Der Vorwurf lautet auf Spionage: In Polen waren zwei Russen mit Tausenden Wagner-Aufklebern unterwegs – Russland wollte sie angeblich dafür bezahlen.
Warschau – In Polen sind zwei russische Staatsbürger wegen der mutmaßlichen Verbreitung von „Propagandamaterial der Wagner-Gruppe“ in Warschau und Krakau festgenommen worden. Der Vorwurf laute in beiden Fällen Spionage, teilte Innenminister Mariusz Kaminski im vormals Twitter genannten Onlinedienst X mit.
Nach Angaben des polnischen Inlandsgeheimdienstes ABW wurden die beiden Männer am Freitag (11. August) festgenommen, als sie in den beiden Städten etwa 300 Anwerbezettel anbrachten. Die Flyer hätten Links zu „Rekrutierungs-Websites“ der Wagner-Gruppe enthalten, die für Russland eine wichtige Rolle im Ukraine-Krieg spielt.
Insgesamt hätten die zwei Männer mehr als 3000 Flugblätter mit Werbung für die Wagner-Gruppe bei sich gehabt, teilte der ABW mit. Das Material hätten sie in Moskau erhalten, für ihre Aktivitäten seien ihnen „bis zu 500.000 Rubel“ (rund 4500 Euro) zugesagt worden. Am Samstag hätten die beiden Männer den Angaben zufolge Polen wieder verlassen wollen.
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Am Wochenende hatten Bürger die Polizei in Krakau auf die Aufkleber aufmerksam gemacht. Polnische Medien hatten in der vergangenen Woche über das Auftauchen von Aufklebern mit dem Wagner-Logo berichtet. Sie sollen mit den englischen Worten „We are here - join us“ (Wir sind hier - schließ dich an) und QR-Codes bedruckt gewesen sein, die auf eine russische Website über die Söldnertruppe weiterleiteten.
Nach einer gescheiterten Meuterei des Wagner-Chefs Jewgeni Prigoschin waren Tausende Bewaffnete nach Belarus geschickt worden, wo ihr Status und ihre Aufgabe unklar sind. Nach Angaben der Führung in Minsk sollen die Wagner-Kämpfer die belarussische Armee schulen. (AFP/dpa/frs)