Deutschland will Pakistan dabei unterstützen, sich besser an die Folgen des Klimawandels anzupassen.
Genf - Bei einer UN-Konferenz in Genf wollte der Staatssekretär im Bundesentwicklungsministerium, Jochen Flasbarth, am Montag zusätzlich 84 Millionen Euro zusagen, teilte das Ministerium mit. Mit den neuen Mitteln sollen etwa Regenrückhaltebecken und Entwässerungssysteme finanziert werden. Für die Mammutaufgabe des Wiederaufbaus sind nach Schätzung der Regierung und der Vereinten Nationen 16 Milliarden Dollar (rund 15 Mrd Euro) nötig. Die Hälfte davon will die Atommacht selbst aufbringen.
Die Bundesregierung hatte nach den Überschwemmungen im Sommer 2022 bereits 67 Millionen Euro für den Wiederaufbau wichtiger Infrastruktur und die Bewältigung der sozialen Folgen zugesagt. «Das ist eine Krise, die Pakistan nicht alleine bewältigen kann», teilte Flasbarth mit. «Entscheidend ist, dass wir Pakistan nicht nur beim unmittelbaren Wiederaufbau unterstützen, sondern auch dabei, sich besser und nachhaltig an den Klimawandel anzupassen.»
Bei einer Katastrophe solchen Ausmaßes sei die Solidarität der Weltgemeinschaft geboten, sagte der ranghöchste deutsche UN-Vertreter, Achim Steiner, der Deutschen Presse-Agentur. Der in Brasilien geborene Steiner leitet des UN-Entwicklungsprogramm (UNDP), das die Konferenz vorbereitet hat. «Die Erholung der pakistanischen Wirtschaft ist in unserer aller Interesse», sagte er. «In der globalisierten Welt finden wir solche Probleme sonst vor unserer Haustür wieder.»
Wenn sich Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit breitmachten, könnten sich zum einen mehr Menschen auf die Migrationsrouten begeben. Zum anderen könnten sie sich radikalen Kräften anschließen. «Extremismus und Radikalisierung sind wie ein Krebs in Gesellschaften, die keine Perspektive bieten», sagte Steiner. (dpa)