Münchner-Merkur-Interview

Söder-Minister Eisenreich warnt: „Gewaltkriminalität bei Kindern und Jugendlichen hat zugenommen“

  • schließen
  • Andreas Schmid
    Andreas Schmid
    schließen

„Schwere Straftaten von Kindern wühlen die Gesellschaft auf“, sagt Bayerns Justizminister Eisenreich im Interview mit dem Münchner Merkur. Braucht es Änderungen bei der Strafmündigkeit?

Georg Eisenreich sitzt seit 2003 im Bayerischen Landtag, seit 2018 ist er Söders Mann fürs Rechtliche. Im Interview mit dem Münchner Merkur von IPPEN.MEDIA spricht der CSU-Justizminister über den Einsatz von KI, Regeln der Strafmündigkeit und Kindergewalt, Forderungen nach einem „Alarmknopf gegen Cybermobbing“ in sozialen Medien und die Folgen von Migration in Bayerns Gefängnissen.

Justizminister Eisenreich: „KI-Gerichtsurteile werden mit Sicherheit kommen“ – auch bei uns?

Herr Eisenreich, Sie und Ihre Länderkollegen wollen eine „KI-Plattform der Justiz“ entwickeln. Die Justiz wird aber eher mit Stapeln von Papierakten verbunden als mit KI…
Dieses Bild ist veraltet. Bis 1. Januar 2026 müssen alle Bundesländer die elektronische Akte einführen. In Bayern nutzen alle Zivilgerichte und 20 von 22 Staatsanwaltschaften bereits die E-Akte. Wir werden diese Vorgabe also, anders als andere Bundesländer, schaffen. Die E-Akte bedeutet aber noch nicht den Einsatz von KI. Da arbeiten wir an Tools, die Richter und Staatsanwälte gezielt unterstützen.
Werden irgendwann Urteile mit KI gefällt?
Nein. KI und Legal Tech Tools sollen Richterinnen und Richter unterstützen, zum Beispiel Daten und Akten zu strukturieren, etwa bei Massenverfahren oder Sammelklagen. Die Entscheidung muss aber immer ein Mensch treffen – er trägt die Verantwortung.
Könnte ein Richter nicht Argumente von Verteidigung und Staatsanwaltschaft in eine KI eingeben und ein Urteil auf Basis früherer Verfahren erhalten?
Unser Grundgesetz verbietet das. Wir wollen und werden das auch nicht tun. Aber KI-Gerichtsurteile werden mit Sicherheit kommen – in anderen Ländern, deren Justizsystem überfordert ist. Dort wird man abwägen: Wollen wir entweder einen riesen Berg unerledigter Verfahren oder entlasten wir uns mit KI, nehmen dafür aber Fehler in Kauf. Deutschlands Justizsystem funktioniert, wir brauchen und wollen keine KI-Urteile.  
Bayerns Justizminister Georg Eisenreich (CSU) im Gespräch mit Markus Knall, Chefredakteur von IPPEN.MEDIA, und Politikreporter Andreas Schmid.

„Brauchen wir auch in Deutschland“: Eisenreich fordert Alarmknopf gegen Cybermobbing

Sie wollten das Strafrecht um KI-Missbrauch ergänzen. Da geht es um sogenannte Deepfakes, gefälschte Medien mit Künstlicher Intelligenz. Wie ernst ist das Problem?
Wir stehen erst am Anfang des Problems. Wir sehen an den Zahlen, dass KI für immer mehr Verbrechen eingesetzt wird. Es gibt beispielsweise das sogenannte Voice Cloning. Da imitieren Kriminelle auf Basis von Künstlicher Intelligenz die Stimmen anderer, unter anderem für den Enkeltrick. Dann gibt es noch den großen Bereich der Deepfakes, also gefälschte Videos oder Bilder. Bei Deepfakes geht es oft auch um Mobbing. Besonders Frauen und Mädchen sind betroffen, etwa durch täuschend echte pornografische Bilder und Videos. Diese KI-Software wird immer besser.
Der Cyberraum scheint gefährlich. Ein Fall in Hamburg zeigt, wie ein junger Mann Minderjährige in Chatforen manipulierte und in den Suizid treiben wollte. Wie können wir Kinder besser schützen?
Medienkompetenz ist wichtig, aber auch praktische Hilfen. Frankreich hat auf bestimmten Plattformen einen Alarmknopf gegen Cybermobbing eingeführt. Ein Klick verbindet das Opfer mit einer echten Person und man kann sich beraten lassen. So etwas brauchen wir auch in Deutschland. 
Welche Verantwortung tragen die Plattformbetreiber?
Eine große. Ich habe die Plattformbetreiber schon angeschrieben und darum gebeten, einen Alarmknopf gegen Cybermobbing einzurichten. Der Brief ging an Facebook, Instagram, TikTok und Google. Bisher haben sie nicht wirklich reagiert. Aber die Plattformbetreiber müssen da einfach mehr tun. Unabhängig davon brauchen wir auch bessere rechtliche Regelungen. Das deutsche Netzwerkdurchsetzungsgesetz hätte da bessere Möglichkeiten gehabt, wurde aber durch den Digital Services Act der EU abgelöst. Neben strengeren Regeln zur Löschung strafbarer Inhalte braucht es auch noch mehr öffentlichen Druck auf die Plattformbetreiber. 
Georg Eisenreich ist seit 2018 bayerischer Justizminister im Söder-Kabinett. Seit 2003 sitzt der gebürtige Münchner für die CSU im Landtag.

„Schwere Straftaten von Kindern wühlen die Gesellschaft auf“ – Justizminister Eisenreich über Strafmündigkeit

Bleiben wir bei Kindern und Jugendlichen. Innenminister fordern immer wieder eine Änderung der Strafmündigkeit. Was sagen Sie als Justizminister? Sollten Kinder unter 14 härter bestraft werden?
Schwere Straftaten von Kindern wühlen die Gesellschaft auf. Eine Änderung sollte nicht ausgeschlossen werden, aber wir brauchen vorher Daten zur psychologischen Entwicklung von 12- und 13-Jährigen. Können sie überhaupt in ausreichendem Maß einsehen, ob ihre Tat Unrecht ist? Wir haben hier zu wenige Daten. Ich habe daher bereits letztes Jahr vom Bundesjustizministerium eine entsprechende Studie gefordert. Das ist nun im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung vereinbart.
Laut BKA ist die Zahl der tatverdächtigen Kinder im Vergleich zu 2019 um 43 Prozent gestiegen. Woran liegt’s?
Die Zahlen sind eindeutig. Vor allem Gewaltkriminalität bei Kindern und Jugendlichen hat zugenommen. Das spiegelt gesellschaftliche Probleme und Entwicklungen wider.

Bayerns Gefängnisse: „Mehr als die Hälfte der Insassen sind Ausländer“

Welche Entwicklungen? Hat das etwas mit Migration zu tun? 
Das ist differenziert zu betrachten. Bei Kindern und Jugendlichen liegen mir bisher keine ausreichenden Informationen vor. Was Erwachsene angeht, kann ich sagen, dass Menschen beispielsweise mit Kriegs- oder Gewalterfahrung diese natürlich nach Deutschland mitbringen. Die Folgen der Migration zeigen sich auch in bayerischen Gefängnissen: 51 Prozent und damit mehr als die Hälfte der Insassen sind Ausländer, 2015 waren es noch ungefähr 35 Prozent.
Woher kommt der Anstieg?
Der hat natürlich auch mit der Zuwanderung seit 2015 zu tun. Die Zuwanderung hat positive, aber teilweise auch negative Folgen.
Lassen Sie uns differenzieren. Es gibt einige Straftaten, die können nur von Ausländern begangen werden, wie Verstöße gegen das Asylgesetz. Treibt das die Statistik künstlich nach oben? 
Das rechnen wir bei den Statistiken immer raus. Sogenannte Ausländerdelikte machen ein oder zwei Prozent aus. Wir haben insgesamt sehr valide Daten. Mir ist es wichtig, die Probleme im Zuge der in der Vergangenheit zu wenig gesteuerten und zu wenig begrenzten Migration klar zu benennen, aber man muss auch differenzieren. Bei Gewaltdelikten, wie Vergewaltigungen und gefährlichen Körperverletzungen hat sich der Ausländeranteil erhöht, in anderen Bereichen ist er niedriger geworden. Bei Beleidigungen oder der widerlichen Kinderpornografie dominieren deutsche Täter. Das haben zuletzt auch unsere Ermittlungen zum Kinderporno-Netzwerk „KidFlix“ gezeigt.
Bleiben wir bei Migration. Die Bundesregierung setzt auf verstärkte Zurückweisung an den Grenzen. Aus juristischer Sicht haltbar?
Der Kurswechsel der Bundesregierung ist notwendig. Endlich wird das Thema Steuerung und Begrenzung der Zuwanderung ernsthaft angepackt. Und ja, ich bin der Überzeugung, dass man an den Grenzen auch zurückweisen kann. 
Das Berliner Verwaltungsgericht sagt: Ohne Durchführung des sogenannten Dublin-Verfahrens dürfen Asylsuchende nicht abgewiesen werden. Es handle sich um einen Verstoß gegen das EU-Recht. Wie rechtssicher agieren also Kanzler Merz und ihr Parteifreund Dobrindt?
Es gibt Diskussionen und unterschiedliche Auffassungen, aber klar ist: Wir haben noch keine abschließende, obergerichtliche Rechtsprechung. Die Begründung des Innenministers überzeugt mich: Es gibt eine Überforderung der Kommunen und ein Sicherheitsproblem. Schaut man jetzt ins EU-Recht, konkret in den Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union, dann heißt es dort: Man darf nationales Recht anwenden, wenn es um die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und den Schutz der inneren Sicherheit geht. 

Das ist Markus Söders Bayern-Kabinett: Vier Frauen und ein CSU-Schwabe

Vereidigung des bayerischen Kabinetts
Seit dem 31. Oktober 2023 regiert das Kabinett Söder III in Bayern – eine Koalition zwischen CSU und Freien Wählern. Markus Söder wurde am 31. Oktober 2023 erneut zum Ministerpräsidenten gewählt. Die Staatsministerinnen und Staatsminister wurden am 8. November 2023 ernannt und vereidigt. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Markus Söder und seine Minister: Seit Herbst 2023 ist das Kabinett „Söder III“ in Amt und Würden.
Markus Söder und seine Minister: Seit Herbst 2023 ist das Kabinett „Söder III“ in Amt und Würden.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Markus Söder ist Bayerns Ministerpräsident – und ein bekanntes Gesicht in ganz Deutschland.
Markus Söder ist Bayerns Ministerpräsident – und ein bekanntes Gesicht in ganz Deutschland. Spekulationen über Kanzler-Ambitionen wollten lange nicht abebben. Doch weiter ist „Platz in Bayern“. Zusammen mit seinem Kabinett. © Dwi Anoraganingrum/Imago
Politischer Aschermittwoch - Bayern CSU
Auch bei der kommenden Bundestagswahl rechnet sich Söder keinerlei Chancen mehr auf das Kanzleramt aus. „Null. Der Friedrich Merz macht das jetzt acht Jahre“, sagte der bayerische Ministerpräsident im Juni 2025 dem Nachrichtenmagazin Spiegel auf die Frage, wie groß er seine Chancen sehe, doch noch selbst Kanzler zu werden.  © Peter Kneffel/dpa
Hubert Aiwanger ist als Chef der Freien Wähler gewissermaßen Söders Gegenspieler
Hubert Aiwanger ist als Chef der Freien Wähler gewissermaßen Söders Gegenspieler in der „Bayern-Koalition“ – und angesichts streitbarer Äußerungen und der „Flugblatt-Affäre“ eine durchaus polarisierende Figur. Wirtschaftsminister und Vize-Ministerpräsident ist Aiwanger schon seit 2018. Im Kabinett Söder III erhielt er neue Kompetenzen in Sachen Jagd und Staatsforsten. © Peter Kneffel/dpa
Söders zweite Stellvertreterin ist Ulrike Scharf.
Söders zweite Stellvertreterin ist Ulrike Scharf. Mit dieser (Bonus-)Postenvergabe an die Sozialministerin überraschte Söder einige Beobachter. Auch, weil er Scharf bei seiner Amtsübernahme von Horst Seehofer 2018 direkt aus ihrem Amt als Umweltministerin geworfen hatte. Die Oberbayerin profilierte sich nach der Ernennung zur Söder-Vize umgehend – mit einer deutlichen Warnung vor Antisemitismus und Gefahren für die Demokratie. © Frank Hoermann/Imago
Florian Herrmann ist als Leiter der Bayerischen Staatskanzlei ein wichtiger Zuarbeiter und praktische die „rechte Hand“ Söders.
Florian Herrmann ist als Leiter der Bayerischen Staatskanzlei ein wichtiger Zuarbeiter und praktisch die „rechte Hand“ Söders. Die Zusammenarbeit scheint zu klappen: Herrmann hat den Posten schon seit 2018 inne. Wie Scharf hat Herrmann seine politische Heimat nordöstlich von München, im Bezirk Oberbayern. © Imago
Seit 2013 sitzt Eric Beißwenger im Landtag.
Seit 2013 sitzt Eric Beißwenger im Landtag. Seine Ernennung war die vielleicht größte Überraschung Söders auf CSU-Seiten. Mit Umwelt und Tourismus hatte sich der Biobauer Beißwenger in seinen ersten zwei Legislaturen beschäftigt. Nun kümmert er sich um Europa, wobei Beißwenger zufolge auch dort Umwelt und Landwirtschaft wichtig sind. Wohnhaft im Allgäu, vertritt Beißweniger die Schwaben-CSU – und stammt dabei eigentlich aus Mannheim. © Bernd Feil/Imago
Ein weiterer altgedienter Kempe in Bayerns Kabinetten ist Joachim Herrmann.
Ein weiterer altgedienter Kempe in Bayerns Kabinetten ist Joachim Herrmann. Schon seit 2007 – unter Günther Beckstein – ist der Mittelfranke Innenminister. Herrmann gilt als gewichtige Stimme in der CSU; Landtagsfraktionschef war er schon; und bereits 1998 als Staatssekretär erstmals Mitglied der Staatsregierung, 2008 galt er als Kandidat für das Amt als Bayerns Regierungschef. Den Posten als Vize-Ministerpräsident verlor er 2023 aber an Ulrike Scharf. © Peter Kneffel/dpa
Ein eher neues Gesicht in Bayerns Kabinett ist Christian Bernreiter
Ein eher neues Gesicht in Bayerns Kabinett ist Christian Bernreiter – lange Jahre war er als Landrat tätig. Anfang 2022 berief Söder den Niederbayern bei einer Kabinettsumbildung zum Minister für Verkehr und Bau. Seither hat er weiteren Einfluss in der CSU gewonnen: Seit 2023 führt Bernreiter den Bezirksverband Niederbayern. Er folgte auf Andreas Scheuer. © Sven Hoppe/dpa
Seit 2013 ist Georg Eisenreich Mitglied der Bayerischen Staatsregierung
Seit 2013 ist Georg Eisenreich Mitglied der Bayerischen Staatsregierung: zuerst als Horst Seehofers Staatssekretär für Bildung, Kultus, Wissenschaft und Kunst; ab 2018 dann kurz als Europa-Staatsminister und in den Kabinetten Söder II und III als Justizminister. Inhaltlich passt das gut: Eisenreich ist Jurist. Er sitzt auch dem CSU-Bezirksverband München vor. © Monika Skolimowska/dpa
Eine Beförderung gab es für Anna Stolz (Freie Wähler)
Eine Beförderung gab es für Anna Stolz: Seit 2018 war die Unterfränkin Staatssekretärin für Bildung und Kultus – nun führt sie das Ministerium. Ungewöhnlich: Stolz ist bei den Freien Wählern eher Seiteneinsteigerin. Bis 2018 war sie parteilose Bürgermeisterin der Kleinstadt Arnstein im Kreis Main-Spessart. Erst 2018 trat sie der Partei bei und schaffte es direkt in Landtag und Kabinett. © Frank Hoermann/Imago
Markus Söder traut seinem Namensvetter Markus Blume offenbar einiges zu
Von der Abteilung Attacke in die Abteilung Hochkultur – Markus Söder traut seinem Namensvetter Markus Blume offenbar einiges zu. Der Münchner Blume war von 2018 bis 2022 CSU-Generalsekretär und damit für die härteren Töne zuständig. Seit 2022 amtiert er als Staatsminister für Wissenschaft und Kunst. Der neue Posten könnte Blume fast besser stehen. In seiner Jugend war er als Eistänzer erfolgreich. Studiert hat Blume auch: Politikwissenschaft. © Rolf Poss/Imago
Albert Füracker gilt als Vertrauter Markus Söders.
Albert Füracker gilt als Vertrauter Markus Söders. Womöglich auch deshalb folgte er Söder in dessen letztem Posten vor dem Sprung ins Ministerpräsidentenamt nach: Seit 2018 ist Füracker Bayerns Finanzminister. Schon zuvor war er dort Söders Staatssekretär. Als Bezirkschef der Oberpfalz-CSU ist Füracker auch wichtig für den Regionalproporz im Kabinett. © Frank Hoermann/Imago
Schon zum zweiten Mal amtiert Thorsten Glauber für die Freien Wähler als Umweltminister
Schon zum zweiten Mal amtiert Thorsten Glauber für die Freien Wähler als Umweltminister – und ist damit einer der bekanntesten Vertreter seiner Partei. Anders als Stolz ist Glauber schon lange „Freier Wähler“ – 1993 trat der Mittelfranke in die Partei ein; seit 2008 sitzt er im Landtag. Als Zuständiger für den Umweltschutz muss Glauber dem Ministerpräsidenten immer wieder mal Paroli bieten. Keine leichte Aufgabe. © Peter Kneffel/dpa
Michaela Kaniber gehört mittlerweile zu den bekanntesten Gesichtern in der CSU.
Michaela Kaniber gehört mittlerweile zu den bekanntesten Gesichtern in der CSU. Schon seit Söders Amtsübernahme im Frühjahr 2018 hat die Oberbayerin das in Bayern wichtige Landwirtschaftsministerium inne; 2023 folgte die Zuständigkeit für Tourismus als Dreingabe. Ins Fach Landwirtschaft musste sich Kaniber aber erst einarbeiten. Die Tochter aus Kroatien zugewanderter Eltern und dreifache Mutter kam nach eigenen Angaben eigentlich „durch den Streit um die richtige Kinderbetreuung“ zur Politik. © Armin Weigel/dpa
Im Kabinett Söder III ist Judith Gerlach Gesundheitsministerin.
Judith Gerlach musste ihren Posten als Digitalministerin räumen, schaffte aber direkt einen Aufstieg: Im Kabinett Söder III ist sie Gesundheitsministerin. Gerlach, 1985 geboren, ist das zweitjüngste Kabinettsmitglied – aber auch familiär vorgeprägt: Schon Großvater Paul Gerlach saß für die CSU im Bundestag. Die Juristin lebt bei Aschaffenburg und vertritt damit Unterfranken in Söders Kabinett. © Frank Hoermann/Imago
Der Jüngste in Söders Ministerriege ist Fabian Mehring.
Der Jüngste in Söders Ministerriege ist Fabian Mehring. Erst 2018 zog der Freie Wähler erstmals in den Landtag ein, bekam aber direkt einiges an Verantwortung ab: Er amtierte als Parlamentarischer Geschäftsführer seiner Fraktion; dabei könnte sein Abschluss als Doktor der Politikwissenschaft geholfen haben. Mit gerade mal 34 Jahren wurde Mehring Chef eines Ministeriums – wenn auch eines recht kleinen. © FrankHoermann/Imago
Sandro Kirchner. Der Unterfranke unterstützt Joachim Herrmann im Innenministerium.
Bis zu 17 Staatsminister und Staatssekretäre gehören laut Bayerischer Verfassung der Staatsregierung an. Heißt: Drei Staatssekretäre sind mit dabei. Einer von ihnen ist seit Anfang 2022 Sandro Kirchner (CSU). Der Unterfranke unterstützt Joachim Herrmann im Innenministerium. © Rolf Poss/Imago
Neu in Söders Kabinett ist CSU-Staatssekretär Martin Schöffel aus Oberfranken.
Neu in Söders Kabinett ist hingegen CSU-Staatssekretär Martin Schöffel aus Oberfranken. Er ist für Finanzen und Heimat mitzuständig. Schöffel arbeitete zuvor vor allem zum Thema Agrar – und gilt als guter Bierzeltredner. © Frank Hoermann/Imago
Tobias Gotthardt unterstützt als Staatssekretär seinen Parteichef Hubert Aiwanger.
Ebenfalls neu dabei ist Tobias Gotthardt. Der Freie Wähler unterstützt als Staatssekretär seinen Parteichef Hubert Aiwanger im Wirtschaftsministerium. Im neuen Kabinett musste Aiwanger auf einen anderen Staatssekretärsposten verzichten – mit der Beförderung von Stolz zur Kultusministerin bleibt ihr altes Amt vakant. © Rolf Poss/Imago
Bayerische Kabinettssitzung
Markus Söder (Mitte links) eröffnete im Januar 2024 die erste Kabinettssitzung im neuen Jahr. Seit 2018 ist die CSU auf einen Koalitionspartner angewiesen – einst die FDP, jetzt sind es die Freien Wähler. © Peter Kneffel/dpa
Auftakt Haushaltsklausur des bayerischen Kabinetts
Ende Januar 2024 eröffnete Söder (hinten, 2.v.l.) die Haushaltsklausur des bayerischen Kabinetts. Das Kabinett befasste sich im Schwerpunkt mit dem Doppelhaushalt 2024/2025. © Uwe Lein/dpa
Kabinettssitzung insbesondere zu Umweltthemen
Söder (erste Reihe rechts) und die bayerischen Kabinettsmitglieder kamen im Juli 2024 am Donauufer zur letzten Sitzung vor der Sommerpause zusammen. © Peter Kneffel/dpa
Kabinettssitzung insbesondere zu Umweltthemen
Die Kabinettssitzung fand damals im Kloster Weltenburg statt. © Peter Kneffel/dpa
Dieses nationale Recht wäre dann die Zurückweisung. Es kann aber nur gelten, wenn die innere Sicherheit durch Migration bedroht ist. Fakt ist: Die Zahl der Asylanträge geht zurück. Ist die innere Sicherheit wirklich bedroht?
Die Sicherheitslage hat sich in den letzten Jahren zum Teil verschlechtert. Wir sehen das an Entwicklungen bei der Strafverfolgungsstatistik, an der Zusammensetzung der Nationalitäten von Inhaftierten in Gefängnissen oder auch an der Situation an zentralen Orten wie Bahnhöfen in größeren Städten. Wir nehmen auch ein verändertes Sicherheitsgefühl der Bevölkerung und die Überforderung von Gesellschaft und Kommunen wahr. (Interview: Markus Knall und Andreas Schmid)

Rubriklistenbild: © Sigi Jantz

Kommentare