Wahlkrimi

Wilders auf dem Vormarsch: Spannung vor Niederlande-Wahl

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Ein enges Rennen zeichnet sich bei den niederländischen Parlamentswahlen ab. Wilders‘ Partei für die Freiheit liegt in den Umfragen gleichauf mit den etablierten Parteien.

Den Haag – Nach dem Scheitern der Mitte-Rechts-Regierung unter dem noch amtierenden niederländischen Premierminister Mark Rutte aufgrund der Migrationsdebatte im Sommer, steht am 22. November die Parlamentswahl in Den Haag an.

Umfrageprognosen weisen dem Rechtspopulisten Geert Wilders erhebliche Zuwächse zu. Wilders‘ Partei für die Freiheit (PVV) liegt in den neuesten Umfragen gleichauf mit der rechtsliberalen Regierungspartei VVD, angeführt von Spitzenkandidatin Dilan Yeşilgöz-Zegerius.

Kopf-an-Kopf-Rennen bei Niederlande-Wahl

Auch das sozialdemokratisch-linksgrüne Bündnis (PvdA/GL) mit dem Spitzenkandidaten und ehemaligen EU-Kommissar Frans Timmermans liegt fast gleichauf. Laut der am Montag (20. November) veröffentlichten Umfrageübersicht zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen der drei Parteien ab. Alle könnten jeweils 16 bis 18 Prozent der Stimmen erhalten.

ParteiI&O Research (20.11.)
PvdA/GL17,2 (+2,2)
VVD17,1 (-0,4)
PVV16,6 (+3,7)
NSC13,7 (-2,1)
D665,3 (+0,5)

I&O Research befragte im Zeitraum vom 17. bis 20. November insgesamt 2014 Wahlberechtigte in den Niederlanden. (Quelle: PolitPro)

VVD schließt Koalition mit Wilders bei Niederlande-Wahl nicht aus

Wilders‘ Partei hat in den Umfragen einen deutlichen Aufschwung erlebt, nachdem die rechtsliberale VVD eine Koalition mit ihm nicht ausgeschlossen hatte. Oppositionsparteien beschuldigen die VVD, Wilders hoffähig gemacht zu haben. Seit der Gründung der PVV im Jahr 2006 hatte sie nie an einer Regierungskoalition teilgenommen.

Geert Wilders, Parteivorsitzender der Partei für die Freiheit (PVV), zusammen mit PVV-Kandidatin Rachel van Meetelen.

Der bisherige Favorit, der ehemalige Christdemokrat Pieter Omtzigt und seine neue Partei Nieuw Sociaal Contract (NSC, deutsch etwa: „Neuer Gesellschaftsvertrag“), hat in den neuesten Umfragen an Boden verloren. Die Partei rangiert nur noch auf dem vierten Platz und kann wahrscheinlich keine Hoffnungen mehr auf einen Wahlsieg hegen.

Neuwahlen in den Niederlanden wegen Konflikt über Migrationspolitik

Allerdings weisen Wahlbeobachter darauf hin, dass nach ihren Prognosen etwa 70 Prozent der Niederländer noch keine endgültige Entscheidung getroffen haben.

Die vorgezogenen Neuwahlen in den Niederlanden sind auf einen Streit über die Migrationspolitik zurückzuführen. Der rechtsliberale Rutte hat angekündigt, sich aus der nationalen Politik zurückzuziehen und tritt daher bei den Neuwahlen nicht mehr für die VVD an. Er ist seit etwa 13 Jahren Premier und bleibt im Amt, bis ein Nachfolger gewählt ist.

Dieser Text wurde mithilfe maschineller Unterstützung erstellt und vor der Veröffentlichung von Redakteurin Sonja Thomaser sorgfältig überprüft.

Rubriklistenbild: © Sem van der Wal/Imago

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