Kroatien erhöht zu Beginn der Urlaubs-Saison die Mautgebühren – ab sofort gültig
VonJulian Mayr
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Das Urlaubsland an der Adria erhöht die Mautgebühren für bestimmte Fahrzeugkategorien deutlich. Auch viele Urlauber sind davon betroffen.
München – Es ist bereits einige Jahre her, dass Kroatien als günstiger Urlaubs-Geheimtipp galt. Mittlerweile sind die Preise für Unterkünfte und Verpflegung im Urlaubsland an der Adria längst angestiegen. Pünktlich zum Beginn der Hauptsaison greift in Kroatien nun auch eine Erhöhung der Mautgebühren. Seit dem 1. Juli 2024 müssen Autofahrer und Motorradfahrer 10 Prozent mehr für die Nutzung der Autobahnen bezahlen. Die Gebühren für schwere Fahrzeuge wie Busse und Lastwagen bleiben jedoch unverändert.
Ab 1. Juli 2024: Kroatien erhöht die Mautgebühren in der Urlaubssaison
Die saisonalen Mautgebühren gelten vom 1. Juli bis zum 30. September 2024 unter anderem für PKW, Motorräder und auch Wohnmobile – ausgenommen sind lediglich Schwerfahrzeuge. 2017 wurden die zeitlich begrenzten Erhöhungen eingeführt. In den letzten vier Jahren wurden sie jedoch aufgrund der Corona-Krise ausgesetzt, um Bürger und Wirtschaft während der touristischen Hochsaison zu unterstützen, wie die staatliche Autobahngesellschaft Hrvatske Autoceste (HAC) informiert.
Wie die HAC des Weiteren mitteilt, seien die Preise mit dem Beitritt Kroatiens zur Eurozone auf eine Dezimalstelle gerundet, was zu geringeren Kosten für die Nutzer führte. So wurde beispielsweise eine Gebühr von 20,17 Euro auf 20,10 Euro abgerundet, anstatt auf 20,20 Euro aufgerundet zu werden. Seit 2012 seien die Mautgebühren zudem nicht an die Inflation angepasst worden.
Autobahngesellschaft rechtfertigt Mauterhöhung mit deutlich erhöhtem Fahrzeugaufkommen im Sommer
Die Erhöhung der Mautgebühren ist Teil eines finanziellen Restrukturierungsmodells der kroatischen Autobahngesellschaft. Ziel ist es, die gestiegenen Kosten für Wartung, Sicherheit und Verkehrsmanagement während der stark frequentierten Sommermonate zu decken. Etwa 40 Prozent des jährlichen Verkehrsaufkommens in Kroatien entfällt der HAC zufolge auf die Sommermonate.
Auf einigen Autobahnen ist die Fahrzeuganzahl in dieser Zeit demnach bis zu dreimal höher als in anderen Jahreszeiten, was auch zu höheren Kosten in Sachen Instandhaltung, Sicherheit und Monitoring führt. Generell wird der Massentourismus immer mehr zum Problem in Kroatien.
Das kroatische Nachrichtenportal Dnevnik.hr hat beispielhaft die Kostensteigerungen für bestimmte Autobahnabschnitte skizziert. Die Strecke von der Hauptstadt Zagreb bis nach Dugopolje im Süden Kroatiens kostet nun 26,40 Euro statt 24 Euro. Für die Strecke Zagreb-Rijeka zahlen Autofahrer 10,10 Euro statt 9,20 Euro. Wer von Deutschland aus nach Kroatien fährt, muss auch auf der Fahrt durch Österreich mit Mautgebühren rechnen. Laut Dnevnik wird mit Juli neben der Maut auch der Preis für Treibstoff um rund vier bis fünf Cent ansteigen.
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Neues Mautsystem in Kroatien kommt ab 2025: elektronische Mautgeräte und Kennzeichenerkennung
Ab 2025 plant Kroatien die Einführung eines neuen elektronischen Mautsystems, das die bisherigen Mautstationen ersetzen soll. Dieses System soll den Verkehrsfluss verbessern und die Wartezeiten reduzieren, was besonders während der Ferienzeit von Vorteil sein wird. Das neue System ist auf eine Mindestnutzungsdauer von 15 Jahren ausgelegt und soll ohne größere Updates auskommen.
Das elektronische Mautsystem wird moderne Erkennungstechnologien nutzen, um Fahrzeuge zu identifizieren und automatisch die entsprechenden Gebühren zu berechnen. Schwere Nutzfahrzeuge müssen künftig elektronische Mautgeräte (ENC) verwenden, während leichte Fahrzeuge zwischen ENC und einem Kennzeichenerkennungssystem wählen können. Durch den Wegfall von Stopps an Mautstationen sollen sich nicht nur Effizienz erhöht und Reisezeiten verkürzt, sondern auch der Kraftstoffverbrauch reduziert werden, was wiederum der Umwelt zugutekommt. (jm)