VonSimon Monesschließen
Lange war es ruhig um das Deutschlandnetz. Nun wurden die Anbieter verkündet, die die Elektroauto-Ladesäulen bauen. Die Marktführer fehlen aber.
Bis 2030 soll es in Deutschland 15 Millionen Elektroautos geben. Das ist zumindest der Plan der Ampel-Koalition. Damit die auch geladen werden können, will die Bundesregierung eine Million öffentliche Ladepunkte schaffen. Etwa an Tankstellen. Und auch ein fast schon totgeglaubter Plan nimmt nun wieder Fahrt auf: das Deutschlandnetz. Am Mittwoch erhielten zehn Anbieter den Zuschlag in der ersten Ausschreibung.
Insgesamt sollen diese rund 900 neue Standorte mit fast 8.000 neuen Ultra-Schnellladepunkten für Elektroautos errichten und betreiben, teilte das Bundesverkehrsministerium in einer Pressemitteilung mit. Bei der Vorstellung im Jahr 2020 waren noch von 1.000 neuen Standorten die Rede. „Mit dem Deutschlandnetz ergänzen wir sinnvoll und zielgerichtet die Ausbauaktivitäten der Ladeinfrastrukturbetreiber. Einfach Schnellladen ohne Lücken auf der Ladelandkarte wird damit zur Realität“, betont Verkehrsminister Volker Wissing.
Deutschlandnetz kommt: EnBW, Tesla und Aral sind nicht dabei
Die Marktführer fehlen jedoch. EnBW, Tesla und Aral Pulse werden fürs Erste nicht am Aufbau des Deutschlandnetzes teilnehmen. Alleine ENBW betreibt in Deutschland 334 Standorte mit 3472 Schnellladesäulen. Tesla (2466 CCS-Ladepunkte) und Aral (1219) folgen dahinter.
Auch Ionity und Shell werden keine Schnellladesäulen für das Deutschlandnetz bauen. Die Wahl des Bundesverkehrsministeriums fiel auf andere große Namen der Branche. Ausgewählt wurden:
- Allego
- BayWa Mobility
- Eon
- Eviny
- Fastned
- Ewe Go
- Mer Germany
- Pfalzwerke
- Total Energies
- Via Deutschlandnetz
Kritik an Deutschlandnetz: Tesla, EnBW, Aral und Fatsned wollten klagen
Dass EnBW, Tesla und Aral fehlen, dürfte aber nicht daran liegen, dass ihre Angebote nicht attraktiv genug waren. Viel mehr haben sich die drei Marktführer gar nicht erst beworben. Denn kurz nach der Vorstellung des Deutschlandnetzes durch den ehemaligen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hagelte es auch schon Kritik, wie TeslaMag berichtet. EnBW, Aral, Tesla und Fastned überlegte aus Angst vor unfair subventionierte Konkurrenz mit einer festen Preis-Obergrenze zu Klage.
Elektroauto laden: Diese zehn kommen nach 20 Minuten am weitesten




Dazu kam es letztlich nicht. Fastned entschied sich gar doch am Deutschlandnetz mitzuwirken. Wie der niederländische Ladesäulenbetreiber mitteilte, gewann man zwei der 23 regionalen Lose. An den 92 Standorten solle jeweils bis zu 16 Schnellladesäulen für Elektroautos entstehen. EnBW verzichtete auf eine Teilnahme. Wie ein Sprecher der Publikation electrive erklärte, hätten die speziellen Anforderungen für die Förderung einen erheblichen Mehraufwand bedeutet.
Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.
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Ohnehin gibt es längst eine Debatte, ob mehr Ladesäulen benötigt werden. So sieht der Branchenverband BDEW ein Überangebot. Viele Kunden nennen wiederum die fehlenden Stromtankstellen als Grund, warum sie lieber einen Verbrenner kaufen. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) sieht ebenfalls großen Nachholbedarf.
Rubriklistenbild: © Bundesverkehrsministerium

