Batterien von E-Autos: Schon leichte Schäden können zum wirtschaftlichen Totalschaden führen
VonSebastian Oppenheimer
schließen
Batterien sind mit Abstand das teuerste Bauteil in Elektroautos. Sind sie defekt, müssen Versicherer die Fahrzeuge oft komplett abschreiben – und zwar teils schon bei minimalen Beschädigungen.
Batterien von E-Autos: Schon leichte Schäden können zum wirtschaftlichen Totalschaden führen
Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, können bereits kleine Beschädigungen an einem Akkupaket dazu führen, dass die Fahrzeuge von den Versicherern komplett abgeschrieben werden müssen – und das zum Teil schon mit wenigen Kilometern Laufleistung. Speziell aus umwelttechnischer Sicht ist das natürlich katastrophal. „Wir kaufen Elektroautos aus Gründen der Nachhaltigkeit“, sagte Matthew Avery, Forschungsleiter beim Automobil-Risikoforschungsunternehmen Thatcham Research gegenüber der Nachrichtenagentur. „Aber ein Elektrofahrzeug ist nicht sehr nachhaltig, wenn man die Batterie nach einer kleinen Kollision wegwerfen muss.“
Defekte Elektroauto-Batterien: „Fallzahlen werden zunehmen“
Ähnlich sieht das auch Christoph Lauterwasser, Geschäftsführer des Allianz-Zentrums für Automobiltechnologie: „Die Fallzahlen werden zunehmen, daher ist der Umgang mit Batterien ein entscheidender Punkt“, so der Experte gegenüber Reuters. „Wenn man das Fahrzeug frühzeitig verschrottet, verliert man so ziemlich jeden Vorteil in Sachen CO₂-Ausstoß.“ Dem Bericht zufolge können Batteriepakete mehrere zehntausend Euro kosten und bis zu 50 Prozent des Wertes eines Elektrofahrzeugs ausmachen. Die Folge: Es ist häufig schlichtweg unwirtschaftlich, die Akkus zu ersetzen.
Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.
Defekte Elektroauto-Batterien: Versicherer fordern Zugang zu Diagnosedaten
Wie es in dem Bericht weiter heißt, wünschen sich viele Versicherer, dass die Akkus beispielsweise in kleineren Modulen produziert würden, um sie einfacher reparieren beziehungsweise ersetzen zu können. Kritisiert wird außerdem der fehlende Zugang zu Diagnosedaten, die einen Blick auf den Zustand einer Batterie zulassen. Denn laut Allianz habe man zerkratzte Batterie-Pakete gesehen, deren Zellen im Inneren wahrscheinlich unbeschädigt gewesen seien – aber ohne die entsprechenden Diagnosedaten müsse man solche Fahrzeuge abschreiben.