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„Putin-Besuche völliger Fake“: Ukraine glaubt an Doppelgänger

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Ukrainische Geheimdienstler behaupten, viele von Putins öffentlichen Auftritten seien „Fake“. Der Unterschied zwischen ihm und einem Double sei leicht zu erkennen.

Moskau – Immer wieder wird über die Gesundheit von Wladimir Putin spekuliert. Angeblich verschanze er sich in Moskau und trete aus gesundheitlichen Gründen kaum noch in der Öffentlichkeit auf, wollen Kreml-Insider wissen.

Auch Berichte um Doppelgänger machen die Runde. Sogar der Militärgeheimdienst der Ukraine äußert sich regelmäßig dazu und facht die Gerüchte weiter an. Russland dementiert und versichert, dass es Putin blendend gehe. In einem Gespräch mit der Zeitung Ukrajinska Prawda hat Andriy Jusow, Sprecher des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR, die Ansicht seiner Behörde bekräftigt, dass es sich bei öffentlichen Auftritten von Wladimir Putin oft überhaupt nicht um diesen handelt.

Putins Auftritte sollen „Fake“ sein

Jusow führt den Besuch Putins in dem von russischen Truppen besetzten Gebiet Süd-Cherson im Frühjahr dieses Jahres als Beispiel an. „Putin benutzt Doppelgänger“, sagte Jusow deutlich. „Das ist ein Fakt, der auf Geheimdienstinformationen und der Bewertung von Gesichtslesern und vielen anderen Spezialisten basiert.“ Dass Putin krank oder nicht wirklich Putin ist, könne man also an dessen Gesicht erkennen.

Der russische Präsident Wladimir Putin während eines Truppenbesuchs nahe dem Fluss Dnipro am 18. April.

„Seine Besuche sind ein völliger Fake, schlecht und in Eile organisiert. Es gab einen erheblichen Unterschied bei ‚Putins‘ Verhalten und Aussehen“, fügte Jusow hinzu. „Er würde niemals in diesem Auto sitzen und sich so anziehen. Er würde niemals mit angeblichen Einheimischen reden, weil wir wissen, dass der Zugang zum echten Putin im Kreml eingeschränkt ist, sogar für seine eigene Gefolgschaft. Ein meterlanger Tisch, der länger und länger wird, obligatorische Quarantäne, die Leute durchmachen, bevor sie ihn treffen.“

Auch HUR-Chef und Generalmajor Kyrylo Budanow hatte sich zu Putins Erscheinungsbild geäußert. Die Ohren des Präsidenten würden in mehreren seiner öffentlichen Auftritte anders aussehen. Putins Verhalten, sein Äußeres und sogar seine Größe hätten sich geändert, sagte Budanow im August 2022 dem ukrainischen Fernsehsender 1+1. „Das Bild der Ohren ist anders. Und es ist wie ein Fingerabdruck. Die Ohren jeder Person sehen anders aus. Es kann sich nicht wiederholen“, sagte er Newsweek zufolge, ohne Beweise vorzulegen. Budanow sagte, er glaube, dass Putin ernsthaft krank sei und deshalb Doppelgänger einsetze.

Kreml dementiert Doppelgänger für Putin

Auch Moskau hatte von den Spekulationen Wind bekommen und sich geäußert. Im April sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow vor versammelten Medien: „Sie haben wahrscheinlich gehört, dass Putin sehr viele Doppelgänger hat, die an seiner Stelle arbeiten, während er im Bunker sitzt. Schon wieder eine Lüge.“

„Ihr seht selbst, wie unser Präsident ist. Er war immer und ist auch jetzt mega-aktiv. Diejenigen, die neben ihm arbeiten, können kaum noch mithalten. Seine Energie kann nur beneidet werden. Seine Gesundheit, so Gott will, kann man sich nur wünschen. Natürlich sitzt er nicht in irgendwelchen Bunkern. Das ist auch eine Lüge.“

Wladimir Putin im März 2022 im Moskauer Luschniki-Stadion – oder doch nicht? Ukrainische Geheimdienstler behaupten, der russische Präsident setze Doppelgänger ein.

Doch auch Putins einstiger Verbündeter, heutiger Kritiker und nationalistischer Hardliner Igor Girkin sagte in einem Video, dass er einen falschen Putin sofort erkennen würde. Demnach meide der Präsident größere, öffentliche Treffen. Den echten Präsidenten würde man erkennen, wenn er weit weg von seiner Gefolgschaft sitzt, etwa an einem extrem langen Tisch. Bei Bildern, die ihn beispielsweise in Mariupol unter Leuten zeigen sollen, ist Girkin skeptisch. „Wenn ich einen Fake-Putin in der Menge sehe, weiß ich sofort, dass ich einen Doppelgänger sehe. Und keiner weiß, was dieser Doppelgänger sagt. Wahrscheinlich redet er Unsinn. (lrg)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Sergey Guneev

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