Kosten für Haustiere

Hunde gehören nicht zum Existenzminimum – doch was kosten die Vierbeiner eigentlich?

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Laut einem aktuellen Gerichtsbeschluss gehören Hunde nicht zum Existenzminimum. Doch wie hoch sind die monatlichen Kosten für die putzigen Vierbeiner eigentlich inzwischen?

Viele können sich ihr Leben ohne die treue Fellnase an ihrer Seite nicht mehr vorstellen. Den Traum vom eigenen Hund wollte sich auch ein Bürgergeld-Empfänger erfüllen – die Kosten dafür sollten vom Jobcenter übernommen werden. Für den Kauf eines Hundes gab der Langzeitarbeitslose eine Summe in Höhe von 2.000 Euro an, für die Haltung veranschlagte er dabei monatlich 200 Euro.

Gerichtsurteil: Hunde zählen nicht zum Existenzminimum

Entgegen dem Wunsch des Mannes urteilte das Landessozialgericht (LSG) Baden-Württemberg jetzt, dass Hunde nicht zum Existenzminimum gehören und das Jobcenter die hochgesteckten Kosten für einen Vierbeiner demnach nicht übernehmen muss.

Welche Kosten bringt die Haltung eines Hundes inzwischen mit sich?

Die Kosten für einen Hund variieren je nach Alter, Größe, Rasse, Gesundheit sowie persönlichen Vorlieben und individuellen Eigenschaften und Bedürfnissen des Vierbeiners.

Aufgrund der Coronapandemie, der Inflation und nicht zuletzt auch wegen der jüngsten Erhöhung der Gebühren für Tierärzte (Gebührenordnung für Tierärzte, auch als GOT bekannt) um durchschnittlich 20 bis 30 Prozent sind auch die Kosten für die Haltung von Hunden erheblich gestiegen. Doch mit welchen Ausgaben müssen zukünftige Hundebesitzer eigentlich rechnen? Denn mit der Anschaffung und der Erstausstattung für den niedlichen Mitbewohner ist es noch nicht getan. Aufwände, mit denen künftige Halter mindestens rechnen sollten, finden Sie in dieser Auflistung.

Die größten regelmäßigen Ausgaben entstehen durch das Futter, gefolgt von Versicherungen und Hundesteuer, die je nach Größe und Rasse des Hundes variieren. Gelegentlich können auch zusätzliche einmalige oder unregelmäßige Kosten beispielsweise für Hundeschulen oder -pensionen sowie eine etwaige Betreuung anfallen.

  • Anschaffung vom Züchter bzw. aus dem Tierheim: einmalig rund 600-5.000 Euro (je nach Rasse und Alter) bzw. 150-500 Euro (Schutzgebühr)
  • Erstanschaffung von Zubehör (Bett, Leine & Co.): je nach Anspruch und Umfang rund 200-400 Euro
  • Hundefutter & Leckerlis: rund 50 bis 100 Euro im Monat (für einen Hund mittlerer Größe)
  • OP- und Krankenversicherung (Tarif variiert je nach Alter, Rasse und Erkrankungen): 10-150 Euro pro Monat für eine Krankenversicherung + 5 Euro aufwärts für Hunde-OP-Versicherung
  • Hundesteuer (abhängig vom Wohnort): rund 100 bis 200 Euro pro Jahr, für Listenhunde etwa 500-900 Euro jährlich
  • Haftpflichtversicherung: zwischen 50 und 80 Euro pro Jahr
  • Erziehung & Freizeit: Spieltreff ab ca. 6 Euro pro Termin, Einzeltraining ab 30 Euro aufwärts pro Einheit, Mitgliedskosten für einen Verein starten bei etwa 60 Euro jährlich
  • Etwaige Betreuungskosten: Hundesitter zwischen 10 und 25 Euro pro Stunde, Hundepension rund 10 bis 50 Euro pro Tag
  • Einmalige Kosten für Kastration/Sterilisation: 100-400 Euro
  • Einmalige Kosten fürs Chippen (freiwillig): etwa 50 Euro
  • Regelmäßige Tierarztkosten (für einen gesunden Hund): Entwurmung einmal jährlich: zwischen 25 und 50 Euro, Impfungen pro Jahr: etwa 35 bis 60 Euro, Allgemeinuntersuchung einmal im Jahr: rund 30 bis 50 Euro
  • Für spezielle Untersuchungen wie Bluttests, Röntgen, Ultraschall oder Operationen: ab 100 Euro pro Untersuchung
  • Hundefriseur (je nach Zeitaufwand und Rasse): Komplettservice zwischen 60 und 100 Euro
  • Auch Kosten für Pflegeprodukte, Medikamente, Impfungen oder beispielsweise Zecken- und Flohmittel, Wurmkuren oder Hundeshampoo sollten nicht vernachlässigt werden. Sie variieren von Hund zu Hund stark und können nicht exemplarisch dargestellt werden.

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Hinweis:

Haben Sie den Wunsch, sich den Traum vom eigenen Vierbeiner zu erfüllen, achten Sie bei Ihrer Suche unbedingt darauf, einen seriösen und vertrauenswürdigen Züchter auszuwählen. Besonders wichtig: sorgfältige Zuchtpraktiken, gesunde Hunde (Wie sehen die Hunde aus?, Besitzen sie einen Stammbaum, Gesundheitszeugnisse und Impfpässe?) und dass die Hygienestandards eingehalten werden. Macht das Gelände des Züchters einen unordentlichen Eindruck, lassen Sie besser die Finger davon. Vergewissern Sie sich, dass der Züchter Ihrer Wahl auf die Gesundheit seiner Hunde schaut und sich um deren Wohlbefinden kümmert. Holen Sie zudem Informationen bezüglich der Gesundheit der Elterntiere ein.

Es ist wichtig, dass die Hundewelpen nicht das Ergebnis sogenannter Rückkreuzungen (auch Rückverpaarung genannt: Verpaarung der Nachkommen mit ihren Eltern) sind. Die gravierende Folge wäre eine enorme Einschränkung des Genpools, die wiederum zu folgenschweren gesundheitlichen Problemen führen könnte.

Vergessen Sie nicht, dass in den Tierheimen tausende Tiere auf eine Adoption und ein neues Zuhause warten.

Durchschnittliche Kosten für einen Hund variieren stark

Die oben genannten Kosten pro Monat oder Jahr für einen Hund sollen lediglich der groben Orientierung dienen und können – abhängig von Alter, Größe, Rasse, Gesundheit sowie persönlichen Vorlieben und individuellen Eigenschaften und Bedürfnissen des Vierbeiners – stark variieren.

Diese elf Hunderassen sind vielleicht schlauer als Ihr Nachbar – belegt durch wissenschaftliche Tests

Ein Malinois drückt sich anschmiegsam gegen die Beine eines Soldaten.
Der Malinois, auch bekannt als Belgischer Schäferhund ist – Erkenntnissen einer Studie von Dezember 2022 zufolge – die intelligenteste Hunderasse der Welt. Häufig wird diese kluge Rasse als Polizei- oder Schutzhund eingesetzt. Ihre Eigenständigkeit stellte der Malinois während verschiedener Tests unter Beweis: Neben dem Deutschen Schäferhund war es beim Belgischen Schäferhund am wahrscheinlichsten, dass er sich angesichts einer unlösbaren Aufgabe nicht an seinen Besitzer wandte. © TT/Imago
Border Collie mit Frisbee im Maul.
Der sensible Border Collie gilt als eine der intelligentesten Hunderassen. Lange Zeit galt er sogar als die schlauste Rasse überhaupt. Aufgrund seiner Cleverness ist er ein prädestinierter Hund für Hundesportarten wie Agility oder Obedience. Sein „Will to please“ (der Wille, seinem Menschen zu gefallen) sorgt dafür, dass der Border Collie aufblüht, wenn er zusammen mit seinem Besitzer Aufgaben lösen darf. Der früher meist als Schäferhund eingesetzte Border Collie ist heute ein beliebter Familienhund. © Westend61/Imago
Porträt eines auf einer Bank in Cleadon Hills stehenden Pudels an einem sonnigen Tag.
Pudel sind nicht nur beliebte Familienhunde, sondern zeichnen sich durch ihre außerordentliche Klugheit und die überdurchschnittliche Lernfähigkeit aus. Der aus Frankreich stammende Rassehund wird oft als Rettungshund, Leichenspürhund oder als Blindenführhund eingesetzt. Wegen ihrer besonderen Sensibilität eignet sich der Pudel zudem hervorragend als Therapiehund. © Design Pics Editorial/Imago
Ein Polizist mit einem Polizeihund an der Leine.
Wie bereits sein Name verrät, hatte der Deutsche Schäferhund ursprünglich die Funktion eines Hütehundes. Seine hohe Intelligenz machen sich heutzutage vor allem Polizei, Militär und Zoll zunutze: Mit seiner Lernfähigkeit, einem ausgeprägten Gehorsam und der Gefügigkeit hat der treue Schäferhund das perfekte Zeug zum Diensthund. Er besitzt nicht nur ein ausgeglichenes Temperament, sondern ist auch für seine Aufmerksamkeit, Nervenstärke und Selbstsicherheit bekannt. © Design Pics/Imago
Menschen streicheln einen Hund in einer Gruppentherapiesitzung.
Nicht grundlos sehen wir den beliebten Golden Retriever oftmals als Blindenführhund oder als Begleithund für Gehörlose. Auch als Rettungshund eignet sich diese geduldige, ruhige und achtsame Hunderasse besonders gut. Ihre erstaunliche Intelligenz gepaart mit Gutmütigkeit bringen die liebenswürdigen Goldies gerne in ihre Besitzerfamilien ein. © Science Photo Library/Imago
Portrait einer Dobermann Hündin.
Seinem Ruf als aggressiver Hund zum Trotz überzeugt der Dobermann durch Cleverness, Aufmerksamkeit und Mut. Als Diensthund der Polizei oder Bundeswehr kann er seine Talente nutzbringend einsetzen. In der Zucht wird der charakterliche Schwerpunkt heute auf Ruhe und Freundlichkeit gelegt. Mit seiner gelehrigen, ausdauernden und aufmerksamen Art überzeugt er Hundekenner auch als loyaler Begleiter von sich. Eine gute und geduldige Erziehung kitzelt aus dem Dobermann außerdem einen Familienhund hervor. © Zoonar/Imago
Ein Shetland Sheepdog, stehend auf einem Felsen.
Der Shetland Sheepdog, auch Shelti genannt, ist für sein intelligentes, gutmütiges und lernwilliges Wesen bekannt. Ein ausgeprägter „Will to please“, schnelle Auffassungsgabe und Spaß am Lernen dominieren seine Art. Diese Fähigkeiten setzt der Shetland Sheepdog als Hütehund, Begleithund, Rettungshund oder Therapiehund ein. Der Shelti wird oftmals als besonders sensibel beschrieben. Er ist beispielsweise in der Lage, die Stimmung seiner Familie zu erkennen und ist stets darauf bedacht, diese– falls nötig – zu verbessern. © imagebroker/Imago
Labrador Retriever: Mehrere Hunde sitzen in der Wiese.
Als eine der beliebtesten Hunderassen hierzulande zeichnet sich der Labrador Retriever durch seine Intelligenz und Gutmütigkeit aus. Er strebt danach, seinen Besitzern zu gefallen, und wird oft als Drogenspürhund, Rettungshund oder Blindenhund eingesetzt. Dank seines aufmerksamen und lernwilligen Charakters, der jedoch stets von Freundlichkeit geprägt ist, erledigt er diese Aufgaben äußerst gewissenhaft. © imagebroker/Imago
Ein reinrassiger Rottweiler springt während eines Agility Trainings über ein Hindernis.
Intelligent, ausdauernd und furchtlos: So kennt man den Rottweiler. Auch Polizei und Militär schätzen ihn für diese Eigenschaften. Der gehorsame Rassehund kann Situationen selbstständig bewerten und punktet mit einem starken und aufmerksamen Charakter. Sein starker Beschützerinstinkt hat ihm in einigen Bundesländern den Status eines Listenhundes beschert. Dennoch gilt er als anhänglich und kinderlieb. Der Rottweiler wird ausschließlich Hundekennern mit langjähriger Erfahrung empfohlen. © YAY Images/Imago
Porträt eines Australian Cattle Dog, der in einer Blumenwiese steht.
Der intelligente Australian Cattle Dog liebt es, zu lernen: Er eignet sich mit Vorliebe die unterschiedlichsten Tricks und Fähigkeiten an. Als Treib- und Wachhund scheut er auch die Konfrontation mit körperlich überlegenen Bullen nicht. Mit konsequenter Erziehung und guter Führung durch einen erfahrenen Hundebesitzer wird aus dem Australian Cattle Dog ein loyaler Begleiter. © imagebroker/Imago
Ein liebenswerter Kanaan Hund in einem gelben Geschirr liegt am Meeresufer.
Auch Israelspitz genannt, ist der Kanaan Hund eine durchaus seltene Hunderasse. Mit den anderen aufgeführten Rassen hat er bis auf seine hohe Intelligenz nicht viel gemeinsam: Er gilt als besitzergreifend und liebt seine Unabhängigkeit. Ihm etwas aufzwingen zu wollen – das kommt dem reaktionsfreudigen Kanaan Hund nicht in die Tüte. Wer auf der Suche nach einem Kuscheltier ist, sollte sich anderweitig umschauen. Ob und wer ihn streicheln darf, das entscheidet der eigenständige Hund immer noch selbst. Kanaan Hunde eignen sich für ausschließlich für erfahrene Halter. Ist er jedoch einmal in die Familie integriert, beweist er sich als anhänglich, treu und schützend. © Wirestock/Imago

Möchten Sie sich einen eher kleinen Hund zulegen, startet der finanzielle Aufwand im Schnitt bei 30 Euro pro Monat (rund 360 Euro im Jahr), während die monatliche Belastung bei großen Hunden bis zu 200 Euro betragen können. Im Jahr bedeutet das eine Belastung der Haushaltskasse von etwa 2400 Euro. Eine chronische Erkrankung beispielsweise lässt die Kosten für einen Hund unbegrenzt nach oben schnellen. Seien Sie sich dessen vor der Anschaffung eines Vierbeiners unbedingt bewusst.

Rubriklistenbild: © Zoonar/Imago

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