Kampf gegen Öl-Armada

Venezuela als Blaupause für Russland: Beschlagnahmt Trump bald Tanker aus Putins Schattenflotte?

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Reichen die Sanktionen gegen Russlands Schattenflotte? Ein US-Senator blickt nach Venezuela und spricht sich für härtere Maßnahmen aus. Eine Analyse.

Washington/Moskau – Im Kampf gegen Putins Schattenflotte hat ein US-Senator ein deutlich aggressiveres Vorgehen gefordert und die Regierung von Donald Trump in die Pflicht genommen. Der Demokrat Sheldon Whitehouse sagte bei einer Veranstaltung der Brookings Institution: „Wenn sie einen venezolanischen Öltanker beschlagnahmen können, warum nicht auch einen russischen?“ Mit Blick auf die Sanktionen gegen die Schiffe von Wladimir Putin führte Whitehouse aus, dass deren Wirksamkeit von einer „dynamischen und aggressiven“ Durchsetzung abhänge.

Es ist wohl nur ein Bruchteil von Putins Schattenflotte sichtbar – hier der Tanker Eventin in der Ostsee vor Sassnitz (Archivbild).

Der Vergleich zu den venezolanischen Schiffen kommt nicht von irgendwoher: Seit Wochen nimmt der Konflikt zwischen den USA und Venezuela zu. In der Nacht zum Mittwoch, dem 17. Dezember, ordnete Trump die Blockade von Öltankern des Landes an. „Ich wette, man findet bei einigen Tankern der russischen Schattenflotte weitaus mehr Unregelmäßigkeiten als bei dem venezolanischen Tanker“, sagte Whitehouse und verwies auf Gruppen wie „SkyTruth“ und „Windward“, die illegale Schifffahrtsoperationen verfolgen.

Sanktionen gegen Putins Schattenflotte: EU schärft nach – US-Senator fordert mehr

Die sogenannte Schattenflotte steht seit Monaten im Visier westlicher Sanktionen, da die Schiffe als wichtiges Instrument der Wirtschaft Russlands gelten, das den Geldfluss für die Finanzierung des Ukraine-Kriegs gewährleistet. Erst am 15. Dezember haben die Außenminister der EU-Staaten neue Sanktionen gegen Unternehmen und Personen mit Verbindungen zu diesen Strukturen beschlossen. Wie der Rat der Mitgliedstaaten mitteilte, treffen die Strafmaßnahmen Reedereien mit Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Vietnam und in Russland. Zudem werden Geschäftsleute sanktioniert, die direkt oder indirekt mit den großen staatlichen russischen Ölkonzernen Rosneft und Lukoil verbunden sind. 

Künftig sollen weitere Tanker auf die Liste der sanktionierten Schiffe aufgenommen werden, die nicht mehr in europäische Häfen einlaufen und nicht mehr versichert werden dürfen. Damit wären künftig etwa 600 Schiffe von Strafmaßnahmen betroffen. Andere Zählungen, wie die der „Kyiv School of Economics“, gehen bereits jetzt von mindestens 1378 Schiffen aus, die zur Schattenflotte zählen. Aufgrund ihrer Größe und verdächtigen Aktivitäten auf den Weltmeeren ist die Armada längst von einem Instrument zur Sanktionsumgehung zu einer hybriden Waffe im Krieg des Kremls geworden.

Putins Verbündete: Diese Länder stehen im Ukraine-Krieg an der Seite Russlands

Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten
Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS). Die GUS besteht aus ehemaligen Staaten der Sowjetunion, die bis heute zum Großteil eng verbunden mit Russland geblieben sind. Doch Moskau-Machthaber Putin hat nicht nur in den Sowjet-Gebieten Freunde. Putin findet auch nach mehreren Jahren Angriffskrieg in der Ukraine noch immer fast weltweit Verbündete. Eine Übersicht: © Imago
Alexander Lukaschenko und Wladimir Putin
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs steht ein Mann eng an der Seite Wladimir Putins: Alexander Lukaschenko. Das von ihm autoritär beherrschte Belarus teilt sich eine mehr als tausend Kilometer lange Grenze mit der Ukraine. Lukaschenko unterstützte Putins Truppen logistisch bei ihrer Invasion des Nachbarlandes. © Imago
Kim Jong-un und Wladimir Putin
Ein weiterer enger Verbündeter Wladimir Putins ist Kim Jong-un. Der Machthaber regiert ein totalitäres Nordkorea, das als sozialistische Diktatur historisch enge Beziehungen zu Russland pflegt. © Gavriil Grigorov/Imago
russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist
Im Lauf des Ukraine-Kriegs wurde aus der symbolischen Verbindung ein militärisches Bündnis. Kim Jong-un unterstützte Putins Feldzug mit Waffen, Munition und Soldaten. Laut Schätzungen könnten es mehr als 30.000 Mann aus Nordkorea sein, die an der Front im Ukraine-Krieg kämpfen. Auf dem Bild zu sehen ist ein russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist.  © Imago
Xi Jinping zu Gast bei Wladimir Putin
Die Volksrepublik China pflegt sowohl mit Nordkorea als auch mit Russland enge Beziehungen. Das bewies Präsident Xi Jinping zuletzt durch seinen Besuch Moskaus am „Tag des Sieges“. An der Seite Putins begutachte Xi als Gast auf der Ehrentribüne die große Militärparade, die durch Russlands Hauptstadt rollte. Doch China unterstützt Russland nicht nur symbolisch durch Besuche, sondern auch ganz praktisch mit Seltenen Erden und Devisen. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs ist China der größte Importeur für russische Rohstoffe geworden. © Imago
Präsident Wladimir Putin mit To Lam
Der Dritte im Bunde der ostasiatischen Verbündeten Russlands ist Vietnam. Hier posiert Präsident Wladimir Putin mit Tô Lâm, Präsident Vietnams von Mai 2024 bis Oktober 2024, bei einem Besuch des russischen Staatschefs in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi. © Kristina Kormilitsyna/Imago
Wladimir Putin und Narendra Modi
In Südasien, konkret auf dem indischen Subkontinent, findet sich mit Narendra Modi der nächste enge Verbündete Russlands. Indiens Premierminister pflegt ein enges Verhältnis zu Putin. Hier umarmen sich beide bei einem Treffen in Neu-Delhi im Jahr 2018. Indien ist durch mehrere internationale Organisationen und Bündnisse mit Russland verbandelt. Die wohl wichtigsten darunter sind die Zusammenkunft der sogenannten BRICS-Staaten und die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). © Imago
König Ibrahim Ismail von Johor aus Malaysia beim Besuch Putins in Russland
Auch Malaysia ist wie Russland Mitglied des BRICS-Staatenbundes. In Begleitung seiner Frau Raja Zarith Sofia reiste König Ibrahim Ismail von Johor nach Russland, um Putin im Kreml zu besuchen. © Imago
Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterhält zu Präsident Wladimir Putin eine gute Beziehung
Zur Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS) zählt neben Russland unter anderem die Ex-Sowjet-Republik Kasachstan. Das Land teilt sich mit 7644 Kilometern die längste Landgrenze der Welt mit Russland. Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterhält zu Putin eine gute Beziehung. Kasachstan bezieht 90 Prozent seiner Waffenimporte aus Russland, das wiederum den in Kasachstan gelegenen Weltraumbahnhof Kosmodrom Baikonur mietet. Beide Länder sind außerdem Mitglied in der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). © Imago
Putin und Traoré
Zu Putins engen Verbündeten gehört auch Burkina Fasos Regierungschef Inbrahim Traoré. Am 9. Mai 2025 besuchte er Putin in Moskau (im Bild). „Wir glauben, dass der Terrorismus, den wir heute erleben, vom Imperialismus herrührt, und wir bekämpfen ihn“, sagte er bei einem bilateralen Treffen. In Erinnerung geblieben ist auch eine virale Rede beim Afrika-Gipfel im Jahr 2023 in Russland. Im Beisein Putins machte er damals den Westen dafür verantwortlich, dass Afrika trotz seiner Rohstoffe der ärmste Kontinent sei.  © IMAGO/Mikhail Metzel/Kremlin Pool
Ägypten Militärband Moskau
Mehr als 80 Jahre Diplomatie verbinden Ägypten und Russland. Das Land am Nil ist wirtschaftlich von Moskau abhängig. Auch Putin profitiert von den Verbindungen nach Kairo. Der russische Präsident betrachtet Ägypten als Tor nach Afrika. Im August 2022 war eine ägyptische Militärband in Moskau zu Gast (im Bild). Auch bei der Militärparade zum 80. Jahrestag des Siegs über Nazi-Deutschland am 9. Mai 2025 marschierte eine Einheit aus Ägypten über den Roten Platz.  © Sergei Bobylev/Imago
Laos-einheit in Moskau
Am „Tag des Sieges“ über Nazi-Deutschland am 9. Mai 2025 paradierte auch eine Einheit aus Laos durch Moskau. Angeblich arbeitet Putin derzeit intensiv daran, das Land in den Krieg gegen die Ukraine einzubinden. Im Sommer 2025 begrüßte er den laotischen Präsidenten Thongloun Sisoulith in Moskau. © Ricardo Stuckert/Imago
Turkmenistan Moskau Parade
Turkmenistan schickte ebenfalls eine Einheit nach Moskau. Die zentralasiatische Republik Turkmenistan am Kaspischen Meer gehört auch Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu den am meisten abgeschotteten Staaten der Welt.  © Ricardo Stuckert/Imago
Aleksandar Vucic Putin Netanjahu
Auch der serbische Staatschef Aleksandar Vučić nahm 2025 – wie auch schon 2018 (im Bild) – in Moskau an der Parade vor rund 10.000 Soldaten teil. Die Beziehungen zwischen Serbien und Russland gelten als traditionell freundschaftlich. Belgrad verweigert sich den Sanktionen gegen Russland und hat den Westen für den Ukraine-Krieg verantwortlich gemacht. Zuletzt gab es trotzdem zwischen Moskau und Belgrad Verstimmungen, als der russische Auslandsgeheimdienst Serbien den Verkauf von Munition an die Ukraine vorwarf. © Mikhail Metzel/Imago
Milorad Dodik
Putins wichtigster Mann am Balkan heißt Milorad Dodik (2. von rechts). Der bosnisch-serbische Separatistenführer betreibt seit Jahren die Abspaltung des Landesteils Republika Srpska vom bosnischen Staat. Dodik stimmt sich dabei regelmäßig mit dem russischen Präsidenten ab. © Alexei Nikolsky/Imago
Salva Kiir Putin
Im September 2023 traf sich Putin mit Salva Kiir Mayardit, dem Präsidenten von Südsudan. „Die Welt diktiert, dass niemand allein überleben oder Erfolg haben kann“, sagte Salva Kiir. Zu Putin gewandt meinte er, dass sein Land starke Freunde brauche: „Sie sind einer von ihnen.“ © Valery Sharifulin/Imago
Orban Putin
Ungarns Regierungschef Viktor Orbán ist Putin im Ukraine-Krieg stets treu geblieben. So hat er während der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2024 den bis dahin weitgehend isolierten Kremlchef zum Ärger vieler EU-Länder überraschend in Moskau besucht und sich als Vermittler inszeniert (im Bild). Zugleich nutzt Orbán jede Gelegenheit, um gegen die Ukraine auszuteilen.  © Valeriy Sharifulin/Imago
Putin und Ramaphosa
Ende Juli 2023 war Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa bei Putin zu Gast. Der Kremlchef hatte seine Gäste zum Abschluss eines zweitägigen Afrika-Gipfels in St. Petersburg eingeladen, den er in der russischen Ostsee-Metropole veranstaltete. Südafrika, das mit Russland, China, Indien und Brasilien die Brics-Staatengruppe bildet, wird wegen seiner Russland-Nähe vom Westen mit Skepsis betrachtet.  © Sergei Bobylev/Imago
Peseschkian Putin
Im Januar 2025 war Massud Peseschkian in Moskau zu Besuch. Dabei unterzeichnete Irans Präsident gemeinsam mit Putin ein Abkommen über eine strategische Partnerschaft. Russland und der Iran vertieften damit ihre militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit für die nächsten 20 Jahre.  © Imago
Putin Ortega
Seit vielen Jahren steht Nicaragua an der Seite Putins. Nach dem Aufstand der russischen Privatarmee Wagner gegen die eigene Staatsführung im Juni 2023 schickte auch Präsident Daniel Ortega (hier ein Bild aus dem Jahr 2014) eine Botschaft nach Moskau. In der offiziellen Mitteilung hieß es, Ortega und seine Ehefrau sowie Vizepräsidentin Rosario Murillo übermittelten Putin „unsere Zuneigung in revolutionärer Bruderschaft“. © Cesar Perez/afp
Maduro
Venezuelas Präsident Nicolás Maduro tat es ihm gleich. „Wir senden unsere Umarmung der Solidarität und der Unterstützung an den Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, dem es gelungen ist, einen Versuch des Verrats und des Bürgerkriegs zu bewältigen und seinem Volk den Sieg und den Frieden zu garantieren“, twitterte er damals. © Alexandr Kryazhev/Imago
Putin Goita
Im Juni 2025 verständigten sich Putin und Malis Militärmachthaber Assimi Goïta auf eine bilaterale Kooperation. Russland ist enger Verbündeter von Goïta, der gegen Terrormilizen in Mali auch auf russische Wagner-Söldner setzte. Das Militär hatte sich 2020 und 2021 an die Macht geputscht, die Zusammenarbeit mit Ex-Kolonialmacht Frankreich beendet und sich Moskau zugewandt. © Alexander Kazakov/Imago
Putin Sassou Nguesso Afewerki
Ende Juli 2023 war Putin gemeinsam mit Denis Sassou Nguesso, dem Präsidenten der Republik Kongo (rechts), und dem eritreischen Präsidenten Isaias Afewerki (links) beim Tag der Marine auf der Newa in St. Petersburg unterwegs. Mit ihrem Besuch beim Russland-Afrika-Gipfel konnten die beiden Staatsmänner die Achse zwischen Russland und ihren Ländern noch einmal stärken. © Alexander Kazakov/Imago
Putin Raúl Castro
Ein besonders inniges Verhältnis pflegt Russland zu Kuba. Für die hoch verschuldete Karibikinsel ist Russland einer der engsten Verbündeten und wichtigsten Geldgeber. Der Kreml bezeichnete den sozialistischen Karibikstaat, der den Ukraine-Krieg nicht verurteilt hat, als „sehr wichtigen Partner“. Im Jahr 2014 war Putin beim vormaligen Präsidenten Raúl Castro zu Gast. © Imago
Putin
Der Kremlchef ist seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 im Westen weitestgehend isoliert. Umso wichtiger ist ihm der Kontakt zu seinen Verbündeten – den sucht er in vielen Fällen auch per Video. Im Mai 2025 nahm er an einer Sitzung der Kommission für militärisch-technische Zusammenarbeit mit ausländischen Staaten teil.  © Alexander Kazakov/Imago

Besonders in der Ostsee, die seit dem NATO-Beitritt Schwedens und Finnlands faktisch zu einem „NATO-Meer“ geworden ist, häufen sich mysteriöse Vorfälle. Um ihre Aktivitäten zu verschleiern, greift die Schattenflotte auf unterschiedliche Maßnahmen zurück. Immer wieder gibt es Berichte über Ship-to-Ship-Transfers, Flaggenwechsel, AIS-Manipulation und Spoofing. So gelingt es Russland, trotz des Preisdeckels für russisches Öl, die essenzielle Lebensader für Putins Kriegsmaschinerie im Fluss zu halten.

Gefahr durch Russlands Schattenflotte: US-Senator blickt mit Sorge nach China

Für die Schifffahrt ist Wladimir Putins Schattenflotte längst zur globalen Gefahr geworden. „Es ist das neue Normal in der Schifffahrt, dass man sich nicht darauf verlassen kann, dass das, was man auf der digitalen Navigationskarte sieht, auch der Wirklichkeit entspricht“, erklärt Elisabeth Braw von der Denkfabrik „Atlantic Council“ gegenüber der Süddeutschen Zeitung (SZ). Die Vorfälle von AIS-Lücken, bei denen die digitale Ortung der Schiffe für mehr als acht Stunden oder einer Fahrtstrecke von über 200 Kilometern ausgestellt ist, haben demnach gravierend zugenommen.

Ob die neuen Maßnahmen und Sanktionen gegen Russlands Schattenflotte eine Veränderung bringen, wird sich zeigen müssen. Whitehouse sieht in der aktuellen Debatte im Kampf gegen Russlands Wirtschaft und die Unterstützung für Kiew im Kampf gegen Putins Streitkräfte mehr als nur ökonomische Konsequenzen durch Sanktionen – sein Blick geht in Richtung China. „Kann man mit der Invasion friedlicher Nachbarn wirklich etwas Gutes bewirken? Wenn ja, dann sollten Sie nicht glauben, dass die Chinesen das nicht beobachten.“

Die Schattenflotte wird so zum Testfall für die internationale Ordnung. Es gehe laut dem Demokraten um Präzedenzfälle und Prinzipien. „Ein Sieg der Ukraine hier ist nicht nur für die Ukraine und Europa, sondern für die ganze Welt und die Menschheit von Bedeutung.“

Vorgehen gegen Putins Schattenflotte: EU verschärft Sanktionen

Bereits im vergangenen Oktober hatte EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas in einem Arbeitspapier der Europäischen Union vor den Auswirkungen der Schattenflotte gewarnt. Um das Problem in den Griff zu bekommen, schlug sie damals vor, nicht nur schärfer gegen beteiligte Schiffe und Reedereien vorzugehen, sondern auch noch intensiver mit Küstenländern und solchen Staaten zu kooperieren. Inzwischen hat die EU mit Sanktionen nachgelegt, doch Staatsminister Gunther Krichbaum sagte, die Bedrohung durch die Schattenflotte sei mit den Händen zu greifen. Deswegen müsse weiter gegen sie vorgegangen werden.

Ob das Vorgehen der USA gegen Venezuela als Blaupause für den Umgang mit den Schiffen der Schattenflotte stehen kann, ist derweil fraglich. Nachdem das US-Militär vor der Küste Venezuelas einen Öltanker beschlagnahmt und US-Vertreter von Verstößen gegen Sanktionen gesprochen hatten, hatte es heftige Kritik gegeben. Zwar sprach Russlands Präsident Wladimir Putin in der Vergangenheit dem autoritären venezolanischen Staatschef, Nicolás Maduro, seine Unterstützung zu, ernsthafte Reaktionen blieben bislang allerdings aus.

Unklar bleibt, wie Russland auf Beschlagnahmungen seiner Öltanker reagieren würde. Allerdings würde eine aggressive Durchsetzung der Sanktionen gegen Russlands Schattenflotte mit großer Wahrscheinlichkeit eine deutliche Reaktion des Kremls nach sich ziehen. Zunächst verfolgt die EU jetzt allerdings eine andere Strategie: Statt unregelmäßiger Sanktionspakete soll die Liste der sanktionierten Schiffe künftig monatlich aktualisiert werden – ein Zeichen dafür, dass der Kampf gegen die Schattenflotte zu einem permanenten Wettlauf geworden ist. (Quellen: Kyiv Post, Kyiv School of Economics, Atlantic Council, Süddeutsche Zeitung, dpa) (fbu)

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