Sein neues Projekt

Prigoschin poltert weiter - Wagner-Chef tourt jetzt durch Russland

  • schließen

Wagner-Chef Prigoschin stellte in mehreren russischen Städten sein neues Projekt vor. Zudem sprach er über die Kämpfe in Bachmut und fordert eine Generalmobilmachung.

Frankfurt - Jewgeni Prigoschin ist für Russland eine Schlüsselfigur im Ukraine-Krieg. Seine Söldnergruppe Wagner kämpfte über Monate hinweg in Bachmut, bevor die Stadt an das russische Militär übergeben wurde. Einzelne Beobachter gehen davon aus, dass Prigoschin sogar dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gefährlich werden könnte. Ende Mai war der Wagner-Chef in mehreren russischen Städten unterwegs und stellte sein neues Projekt vor.

Wagner-Chef Prigoschin stellt neues Projekt in Russland vor

In den Städten Jekaterinburg, Wladiwostok und in Nowosibirsk stellte Prigoschin sein neues Projekt „Wagner. Die zweite Front“ vor, wie das Nachrichtenportal Ukrainska Pravda berichtete. Das Portal bezieht sich dabei auf das russisch-lettische Medium Meduza, das zunächst über Prigoschins Auftritte informierte. Was der Wagner-Chef mit der zweiten „Front“ meint, bleibt unklar. Meduza spekulierte über zwei mögliche Ziele des Projekts.

Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin, Chef der Wagner-Gruppe, während einer Pressekonferenz für sein neues Projekt.

Zum einen könnte es auf eine militärisch-patriotische Erziehung junger Menschen abzielen. Oder: Es soll der in Russland lebenden Bevölkerung über die Probleme im Ukraine-Krieg „ehrlich“ berichten. Prigoschin würde damit seine Erfahrungen und Erzählungen gegen die Erfolgsgeschichte des russischen Verteidigungsministeriums stellen.

Wagner-Chef Prigoschin: „Alles sollte auf die Verteidigung ausgerichtet sei“

Prigoschin erzählte den anwesenden Journalist:innen, dass der Krieg noch lange anhalten würde. Um den Krieg zu gewinnen, hält er die Verkündung der Generalmobilmachung für nötig. „Wir müssen den Bau schöner Brücken beenden, wir müssen den Bau großer Theater und neuer Bühnen beenden, alles sollte jetzt auf die Verteidigung ausgerichtet sein“, appellierte Prigoschin. Er sprach auch über die Einführung einer Planwirtschaft und darüber, die Todesstrafe wieder einzusetzen.

Zu den abgeschossenen Drohnen über einem Wohnviertel in Moskau sagte Prigoschin, dass die „normalen Moskauer“ geduldig sein müssten und nicht in Panik geraten dürften. Zusätzlich solle das Verteidigungsministerium mehr Luftverteidigungssysteme einsetzen. Der Wagner-Chef sprach auch über die Zeit Bachmut. Er beklagte sich über zu wenig Söldner und zu wenig Granaten. Prigoschin solle auch daran gehindert worden sein, weitere Gefangene zu rekrutieren. Trotz der Aussagen betonte der Wagner-Chef, dass er keine politische Karriere verfolge. Er plane weder eine eigene Partei zu gründen noch für das Präsidentenamt zu kandidieren. (vk)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Lev Borodin

Kommentare