Truppe bräuchte sie dringend

Science-Fiction-Waffe: Wichtige Lieferung an Bundeswehr verspätet sich massiv

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Nach Beobachtungen im Ukraine-Krieg: Die Bundeswehr wartet sehnsüchtig auf eine Flugabwehrwaffe für ihr Heer. Einem Bericht zufolge verspätet sich die Übergabe aber.

Berlin – Sie rückt bei der Bundeswehr in den Fokus: Die Flugabwehrraketengruppe 61 gewährleistet den hochmobilen Flugabwehrschutz der deutschen Landstreitkräfte im Nahbereich. Heißt: Verbände des deutschen Heeres sollen durch integrierte Luftabwehrsysteme für mögliche Einsätze am Boden gerüstet werden.

Flugabwehr für die Bundeswehr: Lieferung von Skyranger wohl erst deutlich später

Denn: Der Ukraine-Krieg hat gezeigt, dass im Schutz vorrückender Panzertruppen gegen Luftangriffe eine Schwachstelle liegt. Die Ukraine hatte so im Kampf gegen Russland bei ihrer gescheiterten Gegenoffensive im Frühsommer 2023 reihenweise Panzer verloren, darunter auch Leopard-2-Kampfpanzer. Es ist ein militärischer Erfahrungswert aus dem heimtückischen Einmarsch des Moskau-Regimes im Nachbarland.

Ein hochmodernes Flugabwehrsystem Skyranger auf einem Boxer-Radpanzer als Waffenplattform. Genau diese Modelle soll die Bundeswehr erhalten. (Symbolfoto)

Luftabwehrsystem von Rheinmetall: Wohl nicht genügend Boxer-Panzer für Bundeswehr

Ein solches Luftabwehrsystem gegen Kamikaze-Drohnen ist Skynex von Rheinmetall, von dem Kiew bislang ein Exemplar aus Deutschland bekommen hat. Das Flugabwehrsystem Oerlikon Skyranger desselben deutschen Rüstungskonzerns soll dagegen auf Radpanzern GTK Boxer installiert und als hochmoderner Schutz in größerer Zahl an die Bundeswehr übergeben werden. Doch: Einem Bericht des Fachmagazins cpm Defence Network zufolge kommt es jedoch zu massiven Verspätungen.

Als ein Grund werden in dem Bericht angeblich mangelnde Kapazitäten in der Produktion genannt, um das Flugabwehrsystem auf den Boxer-Radpanzern zu montieren. Überhaupt: Ferner sollen auch mittelfristig noch nicht ausreichend neu hergestellte GTK Boxer zur Verfügung stehen. Die geplanten Waffenträger für die Truppe sind demnach schlicht noch nicht produziert, was folglich zu Verzögerungen bei der geplanten Auslieferung an die deutschen Landstreitkräfte führt.

Nach Erfahrungen aus Ukraine: Bundeswehr bekommt neue Heeresflugabwehrtruppe

Unter der Vorgabe „Nah- und Nächstbereichsschutz“ (NNbS) wird derzeit (eigentlich) unter Hochdruck eine neue Heeresflugabwehrtruppe für die deutsche Bundeswehr zusammengestellt, nachdem die ursprüngliche Heeresflugabwehrtruppe 2012 eingestellt worden war.

Damals war noch nicht ersichtlich, dass es wieder einen Bedarf an integrierten Luftabwehrsystemen in großen Panzerverbänden geben könnte. Das hat sich für die Verteidigungsallianz Nato durch den völkerrechtswidrigen russischen Einmarsch in die Ukraine Anfang 2022 geändert.

Heeresflugabwehrtruppe

Die Heeresflugabwehrtruppe wird ab 2026 als Truppengattung, zuerst am Standort Lüneburg, neu aufgestellt. Die Luftverteidigung des Heeres soll als Erstbefähigung zunächst mit dem Flugabwehrsystem Skyranger 30 ausgestattet werden. Ihre Aufgabe ist die landgebundene Abwehr feindlicher Flugkörper im Nah- und Nächstbereich.

Laut cpm Defence Network hatte das Bundesverteidigungsministerium bei Rheinmetall 18 Boxer-Skyranger bestellt, die nicht zuletzt zur Bekämpfung von Drohnen befähigt sind und optisch wie aus einem Science-Fiction-Film aussehen. Die ersten dieser Flugabwehrpanzer sollten demnach 2026 an die Bundeswehr gehen. Doch daraus wird nun wohl nichts. In diesem Jahr sollte laut des Online-Portals ein 19. Boxer-Skyranger als Erprobungsfahrzeug für Tests an das Heer überstellt werden. Einzig diese Lieferung soll sich demnach um rund 18 Monate verspäten. (pm)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Zoonar

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