VonStefan Kriegerschließen
Die Todesstrafe durch Giftspritze ist in South Carolina zurück. Ein neues Gesetz ermöglicht die Beschaffung der benötigten Präparate.
Columbia – Nach einer langen Periode des Mangels hat der US-Bundesstaat South Carolina wieder Zugang zu den für die Todesstrafe benötigten Giftsubstanzen. Dies ermöglicht erneut die Vollstreckung von Todesurteilen durch tödliche Injektionen, wie die Gefängnisverwaltung des Bundesstaates am Dienstag (19. September) mitteilte. Gouverneur Henry McMaster in einem Statement: „Die Gerechtigkeit wurde in South Carolina zu lange verzögert.“
In South Carolina war wegen der fehlenden tödlichen Präparate seit dem Jahr 2011 niemand mehr hingerichtet worden. Vor zwei Jahren wurden daher Hinrichtungen durch Erschießen erlaubt. Durch die Gesetzesänderung sollen zum Tode Verurteilte wählen können, ob sie auf dem elektrischen Stuhl sterben oder erschossen werden wollen, wenn eine Giftspritze nicht verfügbar ist. In der Praxis gab es aber keine solchen Hinrichtungen.
Todesstrafe in den USA: Neues Gesetz ermöglicht die Beschaffung der tödlichen Spritzen
Viele Staaten in den USA tun sich immer schwerer, an die Substanzen für die tödlichen Injektionen zu kommen. Hersteller fürchten eine Rufschädigung ihres Unternehmens, wenn sie ihre Präparate dafür zur Verfügung stellen. Dass die tödlichen Präparate in South Carolina nun wieder verfügbar sind, ist der Gefängnisbehörde zufolge auf ein neues Gesetz zurückzuführen. Es schützt die Identität von Personen und Einrichtungen, die an der Planung oder Vollstreckung eines Todesurteils beteiligt sind – also auch die von Arznei-Lieferanten.
Auf der Suche nach Medikamenten habe man 1300 Arzneimittelhersteller, Lieferanten, Apotheken und andere potenzielle Quellen kontaktiert, teilte die Gefängnisbehörde mit. Letztlich sei es gelungen, das Medikament Pentobarbital zu beschaffen.
Laut dem Informationszentrum für Todesstrafen haben bisher 23 der 50 Bundesstaaten die Todesstrafe abgeschafft. In den übrigen Staaten wird hauptsächlich die Giftspritze verwendet. Aufgrund des Mangels an den notwendigen tödlichen Präparaten wurden in den letzten Jahren jedoch immer wieder Hinrichtungen verschoben. (skr/dpa)
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