Neue Pflicht für Restaurants?

Änderung in allen Südtirol-Gastros – Neuerung dürfte auch Urlaubern auffallen: „Der falsche Weg“

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In Südtirol könnten Restaurants bald mehr Transparenz bieten. Allerdings gibt es aus der Branche Kritik wegen des erforderlichen Verwaltungsaufwands.

Bozen – Viele Verbraucher wollen wissen, wo ihre Lebensmittel herkommen. Im Supermarkt wird der Ursprung von Eiern, Fisch, unverarbeitetem Fleisch sowie den meisten Obst- und Gemüsearten bereits auf der Verpackung deklariert. Daneben gibt es natürlich auch noch andere Bezeichnungen, wie etwa die Nährwert-Ampel, die für Verbraucher hilfreich sein kann. In der Gastronomie gibt es in Deutschland bislang keine Pflicht zur Herkunftskennzeichnung von Produkten.

Ein Gesetzentwurf in Südtirol sieht vor, dass Gaststätten den Ursprung von Eiern, Fleisch und Milchprodukten künftig verpflichtend benennen müssen. Branchen-Experten warnen vor dem bürokratischen Aufwand. (Montage)

Anders könnte es dagegen schon bald in Südtirol sein: Die norditalienische Alpenregion, die jährlich zigtausende Touristen anzieht, könnte künftig mit gutem Beispiel vorangehen: Abgeordnete brachten einen Gesetzentwurf ein, der Gaststätten und Mensen verpflichten soll, die Herkunft einiger tierischer Produkte für Gäste nachvollziehbar zu deklarieren.

Südtirols Landtag diskutiert Gesetzentwurf – Vorstoß zu neuer Kennzeichnungspflicht für Restaurants

Bis jetzt gilt in Südtirol eine frühere Regelung aus dem Jahr 2023, der zufolge in Gaststätten und Mensen zu Produkten in der Speisekarte lediglich eine Sammelangabe gemacht werden muss, ob die Produkte „aus der EU“ oder „nicht aus der EU“ kommen. Kritiker warfen der Richtlinie jedoch vor, zu vage zu sein und wandten zudem einen Mangel von Kontrollen ein.

Der neue Gesetzentwurf, der am Mittwoch vom vierten Gesetzgebungsausschuss des Landtags Südtirol angenommen wurde, sieht eine Deklaration der Herkunft von Eiern, Fleisch und Milchprodukten in der Gastronomie vor. Dabei muss entweder klar sein, aus welchem Land das Produkt stammt, alternativ ist auch die Nennung einer Region rechtens. Eingebracht wurde der Gesetentwurf von den Abgeordneten Brigitte Foppa, Hanspeter Rohrer und Zeno Oberkofler (Grüne) sowie Franz Locher und Waltraud Deeg (SVP). 

Ranking: Die 15 schönsten und beliebtesten Urlaubsorte Italiens

Siena campo
Platz 15 belegt Siena in der Toskana. Mit der schönen Altstadt und unnachahmlichen Bauwerken zieht die Stadt Urlauber immer wieder in ihren Bann.  © Marco Brivio
Roca Vecchia in Apulien: Die Aufnahme der „Höhle der Poesie“ bei Sonnenuntergang
Roca Vecchial in Apulien: Die Aufnahme der „Höhle der Poesie“ bei Sonnenuntergang steht nur symbolisch für die vielen herrlichen Strände und Landschaften im Südosten Italiens. Rang 14 im IPPEN-Ranking. © IMAGO/Manuel Romano
Sizilien Letojanni
Die Strände Siziliens sind einzigartig und bezaubernd. Bei Check24 belegt die Insel daher den zwölften Platz. In diesem Ranking Platz Nummer 13. Auf dem Foto sieht man den Strand von Letojanni.  © Matthias Tödt
Mailänder Dom
Die norditalienische Metropole Mailand ist bekannt für die wunderschöne Altstadt und etliche teure Modemarken. Hier sieht man den Dom im Zentrum der Stadt. Im Ranking belegt Mailand den elften Platz. Bei Check24 sogar Platz 7.  © Oliver Weiken
Lago Maggiore
Auf Platz 11 ist der prachtvolle Lago Maggiore. Ein Teil des Sees ist in der Schweiz. Bei weg.de ist der Lago Maggiore sogar auf dem siebten Platz der beliebtesten Urlaubsorte in Italien.  © Nando Lardi
Bozen, Italien, Südtirol
Auch Südtirol ist unter Italien-Fans besonders beliebt. Hier erhascht man einen Blick über die Alpen auf die Stadt Bozen.  © Micha Korb
Elba sonnenuntergang
Die kleine Insel Elba ist momentan noch ein Geheimtipp. Hier erlebt man bezaubernde Natur und typische italienische Dörfer. Daher ein verdienter Platz neun.  © Karsten Jeltsch
Cinque Terre Italien
Unter Urlaubern ist außerdem die Cinque Terre besonders beliebt. Die meisten der fünf Dörfer erreicht man nur zu Fuß oder mit einer Bahn.  © Augst / Eibner-Pressefoto
Marina Grande capri
Nicht umsonst ist die kleine Insel Capri im Golf von Neapel ein regelrechter Touristenmagnet. Hier vor Ort kann man nicht nur durch wunderschöne Dörfer schlendern, sondern auch das Meer und die Natur genießen.  © Günter Gräfenhain
Colosseum in Rome
Italiens Hauptstadt Rom hat für alle Gäste etwas zu bieten und belegt daher den sechsten Platz. So zum Beispiel das weltberühmte Kolosseum. Im Ranking von Check24 belegt Rom sogar den zweiten Platz.  © Givaga
Venedig platz acht
Venedig ist mit seinen vielen Kanälen und kleinen Gassen einzigartig. Ein Besuch lohnt sich definitiv, allerdings sollte man am besten im Frühling oder Herbst in die Stadt kommen. Venedig belegt daher den fünften Platz der Top 15 Urlaubsziele in Italien, bei Check24 ist die Stadt an der Adria sogar Erster.  © Frank Bienewald
Florenz-skyline
Das bezaubernde Florenz in der Toskana belegt den vierten Platz. Hier kann man sich durch kleine Gassen treiben lassen und ohne Ende Kultur genießen. © alimdi / Michelle Gilders
Amalfiküste Italien
Die Amalfiküste südlich von der Metropole Neapel belegt den dritten Platz im Ranking um die schönsten Urlaubsorte in Italien.  © Günter Gräfenhain
Costa Smeralda
An der Costa Smeralda auf Sardinien gibt es Strände, die teilweise welchen in der Karibik gleichen. Nicht umsonst belegt sie daher den zweiten Platz. Auch auf dem Reiseportal weg.de zählt die Küste auf Sardinien zu den schönsten Reisezielen in Italien. © Emmanuele Contini
Desenzano del Garda
Den ersten Platz der beliebtesten und schönsten Urlaubsorte in Italien belegt laut weg.de ganz klar der Gardasee. Hier sieht man das wunderschöne Städtchen Desenzano del Garda am Abend.  © Imago / Augst / Eibner-Pressefoto

Durch den Gesetzentwurf soll Restaurantbesuchern mehr Transparenz ermöglicht werden, daneben soll aber auch die regionale Landwirtschaft von ihm profitieren, wie die Abgeordneten Foppa und Locher gemeinsam Tageszeitung.it erklärten: „Eine transparente Kennzeichnung kann den Konsum regionaler Produkte fördern und damit die Südtiroler Landwirtschaft stärken. Dieser Gesetzentwurf ist eine Chance, die Herkunft unserer Lebensmittel transparenter und den Wettbewerb gerechter zu gestalten“, so die Abgeordneten.

Begrüßt wird das Vorhaben für mehr Transparenz der Herkunft tierischer Produkte in Gaststätten und Mensen Südtirols auch von SVP-Senatorin Julia Unterberger. Aus ihrer Sicht ist die neu angestrebte Richtlinie der richtige Kurs, Konsumenten zu schützen und die lokale Landwirtschaft voranzubringen. „Die Verbraucher achten zunehmend auf die Güte der Lebensmittel, die ethischen Aspekte ihrer Herstellung und kurze Transportwege“, sagte Unterberger Südtirol News. Deshalb hoffe sie, dass die Gesetzesinitiative rasch ihre Umsetzung findet. 

Doch Unterberger hegt noch weitere Hoffnungen mit dem Vorhaben. Sie hofft, dass Südtirol als Vorreiter der neuen Transparenz-Richtlinie Nachahmer in ganz Italien finden könnte, sodass das Gesetz später einmal aufs ganze Land ausgeweitet wird. „Aus diesem Grund werde ich eine Anfrage an Minister Lollobrigida richten, um seine Bereitschaft zu erkunden, diese Initiative auf Mensen und Restaurants in ganz Italien auszuweiten“, fügte die SVP-Senatorin an.

Handelsverband mahnt: Gesetz würde Südtirol-Restaurants mit neuen bürokratischen Hürden belasten

Doch längst nicht alle befürworten den Gesetzentwurf. Philipp Moser, Präsident vom Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol (hds), warnt: „Dem bewussten Konsumieren von Lebensmitteln ist sicher nichts entgegenzusetzen. Aber anstatt neue Verpflichtungen zu schnüren oder neue Bürokratie einzuführen, sollten die Ressourcen besser in Sensibilisierung investiert werden“, betont Moser in einer am Donnerstag veröffentlichten Pressemitteilung des Verbands. „Neue Verpflichtungen sind der falsche Weg“, betont der hds-Präsident.

In Gastronomiebetrieben mit täglich wechselnden oder mehrsprachigen Menüs etwa würde die neue Verpflichtung eine zusätzliche Auflage bedeuten. Weil diese in gastronomischen Betrieben in Südtirol aber ohnehin hoch seien, würde die neue Richtlinie eine deutliche bürokratische Mehrbelastung für Restaurants nach sich ziehen.

Aktuell wird der Gesetzentwurf im Plenum des Südtiroler Landtags weiter debattiert. Abzuwarten bleibt, was für die Abgeordneten schwerer wiegt: Die Transparenz, das Tierwohl und die regionale Landwirtschaft mit einer Herkunftsbezeichnung zu stärken, oder wegen zusätzlichem bürokratischen Aufwand für Gaststätten doch auf das neue Gesetz zu verzichten. Sollte eine neue Richtlinie kommen, würde sie jedenfalls auch für Touristen Südtirols eine Neuerung bedeuten – davon aber gibt es in der beliebten Urlaubsregion in den Alpen schon so einige. (fh)

Rubriklistenbild: © Rupert Oberhäuser/IMAGO , Zoonar/IMAGO

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