Kämpfe in der Ost-Ukraine

Wann endet der Ukraine-Krieg? Putin stellt Plan für kommende Monate auf

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Monate sind im Ukraine-Krieg vergangen und die Ukraine fürchtet eine Kriegsmüdigkeit im Westen. Doch zu Recht fragen sich einige: Wann endet der Ukraine-Krieg.

Kiew/Moskau – Tausende tote Soldaten, verschossene Munition in Milliardenhöhe und zerstörte Städte: Der Ukraine-Krieg tobt seit Februar 2022 und ein Ende ist bisher noch nicht in Sicht. Doch während der Krieg von Wladimir Putin bereits über drei Monate die Weltöffentlichkeit in Atem hält und die Auswirkungen überall zu spüren sind, fragen sich Beobachter immer wieder, wann der Ukraine-Krieg endet. Überschattet wird der Konflikt ist Osteuropa indes von Wladimir Putins Gesundheitszustand, beziehungsweise zahlreichen Gerüchten, die bis zum Tod des Kremlherrschers reichen.

Wann der Ukraine-Krieg endet – Russland bereitet sich auf Kämpfe bis in den Oktober 2022 vor

Wann tatsächlich der Ukraine-Krieg endet und die Waffen endgültig ruhen, kann derzeit noch nicht seriös gesagt werden. Zwar greifen einige auf astronomische Prophezeiungen zurück und ergründen die Position der Sterne, doch es gibt tatsächlich auch reale Anhaltspunkte, die zumindest Indizien für den weiteren Verlauf des Ukraine-Kriegs sein könnten. Wie mehrere Medien derzeit berichten, hat sich die russische Führung beim Erreichen ihrer Ziele offenbar verschätzt. Ursprünglich war davon ausgegangen worden, dass Präsident Putin eine Eroberung der Ukraine innerhalb weniger Wochen geplant hatte. Nach über 100 Tagen der Kämpfe kann dieser Plan als gescheitert angesehen werden.

Ein Soldat der russischen Armee im Einsatz im Ukraine-Krieg. Derzeit fragen sich viele, wann der Ukraine-Krieg enden könnte

Nun sind neue Gerüchte ausgetauscht, die auf den Informationen ukrainischer Geheimdienste fußen. Demnach deutet sich an, dass sich Russland auf längerfristige Kämpfe in der Ukraine einstellt. Nach Einschätzung ukrainischer Militärgeheimdienste würde sich die russische Armee darauf vorbereiten, für weitere 120 Tage in der Ukraine zu kämpfen. Das würde bedeuten, dass der Ukraine-Krieg nicht vor Oktober 2022 enden würde. Das berichten die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf Militärexperten des US-amerikanischen Institute for the Study of the War (ISW).

Wladimir Putins Gesundheitszustand sorgt für Gerüchte: Wann endet der Ukraine-Krieg?

Diese Prognose zum Ende des Ukraine-Kriegs würde bedeuten, dass derzeit gerade mal die erste Hälfte des zeitlichen Verlaufs erreicht wurde. Offenbar glaubt inzwischen niemand mehr im Kreml an den schnellen Erfolg in der Ukraine – auch nicht Russlands Präsident Wladimir Putin. Dieser habe wohl die Widerstandskraft der Ukraine unterschätzt, mutmaßten Experten bereits kurz nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs. Während sich die Gerüchte über Putins Gesundheit häufen und ihm eine Krebserkrankung nachgesagt wird, ist Russlands Präsident bemüht, keine Spuren zu hinterlassen: Auf früheren Auslandsreisen soll Putin veranlasst haben, dass seine Exkremente wieder nach Russland überführt werden.

Spekulationen um Gesundheit: So hat sich Putin in drei Jahrzehnten verändert

So sah Wladimir Putin im Alter von 40 Jahren aus, als er an der Eröffnung der Honda Motor Show 1992 in St. Petersburg teilnahm.
Diese Schwarz-Weiß-Aufnahme zeigt Wladimir Putin im Alter von 40 Jahren, als er an der Eröffnung der Honda Motor Show 1992 in St. Petersburg teilnahm. Zwei Jahre später wurde er vom Vizebürgermeister zum ersten Vizebürgermeister der Stadt. © Russian Look/IMAGO
Dieses Foto zeigt den russischen Präsidenten Wladimir Putin im Jahr 1994 in seinem Büro. Damals war er 42 Jahre alt und Vizebürgermeister von St. Petersburg.
In seinem ersten Jahr als erster Vizebürgermeister 1994 wurde Wladimir Putin hier in seinem Büro fotografiert. Damals war er 42 Jahre alt. Von körperlichen Beschwerden aus dieser Zeit ist nichts bekannt. Putin war zudem bereits seit seiner Jugend sportlich und ging unter anderem dem Kampfsport Judo nach. © Russian Look/IMAGO
Drei Jahre später enstand dieses Foto von Wladimir Putin zusammen mit Anatoly Sobchak, ehemaliger Bürgermeister von St. Petersburg.
Dieses Foto entstand drei Jahre später, 1997, und zeigt Wladimir Putin – damals 45 Jahre alt – zusammen mit Anatoly Sobchak, dem ehemaligen Bürgermeister von St. Petersburg. © Russian Look/IMAGO
Im Jahr 2000 wurde Putin zum ersten Mal Präsident der Russichen Föderation. Das Foto zeigt den damals 48-Jährigen zusammen mit Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder in Berlin.
Im Jahr 2000 wurde Putin zum ersten Mal Präsident der Russischen Föderation. Das Foto zeigt den damals 48-Jährigen zusammen mit Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) in Berlin. © Thomas Imo/IMAGO
Wladimir Putin im Jahr 2007 im Alter von 55 Jahren bei einem Treffen mit dem Chef des Federal Security Service in der Residenz Nowo-Ogarjowo in Moskau.
Wladimir Putin im Jahr 2007 im Alter von 55 Jahren in der Residenz Nowo-Ogarjowo in Moskau. Seit dem Angriffskrieg auf die Ukraine wird vermehrt darüber spekuliert, ob der russische Präsident unter Parkinson leidet. Die im Volksmund genannte „Schüttelkrankheit“ kündigt sich meist Jahre zuvor mit Symptomen an. © ITAR-TASS/IMAGO
Wladimir Putin im Jahr 2008 während der Ostermesse in Moskau.
Im Jahr 2008 zeigt sich Wladimir Putin während der Ostermesse in Moskau. Zwei Jahre später soll er sich angeblich einer kosmetischen Gesichtsoperation unterzogen haben. Weitere Schönheitsoperationen wurden vermutet, jedoch nie offiziell bestätigt. © UPI Photo/IMAGO
Im Jahr 2009 ließ sich Putin mit freiem Oberkörper auf einem Pferd sitzend zur Demonstration von Macht fotografieren, als er durch die südsibirische Republik Tuwa ritt.
Im Jahr 2009 ließ sich Putin mit freiem Oberkörper auf einem Pferd sitzend fotografieren, als er durch die südsibirische Republik Tuwa ritt. Mit solchen Fotos wollte er laut Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ Wirkung in der russischen Bevölkerung erzielen und auch international demonstrieren, dass er ein starker Gegner ist. © epa Alexey Druzhinyn
Wladimir Putin im Jahr 2013 bei einem Treffen mit dem damaligen Verkehrsminister Maxim Sokolow in der Novo Ogaryovo Residenz.
Im Jahr 2012 kamen laut dem „Spiegel“ bereits Spekulationen um Putins Gesundheitszustand auf. Zwei Monate lang hatte der Staatschef damals keine Auslandsreisen unternommen. Das Foto zeigt Wladimir Putin im Jahr 2013 im Alter von 60 Jahren bei einem Treffen mit dem damaligen Verkehrsminister Maxim Sokolow in der Novo Ogaryovo Residenz. © ITAR-TASS/IMAGO
Wladimir Putin während der Ostermesse 2014 in Moskau mit Sergei Sobyanin in der Christ-Erlöser-Kathedrale.
Auf diesem Foto sieht man Wladimir Putin während der Ostermesse 2014 in Moskau mit dem heutigen Bürgermeister von Moskau, Sergei Sobyanin. Beobachter vermuten derzeit, dass der Kreml-Chef unter Schilddrüsenkrebs leiden könne. Hierzu recherchierte ein Investigativteam und stieß auf Hinweise zu gehäuften Arztbesuchen Putins im Jahr 2017. © ITAR-TASS/IMAGO
Wladimir Putin im Jahr 2017 mit 65 Jahren bei einem Telefonat mit Donetsk People s Republic head Alexander Zakharchenko and Lugansk People s Republic head Igor Plotnitsky.
Laut Informationen des Investigativteams „Proekt“ soll Wladimir Putin im Jahr 2017, als er längere Zeit von der Bildschirmfläche verschwand, häufigen Besuch des onkologischen Chirurgen Ewgeny Seliwanow erhalten haben. Der Mediziner soll angeblich 35 Mal zu Putin geflogen sein und 166 Tage in seinem Umfeld verbracht haben. Das Foto zeigt Putin 2017 mit 65 Jahren bei einem Telefonat. © Alexei Druzhinin/IMAGO
Wladimir Putin während der Ostermesse 2022 in Moskau
In den vergangenen Jahren hat sich der russische Präsident äußerlich stark verändert. Das Foto zeigt Wladimir Putin während der Ostermesse 2022 in Moskau. Aufgrund seines aufgedunsenen Gesichts vermuten Experten die Einnahme von Kortison. Bei seinem Auftritt soll er kaum gesprochen, auf seiner Lippe gekaut und „unsicher“ gewirkt haben, was Beobachter als Anzeichen einer möglichen Parkinson-Erkrankung werteten. © Sergey Guneev/IMAGO
April 21, 2022. - Russia, Moscow. - Russian President Vladimir Putin during a meeting with Russian Defence Minister Serg
Bei einem Gespräch mit dem russischen Verteidigungsminister Sergej Schoigu im April 2022 hielt sich Wladimir Putin außerdem mit einer Hand am Tisch fest. Die linke Hand des 69-Jährigen lag die ganze Zeit über unter dem Tisch auf seinem Schoß. So wurde spekuliert, ob Putin mit dieser Geste möglicherweise ein Zittern der Hand – ein typisches Symptom von Parkinson – verstecken wolle. © IMAGO/Kremlin Pool
Wladimir Putin bei einem Gespräch mit Presidential Commissioner for the Protection of Entrepreneurs Rights Boris Titov im Kreml.
Die Jahre und das Alter hinterließen Spuren bei Putin. Doch ist auch eine Krankheit an der Veränderung schuld? Auf aktuellen Fotos des Kreml-Chefs, wie hier bei einem Gespräch im Jahr 2022 mit dem russischen Unternehmer Boris Titov im Kreml, sieht man den äußerlichen Wandel von Putin. © Mikhail Metzel/IMAGO
Wladimir Putin bei einem Interview für den TV-Sender Russia-1 im Jahr 2022.
Die Gerüchte und Spekulationen rund um eine angebliche schwere Erkrankung Putins, der hier bei einem Interview für den TV-Sender Russia-1 im Jahr 2022 zu sehen ist, wurden von offizieller Seite nie bestätigt. Wie es um seine Gesundheit bestellt ist, das weiß vermutlich nur Wladimir Putin selbst und sein engster Kreis. © Mikhail Klimentyev/IMAGO

Während Putin wohl in Hirschgeweihblut badet und ihm eine Parkinson-Erkrankung angedichtet wird, legten sich Experten bereits relativ früh zur Frage fest, wann der Ukraine-Krieg endet. Viele vermuteten bereits im April, dass Putin auf einen langen Abnutzungskrieg setzt, an dessen Ende er die ukrainische Armee zermürbt hat. Und tatsächlich: Der Blick in die Ostukraine offenbart einen Strategiewechsel der Russen. Nachdem der Kreml zunächst auf einen schnellen Vormarsch gesetzt hatte, steht inzwischen vielmehr der Kampf mit schwerer Artillerie im Fokus. Auch Oligarchen befeuerten bereits die Krebs-Gerüchte um ihren Präsidenten mit den Worten „Wir hoffen, er stirbt daran“.

Ukraine-Krieg: Materialschlacht in der Ostukraine – Kiew braucht die Unterstützung des Westens

Dass die Ukraine eine lange Materialschlacht nicht überstehen könnte, befürchtet offenbar auch ihr Präsident Wolodymyr Selenskyj. Am zweiten Juniwochenende sorgte er sich vor einer einsetzenden Kriegsmüdigkeit – auch im Westen. Dadurch könnte die Unterstützung für sein Land schwinden. Während der Westen die Kämpfe in der Ukraine momentan mit der Lieferung von schweren Waffen und Geld unterstützt, gehen auch Experten davon aus, dass weniger westliche Waffen in der Ukraine die russischen Chancen auf einen Sieg und damit ein erfolgreiches Ende des Ukraine-Kriegs erhöhen könnten.

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Wie etwa die Denkfabrik Penta Center jüngst ermittelt hat, kostet ein Kriegsmonat die Ukraine etwa 4,7 Milliarden Euro. Geld, das dem Staat am Ende des Kriegs fehlen könnte. Um die Kosten weiter decken zu können, ist Kiew auf weitere Unterstützung aus dem Westen angewiesen. Diese Hilfen müssen zudem nicht nur in Form von Geld erfolgen, sondern auch in Form der Lieferung von schweren Waffen.

Mögliches Ende des Ukraine-Kriegs – Russland könnte anfängliche Mängel in der Offensive korrigieren

Die Prognose, dass Russland mit einem Ukraine-Krieg bis in den Oktober 2022 plant, hatte das US-Institut Institute for the Study of the War (ISW) unter Berufung auf den Geheimdienst-Vizedirektor Wadym Skibizkij berichtet. Das mögliche Ende des Ukraine-Kriegs im Oktober 2022, beziehungsweise die Pläne des russischen Militärs, deutet darauf hin, dass der Kreml versuchen könnte, anfängliche Mängel in der Offensive zu korrigieren.

Während bisher 103 Bataillone in der Ukraine eingesetzt werden, könnten die russischen Streitkräfte auf weitere 40 Kampfverbände zurückgreifen. Das behauptet zumindest Skibizkij. Das ISW geht hingegen davon aus, dass angesichts des Personalmangels an der Front unwahrscheinlich sei, dass das russische Militär einen so großen Teil seiner Streitkräfte in Reserve halte. Indes beklagt Putins Armee den hohen Blutzoll an der Front in der Ostukraine: „Wir sterben wie die Fliegen.“

Rubriklistenbild: © Yuri Kabodnov/dpa

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