Missbrauchsnetzwerk

Epstein hatte laut Bruder wohl heikle Infos über Trump und Clinton

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  • Kilian Beck
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Auch Donald Trumps Name steht in den freigegebenen Gerichtsakten aus dem Epstein-Fall. Sein Sprecher hat sich zu der Veröffentlichung geäußert.

Update vom 4. Januar. 15.40 Uhr: Der verstorbene Jeffrey Epstein soll nach eigenen Angaben belastende Informationen über beide Kandidaten der US-Präsidentschaftswahl 2016 verfügt haben. Das habe Epstein im Vorlauf der Wahl seinem Bruder offenbart. „Hier ist ein direktes Zitat: ‚Wenn ich sagen würde, was ich über beide Kandidaten weiß, müssten sie die Wahl absagen.‘ Das hat mir Jeffrey 2016 gesagt“, sagte Mark Epstein am Mittwoch (3. Januar) laut der New York Post. Sein Bruder habe ihm jedoch nicht offenbart, über welche Informationen er genau verfügt hatte, sagte Mark Epstein weiter.

Trump gewann die Präsidentschaftswahl 2016 gegen die Demokratin Hillary Clinton. Deren Ehemann, der ehemalige US-Präsident Bill Clinton, gilt seit den 1990ern als Freund von Jeffrey Epstein, behauptete später jedoch, nichts von dessen Machenschaften gewusst zu haben. Bill Clintons Name taucht ebenso wie der von Donald Trump in jetzt veröffentlichten Dokumenten des Epstein-Falls auf.

Donald Trumps Skandale, Fehltritte und Eklats in der Übersicht

Donald Trump als Moderator von The Apprentice, einer Reality-TV-Serie in den USA
Seit über 40 Jahren ist Provokation seine Spezialität: Donald Trump erregte die Gemüter, lange bevor er sich entschied, eine politische Karriere anzustreben. Ob als eiskalter Immobilienmakler in seiner Heimatstadt New York City oder wie hier als skrupelloser Chef in seiner eigenen Reality-TV-Serie „The Apprentice“ - Trump sorgte immer für Schlagzeilen. Ein Blick zurück erinnert an die größten Momente, die schließlich im Wahlsieg 2016 und dem Einzug ins Weiße Haus mündeten. © Imago
Donald Trump und Ivana Trump in den späten 1980er Jahren.
Dabei hatte alles so harmonisch begonnen. Donald Trump, reicher Erbe, Liebling der Klatschspalten und ab 1986 auch noch als Retter der New Yorker Eislaufbahn bekannt geworden, heiratete 1977 Ivana Trump. Das ehemalige Model schenkte Donald seine ersten drei Kinder: Donald Jr., Ivanka und Eric. Doch die Ehe sollte das glamouröse Leben der Trumps nicht überstehen und im Jahr 1990 ein Ende in Scheidung finden. © imago stock&people
Donald Trump und Marla Maples bei ihrer Hochzeit im Dezember 1993
Donald Trump ehelichte daraufhin die Frau, mit der er laut der Regenbogenpresse ohnehin schon seit längerem eine Affäre hatte: Marla Maples. Die damals 30 Jahre alte Schauspielerin gab Trump am 20. Dezember 1993 in New York das Ja-Wort. Kurz zuvor war Tiffany Trump, die gemeinsame Tochter der beiden, zur Welt gekommen. Die Ehe hielt respektable sechs Jahre. Marla Maples hätte über diese Zeit gerne ein Buch geschrieben. Das aber verhinderten laut Vanity Fair die Anwälte ihrer Stiefkinder Ivanka Trump und Donald Junior. © imago
Donald Trump und Melania Trump gemeinsam in New York
Es folgte Ehe Nummer Drei für Donald Trump, diesmal mit Melania Knauss. Das Topmodel aus Slowenien wurde als Kampagnengesicht der Zigarettenmarke Camel 1998 in den USA berühmt. Ihren späteren Ehemann lernte Melania im selben Jahr kennen. Im Jahr 2002 heiratete sie den 24 Jahre älteren Donald Trump. 2006 kam der gemeinsame Sohn des Glamour-Paares auf die Welt: Barron Trump. © Imago
Im Jahr 2016 kam Donald Trump wie hier die goldene Rolltreppe seines Hochhauses in New York herab
Im Jahr 2016 kam Donald Trump wie hier die goldene Rolltreppe seines Hochhauses in New York herab und erklärte seine Kandidatur für die US-Wahl 2016. Kaum jemand nahm die politischen Ambitionen des Fernsehstars zu diesem Zeitpunkt ernst. © Andrea Hanks/imago
Donald Trump gegen Parteigrößen wie Jeb Bush
In den Vorwahlen der Republikaner trat Donald Trump gegen Parteigrößen wie Jeb Bush (im Bild) an. Bei den TV-Debatten der Kandidaten machte er erstmals auf sich aufmerksam – indem er die alteingesessenen Politiker derbe attackierte. Trump sicherte sich so die Nominierung der Partei für die US-Wahl 2016. © imago
Donald Trump und Hillary Clinton beim Wahlkampf 2016
Dort traf Donald Trump auf Hillary Clinton. Die Kandidatin der Demokraten galt als Favoritin - vor allem, nachdem ein Tonband aufgetaucht war, in dem Trump damit angab, Frauen ungestraft sexuell belästigen zu können. Doch es geschah, was kaum jemand für möglich hielt: Trump setzte sich durch und wurde zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt. © imago
Barack Obama empfängt nach dessen Amtseinführung seinen Nachfolger Donald Trump im Weißen Haus in Washington DC, USA
Barack Obama hatte sich bei der Wahl für Hillary Clinton, seine langjährige Außenministerin, eingesetzt und vor Trump gewarnt. Genutzt hatte es nichts. Wie üblich besuchte Obama zunächst die feierliche Amtseinführung und empfing anschließend seinen Nachfolger im Weißen Haus – eine Ehre, die Trump vier Jahre später Joe Biden verweigern sollte. © imago
Donald Trump und Emmanuel Macron schütteln Hände
Kaum in Amt und Würden, schlidderte Donald Trump von einer Peinlichkeit zum nächsten Affront. Mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron lieferte sich Trump auf Staatsbesuch in Frankreich einen Wettbewerb im Händedrücken, den am Ende Macron gewann. Das zumindest ließen die deutlichen Spuren vermuten, die die Finger des Franzosen auf der Hand des US-Präsidenten hinterlassen hatten. © Peter Dejone/dpa
US-Präsident Donald Trump auf Staatsbesuch in Schanghai, China.
Doch Donald Trump polarisiert nicht nur mit seinen Taten, auch Spekulationen rund um sein Aussehen sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Warum ist seine Haut orange, was schmiert er sich ins Gesicht, kann sich ein Milliardär kein besseres Toupet leisten? Das verweigert nämlich regelmäßig, ordentlich auf dem Kopf liegen zu blieben – wie hier zum Beispiel auf dem Flughafen in Schanghai zu sehen. © Jim Watson/imago
Angela Merkel, Emannuel Macron, Shinzo Abe und Donald Trump auf dem G7-Gipfel in Kanada
Vor allem die Verbündeten brachte Donald Trump mit seinem Wankelmut auf die Palme. Die schwierige Beziehung zwischen den USA unter seiner Regentschaft und dem Rest der westlichen Welt wird durch dieses Foto zusammengefasst, das auf dem G7-Gipfel in Kanada im Jahr 2018 entstand. Angela Merkel, damals noch Bundeskanzlerin, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Japans Premierminister Shinzo Abe reden auf Trump ein. Der sitzt da, mit trotzigem Gesichtsausdruck und verschränkten Armen. Vor allem Merkel ist die Frustration über einen derartigen Verhandlungspartner deutlich anzusehen. © Jesco Denzel/dpa
US-Präsident Donald Trump und Erotikdarstellerin Stormy Daniels
Wer glaubte, dass Donald Trump als Präsident zumindest nur noch politische Skandale produziert, wurde bald eines Besseren belehrt. Erotikdarstellerin Stormy Daniels machte ihre Affäre mit dem US-Präsidenten öffentlich. Beide trafen sich, während Trump schon mit Melania verheiratet war. Pikant: Melania war wohl damals gerade mit dem gemeinsamen Kind schwanger. Trump befahl seinem damaligen Anwalt Michael Cohen, Stormy Daniels Schweigegeld zu zahlen, damit alles geheim bleibe. Doch weil das Geld angeblich nie bei ihr ankam, schrieb Daniels ein Buch. Nun wissen wir alle, ob wir wollen oder nicht, wie Trumps Penis aussieht. © Mandel Ngan/afp
Donald Trumps legendärer Tweet mit Covfefe in einer Kunstausstellung in New York
Doch weder mit Bettgeschichten noch mit politischen Skandalen erzeugte Donald Trump derart viel Aufmerksamkeit wie mit seinem Twitter-Kanal. Als @realdonaldtrump twitterte Donald, bis sich die Balken bogen: mitten in der Nacht, voll Rechtschreibfehler und am liebsten in Großbuchstaben. Legendär ist sein „Covfefe“-Tweet vom 31. Mai 2017 (im Bild). Zeitweise folgten ihm fast 89 Millionen Accounts. Doch im Januar 2021 war auf einmal Schluss. Im Zuge der Attacke auf das Kapitol sperrte Twitter den Account des damals noch amtierenden US-Präsidenten. Grund: Er habe den Mob zur Gewalt ermutigt. © Christina Horsten/dpa
Neonazis marschieren durch Charlottesville (USA)
In welche Richtung Donald Trump innenpolitisch steuerte, wurde spätestens 2017 klar. Eine Horde Neonazis marschierte damals mit Fackeln durch die Stadt Charlottesville. Uniformierte Männer brüllten im Chor: „Juden werden uns nicht ersetzen.“ Ein Mann raste mit seinem Auto in eine Gruppe Gegendemonstranten, eine 30 Jahre alte Frau starb infolgedessen. Die ganzen USA waren schockiert. Doch das Staatsoberhaupt weigerte sich, den Neonazi-Aufmarsch zu verurteilen. Stattdessen sprach Donald Trump von „sehr guten Leuten auf beiden Seiten“. © Zach D Roberts/imago
Donald Trump besucht Puerto Rico
Als der Hurrikan „Florence“ im September 2018 die Insel Puerto Rico verwüstete, interessierte das Donald Trump zunächst wenig. Nach politischem Druck schickte er jedoch Hilfe und reiste sogar selbst auf die Insel, die zu den USA gehört, aber kein offizieller Bundesstaat ist. Dort angekommen bewarf Trump die Menschen mit Klopapierrollen. Die Tragweite der Katastrophe schien ihm zu keinem Zeitpunkt bewusst. Star-Koch José Andrés, selbst aus Puerto Rico und bei besagter Situation anwesend, sagte einige Zeit später zur Washington Post: „Es war ein Beweis für seine Unfähigkeit zur Empathie.“ © Evan Vucci/dpa
Donald Trump und das Sharpie Gate
Was nicht passt, wird manipuliert. Kein Moment charakterisiert dieses Credo von Donald Trump so eindrücklich wie das „Sharpie-Gate“. Als der Hurrikan Dorian die USA bedrohte, twitterte Trump, man müsse sich in den Bundesstaaten Florida, Georgia und Alabama in Acht nehmen. Das Problem: laut der offiziellen Karte des nationalen Wetterdienstes war Alabama nicht betroffen. Statt zuzugeben, dass er sich geirrt hatte, schmierte Trump mit einem Sharpie-Filzstift (das amerikanische Pendant zum Edding) einfach auf der Karte rum, erweiterte so das Gefahrengebiet und schwupps: schon war auch Alabama betroffen - zumindest in der Welt von Donald Trump, in der Fakten beliebig austauschbar sind. © JIM WATSON/afp
Trump-Anhänger stürmern das Kapitol in Washington DC
Wie sie begann, so endete Donald Trumps Zeit als Präsident: mit einem Skandal. Wochenlang schürte Trump mit seinen Behauptungen vom Wahlbetrug („The Big Lie“) die Aggressionen seiner Anhänger. Am 6. Januar 2021, der Tag, an dem Joe Biden offiziell zum Präsidenten ernannt werden sollte, entlud sich die Wut. Nachdem Trump seine Anhänger aufforderte, zum Kapitol zu marschieren, eskaliert dort die Situation. Der Mob überwindet die Absperrungen der völlig überforderten und unterbesetzten Polizei und dringt in das Parlamentsgebäude ein. Fünf Menschen sterben infolge des Aufruhrs. Für Donald Trump ändert das kaum etwas. Bis heute hat er seine Niederlage öffentlich nicht eingestanden. © Lev Radin/imago
2024, als die Kolumnistin und Autorin E. Jean Carroll (Mitte) ein Prozess gegen den Ex-Präsidenten wegen sexuellem Missbrauch und Verleumdung gewann.
Bis heute hat Donald Trump seine Niederlage bei der US-Wahl nicht 2020 eingestanden. Skandale produzierte er aber auch nach seiner Amtszeit weiter. So im Jahr 2024, als die Kolumnistin und Autorin E. Jean Carroll (Mitte) einen Prozess gegen den Ex-Präsidenten wegen sexuellem Missbrauch und Verleumdung gewann. Ein New Yorker Gericht sprach Caroll Schadensersatz in Höhe von 84 Millionen Dollar zu.  © IMAGO/Mary Crane
Donald Trump, hier mit seiner Anwältin Alina Habba
Noch heftiger fiel das Urteil in einem anderen Prozess gegen Donald Trump, hier mit seiner Anwältin Alina Habba aus. Ebenfalls in New York wurde der Ex-Präsident wegen Verschleierung von Schweigegeldzahlungen an die Erotikdarstellerin Stormy Daniels schuldig gesprochen - in insgesamt 34 Fällen.  © imago
Bis heute hat Donald Trump seine Niederlage bei der US-Wahl 2020 nicht eingestanden.
Trotz aller Skandale tritt Donald Trump auch 2024 erneut zur US-Wahl an. Seine Kandidatur verkündete er in seinem neuen Wohnsitz, dem Luxus-Ressort Mar-a-Lago. © IMAGO/C-Span
Donald Trump und Kamala Harris
Nach dem Rückzug der Kandidatur Joe Bidens hatte Donald Trump im Wahlkampf für die US-Wahl 2024 eine neue Gegnerin: Vizepräsidentin Kamala Harris. Im ersten und einzigen TV-Duell produzierte Trump dann auch den nächsten Eklat. „Sie essen Katzen und Hunde“, sagte der Kandidat der Republikaner über Einwanderer aus Haiti, die sich im Bundesstaat Ohio angeblich über Haustiere der US-Bürgerinnen und Bürger hermachen würden. © SAUL LOEB/AFP
Donald Trump gewann die US-Wahl 2024
Donald Trump gewann die US-Wahl 2024 und zog mit seinem neuen Vizepräsident JD Vance ins Weiße Haus ein. Am Tag der Amtseinführung unterzeichnete Trump in der Mehrzweckhalle Capital One Arena in Washington DC unter dem Applaus seiner Anhängerschaft dutzende präsidentielle Dekrete. © JIM WATSON/AFP
Per Dekret benannte der neue US-Präsident den Golf von Mexiko in Golf von Amerika um
Kaum angekommen im Oval Office sorgte Donald Trump für den nächsten Eklat. Per Dekret benannte der neue US-Präsident den Golf von Mexiko in Golf von Amerika um. Weil die Nachrichtenagentur AP diese Umbenennung nicht mitmachen wollte, verbannte die Trump-Administration ihre Vertreterinnen und Vertreter von den Pressekonferenzen des Weißen Hauses. © imago
Donald Trump beim Interview im Oval Office
Ebenfalls im Oval Office kam es zu einem weiteren Eklat, an dem Donald Trump maßgeblich beteiligt war. Während eines Fernsehinterviews behauptete der US-Präsident, man habe die Tättowierung „MS13“ auf den Knöcheln eines abgeschobenen Südamerikaners gefunden, was wiederum dessen Mitgliedschaft in der gleichnamigen Kriminellen-Gang beweisen würde. Mehrfach wies der Reporter Trump daraufhin, dass es sich bei seinem angeblichen Beweisfoto um eine mit Photoshop bearbeitete Aufnahme handle. Trump wiederum ließ sich davon aber nicht stören. © IMAGO/White House
Trump auf der Beerdigung des Papstes in Rom
Doch nicht nur in Washington DC sorgte Donald Trump nach Amtsübernahme für Eklats und Kopfschütteln. Das gelang dem neuen Präsidenten auch in Rom. Bei der Beerdigung von Papst Franziskus im Vatikan brach Trump mit seiner Anzugfarbe das Protokoll. Statt in Schwarz erschien der US-Präsident in Begleitung von First Lady Melania Trump in blauem Anzug. © ISABELLA BONOTTO/AFP

„Vollkommen widerlegt“ – Trump-Sprecher äußert sich nach Epstein-Veröffentlichung

Update vom 4. Januar, 14.50 Uhr: Auch der Name Donald Trumps steht in den gestern veröffentlichten Gerichtsakten im Fall Epstein. Der frühere US-Präsident hat nun über seinen Sprecher erstmals Stellung zu der Veröffentlichung bezogen. Jegliche Vorwürfe bezüglich der Beziehung zwischen Trump und Jeffrey Epstein seien „vollkommen widerlegt“ worden, sagte sein Sprecher Steven Cheung. Das berichtete das Portal Newsweek.

Das Auftauchen von Trumps Namen in den Dokumenten lässt keine Schlüsse darauf zu, ob Trump an den Machenschaften von Epstein beteiligt gewesen war.

Demonstrierende präsentiere Bilder von Jeffrey Epstein und Donald Trump vor einem Gericht in New York City (Archivbild).

Trumps Name taucht in Epstein-Akten auf – radikale Rechte vor „Nervenzusammenbruch“

Update vom 4. Januar, 10.30 Uhr: Die radikale Rechte in den USA „bekommt einen Nervenzusammenbruch“, wegen der Veröffentlichung von Donald Trumps Namen in den Gerichtsakten des Epstein-Falles, titelte das linke US-Magazin The New Republic am Mittwoch (3. Januar). Der rechtsextreme Verschwörungsideologe Alex Jones, drohte gar, „sollte es herauskommen, dass Trump jemals auf Epsteins Insel war“, würde er „jegliche Unterstützung“ für den Ex-Präsidenten beenden. Im selben Atemzug behauptete der Rechtsextreme, dass Trump damit wahrscheinlich nichts zu tun habe, da er stets „von einer Frau auf einmal besessen“, sei.

Tatsächlich gibt es bisher keinerlei Belege für eine Beteiligung Trumps am Missbrauchsnetzwerk von Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell in den veröffentlichten Akten. Gegen Jones Rechtfertigungsversuch steht die Anklage wegen der Schweigegeldzahlung an Porno-Star Stormy Daniels, mit der er eine Affäre gehabt haben soll. Bereits am Dienstag (2. Januar) vor der Veröffentlichung der Akte, versuchte Trumps Sohn Donald Trump Jr. von seinem Vater abzulenken: Ex-Präsident Bill Clinton sei nur die Spitze des Eisbergs und „die Regierung vertuscht“ andere Namen, behauptete er. Ein unabhängiges Gericht war zuvor stets zu der Einschätzung gekommen, dass die Persönlichkeitsrechte der Menschen in den Akten geschützt werden müssten. Unter ihnen sind auch Opfer des Missbrauchsnetzwerks.

Donald Trumps Name taucht auf Liste im Fall Jeffrey Epstein auf

Erstmeldung vom 4. Januar, 9.40 Uhr: New York – Auch sein Name ist dabei: Ex-US-Präsident Donald Trump steht auf der Liste der bisher anonym behandelten Personen im Prozess gegen den verurteilten und im Gefängnis verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein und seine Komplizin und Partnerin Ghislaine Maxwell. Am Mittwoch (3. Januar) gab das Bundesgericht in Manhattan (New York) die Akten frei. Es folgte damit einem Antrag von Victoria Giuffre, eines der Opfer von Epsteins Missbrauchsnetzwerk. Sie hatte auf Freigabe der bisher anonym behandelten Daten geklagt. Trumps Nennung in dem Schriftsatz ist nicht gleichbedeutend mit einer etwaigen Beteiligung an Epsteins Missbrauchsnetzwerk oder einer anderen Straftat.

Dokumente bestätigen bekannten Kontakt zwischen Trump und Epstein – bisher keine Hinweise auf Übergriff durch Ex-Präsidenten

Unter den freigegebenen Dokumenten ist laut dem Nachrichtenportal Newsweek die Aussage Johanna Sojbergs. Gefragt nach ihrer ersten Reise mit Epstein antwortete sie, dass sie wegen eines Sturms in New York City in der Glücksspielmetropole Atlantic City in New Jersey zwischengelandet seien. Bis 2009 besaß Donald Trump dort Casinos, schrieb die Nachrichtenagentur Bloomberg damals. Bei der Zwischenlandung habe Epstein gesagt, „toll, wir werden Trump anrufen und ins Casino gehen“. Zudem sollen die Behörden Sojberg gefragt haben, ob Epstein sie jemals dazu genötigt habe, Trump zu massieren. Das verneinte sie zweimal. Sojberg ist eine der Frauen, die im Kontext der Prozesse gegen Epstein und Maxwell schwere Vorwürfe der sexuellen Übergriffigkeit gegen den britischen Prinzen Andrew erhoben hatten.

Auf dem Foto ist die damals minderjährige Virgina Giuffre mit Prinz Andrew und Ghislaine Maxwell zu sehen.

Um die Jahrtausendwende schwärmte Trump für Epstein

In Trumps Biografie gibt es einige Verbindungen zu Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell. Dem Portal Independent sagte Trump, er habe Maxwell mehrmals getroffen, aber er sei „kein Fan“ von Epstein gewesen. 2002 soll er dem New York Magazine gesagt haben, es sei „ein großer Spaß“ sich mit Epstein zu treffen. Epstein möge schöne Frauen so gerne, wie er und „viele von ihnen“ seien „deutlich jünger“. Es bestehe „kein Zweifel“, dass Epstein, sein „soziales Leben genießt“, soll Trump gesagt haben. Bereits Ende der 1990er-Jahre gab es erste Missbrauchsvorwürfe gegen Epstein und Maxwell. Trump-Biografin und New-York-Times-Reporterin Maggie Haberman schrieb in ihrer Trump-Biografie „Confidence Man“ , Trump sei im Wahlkampf 2020 besorgt darüber gewesen, was Ghislaine Maxwell über ihn zu erzählen habe.

Die veröffentlichten Dokumente sollen laut Newsweek nur die erste Runde von mehreren sein. Gerichtsverfahren laufen einige gegen Donald Trump. Manche von ihnen könnten Auswirkungen auf den Wahlkampf für die US-Wahl 2024 haben, bei der Trump erneut für die Republikaner antreten möchte. Das gilt nun wohl auch für den Fall Epstein. (kb)

Rubriklistenbild: © JOHN ANGELILLO/imago-images

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