
Koalitionsverhandlungen in Berlin: CDU/CSU und SPD gehen in Schlussrunde
Während die AfD in Umfragen aufholt, gehen die Koalitionsverhandlungen in die sogenannte Schlussrunde. Die Chef-Verhandler um den möglichen künftigen Kanzler Friedrich Merz (CDU), Markus Söder von der bayerischen CSU und Saskia Esken sowie Lars Klingbeil von der SPD, wollen die entscheidenden Punkte für das Koalitionspapier fixieren.
Das Debatten-Magazin The European veröffentlichte am 6. April Zahlen aus einer aktuellen INSA-Umfrage. Demnach erwarten zwischen 33 und 41 Prozent der Befragten eine Verschlechterung der Politik bei wichtigen Themen wie Begrenzung der Zuwanderung, Belebung der Wirtschaft, Klimaschutz, soziale Sicherheit, innere Sicherheit und äußere Sicherheit. Wie auch immer sich Verschlechterung in den jeweiligen Politikfeldern ausdrücken mag, was aus der Umfrage nicht hervorgeht. Besondere Skepsis gebe es demnach bei den Themen Migration (41 Prozent) und soziale Sicherheit (40 Prozent).
The European gehört zur Weimer Media Group. Neben zahlreichen Fachmagazinen zu Politik und Wirtschaft veranstaltet das Verlagshaus auch den Ludwig-Erhard-Gipfel, der dieses Jahr vom 7. bis zum 9. Mai am Tegernsee stattfinden wird. Schirmherr des Gipfels ist Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Zu Gast sein werden dieses Jahr unter anderem die Parteichefs Felix Banaszak (die Grünen), Lars Klingbeil (SPD) und Friedrich Merz (CDU).
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Nur 18 Prozent der befragten Personen erhoffen sich bei sozialer Sicherheit dagegen eine eher gute Entwicklung durch die erwartete Politik von Schwarz-Rot, beim Thema Zuwanderung sind es nur 22 Prozent der Befragten. Lange Koalitionsverhandlungen sind zwar nicht ungewöhnlich, aber unter anderem das „heute journal“ des ZDF kommentierte zuletzt, dass der Druck für schnelle Ergebnisse gerade mit Blick auf die aktuelle Weltlage sehr hoch sei.
Nachdem die Union und die Sozialdemokraten schon am 8. März und damit nur 13 Tage nach der Bundestagswahl 2025 (23. Februar) ihr Sondierungspapier im Express-Tempo vorgelegt hatten, kommen die Koalitionsverhandlungen seither nur zäh voran. Ein Beispiel zur Verteidigungspolitik: Während CDU und CSU wohl die Wehrpflicht wieder einführen wollen, beharrt die SPD auf einem Modell des freiwilligen Wehrdienstes. Und so gehen die harten Verhandlungen vorerst weiter. Friedrich Merz wollte das neue Regierungsbündnis eigentlich zu Ostern stehen haben. Daran gibt es aber mittlerweile unter Beobachtern erhebliche Zweifel. (pm)