Neue Studie

Autobahn-Tempolimit: Was eine 130 km/h-Regelung für das Klima bringt

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Ein generelles Tempolimit auf Autobahnen wird in Deutschland immer wieder diskutiert. Nun zeigt eine aktuelle Studie, was eine Limitierung auf 130 km/h dem Klima bringen würde. (Symbolbild/Fotomontage)
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Befürworter eines generellen Tempolimits auf der Autobahn argumentieren meist mit positiven Klima-Effekten. Wie groß diese wirklich sind, zeigt nun eine Studie.

Kaum ein Thema rückt wohl mit einer solchen Regelmäßigkeit in den Fokus politischer Diskussionen wie ein generelles Tempolimit auf der Autobahn. In einer kürzlichen durchgeführten Umfrage spricht sich die Mehrheit der Deutschen für ein Autobahn-Limit aus. Vor nicht allzu langer Zeit wurde ein Tempolimit auf der Autobahn von der Gewerkschaft der Polizei gefordert – und zwar aufgrund der zunehmenden Zahl von Elektroautos. Da diese meist nicht mehr als 130 km/h fahren würden, erhöhe sich das Unfallrisiko, weil andere deutlich schneller unterwegs seien. Neben dem Unfallrisiko wird für ein Tempolimit in der Regel das Argument Klimaschutz ins Feld geführt. Was es der Umwelt wirklich bringen würde, zeigt nun eine vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) in Auftrag gegebene Studie.

Auswirkungen eines Tempolimits vor allem vom Verhalten der Verkehrsteilnehmer abhängig

Das umfangreiche Gutachten der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt) umfasst 69 Seiten. Dabei kam heraus: Jährlich würden durch ein Tempolimit von 130 km/h auf deutschen Autobahnen zwischen 1,3 und 2 Millionen Tonnen CO₂ eingespart – je nachdem, wie exakt sich die Verkehrsteilnehmer an die Vorgabe halten. Zum Vergleich: Die gesamten CO₂-Emissionen auf deutschen Autobahnen betrugen für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge im Jahr 2023 zusammen 38,7 Millionen Tonnen CO₂.

Außerdem wurde ein „Extremszenario“ berechnet: Würden sämtliche Fahrzeuge durch technische Maßnahmen auf eine Maximalgeschwindigkeit von 130 km/h limitiert, so wären jährliche CO₂-Einsparungen in Höhe von 4,2 Millionen Tonnen möglich. Das bedeutet: Eine ganz entscheidende Rolle für den Erfolg eines solchen Tempolimits würde spielen, wie konsequent ein es kontrolliert und auch sanktioniert würde.

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Immer mehr Elektroautos, immer geringere Geschwindigkeiten

Wie Staatssekretär Hartmut Höppner erklärte, seien die CO₂-Einsparungen durch ein Tempolimit auf der Autobahn real, fielen aber „nicht so hoch aus, wie von vielen Seiten behauptet“. Dies habe auch damit zu tun, dass auf den untersuchten Autobahnabschnitten langsamer gefahren werde als noch vor zehn Jahren. Ebenso spiele die zunehmende Zahl von Elektroautos eine Rolle: Je mehr davon unterwegs seien, des geringer würde über die Jahre hinweg auch das CO₂-Einsparpotenzial durch ein generelles Tempolimit.

Studie aus 2023: Auch das Umweltbundesamt untersuchte Auswirkungen eines Tempolimits

Es ist nicht das erste Mal, dass solche Untersuchungen angestellt werden. Im Jahr 2023 kam das Umweltbundesamt (UBA) zu dem Ergebnis, dass ein Tempolimit von 120 km/h auf Autobahnen jährlich 6,7 Millionen Tonnen Kohlendioxid einsparen würde. Damals hatten die Forscher angenommen, dass ein solches Tempolimit zu Verhaltensänderungen bei Autofahrern führen würde – dass sie teils Landstraßen statt Autobahnen nutzen und sie beispielsweise auf die Bahn umsteigen würden.

Autobahnen der Extreme: In Deutschland ist keine Strecke länger als die A7 – eine andere hört einfach auf

Autobahn A7 bei Hamburg.
Autobahn A7: Mit einer Länge von 962,2 Kilometern ist die A7 die mit Abstand längste Autobahn der Bundesrepublik und nach der Autovía 7 in Spanien auch die zweitlängste Fernstraße Europas. Die A7 führt von Flensburg-Handewitt bis ins südliche Bayern. Seit 2012 läuft der Ausbau der Schnellstraße auf acht Spuren.  © Lobeca/Imago
Stau auf der Autobahn A3 in der Nähe von Köln.
Autobahn A3: Mit 769 Kilometern Länge muss sich die Fernstraße der A7 knapp geschlagen geben. Dafür ist die A3 die meist befahrene Autobahn in Deutschland. Laut der Straßenverkehrszählung 2021 sind alleine zwischen dem Autobahnkreuz Köln-Ost und dem Dreieck Köln-Heumar täglich mehr als 166.000 Autos unterwegs. © NurPhoto/Imago
Die Autobahn A1 in Richtung Fehmarn
Autobahn A1: Mit 749 Kilometern Länge ist die A1 nur etwas kürzer als die A3. Dafür dürfte es sich wohl um eine der längsten Baustellen Deutschlands handeln. Im Vergleich zur A1 wirken die 14 Jahre Bauzeit des BER wie ein Augenzwinkern. Denn der erste Spatenstich für die Autobahn wurde 1934 getätigt. Fast 80 Jahre später klafft in der Eifel immer noch eine 25 Kilometer lange Lücke. Wann diese geschlossen wird ist unklar. © Panthermedia/Imago
Fahrzeuge sind auf der Autobahn 4 in Höhe des Rasthofes Frechen in Richtung Köln und Olpe unterwegs.
Autobahn A4: 583 Kilometer Länge reichen für Platz vier im Ranking der längsten Autobahnen. Doch die A4 zeichnet sich auch durch ein besonders hohes Nebelrisiko auf dem viel befahrenen Streckenabschnitt zwischen Aachen und Köln aus. Am 20. Dezember 1987 musste die Strecke nach dem Aufkommen einer Nebelbank mit Sichtweiten von weit unter 30 m erstmals voll gesperrt werden. Inzwischen wurde dort eine Nebelwarnanlage installiert. © Mangold/Imago
Vor der Ausfahrt Köln-Rodenkirchen hat sich auf der Autobahn A555 in Fahrtrichtung Köln ein erheblicher Stau gebildet.
Autobahn A555: Mit grade einmal 18 Kilometern Länge zählt die Fernstraße zwischen Köln und Bonn zu den kürzeren Strecken. Doch historisch ist die A555 von größter Bedeutung, denn es ist die erste und älteste Autobahn der Bundesrepublik. 1932 wurde die Schnellstraße vom damaligen Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer eingeweiht. Sie trägt bis heute zudem den Spitznamen Diplomatenrennbahn. © Future Iamge/Imago
Seitenstreifen eines A8-Teilstücks freigegeben.
Autobahn A831: Die mit Abstand kürzeste Fernstraße befindet sich in Baden-Württemberg und trägt die Bezeichnung A831. Sie ist grade einmal 2,3 Kilometer lang und besitzt fünf Ausfahrten. Die Autobahn startet und endet in Stuttgart.  © Marijan Murat/dpa
Frankfurter Kreuz der Autobahn A5.
Autobahn A5: Mit 440 Kilometern ist die A5 verhältnismäßig kurz. Dennoch ist eine der meist befahrenen Straßen Hessens. Künftig könnte sie auch eine von Deutschlands breitesten Autobahnen sein, denn in der Nähe von Frankfurt ist ein Ausbau auf zehn Spuren geplant. Das Projekt ist jedoch sehr umstritten. © Schöning/Imago
Baustelle A 49.
Autobahn A49: Ähnlich wie die A1 ist auch die A49 in Hessen noch im Bau. Zudem stellt sie den am seltensten befahrenen Autobahnabschnitt. Bei Ansbrach wurden im Rahmen der Straßenverkehrszählung 2021 grade einmal 819 Auto pro Tag gezählt.  © Uwe Zucchi/dpa
Stau auf der A114.
Autobahn A114: Auf dieser Fernstraße brauchten die Autofahrer bis zum Oktober 2022 starke Nerven. Satte 95 Prozent (15 von 16 Kilometern) der A114 Kilometer waren Baustelle. Inzwischen ist die Autobahn im Nordosten Berlins wieder komplett befahrbar. Überraschenderweise fielen die Baukosten sogar niedriger aus als zunächst geplant. © Soeren Stache/dpa
Kochertalbrücke der Autobahn A6 über das Kochertal.
Autobahn A6: Die A6 ist wohl eine der wichtigsten Ost-West-Verbindungen und das über die deutschen Grenzen hinaus. In dieses Ranking hat sie es aber nicht wegen ihrer Länge von 484 Kilometer geschafft, sondern wegen der Kochertalbrücke. Dabei handelt es sich nämlich um Deutschlands höchste Autobahnbrücke. In 185 Metern Höhe verläuft die A6 über 1,1 Kilometer durch das Kochertal. Damit ist sie 27 Meter höher als die Moseltalbrücke auf Platz zwei. © Arnulf Hettrich/Imago

Eine weitere Studie zeigt, dass von einem generellen Tempolimit nicht nur das Klima, sondern auch die Wirtschaft profitieren würde. Eine internationale Forschergruppe kam zu dem Ergebnis, dass sich dadurch in Deutschland jährlich mindestens 950 Millionen Euro an Wohlfahrtgewinnen einfahren ließen. Unter anderem durch gesparten Kraftstoff, geringere Unfallzahlen, sinkende Lieferkettenkosten und Einsparungen bei der Infrastruktur.

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