Trinkverhalten anpassen

Alkohol-Stopp ab 65: Experte erklärt Anti-Demenz-Regel

  • schließen

Ein Spezialist für Demenz empfiehlt, ab dem 65. Lebensjahr komplett auf Alkohol zu verzichten. Was dahinter steckt, erfahren Sie hier.

Demenz ist eine Erkrankung, die das Gehirn betrifft und zu einem Verlust von Gedächtnis und kognitiven Fähigkeiten führt. Mit der steigenden Lebenserwartung wird die Prävention von Demenz immer wichtiger. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Lebensstil, insbesondere der Umgang mit Alkohol.

Verzicht ab 65: Alkohol und das Demenzrisiko

Dem Neurologen, ehemaligen Präsident der American Neuropsychiatric Association und Buchautor Dr. Richard Restak zufolge beschleunigt selbst geringer Alkoholkonsum die Alterung der Nervenzellen und erhöht das Risiko für Alzheimer und andere Demenzerkrankungen. In seinem Buch „The Complete Guide to Memory: The Science of Strengthening Your Mind“ betont er, dass Alkohol ein Neurotoxin ist, das die Nervengesundheit gefährdet.

Demenz- und Alzheimer-Risiko durch Ernährung senken: Mit zwölf Lebensmitteln das Gehirn schützen

Avocados.
Hmm, lecker, Avocado! Die aus botanischer Sicht zu den Beeren gehörende Frucht schützt dank ihres pflanzlichen Stigmasterol vor einem frühzeitigen Ausbruch von Alzheimer. Zwar zählen sie zu den pflanzlichen Lebensmitteln, die besonders fettreich sind. Doch handelt es sich rein um ungesättigte Fettsäuren, die gesund halten. Durch das enthaltene Enzym Lipase wird der Fettabbau sogar aktiviert. Avocados sind reich an Folsäure, Vitamin K, D, B6 und E sowie Kalium und Calcium. © LuboIvanko/Imago
Schalen mit Johannisbeeren, Heidelbeeren, Kirschen
Dunkle Beeren wie Schwarze Johannisbeeren und Heidelbeeren sind nicht nur dank ihrer Polyphenole sehr gesund. Auch ihr hoher Anteil an Vitamin C senkt nachweislich die Plaquebildung in den Gefäßen, was als Risikofaktor für Demenz und Alzheimer gilt. Täglich eine Handvoll dunkle Beeren schützt das Gehirn! © Westend61/Imago
Zucchinis
Essen Sie auch regelmäßig Zucchini! Das grüne Gemüse ist reich an Kalzium, Magnesium, Eisen, B-Vitaminen, Vitamin A (Provitamin A) und Vitamin C. Zucchini wirkt nicht nur entzündungshemmend. Es soll auch das Wachstum von Krebszellen verringern und aufgrund seiner großen Mengen an Stigmasterol den Ausbruch von Alzheimer verzögern. © Alex Salcedo/Imago
Aubergine
Auberginen zählen nicht nur zu den Gemüsesorten, die eine Fettleber wieder heilen können. Auch ihr pflanzliches Sterol schützt das Gehirn vor einer Demenz und Alzheimer. © zhekos/IMAGO
Brokkoli
Wer regelmäßig Brokkoli isst, kann einer Alzheimer-Erkrankung vorbeugen beziehungsweise sie hinauszögern. Denn Brokkoli ist reich an Antioxidanzien, was die Gehirnzellen stärkt und schützt. © monticello/Imago
Teller mit Erbsen
Erbsen zählen zu den proteinreichen Hülsenfrüchten. 100 Gramm frische grüne Erbsen enthalten ca. 5,4 Gramm Protein, das zum Muskelaufbau und Knochenwachstum dient. Gleichzeitig schützen die enthaltenden Folsäure und Polyphenole das Gehirn. © Image Source/Imago
Schale mit roten Bohnen
Bohnen sind im wahrsten Sinne Nervennahrung. Reich an B-Vitaminen, Folsäure sowie den wertvollen Polyphenolen, können Bohnen bei regelmäßigem Verzehr die Gehirnleistung fördern. B-Vitamine regen die Kommunikation zwischen den Zellen an, steigern die Leistungsfähigkeit des Gehirns und schützen vor Gedächtnisstörungen. Achtung: Kochen Sie die Bohnen vor dem Verzehr! Mehr als sechs Bohnen können gerade bei Kindern durch das enthaltene giftige Eiweiß Phasin zum Tod führen. © Image Source/Imago
Es sind verschiedene Sorten Linsen zu sehen (Symbolbild).
Linsen dürfen mindestens dreimal in der Woche auf den Teller kommen. Denn durch ihre B-Vitamine, Folsäure und Polyphenolen übernehmen Hülsenfrüchte einen schützenden Effekt im Gehirn. © YAY Images / Imago
Walnüsse
Nüsse sind besonders gut fürs Gehirn. Beispielsweise Walnüsse sind reich an Antioxidantien, das heißt, sie schützen vor schädlichen Stoffen und können dadurch Eiweißablagerungen im Gehirn verhindern. Auf diese Weise kann Alzheimer vorgebeugt werden. Auch das Voranschreiten einer bereits bestehenden Alzheimer-Erkrankung kann verlangsamt werden. © C3 Pictures/Imago
Olivenöl senkt Blutdruck und das schädliche LDL-Cholesterin im Blut, sodass das Risiko für Arteriosklerose reduziert wird.
Neben Zucchini, Auberginen, Brokkoli, Nüssen und Heidelbeeren, zählen auch Oliven sowie Olivenöl zu den Lebensmitteln, die Alzheimer vorbeugen können. Die in Olivenöl enthaltenen Polyphenole schützen und stärken die Gehirnzellen. Laut „Deutsche Herzstiftung“ senkt Olivenöl nachweislich auch das Risiko für Ablagerungen in den Gefäßen, der Arteriosklerose. Forscher vermuten, dass das Risiko für Alzheimer mit bestehender Arterienverkalkung steigt. © Panthermedia/Imago
Lachsfilet
Lachs zählt zu den Lebensmitteln mit einem hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren, das nicht nur zu viel LDL-Cholesterin senken können. Der Verzehr von Lachs ist dank seiner langkettigen Omega-3-Fettsäuren für den Zellstoffwechsel im Gehirn besonders förderlich, so die Alzheimer Forschung Initiative e. V. © Martin G. Dr. Baumgä/Imago
Kabeljaufilet mit Rosmarinzweig in der Bratpfanne.
Auch Kabeljaufisch zählt zu den besonders gesunden Fischen: sehr zu empfehlen für Menschen mit Schilddrüsenunterfunktion, dank des hohen Jodgehalts, und unterstützend für die Zellerneuerung zur Vorbeugung gegen Demenz und Alzheimer. Essen Sie ein- bis zweimal pro Woche den empfohlenen Fisch, um die Abwehrbereitschaft des Gehirns zu steigern und den Energiestoffwechsel zu verbessern. © Shotshop/Imago

Er empfiehlt, ab dem 65. Lebensjahr vollständig auf Alkohol zu verzichten: „Ich empfehle dringend, dass Sie, wenn Sie 65 Jahre alt oder älter sind, Alkohol vollständig und dauerhaft aus Ihrer Ernährung streichen“, zitiert ihn das britische Portal Dailymail. Diese Empfehlung basiert auf der Erkenntnis, dass die Erhaltung der Nervenzellen in diesem Alter besonders wichtig ist, um kognitive Fähigkeiten zu bewahren. Ab dem 65. Lebensjahr steigt Restak zufolge das Demenzrisiko um das Fünffache an – und dies setze sich fort in Fünf-Jahres-Etappen.

Was wir trinken und essen, nimmt Einfluss auf das Demenzrisiko.

Nichts verpassen: Alles rund ums Thema Gesundheit finden Sie im regelmäßigen Newsletter unseres Partners 24vita.de.

Französische Studie: Übermäßiger Konsum als Demenz-Hauptrisikofaktor

Wer jetzt denkt, dass Alkoholkonsum in jüngeren Jahren keinen Einfluss auf das Demenzrisiko hat, der irrt. Eine umfangreiche französische Studie unter der Leitung von Dr. Michaël Schwarzinger zeigt, dass übermäßiger Alkoholkonsum der wichtigste Risikofaktor für eine früh beginnende Demenz ist. Die Studie ergab, dass man davon ausgehen kann, dass mehr als die Hälfte aller Demenzkranken unter 65 Jahren ein Alkoholproblem hatte. Besonders betroffen sind Männer in dieser Altersgruppe. Das Forscherteam der Universität Sorbonne in Paris hatte die Klinikentlassungsdaten von praktisch allen Franzosen ausgewertet, die zwischen 2008 und 2013 in einer Klinik in Frankreich stationär aufgenommen worden waren, wie die Ärztezeitung informiert. Der Studie liegen damit die Daten von rund 32 Millionen Einwohnern zugrunde.

Alkoholmissbrauch und seine Folgen

Es gibt viele Gründe, in jedem Alter auf Alkohol zu verzichten oder den Konsum einzuschränken. Denn nicht nur das Demenzrisiko wird durch regelmäßigen Konsum erhöht, auch andere Organe als das Gehirn leiden. So gilt als bewiesen, dass regelmäßiger Alkoholkonsum Lebererkrankungen wie Leberzirrhose fördert und Entzündungen im Magen-Darmtrakt sowie Krebserkrankungen begünstigt. Auch das Herz-Kreislauf-System kann durch Alkohol so weit geschädigt werden, dass Herzrhythmusstörungen auftreten.

Rubriklistenbild: © lev dolgachov/Imago

Kommentare