Hunde gehören nicht zum Existenzminimum – doch was kosten die Vierbeiner eigentlich?
VonSophie Kluß
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Laut einem aktuellen Gerichtsbeschluss gehören Hunde nicht zum Existenzminimum. Doch wie hoch sind die monatlichen Kosten für die putzigen Vierbeiner eigentlich inzwischen?
Viele können sich ihr Leben ohne die treue Fellnase an ihrer Seite nicht mehr vorstellen. Den Traum vom eigenen Hund wollte sich auch ein Bürgergeld-Empfänger erfüllen – die Kosten dafür sollten vom Jobcenter übernommen werden. Für den Kauf eines Hundes gab der Langzeitarbeitslose eine Summe in Höhe von 2.000 Euro an, für die Haltung veranschlagte er dabei monatlich 200 Euro.
Gerichtsurteil: Hunde zählen nicht zum Existenzminimum
Entgegen dem Wunsch des Mannes urteilte das Landessozialgericht (LSG) Baden-Württemberg jetzt, dass Hunde nicht zum Existenzminimum gehören und das Jobcenter die hochgesteckten Kosten für einen Vierbeiner demnach nicht übernehmen muss.
Welche Kosten bringt die Haltung eines Hundes inzwischen mit sich?
Die Kosten für einen Hund variieren je nach Alter, Größe, Rasse, Gesundheit sowie persönlichen Vorlieben und individuellen Eigenschaften und Bedürfnissen des Vierbeiners.
Aufgrund der Coronapandemie, der Inflation und nicht zuletzt auch wegen der jüngsten Erhöhung der Gebühren für Tierärzte (Gebührenordnung für Tierärzte, auch als GOT bekannt) um durchschnittlich 20 bis 30 Prozent sind auch die Kosten für die Haltung von Hunden erheblich gestiegen. Doch mit welchen Ausgaben müssen zukünftige Hundebesitzer eigentlich rechnen? Denn mit der Anschaffung und der Erstausstattung für den niedlichen Mitbewohner ist es noch nicht getan. Aufwände, mit denen künftige Halter mindestens rechnen sollten, finden Sie in dieser Auflistung.
Die größten regelmäßigen Ausgaben entstehen durch das Futter, gefolgt von Versicherungen und Hundesteuer, die je nach Größe und Rasse des Hundes variieren. Gelegentlich können auch zusätzliche einmalige oder unregelmäßige Kosten beispielsweise für Hundeschulen oder -pensionen sowie eine etwaige Betreuung anfallen.
Anschaffung vom Züchter bzw. aus dem Tierheim: einmalig rund 600-5.000 Euro (je nach Rasse und Alter) bzw. 150-500 Euro (Schutzgebühr)
Erstanschaffung von Zubehör (Bett, Leine & Co.): je nach Anspruch und Umfang rund 200-400 Euro
Hundefutter & Leckerlis: rund 50 bis 100 Euro im Monat (für einen Hund mittlerer Größe)
OP- und Krankenversicherung (Tarif variiert je nach Alter, Rasse und Erkrankungen): 10-150 Euro pro Monat für eine Krankenversicherung + 5 Euro aufwärts für Hunde-OP-Versicherung
Hundesteuer (abhängig vom Wohnort): rund 100 bis 200 Euro pro Jahr, für Listenhunde etwa 500-900 Euro jährlich
Haftpflichtversicherung: zwischen 50 und 80 Euro pro Jahr
Erziehung & Freizeit: Spieltreff ab ca. 6 Euro pro Termin, Einzeltraining ab 30 Euro aufwärts pro Einheit, Mitgliedskosten für einen Verein starten bei etwa 60 Euro jährlich
Etwaige Betreuungskosten: Hundesitter zwischen 10 und 25 Euro pro Stunde, Hundepension rund 10 bis 50 Euro pro Tag
Einmalige Kosten für Kastration/Sterilisation: 100-400 Euro
Einmalige Kosten fürs Chippen (freiwillig): etwa 50 Euro
Regelmäßige Tierarztkosten (für einen gesunden Hund): Entwurmung einmal jährlich: zwischen 25 und 50 Euro, Impfungen pro Jahr: etwa 35 bis 60 Euro, Allgemeinuntersuchung einmal im Jahr: rund 30 bis 50 Euro
Für spezielle Untersuchungen wie Bluttests, Röntgen, Ultraschall oder Operationen: ab 100 Euro pro Untersuchung
Hundefriseur (je nach Zeitaufwand und Rasse): Komplettservice zwischen 60 und 100 Euro
Auch Kosten für Pflegeprodukte, Medikamente, Impfungen oder beispielsweise Zecken- und Flohmittel, Wurmkuren oder Hundeshampoo sollten nicht vernachlässigt werden. Sie variieren von Hund zu Hund stark und können nicht exemplarisch dargestellt werden.
Haben Sie den Wunsch, sich den Traum vom eigenen Vierbeiner zu erfüllen, achten Sie bei Ihrer Suche unbedingt darauf, einen seriösen und vertrauenswürdigen Züchter auszuwählen. Besonders wichtig: sorgfältige Zuchtpraktiken, gesunde Hunde (Wie sehen die Hunde aus?, Besitzen sie einen Stammbaum, Gesundheitszeugnisse und Impfpässe?) und dass die Hygienestandards eingehalten werden. Macht das Gelände des Züchters einen unordentlichen Eindruck, lassen Sie besser die Finger davon. Vergewissern Sie sich, dass der Züchter Ihrer Wahl auf die Gesundheit seiner Hunde schaut und sich um deren Wohlbefinden kümmert. Holen Sie zudem Informationen bezüglich der Gesundheit der Elterntiere ein.
Es ist wichtig, dass die Hundewelpen nicht das Ergebnis sogenannter Rückkreuzungen (auch Rückverpaarung genannt: Verpaarung der Nachkommen mit ihren Eltern) sind. Die gravierende Folge wäre eine enorme Einschränkung des Genpools, die wiederum zu folgenschweren gesundheitlichen Problemen führen könnte.
Vergessen Sie nicht, dass in den Tierheimen tausende Tiere auf eine Adoption und ein neues Zuhause warten.
Durchschnittliche Kosten für einen Hund variieren stark
Die oben genannten Kosten pro Monat oder Jahr für einen Hund sollen lediglich der groben Orientierung dienen und können – abhängig von Alter, Größe, Rasse, Gesundheit sowie persönlichen Vorlieben und individuellen Eigenschaften und Bedürfnissen des Vierbeiners – stark variieren.
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Möchten Sie sich einen eher kleinen Hund zulegen, startet der finanzielle Aufwand im Schnitt bei 30 Euro pro Monat (rund 360 Euro im Jahr), während die monatliche Belastung bei großen Hunden bis zu 200 Euro betragen können. Im Jahr bedeutet das eine Belastung der Haushaltskasse von etwa 2400 Euro. Eine chronische Erkrankung beispielsweise lässt die Kosten für einen Hund unbegrenzt nach oben schnellen. Seien Sie sich dessen vor der Anschaffung eines Vierbeiners unbedingt bewusst.