Gesund im Alter

Eigenes Demenz-Risiko senken: Was kann man dafür tun?

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Etwa 55 verschiedene Krankheiten fallen unter den Überbegriff Demenz. Die wenigsten sind dabei erblich veranlagt.

Verschiedene Faktoren spielen bei der Entstehung von Demenz eine Rolle. Neben der genetischen Veranlagung ist auch der Lebensstil von großer Bedeutung. Immerhin scheinen rund ein Drittel aller Alzheimer-Demenz-Erkrankungen laut der Deutschen Gehirnstiftung durch einen gesunden Lebensstil bis ins hohe Alter vermeidbar. Was Sie dafür tun können und wie wichtig Sport und Ernährung dafür sind.

Alzheimer und Demenz: Jeder hat es selbst in der Hand

Die genetische Veranlagung spielt nur bei wenigen Demenzerkrankungen eine Rolle. Vielmehr hat der Lebensstil einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der Krankheit.

Unter dem Überbegriff Demenz fassen Mediziner etwa 55 verschiedene Krankheiten zusammen, Alzheimer zählt dabei zu der häufigsten Form. Eine Demenz kann sich daher von Mensch zu Mensch anders äußern und auch die Verläufe der Krankheiten sind sehr individuell. Während sich manche Formen dabei leichter vorbeugen und behandeln lassen, ist dies bei anderen deutlich schwieriger. „Trotzdem hat es jeder selbst in der Hand, sein Alzheimer-Risiko zu reduzieren, wir können etwas machen. Die Aussicht, bis ins hohe Alter geistig fit zu bleiben, sollte uns motivieren, gesund zu leben“, erklärt Prof. Dr. Frank Erbguth, Präsident der Deutschen Hirnstiftung.

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Demenz vorbeugen: Zehn Lebensmittel, die dem Gehirn schaden

Weingläser
Ein Glas Alkohol hin und wieder ist zwar in Ordnung. Wer allerdings übermäßig viel davon konsumiert, gefährdet damit sein Gehirn und erhöht daher das Risiko für eine Demenz-Erkrankung. Alkohol wirkt neurotoxisch. Dadurch schädigt er die Gehirnzellen unmittelbar.  © Cavan Images/IMAGO
Käse
Auch Käse kann die Blutgefäße im Gehirn schädigen, da er viele gesättigte Fettsäuren enthält. Um einer Demenz vorzubeugen, empfiehlt es sich deshalb, nur selten davon zu essen oder ganz darauf zu verzichten. © Gerard Lacz/IMAGO
Butter
Genauso wie Käse sind auch Butter und Margarine reich an gesättigten Fettsäuren. Beide Streichfette enthalten außerdem einen hohen Anteil an Transfetten. Sie verstopfen die Arterien und können das Gehirn schrumpfen lassen. Ein regelmäßiger Verzehr empfiehlt sich deshalb nicht, wenn man seiner Hirngesundheit etwas Gutes tun und sich vor einer Demenz-Erkrankung schützen möchte.  © Eivaisla/IMAGO
Chips
Hochgradig verarbeitete Lebensmittel enthalten nicht nur viel Salz und Zucker, sondern ebenfalls einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren. Der übermäßige Verzehr von zum Beispiel Chips, Fertiggerichten und Weißbrot kann somit die Arterien des Gehirns verstopfen und dadurch das Hirngewebe unmittelbar schädigen. Zum Schutz vor Demenz sollten Sie deshalb lieber die Finger davon lassen und stattdessen auf gesunde Alternativen setzen. © Liangliang/IMAGO
Softdrinks
Softdrinks enthalten viel Zucker. Um das Gehirn gesund zu halten, sollte man deshalb auf zuckerhaltige Getränke besser verzichten. Denn Zucker verursacht Entzündungen und neuronale Schäden. Dadurch kann das Risiko für eine Demenz steigen. © Markus Mainka/Imago
Mortadella
Verarbeitetes Fleisch enthält viel Salz, Konservierungsstoffe und gesättigte Fettsäuren. Mortadella, Blutwurst, Speck, Blutwurst, Würstchen und Salami begünstigen deshalb Entzündungen und schädigen Blutgefäße im Gehirn und fördern eine Demenz-Erkrankung. © Westend61/IMAGO
Fleisch
Rotes Fleisch ist ebenfalls voll von gesättigten Fettsäuren. Auch wenn Rindfleisch oder Wild zwar weniger entzündungsfördernd sind als Wurstwaren, schaden sie dennoch den Gefäßen und Zellen. Dadurch erhöht sich das Risiko für eine Demenz. © Edwin Remsberg/IMAGO
Frittiertes
Auch in frittierten Lebensmitteln befindet sich ein hoher Anteil an Transfetten. Diese können das Hirnvolumen reduzieren und dabei zu einem kognitiven Verfall beitragen. Die Gefahr besteht, dass Menschen bei einem hohen Konsum auch ein höheres Risiko haben, eine Demenz zu entwickeln.  © Cavan Images/IMAGO
Burger
In Fast Food sind ebenfalls Transfette enthalten, die dem Gehirn schaden können. Wer sich vor Demenz schützen möchte, sollte diese Speisen deshalb nicht auf seinen Speiseplan setzen. © Vasily Pindyurin/IMAGO
Süßigkeiten
Süßigkeiten und Gebäck haben viel Zucker, der sich negativ auf die Hirngesundheit auswirkt. Er verursacht Entzündungen und kann zu einem Burn-out im Gehirn führen. Möchten Sie sich vor Demenz schützen, dann sollten Sie auch diese Lebensmittel nur in Maßen verzehren. © ratmaner/IMAGO

Grundsätzlich gilt bei der Vorsorge von Demenz und Alzheimer daher: Was dem Körper schadet, beeinflusst auch das Gehirn. Nur etwa ein bis zwei Prozent der gesamten Erkrankungen gehen auf eine der seltenen genetisch vererbten Formen zurück. Der Lebensstil spielt neben der genetischen Veranlagung daher eine entscheidende Rolle. Es gibt zahlreiche organische Faktoren, die die Entstehung der neurodegenerativen Erkrankung begünstigen. „Doch keiner davon ist so stark, dass er definitiv das Ausbrechen einer Demenz vorhersagt“, erklärte Andreas Winkler, Neurologe und Vizepräsident von Alzheimer Austria, gegenüber dem Standard. 

Risikofaktoren: Lebensstil beeinflusst das Gedächtnis

Das Risiko einer Demenz kann man bereits viele Jahre, bevor die Krankheit tatsächlich ausbricht, reduzieren. Gerade im Alter von 40 bis 60 Jahren sollten Risikofaktoren wie übermäßiger Alkoholkonsum, Rauchen und zu wenig Bewegung vermieden werden. Immerhin schädigt Alkohol nicht nur unsere Leberzellen, sondern greift auch die graue und weiße Gehirnsubstanz langfristig an.

Eine weitere wichtige Maßnahme in der Vorsorge von Demenz ist regelmäßige körperliche Aktivität. Den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge sollten Erwachsene mindestens 150 bis 300 Minuten moderaten Sport oder 75 bis 150 Minuten intensive Bewegung pro Woche in ihren Alltag einbauen. Eine aktuelle Studie aus Großbritannien konnte zudem zeigen, dass bereits 3.800 Schritte täglich einen schützenden Effekt auf das Demenzrisiko haben.

Gesunde Ernährung wirkt vorbeugend: Bluthochdruck vermeiden

Sport kann dabei nicht nur einem Gedächtnisverlust entgegenwirken. Auch das Risiko von Bluthochdruck wird reduziert – was sich wiederum positiv auf das Gehirn auswirkt. Englische Wissenschaftler konnten nachweisen, dass mit einer guten Blutdruckeinstellung das Demenzrisiko sinkt. Eine weitere Studie aus den USA kam außerdem zu dem Ergebnis, dass bestimmte Blutdrucksenker die geistige Fähigkeit besser schützen.

Eine gesunde mediterrane Ernährung stärkt den Herz-Kreislauf und schützt vor zu hohem Blutdruck. Die sogenannte „Mittelmeerdiät“ zeichnet sich dabei durch viel Obst und Gemüse, Vollkorngetreide, Nüsse, Hülsenfrüchte, Olivenöl und Fisch aus. Fleisch und Milchprodukte werden weitestgehend gemieden. Laut Forschern des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) schützt diese Diät ebenfalls vor Alzheimer. Demnach hatten Studienteilnehmerinnen, die sich an eine mediterrane Ernährung hielten, bessere kognitive Werte, ein größeres Hirnvolumen in gedächtnisrelevanten Hirnregionen und geringere Alzheimer-Biomarker.

Bildung und psychische Gesundheit: Besonders in jungen Jahren wichtig

Neben den körperlichen Faktoren raten Experten zudem an, auch die Psyche nicht zu vernachlässigen. Mit mehr Bildung ließen sich Demenzerkrankungen verhindern oder verzögern, wie ein Lancet-Report zeigt. Bildung ist demnach der einzige relevante Faktor im Alter von unter 45 Jahren. Ob jemand im Alter eine Demenz entwickelt, hängt also entscheidend davon ab, wie viel in der Schule gelernt wurde. Geringe Bildung geht den Autoren des Reports mit einem um 60 Prozent erhöhten Demenzrisiko einher.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Science Photo Library/Imago

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