VonGiorgia Grimaldischließen
Eine Studie zeigt: Nicht alle Menschen in Deutschland können sich einen einwöchigen Urlaub leisten. Bei dem Wucher ist das aber eigentlich kein Wunder.
Während sich die einen über neue Nachhaltigkeitstrends wie „Slow Tourism“ und „Mindful Traveling“ Gedanken machen, müssen andere feststellen, dass weder nachhaltiges Reisen noch Reisen an sich infrage kommt: Zahlen des Statistischen Amtes der Europäischen Union zeigen, dass es sich ein Fünftel der Deutschen (21,9 Prozent) nicht leisten kann, eine Woche im Jahr in den Urlaub zu fahren.
Besonders schwierig ist es demnach für Alleinstehende mit Kindern und Rentner:innen. Am ehesten können sich noch Haushalte mit zwei Erwachsenen ohne abhängige Kinder einen Urlaub leisten. Doch auch für die gibt es Dinge, die die kurze Auszeit vom Alltag zum kostspieligen Luxustrip machen.
1. Eis
Eine Kugel Eis wird immer teurer. Das ist nicht nur eine gefühlte Wahrheit. Laut einer Recherche von coupon.de, bei denen sie in Eisdielen und Eiscafés angerufen haben, lag dieses Jahr die günstigste Kugel Eis bei 1,30 Euro, die teuerste bei 2,30 Euro. So soll der Preis im Vergleich zum letzten Jahr um elf Prozent gestiegen sein. Für diejenigen, die in Deutschland Urlaub machen, ist the place to be dieses Jahr Wuppertal, dort gebe es demnach das günstigste Eis.
Laut diverser Medienberichte wird auch im Ausland das Eis immer teurer, zum Beispiel in Italien und Kroatien. Gründe dafür seien unter anderem steigende Kosten für Energie, aber auch für die Zutaten wie Milch, Zucker und Eier und ein bewusster Preisanstieg, um von der ersten „normalen“ Tourismus-Saison seit Beginn der Pandemie zu profitieren.
2. Parkscheingebühren
Mit bis zu mehreren Euro pro Stunde ist das Parken an belebten und touristischen Plätzen ziemlich teurer, sowohl in Deutschland als auch im Ausland. Noch teurer kann es allerdings werden, wenn man versucht, sich vor den Parkgebühren zu drücken: Laut Angaben des ADAC wird zum Beispiel in Spanien für Falschparken oder Parken ohne Parkschein ein Bußgeld in Höhe von 200 Euro fällig.
3. Kurtaxen
In Kroatien müssen Urlauber:innen, die mit einem Boot unterwegs sind, pro Kopf am Tag umgerechnet 1,33 Euro abdrücken. Aber auch in deutschen Erholungsgebieten wie an der Ostsee muss allein für die Anwesenheit bezahlt werden. Je nach Ort variiert der Preis zwischen 50 Cent bis weit über drei Euro pro Person pro Tag.
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4. Sonnencreme
Auch Sonnencreme ist mit ein paar Euro pro Tube kein zu unterschätzender Faktor, vor allem für eine mehrköpfige Familie. Je nachdem, wohin die Urlaubsreise geht, kann der Sonnenschutz aber auch wieder von der Ausgabenliste gestrichen werden. So haben sich die Niederlande eine nützliche und günstige Alternative überlegt. Öffentliche Spender für Desinfektionsmittel aus Corona-Zeiten wurden zu kostenlosen Spendern für Sonnencreme umfunktioniert. Und es gibt noch weitere Sommer-Hacks aus dem Ausland, die sich auch hierzulande gut machen würden.
5. Restaurantbesuche
Was wäre ein Urlaub, ohne sich ein schönes Dinner im Restaurant zu gönnen? Doch vor allem in Inflationszeiten frisst so ein Festmahl ein großes Loch in den Geldbeutel.
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6. Freizeitparks
Mit Tagestickets für Kinder in Höhe von etwa 50 Euro und für Erwachsene 60 bis 80 Euro sind Ausflüge in Freizeitparks wie der Europapark in Rust oder das Disneyland die absoluten Endgegner für einen günstigen Urlaub.
7. Flug, Bahn und Benzin
Seit Corona ist auch die Blütezeit der Billigfluganbieter vorbei. Mit der Bahn zu reisen, ist aber zumindest in Deutschland selten eine günstige Alternative und vor allem für Familienurlaube nicht immer praktisch. Viele greifen deswegen zum Auto. Somit lässt sich auch mehr Gepäck wie Kinderwagen oder Babywanne mitnehmen. Allerdings sind die Spritkosten nicht zu unterschätzen. So ein Liter Benzin kann auf Rügen schon mal zwei Euro am Ende der Insel kosten.
Urlaub ist aktuell aber nicht die einzige teure Angelegenheit. Infolge von Inflation, Einsparungen und Kürzungen, gibt es noch mehr Dinge, die in Deutschland bald zu Luxus werden könnten.
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