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Das Ausgeizen von Tomaten gehört für viele zur Pflege der Pflanzen. Aber ist es wirklich immer nötig und wann fängt man damit an? Bei welchen Sorten es sinnvoll ist.
Viele Hobbygärtner schwören auf das Ausgeizen der Tomaten, damit die Pflanze kräftig wächst und viele Früchte bildet. Beim Ausgeizen entfernt man bestimmte Triebe, die sogenannten Geiztriebe, damit die Pflanze ihre Energie nicht unnötig in deren Ausbildung steckt. Allerdings ist dies nicht bei jeder Pflanze nötig, sondern hängt von der Sorte ab. Verschaffen Sie sich lieber Klarheit, bevor Sie die Blätter abknipsen und damit die Pflanze schwächen.
Fehlendes Ausgeizen kann Probleme wie Pilzkrankheiten verursachen
Normalerweise geizt man Tomaten mit Beginn des schnellen Pflanzenwachstums aus, wenn die Pflanze fest verwurzelt ist, also etwa ab Juni. Man sollte unbedingt einen trockenen Tag wählen und die Arbeit morgens erledigen. Etwa ein- bis zweimal wöchentlich entfernt man hierbei die Geiztriebe in den Blattachseln zwischen Haupt- und Seitentrieb, indem man sie mit Daumen und Zeigefinger abknipst. Der Geiztrieb kann nicht mehr weiterwachsen und stattdessen konzentriert sich die Tomate auf die Ausbildung des jeweiligen kräftigen Seitentriebes.
Das Ausgeizen der Tomaten ist nicht zwingend nötig – auch ohne diesen Schritt wird die Pflanze Früchte tragen. Aber es kann zu Problemen kommen: Die Geiztriebe bilden mehr Blattmasse und der Wasserbedarf der Pflanze muss unter Umständen öfter gestillt werden. Lange, quer wachsende Triebe können beim Ernten leichter abbrechen. Außerdem werfen die Blätter Schatten, was in der Menge den Früchten das Licht nimmt. Und sollte es regnen, kann sich an den Geiztrieben besser Feuchtigkeit sammeln und Pilzkrankheiten wie die Kraut- und Braunfäule verursachen.
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Bei welchen Tomaten das Ausgeizen sinnvoll ist und bei welchen nicht
Bei Fleischtomaten und Stabtomaten ist das Ausgeizen sinnvoll: Sie bekommen einen geraden Wuchs sowie eine gute Durchlüftung und lassen sich einfach beernten. Die Pflanzen beanspruchen weniger Platz. Die Früchte nehmen zwar in der Anzahl ab, aber sie werden größer. Bei sehr stark wachsenden Sorten kann man aber durchaus einen bodennahen Seitentrieb stehen lassen. Cocktailtomaten kann man optional ausgeizen, sie wachsen dadurch aber stärker in die Höhe und benötigen unbedingt eine gute Rankhilfe. Ein Nachteil des Ausgeizens besteht auch immer darin, dass über die Schnittfläche Bakterien oder Viren in die Pflanze eindringen können.
Bei Busch- und Wildtomaten wiederum ist das Ausgeizen kontraproduktiv, da sie sehr strauchig wachsen (sollen) und an allen Trieben viele kleine Früchte tragen – um die man die Pflanzen berauben würde, wenn man sie abknipst. Bodennahe Blätter sollte man aber auch hier entfernen, um Krankheiten vorzubeugen.
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