Warnung an Europa

„Rezept für Chaos in der Nato“: Ex-Mitarbeiter warnt vor zweiter Amtszeit von Trump

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„America First“: Präsidentschafts-Kandidat Donald Trump ist die Verkörperung amerikanischer Isolationsmus-Tendenzen. Auch ohne seinen Wahlerfolg bleibt die Bedrohung für Europa akut.
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Narzisst, Chauvinist, Nationalist – Donald Trump bietet Platz für viele Etiketten. Jetzt prophezeit ein Ex-Mitarbeiter: Sein Comeback bedeute Chaos.

Washington, D.C. – Ein Präsident eines Nato-Landes soll ihn das gefragt haben, erzählt er: „Nun, Sir, wenn wir nicht zahlen und von Russland angegriffen werden, werden Sie uns dann beschützen?‘“ Trump erzählt, dass er geantwortet habe, in diesem Fall werde er das Land nicht beschützen und die Russen sogar ermutigen, mit dem Nato-Land zu tun, „was immer sie wollen“. Diese Anekdote gab Donald Trump zum Besten während einer Wahlkampf-Veranstaltung in South Carolina. Der Bruch mit Europa und der Nato bildet den Nukleus von Donald Trumps erneutem Angriff auf die Macht im Weißen Haus. Jetzt äußert sich Trumps ehemaliger Sicherheitsberater John Bolton in der Süddeutschen Zeitung dahingehend, wenn Trump noch mal regiere, regiere das Chaos.

Bolton ist selbst nationalkonservativer Republikaner und mahnt die Nato-Länder dringend Geld in die Hand zu nehmen für ihre eigene Verteidigung, denn die Verlässlichkeit Trumps sei so wackelig wie die Nato-Beistandsverpflichtung schwammig ist. Den Artikel 5 deutet Claudia Major als Leiterin der Forschungsgruppe Sicherheitspolitik der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) als wenig belastbar: In dem Vertrag sei nicht ausdrücklich festgeschrieben, dass unter der Beistandspflicht auch militärischer Beistand zu verstehen sei. Die vage Formulierung des Artikels beinhalte alles „vom Mitleidstelegramm bis zur Panzerdivision“, wie sie in der tagesschau sagte. Eine Verpflichtung, militärisch zu intervenieren, gebe es darin nicht.

Trump so engstirnig wie Obama: Kein Interesse für den Rest der Welt

„Der Rückzug der Vereinigten Staaten von all jenen Positionen, die wir halten, ist kein Pluspunkt – weder für unser Land, noch für die Sicherheit des Westens in seiner Gesamtheit“, sagte Bolton in einem Interview der Welt am Sonntag vor dem Wahlkampf 2020, in dem Trump seinem Konkurrenten Joe Biden unterlegen war. Damals hatte Trump den Abzug von fast 12.000 amerikanischen Truppen aus Deutschland befohlen. Der Abzug sei „ein Zeichen – und kein gutes – dafür, was uns bevorsteht, sollte Trump wiedergewählt werden“, äußerte Bolton damals. In vielerlei Hinsicht ähnele Trump mit seinem Schritt allerdings auch dessen Vorgänger Barack Obama. Dieser habe „sich auch nicht so sehr um den Rest der Welt gekümmert“, wie Bolton sagte. Europa erlebt somit ein Déjà-vu.

Wir Amerikaner werden auf der ganzen Welt ausgelacht, weil wir Jahr für Jahr 150 Milliarden Dollar verlieren, weil wir umsonst reiche Nationen verteidigen, Nationen, die ohne uns in etwa 15 Minuten vom Erdboden verschwunden wären. Unsere ,Verbündeten‘ machen Milliarden, indem sie uns verarschen.

Donald Trump im Playboy, 1. März 1990

Im Dezember 2023 verabschiedete der US-Kongress ein Gesetz, das den US-Präsidenten daran hindert, ohne die Zustimmung des Kongresses aus der Nato auszutreten – was der Rechtsaußen Bolton für Unfug hält. Das Gesetz sei seiner Meinung nach „ziemlich sicher verfassungswidrig“. Selbst für den Fall, dass er falsch liege und der Supreme Court nach seiner Anrufung anders entscheiden sollte, sieht er allein im Verfahren einen Frontalangriff auf die Strukturen der Nato: Der Schaden läge bereits in einem möglicherweise zwei bis drei Jahre dauernden Rechtsstreit, wenn Trump einen Austritt aus der Nato versuchen oder die amerikanischen Truppen aus Deutschland abziehen würde. „Es wäre ein Rezept für Chaos in der Nato, das leider dem Chaos nicht unähnlich wäre, das ich in vielen amerikanischen Institutionen erwarte, falls er wiedergewählt wird“, sagt Bolton der SZ.

Die offene Aggressivität der US-Republikaner gegenüber der Ukraine und ihren Bedürfnissen findet ihr Fundament in Trumps Einflüsterungen. Trump will neben der Nato auch den asiatischen Staaten den Rücken kehren – Taiwan stünde dann plötzlich ebenso allein da. Ihn interessieren Mittel- und Südamerika, beziehungsweise die damit verbundenen Einwanderungs-Probleme, und er will Russland und China ihre Interessen in ihren Sphären vertreten lassen, solange die USA davon unbehelligt bleiben. Trump plant, die USA zur Festung auszubauen, mit einem autoritären Machthaber wie ihn als Dynamo der Entwicklung und Prosperität seines Landes.

Trump-Doktrin: Fehlanzeige – was er vormittags meint, hat er nachmittags vergessen

John Bolton hält ihn für ausnahmslos impulsgesteuert: „Wissen Sie, es gibt bei politischen Kommentatoren in den USA und Europa immer dieses Bemühen, Trump zu verstehen oder sogar die Trump-Doktrin zu ergründen. Vergessen Sie es! Die Zeit können Sie sich sparen. Es gibt keine Trump-Doktrin. Wenn Sie morgens mit ihm sprechen, kann er am Nachmittag schon wieder seine Meinung geändert haben. Je nachdem, woher der Wind gerade weht. Was ihn interessiert, ist seine Wiederwahl im November 2024.“

Die Wissenschaft sieht das differenzierter – sie hält Donald Trump für den Archetyp der gesamten amerikanischen Seele; einen Helden, der weniger mit dem Peacemaker auftrumpft, sondern mit seiner schussbereiten Rhetorik. Trump steht für eine seit langem bestehende Sehnsucht nach Autoritarismus in den USA, die nur unterdrückt wurde, aber nicht verschwand, schreibt Jacob Heilbrunn vom amerikanischen Magazin The National Interest: Trumps greifbarer Drang, ein Autokrat zu werden, und seine Verehrung für ausländische Tyrannen stellen die amerikanischen Ideale, die amerikanische Unabhängigkeit und die Menschen in den USA an die letzte und nicht an die erste Stelle. Damit spiegelt er den russischen Autokraten Wladimir Putin.

Trump will ein Investment in die Rüstung wie zu Reagans Zeiten: bis zu sechs Prozent

„Mir fehlt das Vertrauen, dass Europa genug Geld investiert. Wir streiten jetzt über einen Zielwert für die Verteidigungsausgaben von zwei Prozent der Wirtschaftsleistung. Angesichts der weltweiten Bedrohungslage werden die USA aber sehr bald wieder so viel für die Sicherheit ausgeben müssen wie zu Ronald Reagans Zeiten, also fünf bis sechs Prozent statt derzeit rund 3,5 Prozent. Ich warne die Europäer schon mal, dass sie nachziehen müssen auf etwa vier Prozent“, sagte Bolton im Gespräch mit der SZ weiter.

Nach Verlautbarungen von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg werden die europäischen Nato-Mitglieder in diesem Jahr zusammen 380 Milliarden Dollar für Rüstung ausgeben; ihm zufolge sei das eine Rekordsumme. Die Ausgaben der europäischen Verbündeten und Kanadas seien angesichts des Ukraine-Krieges im Jahr 2023 ohnehin um elf Prozent gestiegen. Laut Stoltenberg sei das beispiellos. Im Jahr 2022 hatten die Militärausgaben aller Nato-Mitglieder 1,175 Billionen Dollar betragen. 822 Milliarden davon wurden nach seinen Angaben von den USA investiert.

Trump die Verkörperung des amerikanischen Isolationsmus und Europas Schreckgespenst

Putins Ziel ist ohnehin eine Spaltung des Verhältnisses zwischen dem liberalen Westeuropa und einem rechtskonservativen Nordamerika, wie er jüngst in seiner alljährlichen Rede an die Nation wiederholt hat: „Russland ist bereit zum Dialog mit den USA zu den Fragen der strategischen Stabilität. Aber ich möchte hervorheben, in diesem Fall haben wir es zu tun mit einem Staat, dessen Regierungskreises offenkundig gegen uns feindselige Handlungen unternehmen“, sagte der russische Autokrat. „Er sieht sich in einem Systemkampf mit den USA“, sagt die Osteuropa-Journalistin Gesine Dornblüth auf phönix.

Weg frei für Trump: Haley steigt aus US-Vorwahlkampf aus

Donald Trump will wieder US-Präsident werden
Nun ist es raus: Donald Trump will 2024 erneut als US-Präsident antreten. Dann wird der Milliardär aus New York 78 Jahre alt sein. Trump hatte das Amt 2017 bis 2021 inne, verlor 2020 aber die Wahl und musste auf eine zweite Amtszeit verzichten. Die soll nun im dritten Anlauf gelingen. Trump wäre erst der zweite Präsident in der Geschichte der USA, dem ein solches Comeback gelingen würde. © Andrew Harnik/dpa
Nikki Haley tritt als US-Botschafterin bei der UN zurück und 2024 vielleicht noch einmal an
Nikki Haley war Trumps letzte verbliebene Rivalin. Doch am Ende zog auch sie sich aus dem parteiinternen Rennen um die US-Präsidentschaft zurück. Nach ihrer Serie von Niederlagen am Super Tuesday verkündete Haley ihren Ausstieg. Die ehemalige Gouverneurin des Bundesstaates South Carolinas wechselt ihre Haltung zu Donald Trump wie andere Leute die Kleidung. Als Botschafterin Trumps bei den Vereinten Nationen war sie enge Vertraute des Ex-Präsidenten, nach dem Sturm aufs Kapitol distanzierte sie sich. Dann sagte sie, sie werde nicht kandidieren, sollte Trump erneut antreten. Haley gilt als Establishment-Republikanerin, die für möglichst geringe Sozialausgaben, niedrige Steuern und eine aggressive Außenpolitik steht. © Evan Vuccid/dpa
Floridas Gouverneur Ron de Santis spricht nach dem Sieg bei den Midterms zu seiner Anhängerschaft
Als härtester Konkurrent für die Nominierung bei den Republikanern für die US-Wahl 2024 galt lange Ron DeSantis. Der Gouverneur Floridas feierte bei den Midterms einen klaren Sieg und wurde von der Wählerschaft im Amt bestätigt. Er galt als der Hoffnungsträger in der Partei. Das Rennen um die Präsidentschaftsnominierung hat er aber inzwischen aufgegeben. DeSantis hatte sich in der Vergangenheit als Trump-Fan inszeniert, geht mittlerweile aber auf Distanz zum Ex-Präsidenten. Hier zu sehen ist der Politiker mit seiner Frau Casey DeSantis und den drei gemeinsamen Kindern. © IMAGO/Luis Santana
Der erfahrene Politiker Asa Hutchinson tritt als Anti-Trump-Kandidat an
Er war bereits Staatsanwalt, Abgeordneter im Repräsentantenhaus, Behördenleiter der Anti-Drogenbehörde DEA und Gouverneur des Bundesstaates Arkansas. Jetzt wollte Asa Hutchinson 2024 republikanischer Präsidentschaftskandidat werden, doch nach der Vorwahl in Iowa zog er seine Kandidatur zurück. Hutchinson trat als Alternative zu Donald Trump an, denn seines Erachtens sollte dieser „nicht der nächste Anführer unseres Landes sein“. Hutchinson forderte Trump auf, seine Kandidatur aufgrund der Anklage gegen ihn in New York zurückzuziehen – eine Sicht, die die republikanische Wählerschaft nicht teilt. © SCOTT OLSON / AFP
Vivek Ramaswamy, Trump-Fan mit Anti-Woke-Agenda
Vivek Ramaswamy hatte Großes vor. Der 38-jährige, rechtslibertäre Tech-Unternehmer mit indischen Wurzeln wollte US-Präsident werden. Nach seinem enttäuschenden Abschneiden bei der Vorwahl in Iowa warf er aber das Handtuch und empfahl, Trump zu Wählen. Der Trump-Fan sieht die USA in einer „nationalen Identitätskrise“ und fordert eine „nationale Wiederbelebung“. Dazu will er z.B. das FBI und das Bildungsministerium abschaffen. Er wolle Trumps „America-First-Aganda auf die nächste Stufe bringen“.  © Anna Moneymaker / AFP
US-Wahl 2024: Ehemaliger Trump-Vertrauter Christie will ins Weiße Haus
Chris Christie hatte auch noch einmal Ambitionen auf das Weiße Haus angemeldet. Der frühere Gouverneur des US-Bundesstaats New Jersey war einst ein enger Vertrauter von Donald Trump, hat sich aber mittlerweile von ihm losgesagt und kritisiert ihn sogar öffentlich. So bezeichnete er den früheren Präsidenten wegen dessen Haltung zum Ukraine-Krieg als „Feigling“ und „Marionette“ des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Christie wollte 2016 schon einmal Präsidentschaftskandidat seiner Partei werden, zog nach schlechten Ergebnissen bei den Vorwahlen aber zurück. Diesmal gab er bereits vor den Vorwahlen der Republikaner auf. © Charles Krupa/dpa
Zu den krassen Außenseitern zählt auch Douglas James „Doug“ Burgum, der hier im Juli 2023 bei einer Veranstaltung in Iowa um Stimmen wirbt.
Zu den krassen Außenseitern zählte von Beginn an Douglas James „Doug“ Burgum, der hier im Juli 2023 bei einer Veranstaltung in Iowa um Stimmen wirbt. Der Republikaner, der am 4. Dezember aus dem Rennen ausstieg, ist seit dem 15. Dezember 2016 Gouverneur von North Dakota. Vor seiner politischen Karriere war er Softwareunternehmer, Microsoft-Manager und Risikokapitalgeber. Im April unterzeichnete Burgum ein Gesetz, das Abtreibungen in der sechsten Schwangerschaftswoche verbietet. Zudem hat er zahlreiche Gesetze unterzeichnet, die die Rechte von trans Menschen einschränken. © SCOTT OLSON/afp
Senator Tim Scott aus dem Bundesstaat South Carolina begreift seinen Aufstieg aus armen Verhältnissen als Verkörperung des amerikanischen Traumes. In einem im April veröffentlichten Video spricht er sich gegen eine Politik der Spaltung aus und fordert mehr Optimismus. Scott betont darin auch seine Religiosität und seinen Wunsch, die konservativen Werte Amerikas zu verteidigen. Als Beispiele nennt er etwa den Schutz der Grenzen und der Kampf gegen Abtreibung.
Tim Scott (blaues Hemd) hat sich aus dem Rennen um die Kandidatur verabschiedet. Am 12. November zog der Senator aus South Carolina seine Kandidatur zurück. In einem im April veröffentlichten Video sprach er sich gegen eine Politik der Spaltung aus und forderte mehr Optimismus. Scott betonte darin auch seine Religiosität und seinen Wunsch, die konservativen Werte Amerikas zu verteidigen. Als Beispiele nannte er etwa den Schutz der Grenzen und der Kampf gegen Abtreibung. Seinen Aufstieg aus armen Verhältnissen begreift Scott als Verkörperung des amerikanischen Traumes.  © ALLISON JOYCE
Mike Pence könnte 2024 bei der US-Wahl für das Amt des Präsidenten kandidieren.
Ausgestiegen ist auch Trumps ehemaliger Vizepräsident. „Dies ist nicht meine Zeit“, sagte Mike Pence am 28. Oktober 2023. Pence war in Umfragen weit abgeschlagen und hatte Medienberichten zufolge Probleme bei der Beschaffung von Geldern für seine Kampagne. „Wir wussten immer, dass dies ein harter Kampf sein würde, aber ich bereue nichts“, erklärte Pence. Mit kritischen Kommentaren nach den Midterms hatte sich der ultrakonservative Pence für einen möglichen Machtkampf innerhalb der Republikanischen Partei in Stellung gebracht. © IMAGO/Aimee Dilger
Larry Elder ist 2024 der erste schwarze Präsidentschaftskandidat bei den Republikanern
Am 26. Oktober zog sich Larry Elder zurück. Schon bei seinem ersten Versuch als Politiker war er gescheitert: 2021 versuchte der rechte Radiomoderator und Rechtsanwalt erfolglos, Kaliforniens demokratischen Gouverneur Gavin Newsom abzulösen. Elder vertritt rechtsradikale Ansichten, wie ein Abtreibungsverbot, glaubt, dass an Grenzen „Mauern funktionieren“, Antirassismus sowie Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion hingegen nicht. © SCOTT OLSON / AFP
Perry Johnson ist im Grunde der republikanische Antipolitiker im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur.
Am 20. Oktober zog sich auch Perry Johnson aus dem Wahlkampf zurück. Er war im Grunde der republikanische Antipolitiker im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur. Aufgefallen war der Unternehmer zuvor nur im Jahr 2022, als er für das Amt des Gouverneurs in Michigan kandidieren wollte. Wegen unsauberer Machenschaften wurde er allerdings von den republikanischen Vorwahlen vorzeitig ausgeschlossen. Johnson positionierte sich im Wahlkampf gegen Abtreibungen. Zudem kritisierte er die Höhe der Hilfsgelder, die die USA der Ukraine zur Verfügung stellen. Zugleich stellte Johnson aber klar, dass er Wladimir Putin nicht vertraue. © SCOTT OLSON/afp
Weitere Kandidaten im Kampf um die Bewerbung sind bisher Ryan Binkley, Will Hurd, Corey Stapleton und Francis Suarez.
Weitere Kandidaten im Kampf um die Bewerbung waren auch Will Hurd, Corey Stapleton und Francis Suarez. Auch sie haben ihre Kandidatur bereits wieder zurückgezogen. Im Rennen sind dagegen noch Ryan Binkley, John Anthony Castro und E. W. Jackson. Chancen auf eine Nominierung dürften sie allerdings kaum haben. Großer Favorit bleibt allen Anklagen und Prozessen zum Trotz weiter der frühere Präsident Donald Trump. Die Republikaner haben auf jeden Fall die Qual der Wahl. © ALLISON JOYCE/afp

„Selbst wenn Trump nicht gewählt würde, bliebe die Möglichkeit eines zukünftigen Isolationisten im Weißen Haus ein Damoklesschwert über der europäischen Sicherheit“, kommentiert der Deutschlandfunk. „Wir müssen mehr investieren, wir müssen besser investieren und wir müssen europäisch investieren“, hat jüngst die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gefordert. Für Trumps ehemaligen Sicherheitsberater John Bolton hängt der Erfolg Trumps und damit die Zukunft der Nato vor allem an der wirtschaftlichen Prosperität, die zu diffizilen politischen Konflikten führt – in Europa genauso wie in den USA. Bolton: „Präsident Joe Biden steckt in einer sehr schwierigen Kampagne um seine Wiederwahl. Wegen seiner Nahostpolitik verliert er Stimmen. Er ist geschwächt, weil er zwei Kriege führt, die die wirtschaftliche Erholung beeinträchtigen. Diese Faktoren führen dazu, dass er in einem schwierigen politischen Umfeld noch vorsichtiger wird.“

Für Trump ein fruchtbares Feld, um Seelen zu fangen, wie Jacob Heilbrunn betont: Donald Trumps Äußerung, er werde Russland ermutigen, mit der Nato zu machen, „was auch immer es wolle“, sei keine Drohung; das sei ein Versprechen an seine Wähler.

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