Schon in den ersten Tagen des Wahlkampfs in Italien gibt der Umgangston einen Einblick auf die kommenden Wochen bis zum Urnengang am 25. September.
Rom - Lega-Chef Matteo Salvini attackierte den Vorsitzenden der Sozialdemokraten (PD), Enrico Letta, mit der skurrilen Behauptung, er habe diesen noch nie schwitzen sehen. Offensichtlich wollte Salvini den früheren Ministerpräsidenten als abgehobenen Akademiker charakterisieren, während er selbst ein Mann des Volkes sei. «Ich rasiere mich, habe kurze Hosen an, esse Salsiccia und ich schwitze», sagte der Rechtspopulist am Wochenende auf einer Bühne. «Nicht etwa wie jene vom PD, die nie schwitzen.»
Letta antwortete bei Twitter: «Wenn es schon so losgeht, wie wird es dann erst enden?» In einem TV-Interview ergänzte der Sozialdemokrat: «Ich hätte nicht gedacht, dass wir im Wahlkampf schon auf diesem Niveau sind.» Die Moderatorin berichtete dann übrigens, dass Letta sehr wohl schwitze: «Sein schöner Kopf wurde gerade abgetrocknet.»
Salvini will nach dem Sturz der Regierung von Mario Draghi, der in der vorigen Wochen zurückgetreten war, zusammen mit anderen Rechts- und Mitte-Rechts-Parteien die Wahl gewinnen. Jüngst hatte er noch angekündigt, dass er dann Innenminister werde und hart gegen Einwanderer, Flüchtlinge und Migranten vorgehen wolle. In den aktuellen Umfragen liegt die postfaschistische Partei Fratelli d‘Italia vor der Lega - Fratelli-Chefin Giorgio Meloni könnte bei einem Wahlsieg von Mitte-Rechts also neue Ministerpräsidentin werden.
Aus der dritten Partei der Allianz, Silvio Berlusconis Forza Italia, treten indes immer mehr Politiker und Politikerinnen aus. Ministerin Mariastella Gelmini will sich einer am Montag formierten Zentrums-Gruppe anschließen. Diese hat - bei einem Wahlsieg gegen Mitte-Rechts - das Ziel, Draghi zu bitten, auch in die nächsten Legislaturperiode als Ministerpräsident zu gehen. (dpa)