Großereignis im US-Wahlkampf

Die wichtigsten Themen im TV-Duell zwischen Harris und Trump

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Es ist der Schlagabtausch, auf den alle gewartet haben. Die Debatte zwischen Kamala Harris und Donald Trump könnte für den Ausgang der US-Wahl entscheidend werden.

Philadelphia – Es ist ein Großereignis im US-Wahlkampf – ein Event, das unentschiedene Wählerinnen und Wähler zu einer Entscheidung bringen kann: die TV-Debatte der Präsidentschaftskandidaten. Am 10. September, um 21 Uhr Ortszeit Philadelphia (in Deutschland: 11. September, 3 Uhr), werden Kamala Harris und Donald Trump live im Fernsehen gegeneinander antreten und versuchen, weitere Stimmen für sich zu gewinnen. Doch was werden die Themen dieses Duells sein?

Harris‘ Strategie für die TV-Debatte auf ABC: „Nicht nur Statistiken vorlesen“

Die Debatte zwischen den Kandidaten ist dafür da, den amerikanischen Wählerinnen und Wählern die geplante Politik vorzustellen. Das ist auch der Plan im Wahlkampfteam von Harris. „Sie wird nicht nur Statistiken vorlesen, sie wird auch darlegen, was ihre Politik ist und welche tatsächlichen Auswirkungen diese auf das Leben der Menschen haben wird“, sagte ein ehemaliger Harris-Mitarbeiter gegenüber The Hill.

US-Wahl 2024: Am 10. September treten Kamala Harris und Donald Trump gegeneinander im TV-Duell an. (Montage)

Für Harris wird das Spektakel ihr Debattendebüt sein. Darauf bereite sie sich intensiv vor, berichtete ihr Team. Sie schaue sich Briefing-Material über Politik an und arbeite Formulierungen aus, mit denen man das Publikum über die persönliche Ebene ansprechen könne, sagte der ehemalige Mitarbeiter. Diese persönliche Ebene nutzte Harris schon bei ihrem CNN-Interview, in dem sie über den bundesstaatlichen Kindersteuerfreibetrag aus der Perspektive der Eltern sprach.

Im US-Wahlkampf 2024: Harris über ihre Pläne nach einem möglichen Wahlsieg

Harris hatte während des Wahlkampfes ein bundesweites Verbot von Preiswuchern vorgeschlagen, sowie einen Plan zur Beendigung der Wohnungsnot durch den Bau neuer Wohnungen und Unterstützung bei der Anzahlung für Erstkäufer von Eigenheimen.

Zusätzlich strebe Harris eine „Wirtschaft der Chancen“ an, berichtete das Nachrichtenmagazin Reuters nach ihrer Wahlkampfrede im US-Bundesstaat North Carolina. Sie wolle niedrigere Steuern und strengere Preiskontrollen im Lebensmittelsektor. Besonders die Mittelschicht solle im Mittelpunkt der Politik stehen. Denn „ich bin der festen Überzeugung, dass Amerika stark ist, wenn die Mittelschicht stark ist“, sagte Harris bei der Wahlkampfrede. Diese Themen könnten für die Debatte relevant werden.

Bilder einer Karriere: Kamala Harris strebt Präsidentenamt in den USA an

Mit dem Verzicht von Joe Biden auf die Kandidatur der Demokraten rückt seine Stellvertreterin Kamala Harris vor der US-Wahl 2024 in den Fokus.
Mit dem Verzicht von Joe Biden auf die Kandidatur der Demokraten ist seine Stellvertreterin Kamala Harris vor der US-Wahl 2024 in den Fokus gerückt.  © Saul Loeb/afp
Nachdem die Demokraten die Vizepräsidentin aufgestellt haben, hat Harris die Chance, als erste Frau in der Geschichte der USA das Präsidentenamt zu übernehmen. Damit wäre sie die mächtigste Frau der Welt.
Nachdem die Demokraten die Vizepräsidentin aufgestellt haben, hat Harris die Chance, als erste Frau in der Geschichte der USA das Präsidentenamt zu übernehmen. Damit wäre sie die mächtigste Frau der Welt. © Carlos Osorio/dpa
Harris wurde am 20. Oktober 1964 in Oakland im Bundesstaat Kalifornien geboren. Ihr Vater war aus Jamaika in die USA eingewandert, um Wirtschaft zu studieren. Ihre Mutter, eine 2009 verstorbene Brustkrebsforscherin, kam aus Indien in die USA. Sie kam aus Indien und lernte Harris‘ Vater in den 60er Jahren in den USA kennen. 
Harris wurde am 20. Oktober 1964 in Oakland im Bundesstaat Kalifornien geboren. Ihr Vater war aus Jamaika in die USA eingewandert, um Wirtschaft zu studieren. Ihre Mutter, eine 2009 verstorbene Brustkrebsforscherin, kam aus Indien in die USA. Sie lernte Harris‘ Vater in den 60er Jahren in den USA kennen. Ihre Eltern ließen sich scheiden, als Harris noch ein kleines Kind war.  © Courtesy of Kamala Harris/afp
Harris und ihre jüngere Schwester Maya wuchsen bei ihrer Mutter auf, zeitweise lebten sie im kanadischen Montreal. „Sie erzog uns zu stolzen, starken Schwarzen Frauen. Und sie hat uns beigebracht, unser indisches Erbe zu kennen und darauf stolz zu sein“, sagte Harris 2020 in einer Rede. Darin betonte sie auch, dass die USA einen Präsidenten brauchten, „der uns alle zusammenbringt – Schwarze, Weiße, Latinos, Asiaten, Indigene – um die Zukunft zu erreichen, die wir gemeinsam wollen“.
Harris und ihre jüngere Schwester Maya wuchsen bei ihrer Mutter auf, zeitweise lebten sie im kanadischen Montreal. „Sie erzog uns zu stolzen, starken Schwarzen Frauen. Und sie hat uns beigebracht, unser indisches Erbe zu kennen und darauf stolz zu sein“, sagte Harris 2020 in einer Rede. Darin betonte sie auch, dass die USA einen Präsidenten brauchten, „der uns alle zusammenbringt – Schwarze, Weiße, Latinos, Asiaten, Indigene – um die Zukunft zu erreichen, die wir gemeinsam wollen“. © Courtesy of Kamala Harris/afp
Harris wurde die erste Schwarze Bezirksstaatsanwältin von San Francisco und später die erste Generalstaatsanwältin und Justizministerin („Attorney General“) in ihrer Heimat Kalifornien. Schwester Maya Harris (Mitte) und Richterin Tani Cantil-Sakauye (links) gratulieren.
Harris wurde die erste Schwarze Bezirksstaatsanwältin von San Francisco und später die erste Generalstaatsanwältin und Justizministerin („Attorney General“) in ihrer Heimat Kalifornien. Schwester Maya Harris (Mitte) und Richterin Tani Cantil-Sakauye (links) gratulieren.  © Imago
Harris wurde die erste Schwarze Bezirksstaatsanwältin von San Francisco und später die erste Justizministerin in ihrer Heimat Kalifornien. Ihr harter Kurs ging vielen in der Partei allerdings viel zu weit. So kämpfte sie damals darum, auch solche Verurteilungen aufrechtzuerhalten, die nachgewiesenermaßen durch rechtswidrige Mittel wie Manipulation von Beweisen oder Falschaussagen zustande gekommen waren.
Ihr harter Kurs ging vielen in der Partei allerdings viel zu weit. So kämpfte sie damals darum, auch solche Verurteilungen aufrechtzuerhalten, die nachgewiesenermaßen durch rechtswidrige Mittel wie Manipulation von Beweisen oder Falschaussagen zustande gekommen waren. © Justin Sullivan/Getty Images/afp
In ihre Zeit als Generalstaatsanwältin fällt auch ein bemerkenswerter Kontakt. Kein Geringerer als Donald Trump spendete damals zweimal Geld für ihren Wahlkampf. 2011 überwies er erst 4000 Dollar an Harris, ehe er im Jahr 2013 noch einmal 1000 Dollar folgen ließ. Seine Tochter Ivanka Trump spendete im Jahr 2000 Dollar an Harris. Zu jener Zeit wurden in Kalifornien Vorwürfe gegen die Trump University untersucht, reihenweise Kundinnen und Kunden betrogen zu haben. Harris selbst hat die Klage nicht bearbeitet.
In ihre Zeit als „Attorney General“ fällt auch ein bemerkenswerter Kontakt. Kein Geringerer als Donald Trump spendete damals zweimal Geld für ihren Wahlkampf. 2011 überwies er erst 4000 Dollar an Harris, ehe er im Jahr 2013 noch einmal 1000 Dollar folgen ließ.  © Brendan Smialowski/afp
Seine Tochter Ivanka Trump spendete im Jahr 2000 Dollar an Harris. Zu jener Zeit wurden in Kalifornien Vorwürfe gegen die Trump University untersucht, reihenweise Kundinnen und Kunden betrogen zu haben. Harris selbst hat die Klage nicht bearbeitet.
Seine Tochter Ivanka Trump spendete im Jahr 2000 Dollar an Harris. Zu jener Zeit wurden in Kalifornien Vorwürfe gegen die Trump University untersucht, reihenweise Kundinnen und Kunden betrogen zu haben. Harris selbst hat die Klage nicht bearbeitet. © Franck Fife/AFP
Als Harris 2017 in den US-Senat einzog, nutzte sie ihre Erfahrung als Staatsanwältin auch in der Kongresskammer und tat sich bei Anhörungen ein ums andere Mal mit einem harten und effektiven Befragungsstil hervor. Ein perfektes Beispiel dafür war die Anhörung um die möglichen Kontakte zwischen Trumps Wahlkampfteam und der russischen Regierung, als sie die Befragten regelrecht in die Mangel nahm, konsequent auf Antworten drängte und immer wieder nachhakte.
Als Harris 2017 in den US-Senat einzog, nutzte sie ihre Erfahrung als Staatsanwältin auch in der Kongresskammer und tat sich bei Anhörungen ein ums andere Mal mit einem harten und effektiven Befragungsstil hervor. Ein perfektes Beispiel dafür war die Anhörung um die möglichen Kontakte zwischen Trumps Wahlkampfteam und der russischen Regierung, als sie die Befragten regelrecht in die Mangel nahm, konsequent auf Antworten drängte und immer wieder nachhakte.  © Pete Marovich/Imago
Vor allem der damalige US-Justizminister Jeff Sessions konnte ein Lied davon singen, den sie mit ihrer Befragung mächtig ins Schwitzen brachte. Offenbar war das für die Republikaner so schlimm, dass die Senatoren Richard Burr und John McCain die Prozedur unterbrachen und Harris baten, ihre Fragen doch bitte etwas höflicher zu stellen.
Vor allem der damalige US-Justizminister Jeff Sessions konnte ein Lied davon singen, den sie mit ihrer Befragung mächtig ins Schwitzen brachte. Offenbar war das für die Republikaner so schlimm, dass die Senatoren Richard Burr und John McCain die Prozedur unterbrachen und Harris baten, ihre Fragen doch bitte etwas höflicher zu stellen. © Pete Marovich/Imago
Und am 1. Mai 2019 wich der Justizminister und Trump-Vertraute William Barr ihren präzisen Fragen zum Abschlussbericht des Russland-Sonderermittlers Robert Mueller aus – woraufhin Harris dem Justizminister den Rücktritt nahelegte. Das alles hinterließ Eindruck – bei Freund und Feind.
Und am 1. Mai 2019 wich der Justizminister und Trump-Vertraute William Barr ihren präzisen Fragen zum Abschlussbericht des Russland-Sonderermittlers Robert Mueller aus – woraufhin Harris dem Justizminister den Rücktritt nahelegte. Das alles hinterließ Eindruck – bei Freund und Feind. © Mandel Ngan/afp
Auch den jetzigen Supreme-Court-Richter Brett Kavanaugh brachte Harris bei dessen Anhörung immer wieder in Bedrängnis, vor allem das eine Mal, als sie den Abtreibungsgegner mit einer ganz speziellen Frage überraschte: „Können Sie sich ein Gesetz vorstellen, das der Regierung die Befugnis gibt, Entscheidungen über den männlichen Körper zu treffen?“
Auch den jetzigen Supreme-Court-Richter Brett Kavanaugh brachte Harris bei dessen Anhörung immer wieder in Bedrängnis, vor allem das eine Mal, als sie den Abtreibungsgegner mit einer ganz speziellen Frage überraschte: „Können Sie sich ein Gesetz vorstellen, das der Regierung die Befugnis gibt, Entscheidungen über den männlichen Körper zu treffen?“  © Drew Angerer/afp
Bevor Biden bei der Wahl 2020 Harris zu seiner Vize machte, war sie in der parteiinternen Vorwahlen seine Gegenspielerin – und teilte damals mächtig aus. So warf sie Biden vor, in den 1970ern gegen die Praxis gewesen zu sein, Kinder mit Bussen zu Schulen in anderen Bezirken zu fahren – was vor allem der Integration schwarzer Schüler dienen sollte. Harris verknüpfte dies mit ihrer eigenen Biografie: Dies sei eine Entscheidung gewesen, die ein kleines Mädchen in Kalifornien verletzt habe: „Dieses kleine Mädchen war ich.“
Bevor Biden bei der Wahl 2020 Harris zu seiner Vize machte, war sie in der parteiinternen Vorwahlen seine Gegenspielerin – und teilte damals mächtig aus.  © Henry Griffin/dpa
So warf sie Biden vor, in den 1970ern gegen die Praxis gewesen zu sein, Kinder mit Bussen zu Schulen in anderen Bezirken zu fahren – was vor allem der Integration Schwarzer Schülerinnen und Schüler dienen sollte.
So warf sie Biden vor, in den 1970ern gegen die Praxis gewesen zu sein, Kinder mit Bussen zu Schulen in anderen Bezirken zu fahren – was vor allem der Integration Schwarzer Schülerinnen und Schüler dienen sollte.  © Win McNamee/AFP
Harris verknüpfte dies mit ihrer eigenen Biografie: Dies sei eine Entscheidung gewesen, die ein kleines Mädchen in Kalifornien verletzt habe: „Dieses kleine Mädchen war ich.“
Harris verknüpfte dies mit ihrer eigenen Biografie: Dies sei eine Entscheidung gewesen, die ein kleines Mädchen in Kalifornien verletzt habe: „Dieses kleine Mädchen war ich.“  © Saul Loeb/AFP
Die Erwartungen an Harris als Pionierin im Amt der Vizepräsidentin waren enorm. Sie konnte zunächst aber nicht wirklich punkten. Erst 2022 schien sie sich mehr und mehr in ihre Rolle einzufinden.
Die Erwartungen an Harris als Pionierin im Amt der Vizepräsidentin waren enorm. Sie konnte zunächst aber nicht wirklich punkten. Erst 2022 schien sie sich mehr und mehr in ihre Rolle einzufinden.  © Haiyun Jiang/AFP
Die Erwartungen an Harris als Pionierin im Amt der Vizepräsidentin waren enorm. Sie konnte zunächst aber nicht wirklich punkten. Erst 2022 schien sie sich mehr und mehr in ihre Rolle einzufinden. Sie ergriff eine führende Stimme beim Kampf für das Recht auf Abtreibung und setzte sich gegen Waffengewalt ein. Zudem hat Harris ihr außenpolitisches Profil geschärft. So bekannte sie sich im Februar 2024 in einer Rede vor der Münchner Sicherheitskonferenz explizit zur Nato und zur internationalen Zusammenarbeit. Harris vertrat Biden bei einem Ukraine-Gipfel in der Schweiz und mahnte Israel zur Mäßigung in Gaza.
So bekannte sie sich im Februar 2024 in einer Rede vor der Münchner Sicherheitskonferenz explizit zur Nato und zur internationalen Zusammenarbeit. Harris vertrat Biden bei einem Ukraine-Gipfel in der Schweiz und mahnte Israel zur Mäßigung in Gaza. © Sven Hoppe/dpa
Harris ist mit dem Rechtsanwalt Douglas Emhoff verheiratet. Eine Freundin arrangierte 2013 ein Blind Date der beiden in Kalifornien, wo sie damals lebten. Im Jahr darauf heirateten sie. Emhoff hat zwei erwachsene Kinder aus erster Ehe: Cole und Ella. Sie nennen Harris „Momala“. Emhoff wurde als erster Mann zum „Second Gentleman“ in den USA. Nun könnte er sogar zum ersten „First Gentleman“ in der Geschichte der USA aufrücken.
Harris ist mit dem Rechtsanwalt Douglas Emhoff verheiratet. Eine Freundin arrangierte 2013 ein Blind Date der beiden in Kalifornien, wo sie damals lebten. Im Jahr darauf heirateten sie.  © Rob Schumacher/Imago
Cole und Ella Emhoff.
Emhoff hat zwei erwachsene Kinder aus erster Ehe: Cole (2. von links) und Ella (dritte von links). Sie nennen Harris „Momala“. © Mark Hoffman/Imago
Emhoff wurde als erster Mann zum „Second Gentleman“ in den USA. Nun könnte er sogar zum ersten „First Gentleman“ in der Geschichte der USA aufrücken.
Emhoff wurde als erster Mann zum „Second Gentleman“ in den USA. Nun könnte er sogar zum ersten „First Gentleman“ in der Geschichte der USA aufrücken. © Saul Loeb/AFP
Kurz vor der US-Wahl 2024 trat Harris an einem symbolträchtigen Ort in der US-Hauptstadt auf. Dort, wo Donald Trump am 6. Januar 2021 seine Fans aufgewiegelt hatte.
Kurz vor der US-Wahl 2024 trat Harris an einem symbolträchtigen Ort in der US-Hauptstadt auf. Dort, wo Donald Trump am 6. Januar 2021 seine Fans aufgewiegelt hatte.  © Amid Farahi/AFP
Tausende Menschen jeden Alters kamen zu ihrem Auftritt. Stundenlang hatten sie in langen Schlangen gewartet, um auf das Gelände zu gelangen. Immer wieder wurde Harris bei ihrer Rede von „Kamala“-Sprechchören unterbrochen.
Tausende Menschen jeden Alters kamen zu ihrem Auftritt. Stundenlang hatten sie in langen Schlangen gewartet, um auf das Gelände zu gelangen. Immer wieder wurde Harris bei ihrer Rede von „Kamala“-Sprechchören unterbrochen.  © Brendan Smialowski/AFP
Bei der US-Wahl 2024 kommt es vor allem auf die Ergebnisse in sieben sogenannten Swing States an, in denen der Ausgang völlig offen ist. Ein Beispiel ist Wisconsin.
Bei der US-Wahl 2024 kommt es vor allem auf die Ergebnisse in sieben sogenannten Swing States an, in denen der Ausgang völlig offen ist. Ein Beispiel ist Wisconsin.  © Roberto Schmidt/AFP
Pennsylvania entsendet 19 Wahlleute ins Electoral College und gilt somit als der wichtigste der sieben Swing States. Für Kamala Harris ist ein Sieg im Bundesstaat im Osten der USA Pflicht.
Pennsylvania entsendet 19 Wahlleute ins Electoral College und gilt somit als der wichtigste der sieben Swing States. Für Kamala Harris ist ein Sieg im Bundesstaat im Osten der USA Pflicht.  © Angela Weiss/AFP

Ein klarer „Weg nach vorne“: Harris‘ politische Ideen in der US-Wahl 2024

Klare politische Ideen seien „eine weitere Chance für unentschlossene Wähler“, Harris zu favorisieren, sagte Katie Grant Drew, eine demokratische Kommunikationsstrategin, in einem Interview mit The Hill. „Je mehr sie über einen ‚neuen Weg nach vorne‘ und ‚kein Zurück‘ spricht, desto besser.“

Das könnte schwierig werden, denn einer der größten Angriffspunkte von Harris ist die Vergangenheit. Bei der US-Wahl 2020 positionierte sie sich bei einer Reihe von politischen Themen noch anders, als im aktuellen Wahlkampf. Damals war sie noch für ein Verbot von Fracking (ein Verfahren für die Erdgasförderung) und Erdöl- und Erdgasbohrungen über Förderplattformen im Meer. In ihrer jetzigen Kampagne lehnt sie eine Vielzahl ihrer vergangenen Positionen ab. Trump könnte ihren Kurswechsel gegen sie verwenden.

Erstes Live-Duell im TV: Sendezeit von Trump-Harris-Debatte im Überblick

Die erste TV-Debatte von Trump und Harris steht an. Die Debatte wird am 10. September um 21 Uhr Ortszeit Philadelphia stattfinden und von ABC übertragen. In Deutschland ist das Spektakel ab 2.50 Uhr morgens im Ersten zu sehen. Die Streaming-Plattform Joyn bietet zur gleichen Zeit einen kostenlosen Livestream an.

Während der TV-Debatte: Kann sich Trump präsidial verhalten?

Trump ist im Gegensatz zu Harris geprobt in TV-Duellen. 2016 debattierte er dreimal mit der damaligen demokratischen Kandidatin Hillary Clinton und 2020 zweimal mit Präsident Joe Biden. Im US-Wahlkampf 2024 debattierte er nochmals gegen Biden, bevor dieser aus dem Rennen um die Präsidentschaft 2024 ausstieg.

Berater und Verbündete des ehemaligen Präsidenten seien laut The Hill überzeugt, dass er in die Debatte gegen Vizepräsidentin Harris mit einem Vorteil einsteigen wird. Harris ist es, die sich im Wortgefecht beweisen müsse. Die Frage ist nur, ob Trump die Ruhe bewahren und sich präsidial darstellen kann.

Das könnte für den Ex-Präsidenten nämlich zur Schwierigkeit werden. Im Wahlkampf hatte er mehrfach Harris‘ Intelligenz beleidigt, ihre ethnische Identität infrage gestellt und ihr Lachen verspottet. „Wenn er sich in persönliche Unsinnigkeiten verstrickt, wird ihm das natürlich schaden, und das wird eine Gelegenheit für sie sein, das Opfer zu spielen und bissig und witzig zu sein“, sagte ein Republikaner, der in der Vergangenheit mit Trump arbeitete, gegenüber The Hill.

Wenn Trump in Bedrängnis kommt: Die Mikrofon-Regel ist ein Vorteil für ihn

Es gibt mehrere Themen, die Ex-Präsidenten Trump in der Debatte in Bedrängnis bringen könnten. Reuters erwartet, dass Harris Trump in Bezug auf Fakten und sein Verhalten nach der US-Wahl 2020 attackieren wird. Wird Trump dabei sachlich bleiben können? Die Mikrofon-Regel könnte ihm dabei in die Karten spielen. Während der Debatte soll das Mikrofon des Teilnehmers stummgeschaltet werden, solange die andere Person gerade redet. Falls Trump während einer Passage von Harris unfreundlich werden sollte, würde das nicht so stark auffallen.

Trotzdem hat auch Trump Themen, mit denen er seine Gegnerin in Bedrängnis bringen kann – Einwanderung, Inflation, Außenpolitik der Biden-Regierung und insbesondere der chaotische Abzug aus Afghanistan im Jahr 2021. Als amtierende Vize-Präsidentin wird er jeden Fehltritt der aktuellen Regierung gegen sie verwenden. „Er muss einfach klarstellen, was sie und die Regierung getan haben, und die Leute an die Dinge erinnern, die er ihrer Meinung nach besser gemacht hat“, sagte ein Republikaner, der mit Trump zusammengearbeitet hat, The Hill.

Mögliche Themen in der TV-Debatte zwischen Harris und Trump: Ein Überblick

  • Abtreibungsrechte
  • Kinderbetreuung und Kinderfreibetrag
  • Steuerpolitik
  • Wirtschaftspolitik
  • Preiswucher und Wohnungsbau
  • Einwanderungspolitik
  • Außenpolitik, mit besonderem Blick auf den Abzug aus Afghanistan und den Ukraine-Krieg
  • Trumps mutmaßliche Wahlkampfeinmischung 2020
  • Kritik an Biden-Regierung
  • Kritik an Harris‘ Meinungsänderungen

Weitere TV-Debatten im US-Wahlkampf 2024

Aktuell ist kein weiteres TV-Duell zwischen Harris und Trump geplant. Trump hatte seiner Kontrahentin zuletzt vorgeschlagen, zwei weitere TV-Debatten zu führen. Die Debatten sollten am 4. und 25. September bei den Sendern Fox News und NBC stattfinden, sagte der republikanische Präsidentschaftskandidat bei einer Pressekonferenz in seinem Anwesen Mar-a-Lago im US-Bundesstaat Florida. Harris hatte nur zur Debatte am 10. September auf ABC zugestimmt.

Für den 1. Oktober ist noch eine Vizepräsidentendebatte angesetzt. Dort wird der Kandidat der Demokraten, Tim Walz, mit dem republikanischen Vize-Kandidaten J. D. Vance debattieren. (lw)

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