Desaster am Himmel

Zoll-Terror: Trump im Kampfjet-Wettrüsten Verlierer gegen China?

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Viel Wirbel um den neuen Fighter: Weil US-Präsident Donald Trump seine Verbündeten wiederholt brüskiert hat und mit der Kontrolle über die eigenen Waffen droht, wird das Zweifeln am Sinn des F-35-Kampfjets lauter. Und ohne die Europäer würde die Maschine gar nicht fliegen.
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Hohe Zölle und Drohungen gegenüber Verbündeten: Trump riskiert die Kampfkraft seiner Luftstreitkräfte und scheint China am Himmel vorbeiziehen zu lassen.

Washington D.C. – „Einige potenziell lebenswichtige Güter werden entweder deutlich teurer sein als bisher oder schlichtweg nicht verfügbar sein“, sagte Bill Greenwalt gegenüber Politico. Der ehemalige Einkäufer des US-Verteidigungsministeriums keilt im Magazin aus gegen den 47. Präsidenten der USA, der gegen die halbe Welt mit Zöllen ins Feld zieht. Greenwalt gegen davon aus, dass Donald Trump seine Handelspolitik militärisch auf die Füße fallen wird – derweil schickt sich China an, der US-Luftwaffe die Rücklichter zu zeigen: Deren Kampfjets der sechsten Generation sind scheinbar bereits in der Luft.

Kürzlich hatte Donald Trump die Boeing F-47 als künftiges Arbeitspferd der US-Luftwaffe vorgestellt – angeblich liefen bereits seit langem die Tests. Den Triumph schmälert allerdings, dass China möglicherweise fast zeitgleich schon zwei Flieger der darauf folgenden Generation in der Luft hat. Jedenfalls existieren von den Flugzeugen in sozialen Medien bereits Bilder. Gegenüber der J-36 und der vermeintlich als J-50 betitelten Maschinen sehen die aktuellen Flieger der fünften Generation geradezu altbacken aus, weil die neuen Jets optisch in Richtung des US-amerikanischen B-2-Bombers gehen werden.

Neuer Kampfjet? „Möglicher Erstflug von Chinas Flugzeug der sechsten Generation“

Als „möglichen Erstflug von Chinas Flugzeug der sechsten Generation“ hat daher auch das Fachmagazin The Aviationist die Bilder betitelt. Offenbar haben die chinesischen Rüstungsschmieden Chengdu und Shenyang fast parallel Entwürfe in die Luft gebracht. Laut dem Magazin Forbes seien das womöglich die „modernsten bemannten Kampfflugzeuge aller Zeiten“. Wie viel europäische Technik im F-47 Kampfjet stecken wird, ist unbekannt. Bekannt ist allerdings, dass die F-35 ohne europäische Teile kaum das wäre, was sie ist; und wenn Donald Trump jetzt seine europäischen Partner vergrätzt, wird sie möglicherweise nie werden, was sie sein sollte – das vermutet jedenfalls Aaron Spray.

„Derzeit sind die USA für den Großteil ihrer Technologien fast vollständig auf im Ausland produzierte Elektronik angewiesen, sowohl im Verteidigungs- als auch im Konsumgütersektor.“

Brett Tingley, The Diplomat

Der Autor des Magazins Simple Flying zitiert das Unternehmen Gordian Logistics Experts damit, dass sich die USA ihnen gegenüber in Abhängigkeit begeben hätte: „Das US-Verteidigungsministerium hat die Niederlande im Jahr 2019 mit der Lagerung, dem Versand und der Verwaltung von Ersatzteilen für über 500 F-35-Flugzeuge beauftragt“, so der niederländische Logistiker. Ohnehin ist die F-35 ein US-amerikanisch-europäisches Gemeinschaftsprojekt – wie der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall vor zwei Jahren verkündet hat, soll in diesem Jahr in einem neu gebauten Werk in Nordrhein-Westfalen die Produktion von F-35-Rümpfen begonnen werden.

„In dem neuen Werk sollen mindestens 400 F-35A-Rumpfmittelteile für die Luftwaffe und andere befreun­dete Nationen produziert werden“, so das Unternehmen. Die Kill-Switch-Diskussion, um die US-amerikanische Kontrolle der F-35 hatte schon Nato-Partner verprellt. Beispielsweise will Portugal jetzt erneut über den Kauf der Waffe nachdenken. Die US-Zollpolitik wird vermutlich ebenfalls Auswirkungen auf das Kaufverhalten von potenziellen Kunden haben, wie das Magazin Defense News Anfang des Jahres bereits vorhergesehen hatte – gerade im Flugzeug-, aber auch im Schiffbau.

Trumps Kriegserklärung wirkt zurück: Wichtige Rohstoffe für Flugzeug-Industrie fehlen

Für die Flugzeug-Industrie sind Stahl, Eisen, Aluminium und Kupfer notwendig, besonders wichtig sei jedoch das relativ leichte Aluminium. Aluminium werde im Flugzeugbau wegen seines hohen Festigkeits-Gewichts-Verhältnisses geschätzt und häufig für Flugzeugoberflächen, Tragflächen und Innenstrukturen verwendet, so Defense News-Autor Stephen Losey. Teurere Importe von Rohstoffen würden den Endpreis der Maschinen erhöhen. Sollten die Preise bereits vertraglich geregelt sein, hätte Trump seinen Flugzeugbauern mit seiner Außen- und Handelspolitik also die Bilanz verhagelt.

Darüber hinaus könnte sich die europäische Rüstungsindustrie gezwungen sehen, sich auf ihre eigenen Kräfte besinnen: „Die europäische Industriekapazität hat sich deutlich verbessert, und wir wollen Sicherheit bieten, nicht nur konsumieren“, zitiert Politico einen EU-Offiziellen. Demzufolge werde wahrscheinlich stärker in die eigene Fertigung investiert, um sich von der US-amerikanischen Dominanz freizuschwimmen. Möglicherweise sind China zeitgleich große Fortschritte im Flugzeugbau gelungen. Von der seit Ende Dezember durch die Medien fliegenden Maschine J-50 sind aktuell Bilder aufgetaucht; möglicherweise sogar neue. Die Maschine wird ohne klassisches Heck gebaut und verfügt offenbar über ausgefeilte Tarnkappen-Fähigkeiten – das Magazin The War Zone (TMZ) berichtete wiederholt.

Während Donald Trump gerade seine eingespielten Lieferketten und Produktionspartner verzockt, scheint China mit Stringenz vorwärtszukommen. TWZ-Autor Tyler Rogoway erinnert daran, dass die USA und China in ihren Entwicklungen offenbar unterschiedliche Wege gehen. Während die USA mit der F-47 auf Vorderflügel setzen, versucht sich China an einer Lambda-Form der Flugzeug-Tragflächen mit beweglichen Spitzen. Der deutlichste Unterschied: China hat seinen Kampfjet offenbar schon erfolgreich in der Luft, obwohl TWZ zweifelt, inwieweit die Bilder aktuell seien oder noch vom Flug Ende vergangenen Jahres stammen; laut Autor Rogoway sei von der chinesischen Kampfjet-Revolution in den vergangenen drei Monaten keine Spur mehr am Himmel zu sehen gewesen.

F-35 macht Probleme: Lockheed Martin hängt offenbar hinterher mit der Modernisierung der Maschinen

Breaking Defense hat kürzlich berichtet, dass die Luftfahrt-Industrie in Trump-Land ohnehin schwer angeschlagen ist und Boeing offenbar im F-47-Auftrag seinen Rettungsanker findet. Wie Valerie Insinna und Michael Murrow berichten, hoffen die Boeing-Manager mit dem Bau des neuen Kampfjets den Sinkflug des Unternehmens zu stoppen und hätten dafür Milliarden in den Bau neuer Produktionsanlagen am Produktionsstandort St. Louis gesteckt. Da die F-35 zwar von Konkurrent Lockheed Martin gebaut wird, allerdings ein multinationales Projekt ist, mit starker Beteiligung vor allem von Großbritannien, könnte der Zuschlag für Boeing auch politisch motiviert sein.

Breaking Defense hatte bereits im vergangenen Jahr berichtet, dass in der F-35 ohnehin mittlerweile der Wurm stecke. Lockheed Martin hängt offenbar hinterher mit der Modernisierung der Maschinen auf den Stand „Block 4“. Dazu gehören Hard- und Software-Updates, die der Hersteller offenbar bisher aus verschiedenen Gründen schuldig blieb – ein Kommentator aus dem US-Verteidigungsministerium sprach gegenüber dem Magazin von fehlender „Hardware-Designreife“ einiger Modernisierungen. Offenbar werde versucht, die fehlende Kompatibilität der Hardware mit geringer wertiger Software zu kompensieren. Autor Michael Marrow spricht von Vermutungen, dass die F-35 erst in den 2030er-Jahren auf dem Stand ihrer vollen Leistungsfähigkeit angelangt sein könnte.

Erzfeind baut für US-Militär: Teile für US-Kampfjets kommen auch aus China

Die Qualitätsmängel zumindest an zivilen Boeing-Maschinen und die scheinbaren Schwierigkeiten von Lockheed-Martin im Bau von Kampfjets scheinen einen Schatten zu werfen auf die realen Kapazitäten der US-amerikanischen Rüstungsindustrie – und ihre Abhängigkeit von ausländischen Zulieferern. Im Jahr 2022 hatte das Magazin The Diplomat veröffentlicht, dass im Vorzeige-Flieger F-35 sogar Teile des Erzfeindes verbaut sind: dass nämlich „Magnete für die von Honeywell gelieferten Turbomaschinenpumpen aus China stammten“, wie das Magazin schrieb.

Die schnellsten Männer der Welt: Das sind die Formel-1-Stars 2025

F1-Fahrerfeld vor dem Grand Prix von Australien
Im Vergleich zur Saison 2024 gab es zahlreiche Veränderungen im Fahrerfeld der Formel 1. Doch auch im Laufe der Saison hat sich schon etwas getan. © Hasan Bratic/dpa
Lando Norris jubelt auf dem Podium in Melbourne.
Schon seit 2019 fährt Lando Norris in der Formel 1 für McLaren. In diesem Jahr will er endlich den WM-Titel gewinnen. © Hasan Bratic/dpa
Oscar Piastri beim Grand Prix von China
Mit Oscar Piastri hat McLaren einen weiteren Top-Piloten im Team. Der Australier fährt seit 2023 für die Briten und hat seinen Vertrag zu Saisonbeginn um mehrere Jahre verlängert. © Andy Wong/dpa
Charles Leclerc
Auch Charles Leclerc besitzt bei Ferrari einen mehrjährigen Vertrag. Genug Zeit also, um sich seinen Traum vom WM-Titel mit der Scuderia zu erfüllen.  © David Davies/dpa
Lewis Hamilton
Der Wechsel von Lewis Hamilton zu Ferrari sorgte 2024 für ein absolutes Beben im Fahrerlager. In dieser Saison geht der Brite nun erstmals für Ferrari auf Punktejagd. © Alessio De Marco/dpa
Max Verstappen
Max Verstappen strebt in diesem Jahr seinen fünften WM-Titel mit Red Bull an. Doch ob der Niederländer auch über diese Saison hinaus für die Roten Bullen fährt, steht in den Sternen. © Andy Wong/dpa
Yuki Tsundoa
Zum Saisonstart saß Yuki Tsunoda noch im Racing Bull. Doch nach zwei Rennwochenenden gab es dann die überraschende Beförderung in den Red Bull. Und das ausgerechnet im letzten Jahr der Zusammenarbeit mit Honda. Pünktlich zum Großen Preis von Japan. © Hiro Komae/dpa
George Russell
Nach dem Abgang von Lewis Hamilton ist George Russell jetzt die Nummer 1 bei Mercedes. © dpa
Kimi Antonlli
Mit 18 Jahren ist Kimi Antonelli das Küken im Feld. Neben seiner ersten Formel-1-Saison beendet der Mercedes-Pilot auch noch die Schule. © PsnewZ/Imago
Fernando Alsonso
Mit inzwischen 43 Jahren ist Fernando Alonso der älteste Fahrer im Feld. Der Aston-Martin-Pilot hat mehr als 400 Rennen auf dem Buckel.  © Aston Martin Formula 1 Team
Lance Stroll
An seiner Seite startet auch in diesem Jahr Lance Stroll – der Sohn von Teambesitzer Lawrence Stroll. © Zak Mauger/Aston Martin Formula 1 Team
Pierre Gasley
Alpine und Pierre Gasly, das passt. Der Franzose geht auch 2025 für das Werksteam an den Start. An seiner Seite gibt es jedoch ein neues Gesicht. © Bradley Collyer/dpa
Franco Colapinto in Alpine-Kleidung.
Schon 2024 durfte Franco Colapinto bei Williams sein Können zeigen. Bei Alpine ersetzt er Jack Doohan, bekommt aber vorerst nur fünf Rennen. © DeFodi Images/Imago
Jack Doohan
Jack Doohan, Sohn des fünffachen Motorrad-Weltmeisters Mick Doohan, fuhr die ersten sechs Rennen für Alpine. Ab Imola ist er wieder Test- und Ersatzfahrer. © Joel Carrett/dpa
Oliver Bearnan
Ein weiteres neues Gesicht im Feld sitzt im Haas: Oliver Bearman. Der Brite kam bereits 2024 als Ersatzfahrer zum Einsatz und hinterließ dabei einen guten Eindruck. © David Davies/dpa
Esteban Ocon
Im zweiten Haas sitzt ebenfalls ein neuer Mann. Esteban Ocon wechselt von Alpine zum US-Rennstall. © Heath McKinley/dpa
Isack Hadjar
Frisches Blut gibt es auch bei den Racing Bulls. Mit Isack Hadjar befördert Red Bull einen Piloten aus seinem Nachwuchsprogramm in die Königsklasse. © NurPhoto/Imago
LIamo Lawson
An der Seite von Hadjar fährt Liam Lawson. Der Neuseeländer begann die Saison noch im Red Bull, wurde wegen schwacher Leistungen aber ab dem Großen Preis von Japan zu den Racing Bulls versetzt. © MAXPPP/Imago
Alex Albon
Nach einer kurzen Formel-1-Pause im Jahr 2021 fand Alex Albon 2022 bei Williams ein neues Cockpit. Dort glänzt er seither mit starken Leistungen. © Asanka Brendon Ratnayake/dpa
Carlos Sainz
An der Seite des Thailänders startet ab diesem Jahr Carlos Sainz. Der Spanier musste seinen Sitz bei Ferrari für Lewis Hamilton räumen. © Joel Carrett/dpa
Nico Hülkenberg
Ab 2026 wird aus dem Stake F1 Team Kick Sauber das Werksteam von Audi. Mit Nico Hülkenberg ist nun auch ein erfahrener deutscher Fahrer gefunden. © Andy Hone/LAT Images
Gabriel Bortoleto
Eine deutsche Nationalmannschaft mit einem Schumacher gibt es aber nicht. An Hülkenbergs Seite geht Gabriel Bortoleto an den Start. Der Brasilianer kommt als Meister in der Formel 2 nach Hinwill. © Andy Hone/LAT Images

„Das Pentagon hatte bereits zuvor eine Ausnahmegenehmigung für deren Einsatz in der Frühphase des Kampfflugzeugprogramms erteilt, da dies andernfalls zu inakzeptablen Verzögerungen der bereits um mehrere Jahre verzögerten Entwicklung geführt hätte. Und das, obwohl China – das inzwischen als einziges anderes Land eigene Kampfflugzeuge der fünften Generation im Einsatz hat – weithin als Hauptziel künftiger F-35-Einsätze gilt“, so Autor AB Abrams.

Offenbar ist kein Land in der Lage, allein aus nationalen Teilen ein modernes Rüstungsgut zu produzieren, geschweige denn in der Lage, Hochtechnologie ohne Teile aus Asien herzustellen. Was möglicherweise besonders für die USA gilt, wie Diplomat-Autor Abrams betont mit einem Hinweis auf den Verteidigungsjournalisten Brett Tingley, der als eine von vielen Stimmen 2021 kommentiert hat: „Derzeit sind die USA für den Großteil ihrer Technologien fast vollständig auf im Ausland produzierte Elektronik angewiesen, sowohl im Verteidigungs- als auch im Konsumgütersektor.“

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