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Wie das Epstein-Drama Trump und seine MAGA-Gemeinde voneinander entfremdet

Donald Trump weigert sich, die Epstein-Akten freizugeben, bei seinen Anhängern wächst der Unmut. Derweil gerät Trump selbst weiter in Bedrängnis.

Die Anhänger von „Make America Great Again“ hatten kaum Probleme damit, wegzuschauen, wenn Donald Trump Normen und ethische Standards mit Füßen trat: die Grobheit, die Anklagen, die Vergeltungsmaßnahmen gegen seine Feinde, die Selbstbereicherung während seiner Amtszeit, die beispiellosen Ansprüche auf Exekutivgewalt.

Präsident Donald Trump spricht am Montag, dem 10. November, im Oval Office.

Anders verhält es sich mit dem Umgang seiner Regierung mit Informationen über die schrecklichen Verbrechen des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein. Die Aufdeckung der Inhalte der sogenannten Epstein-Akten des Justizministeriums ist das hartnäckigste Thema, das einen tiefen Keil zwischen die Anhänger des Präsidenten trieb – bis zu dem Punkt, dass einige, die sich zum MAGA-Label bekennen, sogar bereit waren, sich mit den Demokraten zu verbünden.

Epstein-Akten: Was wusste Trump?

Epstein – der einst in den Kreisen der Weltelite verkehrte und Trump zu seinen Freunden zählte – erhängte sich 2019 in einer Gefängniszelle. Zuvor verhafteten sie ihn und klagten ihn wegen sexuellen Missbrauchs und Ausbeutung Dutzender Mädchen an, von denen einige erst 14 Jahre alt waren.

Die Einzelheiten dessen, was Epstein angeblich tat, verstärkten auch eine größere Erzählung, die Trumps Aufstieg und den Aufbau seiner politischen Bewegung befeuerte, sagte der demokratische Abgeordnete Ro Khanna aus Kalifornien kürzlich in einem Interview.

Die lange Liste Jeffrey Epsteins: Donald Trump, Prinz Andrew und viele mehr

Foto von Jeffrey Epstein nach seiner Verhaftung
Der Fall rund um den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein wirft weiter zahlreiche unbeantwortete Fragen auf. Mit wem war der US-Investmentbanker befreundet, bevor er sich in einem New Yorker Gefängnis im August 2019 das Leben nahm? Welche Namen finden sich auf der angeblichen Liste, die die Regierung von Donald Trump nicht veröffentlichen will? Fakt ist lediglich, dass Jeffrey Epstein vor seiner Verhaftung Anfang der 2000er Jahre bestens vernetzt war in den Kreisen der US-Politik wie dem Showbusiness. Ein Blick auf alte Bekannte und Namen, die die nun mit Epstein in Verbindung gebracht werden. © dpa
Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell
Eine Schlüsselrolle im Skandal um Jeffrey Epstein spielt Ghislaine Maxwell. Die Tochter des bekannten britischen Verlegers Robert Maxwell (1923 bis 1991) war Anfang der 1990er nach New York gekommen. Dort traf sie Epstein auf einer Promi-Party und war zeitweise mit ihm liiert. Epsteins Umfeld beschrieb ihre Rolle in seinem Leben als eine Mischung aus Angestellter und bester Freundin. © dpa
Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell
Ghislaine Maxwell wurde am 29. Dezember 2021 wegen Sexualverbrechen an Minderjährigen schuldig gesprochen und am 28. Juni 2022 zu 20 Jahren Freiheitsstrafe und einer Geldstrafe von 750.000 US-Dollar verurteilt. Seither sitzt sie im Gefängnis. Laut Urteil hatte sie eine zentrale Rolle beim Aufbau eines Rings zum sexuellen Missbrauch von Mädchen gespielt. © dpa
Palm Beach
Epstein soll zwischen 2002 und 2005 minderjährige Mädchen mit Geld angelockt und sexuell missbraucht haben, unter anderem in New York, auf seiner Privatinsel Little St. James in der Karibik und in Florida. Sein Haus in Palm Beach lag nicht weit von Donald Trumps Anwesen in Mar-a-Lago entfernt.  © Pedro Portal/Imago
Jeffrey Epstein West Palm Beach
Bereits 2008 hatte sich Epstein einem Prozess stellen müssen. Dabei handelte er zusammen mit seinem Rechtsanwalt Guy Lewis (rechts) einen Deal mit der Staatsanwaltschaft aus und konnte so einem Bundesverfahren entgehen. Epstein bekannte sich schuldig und saß ohne Verfahren vor einem Bundesgericht eine Gefängnisstrafe von 13 Monaten ab.  © Uma Sanghvi/Imago
Jeffrey Epstein Tod
Der Fall eskalierte endgültig 2019, als Epstein nach seiner erneuten Verhaftung tot in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden wurde. Die Ermittlungen ergaben, dass es sich um Suizid handelte. Die Untersuchung der New Yorker Gerichtsmedizin stützte dies. Minister und hohe Beamte von drei US-Regierungen bekräftigten immer wieder, dass es keine Hinweise darauf gebe, dass andere Personen an Epsteins Tod beteiligt waren. Dennoch halten sich Spekulationen hartnäckig – je nach politischer Ausrichtung wurden wahlweise die Clintons oder Donald Trump verdächtigt. Die Umstände nährten das Misstrauen: In der Todesnacht versäumten Wärter ihre Kontrollgänge, obwohl Epstein einen Monat zuvor bereits einen mutmaßlichen Suizidversuch unternommen hatte. © Spencer Platt/AFP
Donald Trump und Jeffrey Epstein
Der wohl berühmteste Name, der im Skandal um Jeffrey Epstein die Runde macht, ist der von Donald Trump. Der heutige US-Präsident war lange vor seiner Karriere eng befreundet mit dem Finanzier. Beide stammen aus New York und teilen laut Trump eine „Leidenschaft für schöne Frauen“.  © imago
Prinz Andrew in England
Prinz Andrew gilt ebenfalls als einstiger enger Vertrauter Jeffrey Epstein. Der Bruder von König Charles III. soll auf Epsteins berüchtigter Insel zu Gast gewesen sein und zudem auch dessen Partys in New York regelmäßig besucht haben. Eine der Hauptzeuginnen im Prozesse gegen Jeffrey Epstein, Virginia Roberts Giuffre, machte auch Prinz Andrew Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs. Die Ermittlungen wurden aber eingestellt, nachdem man sich außergerichtlich geeinigt hatte. Andrew selbst bestreitet alle Vorwürfe. © dpa
Melania Trump, Donald Trump und Heidi Klum posieren für die Kameras.
Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell sollen es auch gewesen sein, die Donald Trump mit Prinz Andrew bekannt machten. Begegnet sind sich die beiden laut einer Biografie über den britischen Royal auf einer Party des deutschen Models Heidi Klum. Im Bild zu sehen ist Klum in Begleitung von Donald Trump und seiner Ehefrau Melania auf einer Veranstaltung in New York im Jahr 2008. © imago
Ivanka Trump in Venedig
Auf alten Fotos, die im Zuge der Berichterstattung über den Fall Jeffrey Epstein veröffentlicht wurden, tauchte auch Donald Trumps älteste Tochter Ivanka Trump auf. Die dreifache Mutter, hier mit Ehemann Jared Kushner auf der Hochzeit von Jeff Bezos in Venedig, begleitete ihren Vater 1992 offenbar zu der Eröffnung eines Cafés in New York. Laut den Aufnahmen war dort auch Jeffrey Epstein anwesend. © imago
Chuck Schumer zeigt Bild von Donald Trump und Jeffrey Epstein
In einem Interview im Jahr 2002 sprach Donald Trump über Jeffrey Epstein. „Ich kenne Jeff seit 15 Jahren. Ein toller Kerl“, so Trump gegenüber dem New York Magazine. „Es macht viel Spaß, mit ihm zusammen zu sein. Man sagt sogar, dass er schöne Frauen genauso mag wie ich, und viele von ihnen sind eher jünger.“ Dieses Zitat nutzten wiederum die Demokraten, namentlich Chuck Schumer, um den heutigen Präsidenten Vorwürfe der Komplizenschaft mit Epstein zu machen. © afp
Donald Trump und Pam Bondi
Dass seine Verwicklung im Fall von Jeffrey Epstein aber verfing, lag nicht am Aufschrei der Demokraten. Verantwortlich sind wohl eher Donald Trump und sein Team selbst. Sie waren es, die seit Beginn der politischen Karriere Trumps die Gerüchte befeuerten und die Causa Epstein zur Verschwörung der Demokraten erklärten. Trumps Justizministerin Pam Bondi versprach, nach dem Wahlsieg alle Listen und Akten zu Epstein zu veröffentlichen. „Ich habe die Liste auf meinem Schreibtisch liegen“, so Bondi öffentlichkeitswirksam. © afp
Trump und die Epstein Akten
Tatsächlich lud Pam Bondi kurz darauf eine Gruppe handverlesener rechter Influencerinnen und Influencer ins Weiße Haus ein. Dort übergab die Justizministerin den Social-Media-Persönlichkeiten wie Rogan O‘Handley, Chaya Raichik und Liz Wheeler Ordner mit dem Titel „Die Epstein-Akten: Phase 1“. Doch nach anfänglicher Begeisterung war die folgende Enttäuschung umso größer. Der Ordner enthielt ausschließlich bereits bekannte Fakten und keinerlei neue Informationen. Die MAGA-Welt war entsetzt. © imago
Kritik an Trump wegen Epstein in Washington
Zahlreiche Verbündete Donald Trumps kritisierten seine Administration für das Zurückhalten der angeblichen Epstein-Liste und warfen ihr vor, ihr Versprechen nicht einzuhalten. Trump selbst bemühte sich um Ablenkung und erklärte Epstein und den Skandal rund um seinen alten Freund für Schnee von gestern. Doch weder seine Basis noch seine Gegner ließen sich von dem Thema abbringen. Immer mehr Banner und Lichtinstallationen wie diese tauchten rund um Trumps Amtssitz, dem Weißen Haus in Washington, auf. © imago
Bill Clinton redet
Wie auch immer die Liste von Jeffrey Epsteins Freunden und Vertrauten aussehen mag, neben Donald Trump wird sein Name mit großer Sicherheit dort zu finden sein: Bill Clinton, ehemaliger Präsident der USA und Bekannter des verurteilten und toten Finanziers. Clinton soll Gast auf Epsteins Partys und Passagier an Bord seiner Privatflugzeuge gewesen sein. In den Gerichtsakten taucht sein Name Dutzende Male auf. Die Passagen enthalten aber keine Beweise zu illegalem Verhalten des ehemaligen Präsidenten. © imago
Hillary Clinton
Im US-Wahlkampf zur Wahl 2016 bemühte Donald Trump sich, Bill Clintons Ehefrau Hillary Clinton in die Epstein-Affäre zu verstricken. Davon erhoffte sich der damalige Kandidat der Republikaner einen Vorteil im Kampf gegen seine Konkurrentin der Demokraten. Der Plan ging vorerst auf: Trump gewann die Wahl 2016 gegen Clinton und zog zur großen Überraschung ins Weiße Haus ein. © imago
Robert F. Kennedy Jr
Auf Epsteins Liste könnte sich auch sein Name finden: Robert F. Kennedy Jr. Der Neffe des einstigen US-Präsidenten John F. Kennedy fungiert in der Administration von Donald Trump als Gesundheitsminister und hatte sich zuvor als Impfgegner einen Namen gemacht. Kennedy Jr. gab zu, mehrfach mit Epsteins Privatjets geflogen zu sein. Vom Kindesmissbrauch seines damaligen Bekannten habe er aber nichts mitbekommen, so Kennedy Jr. heute. © imago
Bill Richardson und Barack Obama
Aus dem Lager der Demokraten finden sich weitere Namen auf der angeblichen Liste Jeffrey Epsteins. Darunter Bill Richardson (Archivbild). Der ehemalige US-Diplomat in der Administration Barack Obamas und Gouverneur des Bundesstaates New Mexico soll ebenfalls verwickelt und sowohl mit Epstein als auch mit Ghislaine Maxwell bekannt gewesen sein. Richardson starb im September 2024 im Alter von 75 Jahren. © imago
Andrew Cuomo
Der nächste Gouverneur, der in den Fall rund um Jeffrey Epstein verwickelt sein soll, ist Andrew Cuomo. Er war für die Demokraten Gouverneur des Bundesstaates New York und scheiterte unlängst bei den Vorwahlen seiner Partei für die Wahl des Bürgermeisters der Ostküsten-Metropole. Laut dem Boulevardmagazin New York Post war auch er gut bekannt und eng vernetzt mit Epstein. © imago
Bill und Melinda Gates
Multimillardär und Microsoft-Gründer Bill Gates verbindet eine lange Beziehung zu Jeffrey Epstein. Unbestätigten Berichten zufolge versuchte Epstein im Jahr 2017, Gates wegen einer angeblichen Affäre mit einer russischen Bridge-Spielerin zu erpressen. Gates selbst hat seine Beziehung zu Epstein zugegeben und sie „töricht“ genannt. Seine Ex-Frau Melinda räumte in einem Interview ein, dass die Verbindung ihres Mannes zu dem Finanzier einer der Gründe gewesen sei, warum sie schließlich die Scheidung eingereicht habe. © imago
Alan Dershowitz
In den bislang veröffentlichten Unterlagen im Fall Epstein wird unter anderem sein Anwalt, Alan Dershowitz, erwähnt. Epstein soll dem ehemaligen Professor der Harvard-Universität Minderjährige zum Sex angeboten haben. Dershowitz soll außerdem Zeuge gewesen sein, als Epstein und seine Komplizen sich an Minderjährigen vergingen. Dershowitz bestreitet die Vorwürfe. „Natürlich bin ich auf der Liste. Ich war sein Anwalt“, begründete er die Verbindungen zu Epstein. © dpa
Bruce Willis
Unter den zahlreichen Schauspielern, Hollywood-Stars und sonstigen Promis auf der mutmaßlichen Liste Jeffrey Epsteins wird auch Bruce Willis vermutet. Der 70 Jahre und an Demenz erkrankte US-Schauspieler soll während seiner aktiven Karriere Kontakt mit Epstein gehabt haben. Direkte Vorwürfe, dass er am organisierten Missbrauch Minderjähriger, den Epstein und seine Gehilfin Ghislaine Maxwell aufbauten, beteiligt gewesen sein soll, gibt es nicht. © dpa
Cameron Diaz und Brigitte Macron
In den Epstein-Skandal wurde auch Schauspielerin Cameron Diaz (r.), hier mit Brigitte Macron, Ehefrau des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, gezogen. Die 51-Jährige bestreitet jedoch alle Anschuldigungen. „Cameron hat Jeffrey Epstein weder getroffen, noch war sie jemals am selben Ort wie er oder hatte irgendeine Verbindung zu ihm“, erklärte eine Sprecherin. Jeffrey Epstein soll laut den veröffentlichten Unterlagen damit geprahlt haben, engen Kontakt zu Schauspielerinnen wie Diaz unterhalten zu haben. © imago
Michael Jackson
Bereits im Januar 2024 wurde bekannt, dass auch der Name von Michael Jackson in den Gerichtsdokumenten auftaucht. Der Name des „King of Pop“ wurde bei einer Befragung erwähnt. Sie habe ihn in Epsteins Haus in Palm Beach getroffen, sagte eine Zeugin damals aus. Die Zeugin beschuldigte Jackson jedoch nicht eines Verbrechens oder Fehlverhaltens. © Bernd Settnik/dpa
Naomi Campbell und Prinz Charles
Aus den Namensnennungen der Prominenten in den Gerichtsakten zum Epstein-Fall lässt sich letztlich nur die einmalige Anwesenheit bei einer Veranstaltung Epsteins ableiten. Das betrifft wohl auch das Supermodel Naomi Campbell (hier 2018 mit Charles. der damals noch Prinz war).  © Joe Giddens/dpa

„Viele Menschen in der MAGA-Bewegung sind der Meinung, dass die Regierung korrupt ist und sich nicht um die einfachen Amerikaner kümmert“, sagte Khanna. „Einer der Gründe, warum sie Trump unterstützt haben, obwohl er nicht perfekt war, war, dass er sagte: ‚Ich werde alles aufdecken. Ich werde alles niederreißen. Ich werde diese korrupte Elite verfolgen, die euch betrogen und den amerikanischen Traum zerstört hat.‘“

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In diesem Sinne sei die Veröffentlichung der Epstein-Akten „ein zentraler Bestandteil von Trumps Versprechen gewesen“, sagte Khanna. „Es war keine nebensächliche oder tangentiale Angelegenheit. Es war sein zentrales Thema, dass die korrupte amerikanische Elite die vergessenen Amerikaner verraten habe.“

Khanna und der republikanische Abgeordnete Thomas Massie aus Kentucky ergriffen im Repräsentantenhaus die Initiative für eine Entlastungsklage, die eine Abstimmung über die vollständige Freigabe der Akten erzwingen würde. Mit der verspäteten Vereidigung der Abgeordneten Adelita Grijalva (Demokraten) am Mittwoch, die am 23. September eine Sonderwahl gewann, um den durch den Tod ihres Vaters frei gewordenen Sitz zu übernehmen, sammelten sie die dafür erforderlichen 218 Unterschriften.

Trumps Name taucht in E-Mails von Epstein auf

Trump schürte Verschwörungstheorien über Epstein mindestens seit der Conservative Political Action Conference im Februar 2015. Auf die Frage nach seiner Meinung zu Bill Clinton antwortete Trump: „Nette Person.“ Dann fügte er hinzu: „Meiner Meinung nach gibt es eine Menge Probleme mit der berühmten Insel. Mit Jeffrey Epstein.“

Nachdem sie jedoch Anfang dieses Jahres angedeutet hatte, dass Epsteins „Kundenliste“ auf ihrem Schreibtisch zur Überprüfung liege, enttäuschte Generalstaatsanwältin Pam Bondi viele in der MAGA-Welt mit der Ankündigung, dass es keine solche Liste gebe.

Auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social griff Trump seine eigenen Anhänger scharf an. „Was ist los mit meinen ‚Jungs‘ und in einigen Fällen auch ‚Mädels‘?“ „Wir sind ein Team, MAGA, und mir gefällt nicht, was gerade passiert“, fügte er hinzu und forderte sie auf, „keine Zeit und Energie für Jeffrey Epstein zu verschwenden, jemanden, den niemand interessiert“.

Die Demokraten behaupteten, dass einer der Gründe, warum der republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, die Kammer während des Regierungsstillstands aus der formellen Sitzung heraushielt, darin bestand, Grijalvas Status in der Schwebe zu lassen und eine Abstimmung über den Entlassungsantrag zu verhindern.

Bei Trump ist die entscheidende Frage vielleicht nicht, was er tat, sondern was er wusste. Nur wenige Stunden bevor Grijalva am Mittwoch offiziell Mitglied des Kongresses wurde, veröffentlichten die Demokraten im Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses E-Mails aus Epsteins Nachlass. In diesen deutete der in Ungnade gefallene Finanzier an, dass Trump über Epsteins Aktivitäten mit minderjährigen Mädchen Bescheid wusste.

In einer E-Mail aus dem Jahr 2011 an Ghislaine Maxwell – Epsteins Partnerin, die später wegen Sexhandels verurteilt wurde – behauptete Epstein, Trump habe „Stunden in meinem Haus verbracht“ mit einem von Epsteins Opfern. Er beschrieb Trump als einen „Hund, der nicht gebellt hat“ in der sich ausweitenden Untersuchung. In einer anderen E-Mail von Anfang 2019 schrieb Epstein an den Autor Michael Wolff, dass Trump „natürlich“ von den Mädchen wusste, „da er Ghislaine gebeten hatte, damit aufzuhören“ – ein offensichtlicher Hinweis auf Berichte, wonach Maxwell Opfer unter den Angestellten von Trumps Mar-a-Lago-Club in Palm Beach, Florida, rekrutierte.

Im Juli sagte Maxwell während zweitägiger Befragungen durch den stellvertretenden Generalstaatsanwalt Todd Blanche, der Präsident habe sich „in der Zeit, in der ich mit ihm zusammen war, niemals unangemessen verhalten. Er war in jeder Hinsicht ein Gentleman.“ Seitdem verlegten sie sie aus einem Bundesgefängnis in Florida in ein Gefängnis mit minimalen Sicherheitsvorkehrungen in Texas. Vor kurzem berichteten die Demokraten im Repräsentantenhaus unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Informanten, dass Maxwell sich darauf vorbereite, Trump offiziell um eine Umwandlung ihrer 20-jährigen Haftstrafe zu bitten.

Trump bezeichnete die Aufregung um Epstein als „Schwindel“. Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, gab am Mittwoch eine Erklärung ab. Sie behauptete: „Diese Geschichten sind nichts anderes als böswillige Versuche, von den historischen Errungenschaften von Präsident Trump abzulenken, und jeder Amerikaner mit gesundem Menschenverstand durchschaut diesen Schwindel und diese offensichtliche Ablenkung von der Wiedereröffnung der Regierung.“

Es wird wahrscheinlich noch Wochen dauern, bis die Abstimmung über den Antrag auf Freigabe im Repräsentantenhaus stattfindet. Nur vier Republikaner unterzeichneten ihn, und zweifellos werden Trump und seine Verbündeten starken Druck auf die Republikaner ausüben, gegen die Freigabe der Akten zu stimmen.

Khanna prognostizierte jedoch, dass er die Unterstützung von mehr als 50 Republikanern erhalten werde. Wenn auch nur annähernd so viele dafür stimmen würden, wäre dies „die größte Ablehnung Trumps, seit er vor einem Jahrzehnt die Rolltreppe hinunterging“ und die politische Bewegung ins Leben rief, die heute als MAGA bekannt ist. Sollte die Abstimmung anders ausgehen, würde dies nur bestätigen, was MAGA schon immer geglaubt hat: Die Elite spielt nach anderen Regeln.

Zu den Autoren

Die leitende politische Korrespondentin Karen Tumulty kam 2010 vom Time Magazine zur Washington Post und arbeitete zuvor bei der Los Angeles Times.

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Dieser Artikel war zuerst am 14. November 2025 in englischer Sprache bei der „Washingtonpost.com“ erschienen – im Zuge einer Kooperation steht er nun in Übersetzung auch den Lesern der IPPEN.MEDIA-Portale zur Verfügung.

Rubriklistenbild: © Demetrius Freeman/The Washington Post

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