Vance vereitelt Putin-Pläne im Ukraine-Krieg – und ist zu harter Maßnahme bereit
VonNadja Orth
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US-Vizepräsident J. D. Vance kritisiert erneut Russlands hohe Forderungen im Ukraine-Konflikt. Er verrät, wie es mit den Friedensgesprächen weitergeht.
Washington D. C. - Die Friedensverhandlungen im Ukraine-Krieg gleichen einer traurigen Achterbahnfahrt. Am Anfang war der Schock im Westen groß, als Trump und seine Regierung plötzlich eine politische Kehrtwende einschlugen und mit Putin sympathisierten. Vorübergehend wurde sogar die Ukraine für das Andauern des Kriegs verantwortlich gemacht. Jetzt wiederum bemüht man sich im Weißen Haus offenbar um „faire“ Verhandlungsgrundlagen zwischen den beiden Kriegsparteien. Und stellt frustriert fest: Moskau verlangt einfach zu viel.
Auf das Problem wurde auch US-Vizepräsident J. D. Vance in einem Interview am Donnerstag angesprochen. In dem Gespräch mit Martha MacCallum von Fox News kritisierte er Russland und machte deutlich, dass die Ansprüche des Kremls derzeit nicht zielführend sind. „Russland kann nicht erwarten, dass man ihm ein Gebiet gibt, das es noch nicht einmal erobert hat“, sagte Vance und fügte hinzu: „Das ist eines der Dinge, die sie in dem ursprünglichen Friedensplan festgehalten haben.“
Ukraine-Krieg: US-Vize J. D. Vance schließt einen Abbruch der Friedensverhandlungen nicht aus
Bereits am Vortag hatte der US-Vize bei einer Veranstaltung der Münchner Sicherheitskonferenz in Washington D. C. ähnliche Ansichten geteilt. Er war nicht nur überraschend versöhnlich gegenüber Europa gestimmt, sondern hatte auch dort im Hinblick auf die Friedensverhandlungen im Ukraine-Konflikt betont: „Russland fordert zu viel.“ Dabei steht auch die Frage im Raum: Nimmt Putin Donald Trump überhaupt ernst?
Trotz seiner Kritik räumte Vance ein, dass Moskaus Standpunkt aus ihrer Sicht nachvollziehbar sei. „Wir wussten, dass das erste Angebot der Russen zu viel sein würde, wir wussten, dass sie mehr verlangen würden, als vernünftig ist, so funktionieren Verhandlungen oft“, erklärte er. „Das beunruhigt mich nicht. Was mich stören würde, wäre, wenn wir zu dem Schluss kämen, dass die Russen die Verhandlungen nicht in gutem Glauben führen.“ Sollte dies der Fall sein, werde die US-Regierung als Vermittler zurücktreten.
Wie die Friedensverhandlungen im Ukraine-Krieg derzeit laufen
Ein bedeutender Fortschritt sei bereits erzielt worden: Sowohl die Ukraine als auch Russland haben erste konkrete Forderungen und Bedingungen für einen Frieden formuliert. Vance betonte, dass es nun darum gehe, beide Seiten näher zusammenzubringen. Die USA wolle dabei unterstützen, aber letztlich könne man weder die Ukraine noch Russland zu Verhandlungen zwingen.
Trump und Putin: Die Geschichte ihrer Beziehung in Bildern
Nun wurde zwar eine vorübergehende Feuerpause erzielt, aber sie wird Berichten zufolge nicht eingehalten. In den vergangenen Wochen zeigte sich die US-Regierung zunehmend unzufrieden mit den schleppenden Fortschritten ihrer Friedensbemühungen. Immer wieder war zu vernehmen, dass sie die russischen Bedingungen für überzogen hielt. Präsident Donald Trump sagte zuletzt: „Wir kommen an einen Punkt, an dem einige Entscheidungen getroffen werden müssen. Ich bin nicht zufrieden damit.“
Zu Beginn seiner Amtszeit hatte Trump eine Wende in der Ukraine-Politik vollzogen und sich den Positionen Russlands angenähert, ganz im Gegensatz zu seinem Vorgänger Joe Biden. Dieser Kurswechsel sorgte für erhebliche Besorgnis in Kiew und bei den westlichen Verbündeten der Ukraine. Trump hatte unter anderem vorgeschlagen, dass Kiew zur Beendigung des Krieges Territorium abtreten solle. (nz)