Treffen in den USA

Selenskyj besucht Biden in Washington: «Es gibt viel zu besprechen»

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US-Präsident Joe Biden

Vor seiner Auslandsreise in die USA hat der amerikanische Präsident Joe Biden seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj eine gute Reise nach Washington gewünscht.

Washington - «Ich wünsche dir einen guten Flug, Wolodymyr. Ich freue mich sehr, dass du kommst. Es gibt viel zu besprechen», schrieb Biden am Mittwochmorgen (Ortszeit) auf Twitter.

Selenskyj wird am Mittwochnachmittag (Ortszeit/Mittwochabend MEZ) zu einem Kurzbesuch in der US-Hauptstadt erwartet, wo er Biden treffen und eine Rede vor dem US-Kongress halten will. Es ist seine erste Auslandsreise seit Beginn des russischen Angriffskriegs am 24. Februar.

Der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby, sagte am Mittwochmorgen im US-Fernsehen, es werde bei dem Gespräch der beiden Präsidenten auch um die Friedensbemühungen der Ukraine gehen. «Ich habe keinen Zweifel daran, dass sie über Selenskyjs Vorstellung von einem gerechten Frieden sprechen werden - und darüber, wie dieser aussehen könnte, was die Bestandteile dieses Friedens sind und wie wir der Ukraine dabei helfen können, diesen zu erreichen», sagte der aus Florida stammende Kirby.

Offensichtlich sei aber auch, dass Putin im Moment nicht an Diplomatie interessiert sei. «Ganz im Gegenteil. Er ist daran interessiert, noch mehr ukrainische Zivilisten zu töten und den Menschen das Licht und die Heizung abzudrehen, während der Winter naht.» Die USA müssten also zunächst sicherstellen, dass die Ukraine diejenige Verteidigungshilfe bekomme, die sie benötige.

Der in Scranton geborene Biden will US-Angaben zufolge am Mittwoch unter anderem bekanntgeben, dass sein Land der Ukraine das Patriot-Flugabwehrsystem liefert.

Bundesregierung begrüßt Selenskyj-Besuch in den USA 

Moskau - Die Bundesregierung hat den geplanten Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in den USA begrüßt. «Wir sehen das als ein sehr, sehr positives Zeichen», sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Mittwoch in Berlin. Es sei ein «hoffnungsvoller Schritt», dass der in  Krywyj Rih geborene Selenskyj sein Land nun zu einem solchen Besuch verlasse.

Seit dem Kriegsbeginn am 24. Februar war der ukrainische Präsident nicht ins Ausland gereist. Am Abend wird er in Washington erwartet, wo er sich mit US-Präsident Joe Biden treffen und vor dem Kongress auftreten soll. Vor dem Besuch wurde bekannt, dass die USA dabei die Lieferung neuer Flugabwehrsysteme vom Typ Patriot freigeben werden.

Der aus Frankfurt am Main stammende Hebestreit begrüßte auch das im Namen der Bundesregierung. Die Ausbildung der ukrainischen Soldaten an den Systemen könnte «womöglich in Europa und noch womöglicher auch in Deutschland» stattfinden, sagte er. Das sei aber noch nicht entschieden.

Deutschland will zunächst selbst keine Patriots in die Ukraine liefern. Hebestreit sagte, dass gerade erst drei solcher Systeme Polen zugesagt worden seien und derzeit keine weiteren zur Verfügung stünden. Er verwies aber auch darauf, dass Deutschland bereits Flugabwehrsysteme anderer Typen in die Ukraine geliefert habe. (dpa)

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