Bundestagswahl

Der BSW-Seiltänzer: Vom Wahlkämpfer zum Regierungsminister

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Als Minister in Brandenburg muss Robert Crumbach wechseln – zwischen Anspruch des BSW und politischer Realität. Schafft er den Spagat?

Die Rahmenbedingungen sind nicht gerade einfach für Robert Crumbach. Der 62-Jährige ist seit Dezember Finanz- und Europaminister in Brandenburg – für das Bündnis Sahra Wagenknecht, das bei den Landtagswahlen dort aus dem Stand 13,5 Prozent und 14 Mandate holte. Als Teil einer Koalition mit der SPD musste Crumbach verkünden, dass der Landeshaushalt nach zwei Jahren im Plus jetzt 900 Millionen Euro in die Miesen gerutscht ist. „Es besteht kein Anlass zur Zufriedenheit“, sagte der Minister jüngst bei einer Pressekonferenz.

Der Haushalt, die jüngste Referatsleiterkonferenz in der Europaabteilung des Ministeriums, ausstehende Verordnungen zur Umsetzung der Krankenhausreform ... – es sind Brot-und-Butter-Themen, die Crumbach bei einem Telefongespräch Mitte Januar anspricht, wenn man ihn nach seinen akuten politischen Prioritäten fragt.

Neuer Minister in Brandenburg: Robert Crumbach kämpft mit Milliardenloch im Haushalt

Dass er als Minister eine andere Rolle einnimmt als zuvor im Wahlkampf, ist klar. Als Mandatsträger einer Partei, die einen nicht geringen Teil ihrer Zustimmung aus dem Frust über ein wie auch immer geartetes Establishment bezieht, bringt diese Rolle aber Schwierigkeiten mit sich. Wie stellt man sich gegen „die Etablierten“, wenn man plötzlich selbst als etabliert gilt? Wie können früher getätigte Botschaften da glaubwürdig bleiben?

Die standardmäßige Polit-Krawatte? Fehlanzeige bei Robert Crumbach.

Der ehemalige Arbeitsrichter Crumbach, der aus Rheinland-Pfalz kommt und seit den frühen 90ern in Brandenburg lebt, verweist auf die Robe, die in seinem Potsdamer Büro an der Wand hängt – „um mich ab und zu an das richtige Leben da draußen zu erinnern“, wie er sagt. Und auch ein Beispiel dafür, was man beim BSW denn so anders mache, hat der Minister parat.

„In meinem Büro, da steht ein wunderschöner großer Konferenztisch und an diesem Tisch habe ich die Oppositionsparteien und auch die außerparlamentarische Opposition gehabt, um mit ihnen das Haushaltsaufstellungsverfahren zu diskutieren und politische Schwerpunkte zu erfahren.“ Man bespreche Themen, die für Brandenburg wichtig seien, „nicht nur in der Regierungskoalition“. Auch die AfD war bei den Gesprächen dabei. Von einer „Brandmauer“ hält Crumbach sowieso nichts – die habe die AfD „erst so stark gemacht, wie sie ist“, meint er.

Nicht wie Wagenknecht: Crumbach setzt auf Pragmatismus und fachliche Politik

Ob es nun das „richtige Leben da draußen“ ist oder an anderer Stelle die „hart arbeitende Bevölkerung“ – Crumbach, der oft Dreitagebart und selten Krawatte trägt, wählt seine Worte ruhig und mit Bedacht. Der Journalist Rasmus Buchsteiner charakterisierte ihn im „Spiegel“ einmal so: „Crumbach wirkt wie ein Anti-Populist, wie die personifizierte Antithese zu Wagenknecht“.

Darauf angesprochen, hört man vom Minister zwei Sätze: „Ich glaube, was er eigentlich sagen möchte, ist, dass er wahrnimmt, dass ich tatsächlich fachliche Politik mache.“ Und: „Für mich ist Frau Wagenknecht aber auch keine Populistin im negativen Sinne, sondern es gelingt ihr, den Finger in die Wunde zu legen und zu zeigen, was tatsächlich in Deutschland schlecht läuft und wo wir besser werden müssen – in der Wirtschaft, aber auch in der Sozialpolitik. Und das bewundere ich an ihr, dass sie das so pointiert sagen kann, das ist sicher nicht meine Stärke.“

Koalition mit der SPD: Crumbach verteidigt Haushaltskrise und sucht nach Lösungen

Im Gegensatz zu den Parteikolleg:innen aus Thüringen, die wie Crumbach quasi aus dem Nichts heraus Teil einer Landesregierung geworden sind, gilt sein Verhältnis zu Wagenknecht nicht als angeknackst. „Wir haben seit einem Dreivierteljahr einen regen und sehr vertrauensvollen Austausch über Textnachrichten, über persönliche Gespräche und über Telefonate“, erzählt er. Und auch mit der SPD scheint er zurechtzukommen – obwohl Crumbach sie nach Jahrzehnten Mitgliedschaft fürs BSW aufgab.

Zweite Reihe

Scholz, Merz, Habeck ... und die anderen? Die FR blickt anlässlich der Bundestagswahl über die erste Reihe der Partei-größen hinweg und deutet ein paar derjenigen politisch Aktiven heraus, die (noch) nicht so im Licht der Öffentlichkeit stehen. FR

Robert Crumbach, der Pragmatiker. Kein Wunder, dass er sich auch beim Thema Migration zurückhaltender äußert als Wagenknecht – wenn auch im Inhalt ähnlich. So sagt der Mann, der sich nach 2015 selbst um einen minderjährigen Geflüchteten aus Afghanistan kümmerte, etwa: „Wir können nicht tolerieren, dass Regeln, die wir uns setzen, dafür, ob Menschen zu uns kommen können oder nicht, nicht eingehalten werden.“ Oder: „Ich warne davor zu glauben, dass jeder, der hier ist, unsere Gesellschaft weiterbringen wird und sich bei uns in den Arbeitsmarkt integrieren kann.“

Migrationspolitik als großes Thema: Crumbach fordert klare Regeln und warnt vor Sozialromantik

Wer das anders sieht, dem unterstellt Crumbach „Sozialromantik“. Auf den Linken Bodo Ramelow angesprochen, der anders als das BSW gern Menschenrechte betont und schnellere Arbeitsmöglichkeiten für Asylsuchende fordert, sagt Crumbach: Ramelow sei wohl genau deswegen abgewählt worden, weil er „die Realitäten nicht eingesehen hat“. Ein bisschen Haudrauf wie seine Chefin kann Crumbach also auch.

Und beim Thema Linkspartei mischt sich bei ihm auch etwas Schärfe in den Ton. Was er dazu sage, dass das BSW von führenden Linken als „Kremlpartei“ bezeichnet wird? „Ach, schauen Sie“, sagt Crumbach und fährt fort: „Eigentlich setze ich mich überhaupt nicht mit den Fantasien anderer über das, was wir sind, auseinander.“ Und: „Ich beschäftige mich nicht mit den Überlebenskämpfen anderer.“ Nun hat die Linkspartei in Umfragen aufgeholt und liegt mit etwa sieben Prozent klar vorm BSW mit vier.

Crumbach gibt sich in diesem Punkt betont entspannt: Man schaffe das „ganz, ganz locker“, sagt er. Sowieso gebe er „nicht besonders viel“ auf Umfragen. So weit wie seine Parteichefin, die Instituten, die schlechte BSW-Werte publizieren, indirekt Manipulation unterstellt hat, geht Crumbach aber nicht.

„Wir sind die einzige Friedenspartei“: BSW-Politiker kritisiert Bundeswehr-Ausbau in Brandenburg

Er hofft stattdessen, dass die Inhalte ziehen. So gebe es „außer dem BSW keine andere Friedenspartei“, findet Crumbach. Er verweist bei dieser Einordnung auf die AfD (die viel mehr Geld für Verteidigung ausgeben wolle) und die Linkspartei (deren parteilose EU-Abgeordnete Carola Rackete sich im September 2024 bei der Forderung nach der Lieferung von „Taurus“-Raketen an die Ukraine enthalten hatte).

Kommunistin, Ehefrau, BSW-Gründerin: Sahra Wagenknecht früher und heute

Aufgewachsen als Tochter eines iranischen Vaters und einer deutschen Mutter erlebte sie eine turbulente Kindheit. (hier 1995 auf dem PDS-Parteitag)
Aufgewachsen als Tochter eines iranischen Vaters und einer deutschen Mutter erlebte die 1969 geborene Sahra Wagenknecht eine turbulente Kindheit. (hier 1995 auf dem PDS-Parteitag) © Rolf Zöllner/dpa
Sahra Wagenknecht trat 1989 im Alter von 19 Jahren in die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) ein, was einen entscheidenden Wendepunkt in ihrer politischen Laufbahn darstellt. Ihr Eintritt fiel in eine Zeit des Umbruchs, kurz vor dem Fall der Berliner Mauer.
Sahra Wagenknecht trat 1989 im Alter von 19 Jahren in die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) ein, was einen entscheidenden Wendepunkt in ihrer politischen Laufbahn darstellt. Ihr Eintritt fiel in eine Zeit des Umbruchs, kurz vor dem Fall der Berliner Mauer. © dpa
Nach der Wende begann sie ein Studium in Philosophie und Neueren Deutschen Literatur, das sie 1996 abschloss.
Nach der Wende begann Wagenknecht ein Studium in Philosophie und Neueren Deutschen Literatur, das sie 1996 abschloss. © Sigi Tischler/dpa
Nach dem Mauerfall und der Auflösung der DDR äußerte sie ihre Trauer über den Verlust des sozialistischen Systems und kritisierte die sozialen Veränderungen in der Bundesrepublik. Ihre nostalgischen Äußerungen zur DDR sorgten für Kontroversen und prägten ihr öffentliches Bild.
Nach dem Mauerfall und der Auflösung der DDR äußerte sie ihre Trauer über den Verlust des sozialistischen Systems und kritisierte die sozialen Veränderungen in der Bundesrepublik. Ihre nostalgischen Äußerungen zur DDR sorgten für Kontroversen und prägten ihr öffentliches Bild. © Peer Grimm/dpa
Sahra Wagenknecht hat keine eigenen Kinder, bedauert dies jedoch nicht öffentlich; sie sieht es als Ergebnis ihrer politischen Karriere an.
In der Anfangszeit der PDS, insbesondere ab 1991, wurde sie schnell zu einer prominenten Figur und wurde in den Bundesvorstand gewählt. Ihr Einfluss in der Partei wuchs. © imago
Wagenknecht wurde Mitglied im Parteivorstand der PDS, was ihren Einfluss in der Partei stärkte.
Im Jahr 1992 bewertete Wagenknecht die wirtschaftliche Entwicklung der Sowjetunion während der „Stalin-Ära“ positiv. Wagenknecht erklärte 2009 ihre umstrittenen Äußerungen zum Stalinismus von 1992 retrospektiv mit „Trotz und Wut über rechte Geschichtsverfälschung“ und distanzierte sich von diesen, da sie „nicht minder einseitig waren als die Geschichtsschreibung des Mainstreams, nur mit umgekehrtem Vorzeichen“. © Imago
Von 1991 bis 2010 war Wagenknecht als Sprecherin der Kommunistischen Plattform (KPF) aktiv, einem politischen Zusammenschluss innerhalb der Partei Die Linke. In dieser Funktion vertrat sie orthodoxe kommunistische Positionen und setzte sich dafür ein, dass marxistische Ideen innerhalb der Linkspartei verankert bleiben.
Von 1991 bis 2010 war Wagenknecht als Sprecherin der Kommunistischen Plattform (KPF) aktiv, einem politischen Zusammenschluss innerhalb der Partei Die Linke. In dieser Funktion vertrat sie orthodoxe kommunistische Positionen und setzte sich dafür ein, dass marxistische Ideen innerhalb der Linkspartei verankert bleiben. © IMAGO / imagebroker
Sahra Wagenknecht stimmte 2005 auf dem PDS-Sonderparteitag gegen die Umbenennung in Die Linke.
Sahra Wagenknecht stimmte 2005 auf dem PDS-Sonderparteitag gegen die Umbenennung in Die Linke. © IMAGO / Fabian Matzerath
Gründung der Linkspartei (2007): Nach der Fusion von PDS und WASG war sie an der Gründung der Partei Die Linke beteiligt. Sie setzte sich für soziale Gerechtigkeit und eine kritische Haltung gegenüber neoliberalen Politiken ein und wurde schnell zu einer wichtigen Stimme in der Bundestagsfraktion.
Nach der Fusion von PDS und WASG war Wagenknecht an der Gründung der Partei Die Linke beteiligt. Sie setzte sich für soziale Gerechtigkeit und eine kritische Haltung gegenüber neoliberalen Politiken ein und wurde schnell zu einer wichtigen Stimme in der Bundestagsfraktion. © imago
Wagenknecht wurde 2009 erstmals in den Deutschen Bundestag gewählt und ist seitdem Abgeordnete.
Wagenknecht wurde 2009 erstmals in den Deutschen Bundestag gewählt und ist seitdem Abgeordnete. © imago
Wagenknecht betrachtet Rosa Luxemburg als eine Art Vorbild, insbesondere in Bezug auf ihren Kampf für die wahren kommunistischen Ideale und ihre Ablehnung des Opportunismus innerhalb der Sozialdemokratie. Hier nimmt sie 2011 an einer Gedenkveranstaltung in Berlin teil.
Wagenknecht betrachtet Rosa Luxemburg als eine Art Vorbild, insbesondere in Bezug auf ihren Kampf für die wahren kommunistischen Ideale und ihre Ablehnung des Opportunismus innerhalb der Sozialdemokratie. Hier nimmt sie 2011 an einer Gedenkveranstaltung für die Mitgründerin der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) in Berlin teil. © IMAGO / IPON
Beim Parteitag der Linken in Magdeburg am 28. Mai 2016 wurde Sahra Wagenknecht von einem Aktivisten mit einer Torte beworfen. Dieser Vorfall sorgte für große Aufmerksamkeit und Empörung innerhalb der Partei.
Beim Parteitag der Linken in Magdeburg am 28. Mai 2016 wurde Sahra Wagenknecht von einem Aktivisten mit einer Torte beworfen.  © Hendrik Schmidt/dpa
Der Tortenwurf wurde von einer Gruppe namens „Antifaschistische Initiative ‚Torten für Menschenfeinde‘“ als Protestaktion durchgeführt. Die Aktivisten kritisierten Wagenknechts Position zur Flüchtlingspolitik, insbesondere ihre Aussagen über Kapazitätsgrenzen bei der Aufnahme von Flüchtlingen, die sie mit der AfD in Verbindung brachten.
Der Tortenwurf wurde von einer Gruppe namens „Antifaschistische Initiative ‚Torten für Menschenfeinde‘“ als Protestaktion durchgeführt. Die Aktivisten kritisierten Wagenknechts Position zur Flüchtlingspolitik, insbesondere ihre Aussagen über Kapazitätsgrenzen bei der Aufnahme von Flüchtlingen, die sie mit der AfD in Verbindung brachten. © Hendrik Schmidt/dpa
Initiatorin der Sammlungsbewegung „Aufstehen“ (2018): Diese Bewegung zielte darauf ab, linke Kräfte zu vereinen und eine breitere Basis zu schaffen. Insgesamt scheiterte „Aufstehen“ aber daran, eine nachhaltige Bewegung zu etablieren.
Initiatorin der Sammlungsbewegung „Aufstehen“ (2018): Diese Bewegung zielte darauf ab, linke Kräfte zu vereinen und eine breitere Basis zu schaffen. Insgesamt scheiterte „Aufstehen“ aber daran, eine nachhaltige Bewegung zu etablieren. © imago
2014 heiratete Wagenknecht Oskar Lafontaine. Ihre erste Ehe mit Ralph-Thomas Niemeyer dauerte von 1997 bis 2013.
2014 heiratete Wagenknecht Oskar Lafontaine. Ihre erste Ehe mit Ralph-Thomas Niemeyer dauerte von 1997 bis 2013. © Michael Hanschke/dpa
Wagenknecht setzt sich kontinuierlich für Themen wie Wohnungsnot, Gesundheitssystem und Bildungsgerechtigkeit ein.
Wagenknecht setzt sich kontinuierlich für Themen wie Wohnungsnot, Gesundheitssystem und Bildungsgerechtigkeit ein. © Michele Limina/dpa
Wagenknecht ist bekannt für ihre scharfen politischen Reden.
Im März 2023 gab Wagenknecht bekannt, dass sie nicht erneut für die Linke kandidieren werde. Dies wurde als weiterer Beweis für den bestehenden Bruch zwischen ihr und der Partei gewertet. Am 23. Oktober 2023 trat Wagenknecht zusammen mit neun weiteren Abgeordneten aus der Linkspartei aus. Dies geschah im Kontext ihrer Pläne, eine eigene Partei zu gründen, was zu weiteren Spannungen innerhalb der Linken führte. © Horst Schnase / Imago
Sahra Wagenknecht hat keine eigenen Kinder, bedauert dies jedoch nicht öffentlich; sie sieht es als Ergebnis ihrer politischen Karriere an.
Sahra Wagenknecht hat keine eigenen Kinder, bedauert dies jedoch nicht öffentlich; sie sieht es als Ergebnis ihrer politischen Karriere an. © Hannes P Albert/dpa
Im Februar 2023 initiierte Wagenknecht zusammen mit Schwarzer ein „Manifest für den Frieden“, das auf breite Kritik stieß. Kritiker innerhalb der Linken warfen ihr vor, sich nicht ausreichend von extremen Rechten abzugrenzen, da auch AfD-Funktionäre an der Veranstaltung teilnahmen.
Im Februar 2023 initiierte Wagenknecht zusammen mit Schwarzer ein „Manifest für den Frieden“, das auf breite Kritik stieß. Kritiker innerhalb der Linken warfen ihr vor, sich nicht ausreichend von extremen Rechten abzugrenzen, da auch AfD-Funktionäre an der Veranstaltung teilnahmen. © Rolf Vennenbernd/dpa
Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) wurde offiziell im Januar 2024 gegründet, nachdem es zuvor als Verein ins Leben gerufen worden war. Wagenknecht betonte, dass die neue Partei das Potenzial habe, das bundesdeutsche Parteienspektrum grundlegend zu verändern.
Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) wurde offiziell im Januar 2024 gegründet, nachdem es zuvor als Verein ins Leben gerufen worden war. Wagenknecht betonte, dass die neue Partei das Potenzial habe, das bundesdeutsche Parteienspektrum grundlegend zu verändern.  © Bernd von Jutrczenka/dpa
Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) wurde am 2. Februar 2024 als parlamentarische Gruppe im Deutschen Bundestag anerkannt, nachdem eine Abspaltung von der Linksfraktion stattgefunden hatte. Dies ermöglicht dem BSW im Bundestag aktiv zu sein, jedoch mit eingeschränkten Rechten im Vergleich zu vollwertigen Fraktionen.
Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) wurde am 2. Februar 2024 als parlamentarische Gruppe im Deutschen Bundestag anerkannt, nachdem eine Abspaltung von der Linksfraktion stattgefunden hatte. Dies ermöglicht dem BSW im Bundestag aktiv zu sein, jedoch mit eingeschränkten Rechten im Vergleich zu vollwertigen Fraktionen. © IMAGO / NurPhoto
Am 29. August 2024 wurde Sahra Wagenknecht während einer Wahlkampfveranstaltung in Erfurt mit roter Farbe attackiert. Während sie dort eine Rede hielt, stürmte ein 50-jähriger Mann aus dem Publikum, kniete sich vor die Bühne und sprühte sie mit einer roten Flüssigkeit an. Nach dem Vorfall äußerte Wagenknecht, dass es ihr gut gehe, sie jedoch einen Schreck erlitten habe.
Am 29. August 2024 wurde Sahra Wagenknecht während einer Wahlkampfveranstaltung in Erfurt mit roter Farbe attackiert. Während sie dort eine Rede hielt, stürmte ein 50-jähriger Mann aus dem Publikum, kniete sich vor die Bühne und sprühte sie mit einer roten Flüssigkeit an. Nach dem Vorfall äußerte Wagenknecht, dass es ihr gut gehe, sie jedoch einen Schreck erlitten habe. © Martin Schutt/dpa
Nach der Gründung des BSW der Bundesspitze und dem Thüringer Landesverband, angeführt von Katja Wolf (l.). Wagenknecht äußerte Unzufriedenheit mit den Verhandlungsergebnissen der dortigen Koalitionsverhandlungen und bezeichnete einige Vorschläge als zu lasch, was zu Spannungen führte.
Nach der Gründung des Thüringer BSW-Landesverbands, angeführt von Katja Wolf (l.), äußerte Wagenknecht Unzufriedenheit mit den Verhandlungsergebnissen der dortigen Koalitionsverhandlungen. Sie bezeichnete einige Vorschläge als zu lasch, was zu Spannungen führte. © Christoph Soeder/dpa
Am 9. Oktober 2024 fand ein TV-Duell zwischen Sahra Wagenknech und AfD-Chefin Alice Weidel statt. Trotz der hitzigen Debatte gab es auch Übereinstimmungen in den Ansichten beider Politikerinnen, insbesondere in Bezug auf den Ukraine-Krieg und die Kritik an westlicher Politik.
Am 9. Oktober 2024 fand ein TV-Duell zwischen Sahra Wagenknech und AfD-Chefin Alice Weidel statt. Trotz der hitzigen Debatte gab es auch Übereinstimmungen in den Ansichten beider Politikerinnen, insbesondere in Bezug auf den Ukraine-Krieg und die Kritik an westlicher Politik.  © Kay Nietfeld/dpa
Derzeit schwankt Wagenknechts BSW in den Umfragen zwischen vier und acht Prozent schwankt. Interne Konflikte und Konkurrenz durch die anderen Parteien werden als mögliche Gründe für die schwache Entwicklung genannt.
Derzeit schwankt Wagenknechts BSW in den Umfragen zwischen vier und acht Prozent schwankt. Interne Konflikte und Konkurrenz durch die anderen Parteien werden als mögliche Gründe für die schwache Entwicklung genannt. © Imago / Funke Foto Services

Und was ist mit dem Ausbau des Fliegerhorsts Holzdorf in Südbrandenburg, wo ein neues Luftverteidigungssystem stationiert werden soll? Das Vorhaben sei „Unfug“, findet Crumbach – das müsse man aber nicht in Potsdam, sondern in Berlin diskutieren. „Wir sind die einzige Friedenspartei“, wiederholt er, „und wenn ich draußen unterwegs bin im Wahlkampf, dann ist das das größte Thema.“

Sowieso sei die Stimmung im BSW „außergewöhnlich gut“. Ob die schleppende Aufnahme von Mitgliedern nicht auch in Brandenburg, wo derzeit gerade mal 60 Leute der Partei angehören dürfen, ein Streitpunkt ist? Auch hier antwortet Crumbach diplomatisch. Unter den rund 2000 registrierten BSW-Unterstützer:innen in Brandenburg seien „ganz großartige Menschen, die es natürlich auch verdient haben, Mitglied der Partei zu sein“. Viele äußerten aber Verständnis dafür, „dass man genau prüft“, wer mitmachen darf. Aber man wolle doch „in den nächsten Monaten stark wachsen“, sagt Crumbach. „Das ist auch mit dem Bundesvorstand abgesprochen.“

Transparenzhinweis: In einer ursprünglichen Version dieses Artikels hieß es, Carola Rackete habe der Lieferung von Taurus-Raketen an die Ukraine zugestimmt. In diesem konkreten Punkt hatte sich die EU-Parlamentarierin bei der Abstimmung am 19. September 2024 - einer Resolution zur Unterstützung der Ukraine, der sie insgesamt zustimmte - aber enthalten. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen. (fab)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Future Image

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