Vance warnt

Unerbittliche Festung Iran: Trump-Invasion wäre zum Scheitern verdammt

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Trump erwägt einen Militärschlag gegen den Iran, Vance warnt eindringlich. Mit gutem Grund, denn: „Die iranische Geschichte ist übersät mit Leichen von fremden Soldaten“.

Washington, D.C./Teheran – Hunderte Tote und Verletzte, Leichenstapel in Krankenhäusern, eine Geheimpolizei, die von Motorrädern aus auf Demonstranten schießt: Die wenigen Bilder, die von den Protesten im Iran nach außen dringen, sind erschreckend. Staatenlenker in aller Welt mahnen das brutale islamische Regime zur Mäßigung. US-Präsident Donald Trump denkt sogar an einen Militärschlag: Die USA würden einschreiten, wenn das Regime im Iran weiter brutal gegen die aktuellen Proteste vorgehe, kündigte er an.

US-Präsident Trump droht dem Iran mit einem Militärschlag, doch die Geographie des Landes mit hohen Bergen, Sumpf und Wüste macht ein Eingreifen risikoreich.

Doch dass Worte leichter sind als Taten, gilt im Fall des Iran umso mehr. Trump mag beflügelt sein von dem schnellen militärischen Erfolg in Venezuela, der zur Entführung und Verhaftung des Präsidenten Maduro führte. Doch im Fall des Iran stellt sich die Lage anders dar. Seit Jahrzehnten schrecken die USA dort vor einer militärischen Invasion zurück – obwohl die beiden verfeindeten Staaten schon oft an der Schwelle zum Krieg standen.

Trump erwägt Militärschlag gegen Regime im Iran – Vance warnt eindringlich vor Invasion

Das liegt auch daran, dass ein militärischer Einsatz gegen die im Iran regierenden Ajatollahs extrem risikoreich wäre. Trumps Vize JD Vance soll Trump bereits gedrängt haben, auf einen Militärschlag zu verzichten, wie das Wall Street Journal berichtet. Ein direkter militärischer Konflikt würde Trumps Chancen auf eine Wiederwahl massiv gefährden, soll Vance betont haben. Stattdessen brauche es Diplomatie.

Nicht nur Vance, auch verbündete Staaten warnen US-Präsident Donald Trump vor einem Militärschlag im Iran: Israelische und arabische Regierungsvertreter sollen die Trump-Administration laut einem Bericht des US-Senders NBC News geraten haben, vorerst von einem Angriff abzusehen. Das Regime in Teheran sei möglicherweise noch nicht ausreichend geschwächt für einen Sturz durch US-Intervention. Auch Saudi-Arabien, Oman und Katar warnen Trump vor einem Sturz des islamischen Regimes durch einen Militärschlag. Sie befürchten unter anderem eine massive Erschütterung des Ölmarkts, was ihrer eigenen und letztlich auch der US-Wirtschaft schaden würde.

Iran stand oft am Rand eines Kriegs mit USA – doch Trump-Militärschlag ist voller Risiken erscheint

Die Warnungen an Trump gibt es wohl auch deshalb, weil eine militärische Intervention im Iran seit Jahrhunderten ein auswegloses Unterfangen ist. Das Regime im Iran unterdrückt und terrorisiert sein Volk seit Jahrzehnten relativ ungestört. Das liegt auch an der „festungsähnlichen Geographie“ des Landes, von dem der britische Außenpolitikexperte Tim Marshall in seinem Werk „Die Macht der Geographie im 21. Jahrhundert“ schreibt.

Das Regime im Iran

Seit der islamischen Revolution im Jahr 1979 wird der Iran von einem islamischen „obersten Führer“ autoritär regiert, seit 1989 von Ali Chamenei. Das Regime kontrolliert jeden Aspekt des Alltags in Hinblick auf die Einhaltung von Religion und Ideologie. Dafür wurde ein totalitäres System der Unterdrückung geschaffen, mit schweren Verletzungen der Menschenrechte. Um innere Proteste zu bekämpfen, gibt es die brutale und gefürchtete Geheimpolizei, die iranische Revolutionsgarde. Zu westlichen Staaten besteht eine offene Feindschaft, vorrangig gegenüber den USA und Israel.

Der britische Journalist führt aus: Die geografischen Besonderheiten des Iran seien der Grund, „warum auch besonders kriegslüsterne Invasoren gerade in der heutigen Zeit mit ihren starken Staaten und professionellen Armeen keine große Lust haben, im Iran einzumarschieren.“ Zwar scheine der Iran „ständig am Rand eines Krieges mit den USA zu stehen“ – doch die Amerikaner und auch alle anderen hätten bislang immer darauf verzichtet, Truppen in den Iran zu schicken.

Der Außenpolitikexperte verweist auf die Bush-Regierung: Einige Hardliner hätten in den Jahren von 2001 bis 2005 versucht, Präsident George W. Bush von einer Invasion im Iran zu überzeugen, „aber die klügeren Köpfe behielten die Oberhand“. So wie der damalige Außenminister Colin Powell. Er insistierte damals, dass Luftschläge im Iran beschränkte Wirkung hätten und obendrein einen Krieg provozieren könnten, der den Einsatz von Bodentruppen möglich machen könnte. Das sei unbedingt zu vermeiden, denn, wie Marshall in seinem Buch schildert: „Die iranische Geschichte ist übersät mit Leichen von fremden Soldaten, die in den Bergen des Landes gestorben sind.“

Comeback der Atomwaffen-Tests: die nukleare Bedrohung kehrt zurück

Atompilz der nuklearen Explosion bei einem Test am 24. Juni 1957 in Nevada
Sie ist der Schrecken der Moderne und galt lange Zeit als die größte Bedrohung für das Überleben der Menschheit: die Atombombe. Ihre Erfindung nahm ihren Anfang mit der Entdeckung der Kernspaltung durch Otto Hahn und Fritz Straßmann im Jahr 1938. Der erste Test einer Atomwaffe fand am 16. Juli 1946 im US-Bundesstaat New Mexico statt. Dieses Foto zeigt den ikonografischen Atompilz der nuklearen Explosion bei einem Test am 24. Juni 1957 in Nevada. © dpa
Als Vater der Atombombe gilt Dr. J. Robert Oppenheimer.
Als Vater der Atombombe gilt Dr. J. Robert Oppenheimer. Der Atomphysiker leitete das „Manhattan Project“, in dem unter höchster Geheimhaltung ein nuklearer Sprengkörper entwickelt werden sollte. Nach dem ersten erfolgreichen Test war Oppenheimer die Tragweite seiner Erfindung offenbar schnell bewusst. Das machte der Wissenschaftler mit einem aus der Bhagavad Gita, einer heiligen Schrift im Hinduismus, entliehenen Zitat deutlich: „Ich bin zum Tod geworden, der Zerstörer der Welten.“ © Imago
Die erste jemals gezündete Kernwaffe trug den Code-Namen „The Gadget“
Die erste jemals gezündete Kernwaffe trug den Code-Namen „The Gadget“ und war Teil des „Trinity Tests“, der unter Leitung Oppenheimers am 16. Juli 1945 durchgeführt wurde. In diesem Bild posiert der Atomphysiker Norris Edwin Bradbury einen Tag zuvor, am 15. Juli 1945, mit der im Bau befindlichen Bombe. Die erste Atombombe der Menschheitsgeschichte hatte eine Sprengkraft von 21 Kilotonnen TNT.  © Imago
Die Druckwelle der ersten Atombombe in der Menschheitsgeschichte war über 160 Kilometer zu spüren.
Die Druckwelle der ersten Atombombe in der Menschheitsgeschichte war über 160 Kilometer zu spüren. Die Pilzwolke erreichte eine Höhe von etwa zwölf Kilometern. Aufgrund der enormen Hitze, die durch die Atomexplosion freigesetzt wurde, schmolz der Sand in der Umgebung zu grünlichem Glas, das auch als Trinitit bezeichnet wird. Es folgen zahlreiche weitere Tests, darunter dieser am 1. März 1954 auf dem Bikini Atoll im Pazifischen Ozean. © Imago
Die Aufnahme zeigt die Explosion der ersten Atombombe im Rahmen des Trinity-Tests am 16. Juli 1945.
Die Aufnahme zeigt die Explosion der ersten Atombombe im Rahmen des Trinity-Tests am 16. Juli 1945. © Imago
Diese Aufnahme zeigt die Explosion einer Kernwaffe mit der Sprengkraft von 61 Kilotonnen am 4. Juni 1953 in Nevada.
In den Folgejahren testeten die USA munter weiter. Die Sprengkraft der Atombomben wurde dabei sukzessive erhöht. Diese Aufnahme zeigt die Explosion einer Kernwaffe mit der Sprengkraft von 61 Kilotonnen am 4. Juni 1953 in Nevada. © Imago
Soldaten zu Versuchszwecken in der unmittelbaren Nähe von Atomtests
Zu Beginn der Atomwaffenforschung in den USA ignorierte die damalige Militärführung die Gefahren, die durch die radioaktive Strahlung für Menschen in der Umgebung der Explosion entstand. Stattdessen schickte man tausende Soldaten zu Versuchszwecken in die unmittelbare Nähe der Atomtests, wie hier im Jahr 1951 im US-Bundesstaat Nevada. Die größtenteils jungen Soldaten wurden angewiesen, während der Tests die Augen mit Händen oder Ellbogen zu schützen. © imago
Abwurf einer Atombombe auf Nagasaki
Im Zweiten Weltkrieg kam es zum ersten und bislang einzigen Einsatz von Atomwaffen. Am 6. August bombardierten die USA zuerst die japanische Stadt Hiroshima mit einer Kernwaffe. Am 9. August folgte der zweite Abwurf einer Atombombe auf Nagasaki (im Bild). Den Befehl zum Abwurf gab der damalige US-Präsident Harry S. Truman. Sechs Tage nach der Bombardierung von Nagasaki gab Kaiser Hirohito die Kapitulation Japans bekannt. © Imago
Die erste Atombombe (im Bild), die jemals zum Einsatz kam und über Hiroshima detonierte, trug den Codenamen „Little Boy“
Die erste Atombombe (im Bild), die jemals zum Einsatz kam und über Hiroshima detonierte, trug den Codenamen „Little Boy“. Den Sprengkörper, der kurz darauf Nagasaki zerstörte, taufte die US-Luftwaffe auf den Namen „Fat Man“. Die Militärführung der USA wählte die Großstadt Hiroshima als erstes Ziel, weil diese von Luftangriffen bis dahin verschont geblieben war. Die Auswirkungen einer Atombombe konnten so besser eingeschätzt werden. © Imago
Frau, die mit ihrem Kind auf dem Rücken durch die Trümmer des zerstörten Nagasakis läuft.
Die Folgen der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki waren verheerend. Die Explosionen töteten laut Schätzungen etwa 100.000 Menschen sofort. An Folgeschäden starben bis Ende 1945 weitere 130.000 Menschen. In den Folgejahren starben weitere Menschen an durch die nukleare Strahlung ausgelösten Krankheiten. Japan gibt die Gesamtzahl der Todesopfer mit etwa 540.000 an. Im Bild zu sehen ist eine Frau, die mit ihrem Kind auf dem Rücken durch die Trümmer des zerstörten Nagasakis läuft. © Imago
Friedensdenkmal von Hiroshima
An den Einschlag der Atombombe in Hiroshima erinnert noch heute das dortige Friedensdenkmal. Untergebracht ist es einem 1915 erbauten Haus, das infolge der Explosion vollständig ausbrannte. Wegen des geringen Abstands von 140 Metern zum Einschlagsort der Atombombe blieben viele Gebäudestrukturen erhalten, darunter auch die charakteristische Stützkonstruktion des Kuppeldachs. © Imago
Sasaki-Denkmal
In unmittelbarer Nähe des Friedensmuseums befindet sich das Friedensdenkmal der Kinder. Es erinnert an die Schülerin Sadako Sasaki, die zur weltweit bekanntesten Hibakusha (Überlebende der Atombombenabwürfe) wurde. Sie wurde 1943 geboren, blieb zunächst unverletzt, erkrankte aber zehn Jahre später an Leukämie. Sie starb am 25. Oktober 1955 im Alter von 12 Jahren. Die von ihr gefalteten Origami-Kraniche sind zu einem Symbol der internationalen Friedensbewegung und des Widerstands gegen den Atomkrieg geworden. © Imago
Ein Bild vom 6. August 1945 zeigt das vollständig zerstörte Hiroshima und verdeutlich so die Wirkung der Atombombe.
Ein Bild vom 6. August 1945 zeigt das vollständig zerstörte Hiroshima und verdeutlicht so die Wirkung der Atombombe. © Imago
Die erste Wasserstoffbombe in der Geschichte der Menschheit
Am 31. Oktober 1952 gelang den USA der nächste Durchbruch bei der Erforschung von Massenvernichtungswaffen. Unter dem Codenamen „Ivy Mike“ wurde die erste Wasserstoffbombe in der Geschichte der Menschheit über dem Pazifik gezündet. Die Bombe setzte eine Energie von mehr als 10 Megatonnen TNT-Äquivalent frei, was der 800-fachen Sprengkraft der Hiroshima-Bombe entsprach. © Imago
Am 29. August 1949 führte die UdSSR einen erfolgreichen Atombombentest durch
Die USA sind bis heute die einzige Nation, die je eine Atomwaffe in einem Krieg eingesetzt hat. Sie sind aber nicht das einzige Land, das nukleare Bomben im Arsenal hat. Am 29. August 1949 führte die UdSSR einen erfolgreichen Atombombentest durch (im Bild) – und leitete damit einen nuklearen Rüstungswettlauf mit den USA ein, der die Beziehungen beider Länder die nächsten 50 Jahre bestimmen sollte. © Imago
Rakete des Typs Topol-M
Heute soll Russland über mehr als 5400 Atomsprengköpfe verfügen. Bei den jährlich stattfindenden Militärparaden in Moskau präsentiert das Land unter Machthaber Wladimir Putin immer wieder voller Stolz seine atomar bestückbaren Langstreckenraketen, so geschehen im Jahr 2010, als eine Rakete des Typs Topol-M über den roten Platz rollte. © dpa
Aufnahme zeigt einen Atomwaffentest, den die Royal Air Force am 8. November 1957 im Pazifik nahe der Weihnachtsinsel durchführte.
Am 2. Oktober 1952 wurde Großbritannien als dritte Nation der Welt zur Atommacht. Diese Aufnahme zeigt einen Atomwaffentest, den die Royal Air Force am 8. November 1957 im Pazifik nahe der Weihnachtsinsel durchführte. © Imago
Erster erfolgreicher Atomwaffentest Frankreichs nahe der Stadt Reggane in Algerien
Am 13. Februar 1960 folgte Frankreich. Die „Grande Nation“ unternahm ihren ersten erfolgreichen Atomwaffentest nahe der Stadt Reggane, die sich in Algerien befindet und von Wüste umgeben ist. Insgesamt 17 nukleare Sprengkörper zündete die französische Armee dort zu Testzwecken in den Folgejahren, davon vier oberirdisch. © Imago
die Überbleibsel der französischen Militärbasis auf einer der unbewohnten Inseln des Atolls.
Es folgten zahlreiche weitere französische Atomwaffentests, der Großteil auf dem Moruroa-Atoll im Süd-Pazifik. Von 1966 bis 1995 sollen dort insgesamt 179 Kernwaffen gezündet worden sein. Im Bild zu sehen sind die Überbleibsel der französischen Militärbasis auf einer der unbewohnten Inseln des Atolls. © AFP
Jacques Chirac, hier bei einem Treffen mit Wladimir Putin am 30. Mai 2008 in Paris
Frankreichs Präsident Jacques Chirac, hier bei einem Treffen mit Wladimir Putin am 30. Mai 2008 in Paris, geriet infolge der Atomwaffentests in den 1990er Jahren in die Kritik. Es dauerte bis ins Jahr 2008, ehe Frankreich die negativen Auswirkungen der jahrelangen Atomwaffentests auf das Mururoa-Atoll anerkannte und sich bereit erklärte, Entschädigungen für das militärische Personal und betroffene Zivilisten zu übernehmen. © AFP
chinesische Arbeiter, die über den erfolgreichen Atomwaffen-Test in der autonomen Region Xinjiang jubeln.
Am 16. Oktober 1964 wurde die Volksrepublik China Mitglied im erlauchten Kreis der Atommächte. Mithilfe von sowjetischer Technik gelang es den Wissenschaftlern der sozialistischen Diktatur, 15 Jahre nach ihrer Gründung eine eigene Kernwaffe zu entwickeln. Auf dem Bild zu sehen sind chinesische Arbeiter, die über den erfolgreichen Atomwaffen-Test in der autonomen Region Xinjiang jubeln. © Imago
indische Soldaten, die an einem Militärmanöver teilnehmen, bei dem es auch zur Zündung einer Nuklerwaffe kam.
Indien gilt seit 1974 offiziell als Atommacht. Im Bild zu sehen sind indische Soldaten, die an einem Militärmanöver teilnehmen, bei dem es auch zur Zündung einer Nuklearwaffe kam. © Imago
Atrappe der pakistanischen Atombombe
Im Jahr 1976 begann daraufhin das Atomwaffentestprogramm in Pakistan. Der erste erfolgreiche Atomwaffentest Pakistans erfolgte aber erst 1998. Seitdem gilt auch das mit Indien verfeindete Nachbarland offiziell als Atommacht. Beide Staaten streiten bis heute über die Grenzregion Kaschmir. Bei einer dortigen Demonstration im Jahr 2002 trugen Teilnehmer eine Attrappe der pakistanischen Atombombe durch die Straßen. © AFP
israelische F-15-Kampfjets
Israel gilt seit 1985 als faktische Atommacht. Offiziell ist das Nuklear-Programm des Landes aber bis heute nicht. Das Atomwaffenarsenal des Landes wird auf bis zu 200 Sprengköpfe geschätzt. Abgefeuert werden können diese unter anderem von israelischen F-15-Kampfjets (im Bild) und U-Booten der Dolphin-Klasse. © Imago
m Jahr 2005 verkündete Nordkorea, eigene Kernwaffen entwickelt zu haben.
Im Jahr 2005 verkündete Nordkorea, eigene Kernwaffen entwickelt zu haben. International traf diese Behauptung zunächst auf Skepsis. Doch kurz darauf schienen seismische Messungen die Angaben zu bestätigen. Im Jahr 2009 sollen weitere erfolgreiche Tests unternommen worden sein. Zweifelsfrei bestätigt ist das Atomwaffenprogramm Nordkoreas bis heute aber nicht. Zeitgleich entwickelte Nordkorea unter der Führung von Kim Jong-un Trägerraketen mit hoher Reichweite (im Bild). © Imago
Uran-Anreicherungsanlage in Natanz, Iran
Auch der Iran betreibt seit Jahren atomare Forschung. Laut dem Mullah-Regime geht es dabei aber nur um die zivile Nutzung der Kernenergie. Sowohl Israel als auch die mit ihm verbündeten USA bezweifeln dies und gehen davon aus, dass der Iran in Uran-Anreicherungsanlagen wir hier in Natanz auch an der Entwicklung von waffenfähigem Plutonium forscht. © Imago

„Festungsähnliche Geographie“ des Iran macht Militäreinsatz zum hohen Risiko

Zur unbezwingbaren Bastion macht den Iran das Gebirge, von dem das Land fast komplett umschlossen ist. Es wirkt wie „eine Mauer, die jeden Gegner im Westen abschreckt“, schreibt Marshall: „Die Berge machen Iran zu einer Festung. Von welcher Seite man sich auch nähert, immer stößt man auf steiles Hochland“, an vielen Stellen sei es unpassierbar.

Hinter den Bergen befänden sich im Westen ein riesiges Sumpfgebiet und im Landesinneren eine Salzwüste, so groß wie Belgien und die Niederlande zusammen. Die dortige dünne Salzschicht auf dem Boden würde teils Schlammlöcher verdecken, die so tief seien, dass man darin versinken könne.

Insgesamt bestehe das Landesinnere des Iran aus „unerbittlicher Ödnis“, durchzogen von hohen Bergen. „Das bedeutet, dass jeder, der den Iran besetzen will, entweder ein Sumpfgebiet, hohe Berge oder eine Wüste durchqueren muss. Auch ein Landungsunternehmen würde daran nichts ändern“, so der britische Experte.

Trump dürfte Risiko eines militärischen Einsatzes im Iran scheuen – Zölle gegen Handelspartner

Trump gilt als unberechenbar, doch das Risiko eines größeren militärischen Eingreifens im Iran mit dem Ziel eines Regimewechsels dürfte er scheuen. Auch weil die Akzeptanz in der US-Bevölkerung gering sein dürfte. Der US-Präsident verhängte angesichts der Gewalt gegen Demonstrierende vorerst Strafzölle gegen alle Handelspartner des Iran. „Mit sofortiger Wirkung wird jedes Land, das Geschäfte mit der Islamischen Republik Iran tätigt, einen Zollsatz von 25 Prozent auf alle Geschäfte mit den USA zahlen“, erklärte Trump am 12. Januar.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) rechnet unterdessen mit einem baldigen Ende der islamischen Herrschaft in Teheran. Der Kanzler geht angesichts der Massenproteste im Iran davon aus, „dass wir jetzt hier auch gerade die letzten Tage und Wochen des Regimes sehen“.

Proteste im Iran: Schafft das Volk den Regimewechsel aus eigener Kraft?

Es hängt letztlich wohl an der Kraft des iranischen Volkes, ihr brutales Regime zu stürzen. Doch wie sie das angesichts der Übermacht der Revolutionsgarden schaffen sollen, bleibt fraglich. Der deutsch-iranische Politologe Ali Fathollah-Nejad glaubt, dass es im Iran bereits Massaker an den Protestierenden gibt. „Ich gehe davon aus, dass die Todeszahlen mittlerweile in den Tausenden liegen“, sagte er gegenüber der Tagesschau. (Quellen: „Die Macht der Geographie im 21. Jahrhundert“ von Tim Marshall, Tagesschau, dpa, Wikipedia) (smu)

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