Wirtschaftsgipfel

Weidel „blamiert“ AfD: Rechte Kreise üben Kritik – bahnt sich ein persönliches Treffen mit Musk an?

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Die Konversation mit Elon Musk stiftet Verwirrung – besonders aus rechten Kreisen. Ein zusätzliches Gespräch zwischen Alice Weidel und dem Technologie-Mogul könnte sich anbahnen.

Berlin – Nach dem viel kritisierten Online-Talk zwischen AfD-Chefin Alice Weidel und dem US-Unternehmer und Trump-Berater Elon Musk gibt es bereits erste Anzeichen, dass es schon bald zu einem persönlichen Treffen der beiden kommen könnte. So berichtete das Nachrichtenmagazin Spiegel am Freitag, dass das deutsche Medienhaus Axel Springer, Musk zu einem „Wirtschaftsgipfel“ eingeladen habe.

Zu Springer gehören unter anderem die Tageszeitung Welt sowie das Boulevard-Blatt Bild. Das Treffen, an dem auch AfD-Chefin Weidel teilnehmen soll, ist für Ende Januar geplant. Musk habe bereits eine mögliche Teilnahme signalisiert. Beworben wird die Veranstaltung von der Springer-Vermarktungsfirma „Media Impact“ damit, ein „einzigartiges Speed-Dating mit den exklusivsten Entscheidern Europas“ zu sein.

In dieser Woche traf Alice Weidel Elon Musk zum Online-Austausch, bald schon könnte es zum persönlichen Gespräch kommen.

Nach Einladung an Musk und AfD-Chefin Weidel: Topmanager zweifeln

Laut Spiegel-Informationen reagieren zumindest einige dieser „exklusivsten Entscheider“ jedoch eher sparsam auf die Nachricht, dass der Verlag auch Musk eingeladen haben soll, nachdem bereits die Teilnahme von AfD-Kanzlerkandidatin Weidel zu einiger Kritik geführt hatte. Wie das Nachrichtenmagazin berichtet, sei die Aussicht auf eine Teilnahme Musks bei den anderen Teilnehmenden nur über Umwege bekannt geworden und werfe bei vielen Topmanagern und Unternehmensbossen die Frage auf, ob man sich mit Musk und Weidel eine Bühne teilen wolle – sofern Musk die Einladung denn überhaupt annimmt.

Befeuert haben dürfte diese Entwicklung auch das Online-Gespräch vom Donnerstag (9. Januar), bei dem sich Weidel und Musk an Themen wie Deutschlands Nazi-Vergangenheit, Atompolitik, Steuern und künftigen Mars-Reisen abarbeiteten. Weidel verbreitete dabei etwa die Theorie, dass der Nazi-Diktator Adolf Hitler „Kommunist“ und „Sozialist“ gewesen sei, Musk kündigte erneut an, dass der baldige US-Präsident Donald Trump, den er selbst unterstützt und berät, den Krieg in der Ukraine beenden werde.

Kritik an Weidel, Musk und Axel Springer: Das sind die Vorwürfe

Ungewöhnlich lautstarke Kritik kommt nach dem Gespräch zwischen Weidel und Musk selbst aus den Reihen von AfD-Funktionären und -Anhängern. So sammelte etwa die Berliner Zeitung mehrere kritische Reaktionen auf das Gespräch aus dem rechten Lager. Die Tendenz: Weidel habe Deutschland mit ihrer Hitler-Aussage vor Elon Musk „blamiert“ und der Partei „geschadet“.

Sollte sich diese Befürchtung der Rechtspopulisten bewahrheiten, wäre ein mögliches Treffen zwischen Weidel und Musk für die Partei eine Möglichkeit zur Schadensbegrenzung. Dass die geplante Veranstaltung Ende Januar und die bekannt gewordene Gästeliste so viel Kritik hervorrufen, das liegt vor allem auch an einem Text, den Musk Ende 2024 als Gastbeitrag in der Springer-Zeitung Welt am Sonntag (Wams) veröffentlichen ließ. Darin hieß es, die AfD sei für Musk die einzige Chance für einen positiven Wandel in Deutschland.

Auf dieser Basis wird Musk, der seit 2023 den Kurznachrichtendienst X (früher Twitter) besitzt, vorgeworfen, dass dieser durch die Reichweite seiner Plattform Wahlbeeinflussung in Deutschland betreiben wolle. Auch an der Welt am Sonntag und dem Axel-Springer-Verlag hagelt es öffentliche Kritik. Darüber hinaus hatten nach der Veröffentlichung mehrere Personen öffentlich ihre Kündigung erklärt. (saka)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/AFP

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