Vor Trumps Putin-Treffen steigt die Brisanz: Russland klagt Drittstaaten der Manipulation an
VonFabian Hartmann
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Trump und Putin beabsichtigen, ohne Selenskyj den Ukraine-Krieg zu besprechen. EU-Staats- und Regierungschefs äußern Bedenken. Moskau spricht von Sabotage.
Washington, D.C. – Am Freitag wollen US-Präsident Donald Trump und Kreml-Chef Wladimir Putin in Alaska zusammen kommen, um über die Zukunft des Ukraine-Kriegs zu sprechen. Zuvor hatte Wolodymyr Selenskyj kritisiert, nicht am Treffen teilnehmen zu können und beklagt, Trump und Putin würden an der Ukraine vorbei über den Krieg und die Zukunft des Landes entscheiden. Wenige Tage vor dem Treffen Putins und Trumps wurden nun Vorwürfe aus Russland laut, demnach einzelne Staaten versuchten, die Gespräche zwischen Putin und Trump zu untergraben.
Aus Russland werden vor dem Trump-Putin-Treffen Manipulationsvorwürfe laut
Russlands Investitionsbeauftragter Kirill Dmitriev behauptete, bestimmten Ländern – Dmitriev ließ sie unbenannt – sei daran gelegen, den Krieg in der Ukraine zu verlängern. Ihr Ziel sei es deshalb, Desinformationen zu teilen und Provokation zu schüren, um so jegliche Fortschritte hinsichtlich eines Waffenstillstands im fortwährenden Krieg zu verhindern.
„Zweifellos werden eine Reihe von Ländern, die an einer Fortsetzung des Konflikts interessiert sind, gewaltige Anstrengungen unternehmen, um das geplante Treffen zwischen Präsident Putin und Präsident Trump zu stören“, zitieren die Nachrichtenagentur Reuters und der US-Nachrichtensender Newsweekeinen Beitrag, den Dmitriev am Samstag auf seinem Telegram-Account teilte.
Trump und Putin: Die Geschichte ihrer Beziehung in Bildern
Russland und die USA gehen von schwierigen Verhandlungen bei Trump-Putin-Treffen aus
Zwar wurde das Treffen Putins mit Trump in Alaska und die Suche nach einer Lösung im anhaltenden Ukraine-Krieg aus dem Kreml bestätigt. Zugleich räumte Russlands Führung aber auch ein, dass sich beide Seiten auf schwierige Gespräche einstellen. Putins Berater Juri Uschakow sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Trump und Putin würden sich „auf die Suche nach Wegen zu einer langfristigen friedlichen Lösung der Ukraine-Krise konzentrieren“. Er räumte ein, dass „dies eindeutig ein schwieriger Prozess sein wird“, betonte jedoch, dass Russland beabsichtige, ihn „aktiv und energisch“ voranzutreiben.
Wenn Putin am Freitag nach Alaska aufbricht, wird es der erste Besuch des Kreml-Chefs auf US-Boden, seitdem er Barack Obama 2015 in New York City traf. Internationale Beobachterinnen und Beobachter erwarten brisante Verhandlungen, die dem Ukraine-Krieg eine entscheidende Richtung geben könnten. Die nun erfolgten Vorwürfe von russischer Seite dürften die Brisanz vor dem Treffen Putins mit Trump noch weiter verstärken.
Selenskyj fordert mehr Druck auf Putin – EU-Regierungschefs mahnen vor Trumps Treffen mit Putin
Staats- und Regierungschef einiger EU-Länder – darunter Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Polen – äußerten ernste Besorgnis hinsichtlich der Tatsache, dass das Treffen ohne Teilnahme Selenskyjs stattfinden soll. Der „Weg zum Frieden“ in der Ukraine könne nicht ohne Kiew ausgehandelt werden, berichtete die Tagesschau ausgehend von einer veröffentlichten Erklärung der EU-Staats- und Regierungschefs. Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gab sie mit heraus.
Another week has ended without any attempt by Russia to agree to the numerous demands of the world and stop the killings. In just the past 24 hours on the front, there have been 137 combat engagements, and this is the case every day. The Russian army is not reducing its pressure.… pic.twitter.com/FcpEOTiIXW
— Volodymyr Zelenskyy / Володимир Зеленський (@ZelenskyyUa) August 11, 2025
Trump hatte zuvor behauptet, Russland und die Ukraine stünden kurz vor einem Waffenstillstandsabkommen, das den inzwischen fast dreieinhalbjährigen Krieg beilegen könnte. Obwohl Trump auf keinerlei Details des angeblichen Abkommens einging, könnte es die Abtretung erheblicher Gebiete durch die Ukraine beinhalten, was von vielen europäischen Nationen vehement abgelehnt wird. Selenskyj forderte unterdessen, den Druck auf Russland zu erhöhen. Das Land zeige kein Interesse an einem Ende des Krieges, erklärte Selenskyj auf dem Kurznachrichtendienst X. „Zugeständnisse überzeugen einen Mörder nicht“, betonte der ukrainische Regierungschef dabei. (fh)