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Wer wird Kanzlerkandidat der Union? Diese Frage sorgt zwei Jahre vor der Bundestagswahl für Debatten. Laut einer Umfrage ist Markus Söder der aktuelle Favorit.
München/Berlin — Bis zur Bundestagswahl sind es noch zwei Jahre. Die Entscheidung, wen die Parteien in das Rennen um das Kanzleramt schicken, hat somit noch etwas Zeit. Laut einer aktuellen INSA-Umfrage (15. August) haben die befragten Wahlberechtigten einen Favoriten bei den Unionskandidaten. So viel lässt sich schon sagen: CDU-Chef Friedrich Merz gehört nicht zu den zwei Top-Anwärtern. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ist laut Umfrage mit großem Abstand der beliebteste Unionskandidat.
Unions-Kanzlerfrage: Söder laut Umfrage der beliebteste Kandidat
Eine Insa-Umfrage im Auftrag der Bildzeitung sagt Friedrich Merz keine guten Chancen für die Kanzlerkandidatur voraus. Denn 29 Prozent aller Befragten sprachen sich für Markus Söder aus. Gefolgt wird der CSU-Mann von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst. 18 Prozent der Befragten sehen ihn in der Rolle des Unionskanzlerkandidaten. Merz belegt mit 13 Prozent Platz drei und kann damit weniger als die Hälfte der Stimmen für Söder für sich gewinnen.
Noch weiter hinten befindet sich CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann. Sieben Prozent der Befragten halten ihn für den geeignetsten Kandidaten. Schaut man sich die Ergebnisse der Befragung unter den Unions-Wählern an, fällt dieses noch deutlicher aus: 39 Prozent stimmten für Söder. Wüst, Merz und Linnemann folgen. Bei den FDP-Wählern ist Söder mit 38 Prozent der beliebteste Kandidat und bei den SPD-Wählern mit 28 Prozent. Jedoch dicht gefolgt von Wüst mit 27 Prozent.
Kanzlerfrage in der Union: Merz, Söder und Wüst im Rennen?
Merz ist nicht müde, auf seine Privilegien als Parteivorsitzender zu verweisen, wenn es um die Kanzlerfrage geht. Seine umstrittenen Aussagen über eine mögliche Zusammenarbeit mit der AfD auf kommunaler Ebene haben den Vorsitzenden geschwächt. Die Entrüstung innerhalb der Parteien war groß. Zusätzlich finden in diesem Jahr noch die Landtagswahlen in Bayern statt. Eine Chance für Söder, sich seinen Unions-Kollegen zu beweisen.
Zwischen Merz und Wüst soll ein Machtkampf in der Kanzlerfrage entfacht sein. Der NRW-Ministerpräsident äußerte sich vage über eine mögliche Kanzlerkandidatur und gab genug Raum für Spekulationen. Spätestens im Spätsommer 2024 soll die „K“-Frage beantwortet werden. Doch auch der Zeitraum der Verkündung sorgt zwischen Söder und Merz für Ungereimtheiten. (vk)
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