Feuerball über Russland

Wagner-Söldner schießen offenbar Flugzeug der russischen Armee ab - Video zeigt dramatische Sekunden

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Wagner-Söldner haben offenbar ein russisches Flugzeug im Gebiet Woronesch abgeschossen. Auch gibt es Videoaufzeichnungen von Luftkämpfen mit einem Helikopter.

Moskau - Die Kämpfe zwischen Kreml-treuen Soldaten in Russland und der Wagner-Gruppe eskalieren. Nun ist offenbar im Rahmen des Aufstands der Söldner ein russischer Kampfjet abgeschossen worden. Dies berichtet der russische Nachrichtendienst Baza auf Telegram. „Ein Flugzeug vom Typ An-24 ist im Gebiet Woronesch abgestürzt. Es wurde wahrscheinlich abgeschossen“, hieß es. Laut vorläufigen Berichten sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Ein Twitter-Video zeigt den angeblichen Abschluss des Flugzeugs. „Wahrscheinlich von einem der vielen Wagner-Pantsir-SAM-Systeme abgeschossen, die im Oblast Woronesch patrouillieren“, wird berichtet.

Russischer Helikopter unter Beschuss - er verteidigt mit Leuchtraketen

Ein weiteres Video, auch aus dem Luftraum über Woronesch, zeigt einen angeblichen Kampf zwischen einem Kurzstecken-Flugabwehrsystem der Wagner-Gruppe vom Typ Strela-10-SAM. Das System greift einen russischen Ka-52-Helikopter an, welcher „erfolgreich mit Leuchtraketen“ verteidigt. Auch dieser Kampf ist noch unbestätigt.

Im Gebiet Woronesch im Südwesten des von Wladimir Putin regierten Landes waren zuvor Kämpfe gemeldet worden. „Im Rahmen einer Anti-Terror-Operation führen die Streitkräfte der Russischen Föderation auf dem Gebiet der Region Woronesch notwendige operativ-kämpferische Maßnahmen durch“, schrieb Gouverneur Alexander Gussew am Samstagmittag auf Telegram. „Ich werde weiter über die Entwicklung der Lage informieren.“ Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben zunächst nicht.

Wagner-Kämpfer besetzen wohl militärische Einrichtungen in Woronesch

Gussew erläuterte nicht konkret, gegen wen die Armee im Gebiet Woronesch kämpft. Zuvor hatte es allerdings Berichte gegeben, dass die aufständischen Wagner-Kämpfer dort einzelne militärische Einrichtungen besetzt hätten. Das gleichnamige Gebietszentrum ist rund 470 Kilometer von der Hauptstadt Moskau entfernt. Es liegt ungefähr auf halber Strecke zwischen Moskau und Rostow am Don, wo Aufständische Militäreinrichtungen besetzt haben.

Wenig später berichtete der Gouverneur zudem von einem brennenden Tanklager. Rund 100 Feuerwehrleute seien an den Löscharbeiten beteiligt. Ob es einen Zusammenhang zu den Kampfhandlungen gab, war zunächst unklar. Auch in Rostow hatten Wagner-Söldner wichtige militärische Objekte unter ihre Kontrolle gebracht. Putin hatte in seiner Rede an die Nation mit Bestrafungen für die „Verräter“ gedroht. (cgsc mit dpa)

Die verarbeiteten Informationen stammen teils von den Kriegsparteien. Aktuell ist die Lage in Russland noch recht unübersichtlich. Die Informationen lassen sich deshalb nicht unabhängig überprüfen.

Rubriklistenbild: © Screenshot Twitter/Osinttechnical

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