Vitamine aus eigener Anzucht

Physalis können Sie aus der Frucht ziehen – die Pflanze trägt später sogar Beeren

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Mit Physalis-Früchten aus dem Supermarkt lässt sich ein kleiner Strauch für den eigenen Anbau ziehen. Wie Sie die Samen der Kapstachelbeere gewinnen und pflanzen.

Wenn von Physalis die Rede ist, ist vorab eine Begriffsklärung sinnvoll, da es sonst zu Verwechslungen kommen kann. Der Begriff „Physalis“ wird oft als Bezeichnung für verschiedene Pflanzenarten verwendet, die wie die Tomate zu der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) gehören. Die Kapstachelbeere (Physalis peruviana), auch Peruanische Blasenkirsche oder Andenbeere genannt, ist eine bestimmte Art innerhalb dieser Gattung, während die Lampionblume (Physalis alkekengi) eine andere Art der Physalis bezeichnet. Die Früchte der Lampionblume sind nicht essbar. Bei den exotischen, kleinen, gelben Früchten aus dem Supermarkt handelt es sich um Kapstachelbeeren. Aus diesen lassen sich im Kübel für den Balkon oder für das Gartenbeet einfach Pflänzchen ziehen, die im September Früchte tragen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Physalis selber ziehen – von der Frucht zum eigenen Pflänzchen

Kapstachelbeeren (Physalis peruviana) lassen sich im Kübel oder im Gartenbeet anbauen.

Vor allem im Winter sind Kapstachelbeeren eine erfreuliche Abwechslung in der Obstabteilung des Supermarkts. Die praktisch zu snackenden Früchte schmecken erfrischend säuerlich und verleiten sogar Kinder zur täglichen Portion Vitamine. Von Ende Januar bis April ist ein guter Zeitraum, um die Pflanzen auszusäen. Um aus den Samen eine Physalispflanze zu ziehen, geht man folgendermaßen vor:

  1. Entfernen Sie die äußere Hülle einer vollreifen Kapstachelbeere, halbieren Sie die Frucht und kratzen Sie die Samen mit einem Löffel heraus. Die Samen in einem feinen Sieb unter kaltem Wasser waschen, um Fruchtfleischreste zu entfernen. Anschließend auf einem Papiertuch auslegen und an einem warmen, luftigen Ort mehrere Tage gründlich trocknen lassen. Dieser Schritt ist wichtig, um sicherzustellen, dass die Samen nicht schimmeln.
  2. Verwenden Sie eine Anzuchterde oder normale Blumenerde. Füllen Sie kleine Töpfe oder Anzuchtschalen mit der Erde, wobei Sie sicherstellen, dass sie gut durchlässig ist.
  3. Platzieren Sie die getrockneten Samen auf der Oberfläche der Anzuchterde und drücken Sie sie leicht an. Bedecken Sie die Samen mit einer dünnen Schicht Erde (Physalis sind Lichtkeimer) und sprühen Sie die Samen leicht mit Wasser ein.
  4. Stellen Sie die Töpfe an einen warmen Ort bei 20 bis 25 Grad Celsius, mit indirektem Sonnenlicht. Halten Sie die Erde gleichmäßig feucht (hier hilft auch eine Abdeckung des Topfes mit Frischhaltefolie), aber vermeiden Sie Staunässe. Die Keimung erfolgt normalerweise innerhalb von zwei bis drei Wochen.
  5. Sobald die Sämlinge nach weiteren zwei bis drei Wochen eine angemessene Größe erreicht haben, können Sie sie vorsichtig vereinzeln und in größere Töpfe umsetzen. Achten Sie darauf, dass die Pflanzen ausreichend Platz zum Wachsen haben.

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Im Garten benötigt der Physalis-Busch ausreichend Platz

Die Kapstachelbeere kann Blasenkirsche problemlos im Garten angebaut werden – vor allem in milden Regionen kommt sie auch zur Fruchtreife. Setzen Sie die Jungpflanzen nach den letzten Frösten im Mai ins Freiland. Mit ausreichender Pflege und einem sonnigen Standort können Sie abhängig von den örtlichen Bedingungen ab September mit einer reichen Ernte rechnen. Gießen Sie regelmäßig und achten Sie darauf, dass die Pflanze ausreichend Platz hat, da sie buschig wächst.

Wer die Physalis im Kübel kultiviert, sollte einen geräumigen Kübel mit mindestens 10 bis 15 Litern Volumen wählen – noch besser sind bis zu 30 Liter. Stellen Sie sicher, dass der Topf Löcher am Boden hat, um überschüssiges Wasser abfließen zu lassen und Staunässe zu vermeiden. Kapstachelbeeren sind mehrjährig, aber nicht winterhart: Sie vertragen keine starken Fröste, daher müssen sie im Haus überwintern, beispielsweise im Wintergarten oder in der Garage.

Rubriklistenbild: © YAY Images/Imago

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