Maßnahme des Innenministeriums

Ab sofort gültig: Sicherheitsmaßnahme bringt Änderung für Urlauber in Italien

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Im Urlaub wählen viele Reisende Privatunterkünfte statt Hotels. Jetzt hat die italienische Regierung jedoch eine beliebte Praxis untersagt.

München – Als eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen bietet Italien Urlaubern viel Abwechslung. Ob am Strand das „dolce far niente“ („süßes Nichtstun“) genießen, sich durch die traditionelle Küche schlemmen, bei einer Städtereise die kulturellen Schätze bewundern oder lieber in den Bergen wandern oder Skifahren – in Bella Italia kommt jeder auf seine Kosten. Wer von den Einheimischen keine argwöhnischen Blicke kassieren möchte, sollte aber besser einige Dinge im Italien-Urlaub vermeiden.

Bei der Urlaubsplanung wohnen viele Urlauber gerne individuell und buchen sich lieber eine private Unterkunft als ein Hotelzimmer. Gerade bei größeren Gruppen kommen Privatunterkünfte mit Selbstverpflegung oft günstiger. Doch hier gibt es jetzt eine wichtige Änderung, wie die italienische Online-Tageszeitung ilpost.it berichtet.

Wichtige Änderung für Italien-Urlauber: In Privatunterkünften ist ein Self-Check-in künftig nicht mehr gestattet (Symbolbild)

Italien: Touristenunterkünfte dürfen künftig kein Self-Check-in anbieten

Ein großer Vorteil vieler Ferienwohnungen ist das bequeme Selbsteinchecken vor Ort, das ohne persönlichen Kontakt mit dem Besitzer erfolgt. Bei der Buchung der Unterkunft werden die persönlichen Daten beziehungsweise Ausweispapiere per Nachricht übermittelt. Kurz vor Anreise erhalten die Gäste dann in der Regel einen Code für den Zugang zur Unterkunft oder die Schlüssel werden in Schlüsselboxen hinterlegt.

Doch genau dieses Self-Check-in-Verfahren will das Innenministerium nun verbieten. Dieses hat dem Bericht der italienischen Tageszeitung zufolge entschieden, dass es aus Sicherheitsgründen zwingend erforderlich sei, die Identität von Personen persönlich zu überprüfen.

Vermietung von Privatunterkünften: Innenministerium untersagt Fernidentifizierung von Gästen

In einem Rundschreiben stellte das Innenministerium klar, dass die Art von Verfahren, also „die automatisierte Fernidentifizierung von Gästen von Beherbergungsbetrieben“ nicht den gesetzlich festgelegten Anforderungen entspreche, und betonte die Verpflichtung der Betreiber, die Beherbergung ausschließlich an Personen mit einem Ausweisdokument zu übermitteln. Deren Personalien sollten laut Polizeichef Vittorio Pisani zudem innerhalb der folgenden 24 Stunden an das örtlich zuständige Polizeipräsidium mitgeteilt werden.

Unbekannte Städte, Dörfer und Landschaften: Zehn Geheimtipps für den Italien-Urlaub

Stadt Urbino in der italienischen Region Marken
Im Italien-Urlaub verschlägt es viele Reisende zu den Touristenmagneten Rom, Venedig oder Florenz. Aber wie wäre es mit der Stadt Urbino in der italienischen Region Marken? Sie gilt als die “Wiege der Renaissance” und ist der Ort, an dem der berühmte Künstler Raffael das Licht der Welt erblickte. Sein Geburtshaus kann heute noch besichtigt werden. Aufgrund der imposanten Architektur zählt Urbino zudem zum Unesco-Weltkulturerbe. Das wohl beeindruckendste Bauwerk ist der Palazzo Ducale aus dem 15. Jahrhundert.  © Pond5 Images/Imago
Kanal Vena in der italienischen Stadt Chioggia
Wer keine Lust auf lange Schlangen und Gedränge in der Lagunenstadt Venedig hat, findet nur etwa eine Autostunde entfernt die “kleine Schwester” Chioggia – auch bekannt als “kleines Venedig”. Das malerische Fischerdorf mit seinen engen Gassen und bunten Häuschen zeigt das authentische Italien und lädt zu einem Spaziergang durch die Altstadt ein. Besonders an den insgesamt neun Brücken, die über den Canal Vena führen, fühlt man sich an die große Schwester nur 50 Kilometer entfernt erinnert.  © Pond5 Images/Imago
Civita di Bagnoregio in der italienischen Region Latium
Besonders ursprünglich ist das Dorf Civita di Bagnoregio in der Region Latium geblieben. Es wurde vor rund 2.500 Jahren von den Etruskern gegründet und drohte seither aufgrund von Erdrutschen schon mehrere Male auszusterben. Seine einzigartige Lage an der Spitze eines Gesteins macht den Ort jedoch zu einem perfekten Ausflugsziel: Er ist nur über eine 250 Meter lange Fußgängerbrücke zu erreichen, sodass Touristen und Einheimische schon immer vor Autolärm verschont geblieben sind. Eine wunderbare Gelegenheit für Besucher, entspannt durch die Gassen zu spazieren und sich in vergangene Zeiten entführen zu lassen. © Liubomir Paut/Imago
Panorama der zentralen Apenninen im Nationalpark Gran Sasso und Monti della Laga in den Abruzzen
Die Abruzzen zählen ebenfalls zu den eher weniger besuchten Regionen Italiens. Jedoch finden Aktivurlauber genug zu tun, denn mit dem Gebirgsmassiv Gran Sasso befindet sich hier einer der eindrucksvollsten Höhenzüge Italiens. Der Nationalpark verfügt über eine Vielzahl von gut ausgewiesenen Wanderwegen, die tolle Ausblicke auf die imposante Berglandschaft bieten. Da sich das Gebirge nur unweit der Adria-Küste befindet, lässt sich ein Wanderurlaub auch wunderbar mit einer Auszeit am Strand verbinden. © Pond5 Images/Imago
Hafen in Portovenere
Die Cinque Terre mit ihren fünf malerischen Küstendörfern gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen von Italien-Reisenden – daher wird es hier immer Sommer auch mal ganz schön voll. Wer es etwas ruhiger mag, findet nur unweit davon das vergleichsweise unbekannte Portovenere. Auch hier reihen sich bunte Fischerhäuschen aneinander, vor denen sich im Hafen kleine Boote tummeln. Einen Besuch ist außerdem die alte Ortskirche San Pietro wert, die sich vorgelagert auf einem steilen Felsen befindet, sowie die Burg Doria, welche auf einem hohen Felsmassiv thront.  © Pond5 Images/Imago
Sommerabend auf Panarea
Zu den eher unbekannteren Inseln Italiens zählt Panarea im Thyrrenischen Meer vor Sizilien. Beliebt ist sie vor allem bei Prominenten und Wohlhabenden, was sich auch an den Luxusyachten bemerkbar macht, die sich im Hafen befinden. Wer nicht auf dem Eiland übernachten möchte, kann einen Tagesausflug mit der Fähre von Milazzo aus unternehmen. Die Ostküste der Insel ist dicht besiedelt und kann somit wunderbar zu Fuß erkundet werden. Ein Highlight sind die Häuser im Ort San Pietro, die mit ihren weißen Fassaden und blauen Türen an griechische Dörfer erinnern. Wer etwas entspannen möchte, findet sich am Sandstrand Caletta di Zimmari ein.  © Alexander Rochau/Imago
Piazza del Comune Duomo di Santa Maria Assunta mit Torrazzo Baptisterium in Cremona
80 Kilometer südöstlich von Mailand liegt die Stadt Cremona, die für ihre Jahrhunderte alte Tradition des Geigenbaus bekannt ist – bekannte Meister wie Stradivari, Guaneri und Amati waren hier tätig. Einige der schönsten Instrumente werden im Rathaus, dem Palazzo del Comune, ausgestellt. Sehenswert sind zudem der eindrucksvolle Dom von Cremona sowie der benachbarte Glockenturm und das Baptisterium (siehe Bild). © Martin Jung/Imago
Hochebene von Castelluccio im Nationalpark Monti Sibillini
Die Region Marken gehört zu den am wenigsten besuchten Gebieten Italiens – dabei befindet sich hier mit dem Nationalpark Monti Sibillini ein wahres Paradies für Wanderer. Der höchste Gipfel des Gebirgsmassivs ist der Monte Vettore mit 2.476 Metern, an dessen Fuß sich der malerische Lago di Pilato befindet. Zu den beliebtesten Fotomotiven zählt jedoch die Hochebene von Castelluccio, die sich im Mai und Juni in ein buntes Blumenmeer mit Farben von ockergelb bis lila verwandelt.  © Maurizio Sartoretto/Imago
Matera in der italienischen Region Basilikata
Der Ort Matera in der italienischen Region Basilikata wurde 2019 mit dem Titel Kulturhauptstadt ausgezeichnet und im James-Bond-Film “Keine Zeit zu sterben” zur Kulisse einer rasanten Verfolgungsjagd. Dennoch halten sich die Touristenmassen in den verschlungenen Gassen, die sich an den kargen Hügeln entlang schlängeln, noch in Grenzen. Besonders beeindruckend an Matera sind die in den Fels geschlagenen Höhlenwohnungen, auch genannt Sassi, in denen bis in die 60 Jahre hinein noch Menschen lebten.  © Pond5 Images/Imago
Rocce Rosse in Arbatax auf Sardinien
Auf Sardinien konzentrieren sich viele Touristen auf die Regionen rund um Cagliari und Olbia. Dabei hat auch der Osten der Insel einiges zu bieten. Zu den atemberaubendsten Ausblicken zählt die Bucht Rocce Rosse bei Arbatax, einem Ortsteil der Stadt Tortoli. Die hohen roten Granitfelsen vor dem türkisfarbenen Meer sorgen für ein einzigartiges Schauspiel. Am Strand von Cea, wenige Kilometer entfernt, befinden sich mit “Is Scoglius Arrubius” zwei weitere beeindruckende rote Felsen.  © Vadym Lavra/Imago

Die „automatisierte Verwaltung des Check-ins und der Eintritt in die Einrichtung, ohne visuelle Identifizierung der Gäste“ könne das Risiko nicht ausschließen, dass nach der elektronischen Übermittlung der Dokumente die Unterkunft von einer oder mehreren Personen belegt werden. Folglich kann die Polizei nicht wissen, wer sich tatsächlich in der Wohnung aufhält, was „eine potenzielle Gefahr für die Sicherheit der Gemeinde“ darstelle. Die Maßnahme sei auch im Hinblick auf die zahlreichen im Land geplanten politischen, kulturellen und religiösen Veranstaltungen ergriffen worden, so der Polizeichef weiter. In Italien wird gerade in der Vorweihnachtszeit viel gefeiert.

Das Auswärtige Amt hatte vor wenigen Wochen seine Reise- und Sicherheitshinweise für Italien aktualisiert und machte unter anderem auf Risiken durch Terrorismus und steigende Kriminalität aufmerksam.

Italienische Regierung greift durch – Verpflichtung zur Überprüfung der Identität der anwesenden Gäste

Das Rundschreiben wurde bereits am 18. November erlassen, aber erst in den letzten Tagen an die Industrie weitergegeben. Die Änderung sei sofort anzuwenden. „Ich glaube, dass es sich um ein Modell handelt, das überwunden werden muss, da es auch im Hinblick auf die Einhaltung der Rechtsvorschriften, die eine wirksame Anerkennung der Person erfordern, die dann die Hoteldienstleistungen in Anspruch nimmt, von entscheidender Bedeutung ist“, zitiert die Tageszeitung L´Unione Sarda den Minister Matteo Piantedosi.

Wer einen Italien-Urlaub mit dem Auto plant, sollte die Verschärfung der Verkehrsregeln kennen – sonst drohen hohe Bußgelder. In einigen europäischen Nachbarländern sind außerdem noch Spezial-Blitzer im Einsatz. (vw)

Rubriklistenbild: © Michael Bihlmayer/ Imago

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