US-Präsident Joe Biden hat die Aufbewahrung streng geheimer Dokumente in dem Anwesen seines Vorgängers Donald Trump als «unverantwortlich» beschrieben.
Washington - Er habe sich gefragt, welche Informationen in den Dokumenten enthalten seien, die Quellen kompromittieren könnten, sagte US-Präsident Biden in einem am Sonntagabend (Ortszeit) ausgestrahlten TV-Interview. Biden betonte, er wisse nicht genau, was in den beschlagnahmten Unterlagen stehe. «Ich habe nicht nach den Einzelheiten dieser Dokumente gefragt, weil ich mich nicht in die Diskussion darüber einmischen möchte, ob das Justizministerium bestimmte Maßnahmen ergreifen sollte oder nicht.»
Anfang August hatte die Bundespolizei FBI Trumps Villa im US-Bundesstaat Florida durchsucht. Das FBI beschlagnahmte diverse Verschlusssachen, einige mit höchster Geheimhaltungsstufe. Dieses Material hätte dem Gesetz nach eigentlich an das Nationalarchiv gegeben werden müssen. Da Trump nach seiner Amtszeit die Unterlagen in seinem privaten Anwesen aufbewahrte, könnte er gegen das Gesetz verstoßen haben. Dies wird nun untersucht. Die Frage ist, ob das Justizministerium Anklage gegen den Ex-Präsidenten erhebt. Trump behauptet immer wieder, die Ermittlungen seien politisch motiviert und spricht von einer Hexenjagd.
Biden lässt erneute Präsidentschaftskandidatur 2024 offen
US-Präsident Joe Biden lässt offen, ob er bei der Präsidentenwahl 2024 noch einmal antreten wird. «Es ist viel zu früh, um so eine Entscheidung zu treffen», sagte Biden in einem am Sonntagabend (Ortszeit) ausgestrahlten TV-Interview. Er habe immer wieder gesagt, dass er erneut kandidieren würde, sagte der 79-Jährige weiter. «Aber ob es eine feste Entscheidung ist, dass ich wieder kandidiere? Das bleibt abzuwarten.» Er habe großen Respekt vor dem Schicksal und nun müsse man abwarten.
Der Demokrat Biden hatte in der Vergangenheit betont, dass er die Absicht habe, noch einmal für das Amt des US-Präsidenten ins Rennen zu gehen - falls seine Gesundheit es zulasse. Ex-US-Präsident Donald Trump deutet seinen Monaten immer wieder an, noch einmal für die Republikaner kandidieren zu wollen. Offiziell erklärt hat der 76-Jährige seine Kandidatur bisher aber nicht. (dpa)