VonJulia Cuprakowaschließen
Koalitionsverhandlungen sind abgeschlossen und eine Erhöhung des Mindestlohns auf 15 Euro ist geplant. Doch wer sind die wahren Gewinner dieser Lohnanhebung?
15 Euro Mindestlohn sollen kommen – und das schon bald. Nach den aktuellen Koalitionsverhandlungen plant die Bundesregierung eine kräftige Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns. Für Millionen Beschäftigte in Deutschland könnte das mehr Netto vom Brutto bedeuten. Doch wer profitiert wirklich von der geplanten Lohnanhebung? Welche Branchen wären besonders betroffen? echo24.de fasst zusammen, was hinter der Mindestlohn-Erhöhung steckt, wer am meisten davon hat.
Neue Regierung plant Mindestlohn-Erhöhung: 15 Euro im Jahr 2026
Die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU, CSU und SPD sind abgeschlossen und der Koalitionsvertrag für die nächste Legislaturperiode steht. Nun müssen laut Welt nur noch die Parteimitglieder und Gremien zustimmen. Sobald dies der Fall ist, kann der Koalitionsvertrag vollständig in Kraft treten. Neben der Ausweitung der Mütterrente haben sich die Verhandlungspartner auf eine Erhöhung des Mindestlohns auf 15 Euro geeinigt.
„Gute Löhne sind eine Voraussetzung für die Akzeptanz der Sozialen Marktwirtschaft. Der gesetzliche Mindestlohn ist dabei die Untergrenze. […] Die Entwicklung des Mindestlohns muss einen Beitrag zu stärkerer Kaufkraft und einer stabilen Binnennachfrage in Deutschland leisten. […] Auf diesem Weg ist ein Mindestlohn von 15 Euro im Jahr 2026 erreichbar“, heißt es im Koalitionsvertrag.
15 Euro Mindestlohn: Wer profitiert – und wie viel Netto bleibt vom Brutto?
Doch wer profitiert eigentlich von der geplanten Lohnerhöhung? Und wie viel mehr Geld würde es geben? Derzeit liegt der Mindestlohn bei 12,82 Euro pro Stunde. Im kommenden Jahr soll er auf 15 Euro steigen. Das entspricht etwa 60 Prozent des deutschen Medianlohns, der in Deutschland als Armutsgefährdungsschwelle gilt. Das ist auch die Schwelle, die die EU für Mindestlöhne vorschlägt. Von der Anhebung würden sehr viele Beschäftigte profitieren. Laut dem Online-Portal Statista verdienten im Januar 2025 rund 7,8 Millionen Menschen in Deutschland den gesetzlichen Mindestlohn.
Wie viel mehr Geld man mit 15 Euro Mindestlohn hat, hängt von der Steuerklasse und dem Familienstand ab, wie das Online-Portal Bayerischer Rundfunk berichtet. Eine ledige Verkäuferin würde bei einer 40-Stunden-Woche, Steuerklasse 1, keine Kirchensteuer, ohne Nebeneinkünfte 2600 Euro brutto im Monat verdienen – also 1836 Euro netto. Derzeit verdient die gleiche Verkäuferin 1614 Euro netto im Monat. Bei einem Mindestlohn von 15 Euro bekäme die Verkäuferin also 378 Euro brutto mehr im Monat. Nach Abzug von Steuern und Sozialversicherung blieben ihr aber nur 221 Euro.
Diese Branchen profitieren besonders vom höheren Mindestlohn ab 2026
Bereits ab April 2025 bekommen mehr als 2,5 Millionen Beschäftigte mehr Geld, wie echo24.de bereits berichtete. Wenn der Mindestlohn 2026 auf 15 Euro steigt, profitieren noch mehr Menschen in ganz unterschiedlichen Branchen.
In der Gastronomie, bei Friseuren, im stationären Einzelhandel, in Hotels, in der Tourismusbranche wird oft noch der Mindestlohn gezahlt. Beschäftigte in diesen Branchen würden daher besonders von der Erhöhung profitieren, so der Bayerische Rundfunk.
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