Führerschein schneller weg

Italien verschärft die Verkehrsregeln wohl massiv – 6 Punkte, die Sie vor dem nächsten Urlaub kennen sollten

  • schließen

Wer in Italien Urlaub machen will, muss in Zukunft aufpassen. Ein Gesetzesentwurf sieht weitreichende Änderungen vor – vom Rad- bis hin zum Autofahrer.

Rom – Italiens Regierung will die Straßenverkehrsordnung grundlegend überarbeiten. Seit Mittwoch stimmen die Parlamentarier über zahlreiche Änderungsanträge zum Gesetzestext ab. Sollte der Entwurf am kommenden Dienstag (19. März) durchgewinkt werden, stehen nicht nur den Einheimischen, sondern automatisch auch Touristen neue Regeln in Italien bevor.

Neue Verkehrsregeln in Italien auf dem Weg – was ist genau geplant?

„Der MIT hat die neue Straßenverkehrsordnung ausgearbeitet, indem er in Vorschriften eingegriffen hat, die seit Jahrzehnten auf Eis liegen, und wichtige Neuerungen wie die Alkoholsperre und das harte Durchgreifen bei Fahrern, die mit dem Handy oder unter Drogeneinfluss unterwegs sind, eingeführt hat“, heißt es in einer Stellungnahme des MIT zur Kontroverse um die Straßenverkehrsordnung in den letzten Tagen, wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtet.

Noch sind die Verschärfungen in der Verkehrsordnung nicht Gesetz. Sollte das Parlament am Dienstag eine finale Entscheidung treffen, geht der Entwurf weiter an den Senat. Doch was ist genau geplant? Wir haben die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

  • Handy am Steuer: Geldstrafe und Führerschein weg
  • Autofahren unter Alkoholeinfluss: Verschärfung für Wiederholungstäter
  • Autofahren unter Drogeneinfluss: Positives Testergebnis sorgt für jahrelange Sperre
  • Falsches Parken: Höhere Strafen für Fußgänger und Fahrradfahrer
  • Strengere Ausstattung beim Rollerfahren: Helm- und Versicherungspflicht
  • Neue Regeln für Fahranfänger: Keine schnelle Sportwagen in den ersten Jahren

Helmpflicht, Alkohol und Handy am Steuer: Das sind die wichtigsten vorgesehenen Änderungen in Italien

Handy am Steuer: Wer in Zukunft das Handy am Steuer zückt, soll nicht nur eine höhere Geldstrafe zahlen, sondern auch vorübergehend den Führerschein abgeben. Der Gesetzesentwurf sieht laut ANSA konkret einen Entzug von 15 Tagen bis zu zwei Monaten vor sowie eine Geldstrafe von bis zu 1.697 Euro vor. Wer wiederholt abgelenkt wird, muss bis zu 2.588 Euro zahlen. Zudem werden 8 bis 10 Punkte im Führerschein entzogen.

Autofahren unter Alkoholeinfluss: Hier verschärft sich die Regel besonders hinsichtlich Personen, die bereits einmal wegen Trunkenheit am Steuer verurteilt wurden. Wer erneut mit einem Alkoholwert zwischen 0,5 und 1,5 aufgehalten wird, muss in Zukunft einen strikten Grenzwert von 0 einhalten. Zudem muss der Führerschein mit einer neuen ärztlichen Untersuchung erneuert werden. Die Geldstrafen in solchen Fällen steigen um ein Drittel. Zuletzt muss auf eigene Kosten eine Alkoholsperre am Steuer installiert werden. Sprich: Wird man erneut bei einer Verkehrskontrolle aufgehalten und es wird Alkohol festgestellt, muss man eine Sperre vorweisen, die das Starten des Motors verhindert.

Autofahren unter Drogeneinfluss: Bislang wurde Verkehrsteilnehmern, die unter Drogen stehen, nur der Führerschein entzogen und eine dreijährige Sperre erteilt, wenn sich die Person in einem psychophysischen Zustand befand. Das soll sich ändern. Der Gesetzesentwurf sieht vor, die Konsequenz bereits bei einem positiven Testergebnis durchzusetzen.

Nächtliche Aufnahme in Mailand: Auch hier könnte schon bald eine strengere Straßenverordnung herrschen.

Höhere Strafen für Fußgänger und Fahrradfahrer: Nicht nur Autofahrer müssen sich auf verschärfte Regeln vorbereiten. Der Gesetzesentwurf sieht in Zukunft Fernkontrollen für Fußgänger und Radfahrer vor, um zum Beispiel Bußgelder beim Falschparken zu verhängen. Wer unerlaubt in einer Parkbucht für den öffentlichen Verkehr, die Polizei, Feuerwehr oder einen anderen öffentlichen Dienst bucht, kann somit einfacher belangt werden. Denn statt Personen, die kontrollieren, werden Geräte eingesetzt, die mehrere Verstöße gleichzeitig erfassen können. In einigen Fällen werden auch höhere Strafsummen verlangt: Unerlaubtes Parken auf Behindertenparkplätzen soll statt 330 Euro in Zukunft 990 Euro kosten. Das Parken auf Busspuren oder Haltestellen soll von 165 auf 660 Euro Strafe erhöht werden.

Strengere Ausstattung beim Rollerfahren: Wer in Italien mit einem Roller unterwegs ist, für den ist in Zukunft ein Nummernschild, Helm, Blinker, Bremslichter sowie Versicherung Pflicht. Wer ohne Nummernschuld oder Versicherungsdokumente fährt, muss zwischen 100 und 400 Euro zahlen. Wer keinen funktionierenden Blinker oder Bremslichter hat, muss mit einer Strafe zwischen 200 und 800 Euro rechnen.

Neue Regeln für Fahranfänger: Fahranfänger dürfen in den ersten drei Jahren nach ihrem Führerscheinerwerb keine großmotorigen Autos fahren, also zum Beispiel schnelle Sportwagen. Allerdings wird nach Angaben des Nachrichtensenders Sky die maximale Leistung der Autos, die sie fahren können, erhöht: Für alle M1-Fahrzeuge (d. h. Fahrzeuge zur Personenbeförderung mit einer Gesamtmasse von weniger als 3,5 t) steigt sie von 70 auf 105 kW sowie von 55 kW /t Leistung/Tara bei 75 kW/t.

Für viele Deutsche ist Italien ein beliebtes Reiseziel, besonders mit dem Auto. Wer sich für eine Reise ins Nachbarland entscheidet, sollte daher alle wichtigen Verkehrsregeln in Italien kennen, um Strafen zu vermeiden.

Rubriklistenbild: © imageBROKER/Mats Silvan/IMAGO

Kommentare