„Hartz und herzlich“

2200 Euro sind offen: Bürgergeld-Empfängerin muss wochenlang ins Gefängnis

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Eine Teilnehmerin von „Hartz und herzlich“ verbringt mehrere Wochen hinter Gittern. Grund: Eine offene Strafe wegen Bedrohung.

Kassel – Die Teilnehmer der Sozial-Doku „Hartz und herzlich“ sind vielen Deutschen ans Herz gewachsen. Tausende fieberten mit, als eine der Teilnehmerinnen mit einer Puzzle-Idee schnelles Geld machen wollte oder als es wegen einer abgebrochenen Ausbildung einer anderen Zoff mit der Mutter gab. Der lange Arm des Gesetzes hat nun eine der Teilnehmerinnen aus Sachsen erreicht. Sie muss wegen 2200 Euro ins Gefängnis.

Eine Teilnehmerin der Sozialdoku „Hartz und herzlich“ wurde wegen Bedrohung verurteilt und muss ins Gefängnis (Symbolbild).

Doreen L. zahlte nicht: Bürgergeld-Empfängerin muss Ersatzhaft antreten

Nach Informationen von Bild sitzt die 46-jährige Doreen L. in der Justizvollzugsanstalt „Roter Ochse“ in Halle ein, weil sie 2200 Euro nicht bezahlt hat. Zu dieser Strafe sei die Mutter verdonnert worden, nachdem sie in zwei Fällen wegen Bedrohung gegenüber ihren Nachbarn verurteilt worden war. Weil sie das Geld nicht bezahlt hat, sitzt sie nun für 100 Tage in Ersatzhaft.

Informationen zur Ersatzfreiheitsstrafe

Wer eine Strafe nicht auf einmal zahlen kann, kann sie in Raten abstottern oder auch gemeinnützige Arbeit leisten. Wird das nicht in Anspruch genommen, bleibt nur das Absitzen einer Ersatzfreiheitsstrafe, im Volksmund auch Ersatzhaft genannt.

Um die Länge der Haft festzusetzen, wird zunächst ein sogenannter Tagessatz festgelegt, der in der Regel rund ein Dreißigstel des Nettomonatseinkommens beträgt.

Ein Beispiel: Wird vom Gericht beispielsweise ein Nettomonatseinkommen von 1000 Euro zugrunde gelegt, läge der zu veranschlagende Tagessatz bei etwa 33 Euro. Beträgt die Geldstrafe 2000 Euro, bräuchte es rein rechnerisch also etwa 60 Tage Ersatzhaft, um den Betrag „abzusitzen“. Allerdings hat der Bundestag im Februar 2024 beschlossen, die Ersatzfreiheitsstrafe zu halbieren. Sie beträgt nun also in diesem Beispiel rund 30 Tage.

Quellen: Bundesrechtsanwaltskammer, Caritas

Bürgergeldempfängerin hofft auf finanzielle Hilfe von Followers und Zuschauern

Bild zufolge habe die „Hartz und herzlich“-Teilnehmerin Doreen L. das Geld zahlen wollen, sie habe aber keinen Job gefunden und kein Geld gehabt. Die Mutter von Maik-Maurice, mit dem es in der Sendung immer mal wieder Reibereien gab, hoffe nun auf die Unterstützung ihrer TikTok-Fans und der TV-Zuschauer: „Wenn das Geld für meine Strafe zusammenkommt, kann ich sofort das Gefängnis verlassen. Ich werde mich bei allen Spendern bedanken“, wird sie von Bild zitiert.

Die Sozialdokumentation „Hartz und herzlich“ läuft auf RTL II und zeigt Schicksale von Menschen, die in sogenannten Brennpunkten in Deutschland leben. Die Teilnehmer haben mit Alkoholismus, Arbeitslosigkeit oder prekären Familiensituationen zu kämpfen. Zuletzt gab es dramatische Szenen mit Sandra – ihr Sohn Dave musste mit einem Notkaiserschnitt geholt werden.

Rubriklistenbild: © Silas Stein/dpa

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