Garten-Tipps

Alarmstufe Rot: Die drei toxischsten Pflanzen in Ihrem Garten

Wer seinen Garten mit prächtigen Pflanzen bereichern möchte, sollte vorsichtig sein, welche Arten er auswählt. Einige populäre Gartenblumen und Gewächse sind extrem giftig.

Gärten sind für viele Menschen ein Ort der Freude und Entspannung. Sie bieten nicht nur einen Rückzugsort, sondern auch eine Vielfalt an Pflanzen, die die Natur ins eigene Zuhause bringen. Doch trotz ihrer Schönheit verbergen sich in vielen heimischen Gärten auch Gefahren, die insbesondere für Kinder und Haustiere lebensbedrohlich sein können. Einige der beliebtesten Zierpflanzen gehören zu den giftigsten Pflanzen überhaupt. Welche das sind und wie sich die Symptome einer Vergiftung zeigen.

Eisenhut – Der unscheinbare Killer

Der Eisenhut (Aconitum), auch bekannt als „Blauer Eisenhut“, ist nicht nur wegen seiner auffälligen, leuchtend blauen Blüten beliebt, sondern auch wegen seiner einzigartigen Form. Was viele Gartenliebhaber jedoch nicht wissen: Eisenhut ist die giftigste Pflanze Europas. Laut Wa.de sind besonders die Wurzeln und Samen stark toxisch und bereits der Kontakt mit den Blättern kann gesundheitliche Schäden verursachen. Aconitin, das im Eisenhut enthaltene Gift, kann durch die Haut aufgenommen werden und schnell zu ersten Vergiftungssymptomen wie Kribbeln und Übelkeit führen. In schweren Fällen verursacht das Gift Herzrhythmusstörungen und Atemlähmung, was tödlich enden kann. Besonders gefährdet sind Kinder, die die auffälligen Blüten berühren oder gar Pflanzenteile verschlucken könnten.

Eisenhut ist eine schöne Zierpflanze im Garten, kann allerdings auch zu tödlichen Vergiftungen führen.

Gartenbesitzer sollten deshalb besonders vorsichtig sein, wenn sie diese Pflanze kultivieren. Wer dennoch nicht auf die Schönheit des Eisenhuts verzichten möchte, sollte ihn in schwer zugänglichen Bereichen pflanzen und beim Umgang Handschuhe tragen, um direkten Kontakt mit der Pflanze zu vermeiden. Das Risiko einer Vergiftung ist besonders in Haushalten mit Kindern oder Haustieren hoch.

Eibe – Die tödliche Heckenpflanze

Die Eibe (Taxus baccata) ist eine weit verbreitete Heckenpflanze, die für ihre immergrünen Nadeln und dichte Wuchsform bekannt ist. Doch laut Mein-schoener-garten.de ist die Eibe eine der giftigsten Pflanzen Europas. Alle Pflanzenteile – insbesondere die Nadeln und Samen – enthalten das gefährliche Alkaloid Taxin. Schon der Verzehr kleiner Mengen kann schwere Vergiftungen verursachen. Typische Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Herzrasen, und in schweren Fällen kann eine Vergiftung mit der Eibe tödlich enden.

Eibe ist hochgiftig für Menschen und Haustiere.

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Besonders tückisch ist, dass die roten Fruchthüllen der Eibe ungiftig sind, jedoch die darin enthaltenen Samen hochgiftig. Kinder, die von den attraktiven roten Früchten angelockt werden, könnten die Samen versehentlich verschlucken, was zu lebensgefährlichen Vergiftungen führen kann. Deshalb sollte man die Eibe mit Vorsicht behandeln, insbesondere in Gärten, die von Kindern genutzt werden. Es wird empfohlen, die Früchte regelmäßig zu entfernen, um das Risiko zu minimieren.

Engelstrompete – Schönheit mit fatalen Folgen

Die Engelstrompete (Brugmansia) ist wegen ihrer großen, trompetenförmigen Blüten und ihres intensiven Duftes ein wahrer Blickfang in vielen Gärten. Doch hinter dieser Schönheit verbirgt sich eine erhebliche Gefahr. Laut Chemie.de sind alle Pflanzenteile der Engelstrompete giftig und enthalten starke Alkaloide wie Scopolamin, Hyoscyamin und Atropin. Der Verzehr oder auch nur der Kontakt mit der Pflanze kann zu schweren Vergiftungen führen, die mit Halluzinationen, Sehstörungen und Herzrasen einhergehen.

Engelstrompete kann bei Vergiftungen Halluzinationen verursachen.

Der intensive Duft der Engelstrompete kann bei empfindlichen Personen bereits Kopfschmerzen und Übelkeit verursachen, weshalb die Pflanze besser nicht in unmittelbarer Nähe von Aufenthaltsbereichen oder in Innenräumen platziert werden sollte. Die Alkaloide wirken auf das zentrale Nervensystem, was in schweren Fällen zu Atemlähmung und Herzstillstand führen kann. Diese Pflanze stellt daher ein erhebliches Risiko dar, insbesondere für Haushalte mit kleinen Kindern oder Haustieren.

Giftige Schönheiten: Zehn besonders gefährliche Gartenpflanzen

Eine rosa blühende Engelstrompete
Die Engelstrompete hat ihren Namen nicht von ungefähr: Sie führt schon in kleinsten Verzehrsmengen zu Halluzinationen. © blickwinkel/Imago
Eine gelb blühende Goldregenpflanze in einem Vorgarten
Der giftige Goldregen ist im Garten immer ein Hingucker. Vor allem die reifen Samen sind sehr gefährlich.  © blickwinkel/Imago
Eine weiß blühende Christrosenpflanze
Die Christrose wurde früher als Brech- und Abführmittel eingesetzt. Heute heißt es: Finger weg! © CHROMORANGE/Imago
Eine Gärtnerin beschneidet einen Oleander
Vor allem den Blättern des Oleanders sollte man nicht zu nahe kommen – am besten Handschuhe tragen. © Shotshop/Imago
Blütenrispen des Blauen Eisenhuts
Schon wenige Gramm Eisenhut führen zu schweren Vergiftungssymptomen. © imagebroker/Imago
Ein Strauß gelber Narzissen in einer Vase
Die ist so hübsch, die tut doch nichts? Die Gelbe Narzisse ist in allen Pflanzenteilen giftig.  © BE&W/Imago
Eine Rizinuspflanze mit roten Blättern und Fruchtkapseln
Sehr attraktiv und sehr giftig: Schon im Altertum wurden Menschen mit Rizinussamen umgebracht. © McPHOTO/Imago
Eine rosa blühende Herbstzeitlose im Gras
Ab August blüht die Herbstzeitlose, deren Zellgift Colchicin zum Tod führen kann. © Rudolf Gigler/Imago
Eine Thujahecke mit einem Halteverbot-Verkehrsschild
Die Thuja ist als Hecke beliebt und sieht harmlos aus. Aber Hautkontakt und Verzehr haben unangenehme Folgen. © Shotshop/Imago
Eine Misteldrossel frisst im Herbst die roten Eibenfrüchte
Obacht, wenn die roten Beeren der Eibe reif sind: Nicht nur Drosseln, auch Kinder greifen hier gern zu. ©  Reiner Bernhardt/Imago

Trotz ihrer exotischen Schönheit sollten Engelstrompeten mit größter Vorsicht in Gärten kultiviert werden. Es wird empfohlen, die Pflanze außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren zu halten. Für Gartenliebhaber, die dennoch nicht auf diese imposante Pflanze verzichten möchten, ist es ratsam, sich bewusst zu machen, wie gefährlich diese Schönheit sein kann.

Verdacht auf Vergiftung: Was tun im Notfall?

Falls ein Kind Pflanzenteile oder Beeren einer giftigen Gartenpflanze verschluckt, sollten man es laut Aok.de dazu bringen, die Teile schnellstmöglich auszuspucken und den Mund auszuspülen. Anschließend sollte viel stilles Wasser oder Leitungswasser getrunken werden, aber keine Milch oder Salzwasser, um das Gift zu verdünnen.

Rufen Sie bei Verdacht auf eine Vergiftung sofort den Giftnotruf an und handeln Sie nicht eigenmächtig, etwa durch das Auslösen von Erbrechen. Auch Aktivkohle sollte nur nach Absprache verabreicht werden. Bei lebensbedrohlichen Symptomen wie Atemnot oder Bewusstlosigkeit ist der Notruf unter 112 zu wählen. Es kann helfen, Pflanzenteile gesichert mitzunehmen und dem Arzt zu zeigen, damit dieser die Vergiftungsursache schneller identifizieren kann.

Hat das Haustier giftige Pflanzen gefressen, sollte es ebenfalls viel trinken und schnellstmöglich zum Tierarzt gebracht werden.

Rubriklistenbild: © Peter Himmelhuber/Imago

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