Was der ADAC sagt

Tempolimit auf der Autobahn: Endet es wirklich an der nächsten Auffahrt?

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Auf deutschen Autobahnen existieren auf vielen Streckenabschnitten Tempolimits. Doch enden diese tatsächlich an der nächsten Auffahrt?

Eine Straße, auf der es kein Geschwindigkeitslimit gibt: Für deutsche Autofahrer gehört die Autobahn zum Alltag – für viele Touristen ist dies dagegen kaum zu glauben. Dass man hierzulande tatsächlich so schnell fahren kann, wie man will, demonstrierte vor einiger Zeit ein tschechischer Millionär als er mit seinem Bugatti Chiron mit einer Geschwindigkeit von 417 km/h auf der A2 fuhr – und das ohne jegliche Folgen. Allerdings gilt die freie Fahrt natürlich nicht überall: Auf vielen Autobahnabschnitten gilt auch in Deutschland ein Tempolimit. Eine spannende Frage, die sich dabei stellt, ist allerdings: Wie lange ist eine Geschwindigkeitsbegrenzung gültig?

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Auch ohne Tempolimit kann es für Raser auf der Autobahn teuer werden

Grundsätzlich einmal wichtig zu wissen: Auch ohne ein explizit ausgeschildertes Tempolimit kann bei hohen Geschwindigkeiten auf der Autobahn Ärger drohen. Das liegt zum einen an der empfohlene Richtgeschwindigkeit von 130 km/h. Wenn man als Autofahrer deutlich schneller fährt und es zu einem Unfall kommt, kann einem durchaus eine Teilschuld zugesprochen werden, wie ein Gerichtsurteil zeigt. Darüber hinaus kann der Tatbestand des sogenannten „Einzelrennens“ oder „Alleinrasers“ erfüllt sein, wenn man grob gegen die Verkehrsregeln verstößt und rücksichtslos fährt, um eine besonders hohe Geschwindigkeit zu erreichen.

Tempolimits auf der Autobahn werden oft auch über digitale Anzeigetafeln vorgeschrieben. Doch: Wann ist es aufgehoben? (Symbolbild)

Verbreiteter Irrglaube: Tempolimit endet an der nächsten Autobahn-Auffahrt

Viele Autofahrer sind fest davon überzeugt, dass ein Tempolimit automatisch an der nächsten Autobahnauffahrt endet. Dies ist jedoch ein Irrglaube, wie der ADAC klarstellt. Dies gilt nicht nur für die Autobahn: Laut dem Automobilclub werden sogenannte Streckenverbote wie Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht automatisch an der nächsten Kreuzung oder Einmündung aufgehoben. Daher endet ein Tempolimit immer erst mit dem entsprechenden Aufhebungszeichen – oder es gilt eine neue Geschwindigkeitsbegrenzung durch ein gelbes Ortsschild oder ein neues Tempolimitschild.

Auch ausgeschaltete Schilderbrücken heben ein Tempolimit nicht auf

Ähnlich verhält es sich mit Geschwindigkeitsbegrenzungen auf sogenannten Verkehrsbeeinflussungsanlagen (kurz VBA) – das sind die meist mit LEDs ausgestatteten, veränderbaren Verkehrsschilder auf Schilderbrücken. Wenn die auf einer Schilderbrücke angebrachten Wechselverkehrszeichen (WVZ) ausgeschaltet sind, hebt das nicht das zuvor angeordnete Tempolimit auf. Auch hier gilt: Erst durch ein entsprechendes Verkehrsschild – egal ob elektronisch oder statisch – wird die Geschwindigkeitsbegrenzung wieder aufgehoben.

Autobahnen der Extreme: In Deutschland ist keine Strecke länger als die A7 – eine andere hört einfach auf

Autobahn A7 bei Hamburg.
Autobahn A7: Mit einer Länge von 962,2 Kilometern ist die A7 die mit Abstand längste Autobahn der Bundesrepublik und nach der Autovía 7 in Spanien auch die zweitlängste Fernstraße Europas. Die A7 führt von Flensburg-Handewitt bis ins südliche Bayern. Seit 2012 läuft der Ausbau der Schnellstraße auf acht Spuren.  © Lobeca/Imago
Stau auf der Autobahn A3 in der Nähe von Köln.
Autobahn A3: Mit 769 Kilometern Länge muss sich die Fernstraße der A7 knapp geschlagen geben. Dafür ist die A3 die meist befahrene Autobahn in Deutschland. Laut der Straßenverkehrszählung 2021 sind alleine zwischen dem Autobahnkreuz Köln-Ost und dem Dreieck Köln-Heumar täglich mehr als 166.000 Autos unterwegs. © NurPhoto/Imago
Die Autobahn A1 in Richtung Fehmarn
Autobahn A1: Mit 749 Kilometern Länge ist die A1 nur etwas kürzer als die A3. Dafür dürfte es sich wohl um eine der längsten Baustellen Deutschlands handeln. Im Vergleich zur A1 wirken die 14 Jahre Bauzeit des BER wie ein Augenzwinkern. Denn der erste Spatenstich für die Autobahn wurde 1934 getätigt. Fast 80 Jahre später klafft in der Eifel immer noch eine 25 Kilometer lange Lücke. Wann diese geschlossen wird ist unklar. © Panthermedia/Imago
Fahrzeuge sind auf der Autobahn 4 in Höhe des Rasthofes Frechen in Richtung Köln und Olpe unterwegs.
Autobahn A4: 583 Kilometer Länge reichen für Platz vier im Ranking der längsten Autobahnen. Doch die A4 zeichnet sich auch durch ein besonders hohes Nebelrisiko auf dem viel befahrenen Streckenabschnitt zwischen Aachen und Köln aus. Am 20. Dezember 1987 musste die Strecke nach dem Aufkommen einer Nebelbank mit Sichtweiten von weit unter 30 m erstmals voll gesperrt werden. Inzwischen wurde dort eine Nebelwarnanlage installiert. © Mangold/Imago
Vor der Ausfahrt Köln-Rodenkirchen hat sich auf der Autobahn A555 in Fahrtrichtung Köln ein erheblicher Stau gebildet.
Autobahn A555: Mit grade einmal 18 Kilometern Länge zählt die Fernstraße zwischen Köln und Bonn zu den kürzeren Strecken. Doch historisch ist die A555 von größter Bedeutung, denn es ist die erste und älteste Autobahn der Bundesrepublik. 1932 wurde die Schnellstraße vom damaligen Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer eingeweiht. Sie trägt bis heute zudem den Spitznamen Diplomatenrennbahn. © Future Iamge/Imago
Seitenstreifen eines A8-Teilstücks freigegeben.
Autobahn A831: Die mit Abstand kürzeste Fernstraße befindet sich in Baden-Württemberg und trägt die Bezeichnung A831. Sie ist grade einmal 2,3 Kilometer lang und besitzt fünf Ausfahrten. Die Autobahn startet und endet in Stuttgart.  © Marijan Murat/dpa
Frankfurter Kreuz der Autobahn A5.
Autobahn A5: Mit 440 Kilometern ist die A5 verhältnismäßig kurz. Dennoch ist eine der meist befahrenen Straßen Hessens. Künftig könnte sie auch eine von Deutschlands breitesten Autobahnen sein, denn in der Nähe von Frankfurt ist ein Ausbau auf zehn Spuren geplant. Das Projekt ist jedoch sehr umstritten. © Schöning/Imago
Baustelle A 49.
Autobahn A49: Ähnlich wie die A1 ist auch die A49 in Hessen noch im Bau. Zudem stellt sie den am seltensten befahrenen Autobahnabschnitt. Bei Ansbrach wurden im Rahmen der Straßenverkehrszählung 2021 grade einmal 819 Auto pro Tag gezählt.  © Uwe Zucchi/dpa
Stau auf der A114.
Autobahn A114: Auf dieser Fernstraße brauchten die Autofahrer bis zum Oktober 2022 starke Nerven. Satte 95 Prozent (15 von 16 Kilometern) der A114 Kilometer waren Baustelle. Inzwischen ist die Autobahn im Nordosten Berlins wieder komplett befahrbar. Überraschenderweise fielen die Baukosten sogar niedriger aus als zunächst geplant. © Soeren Stache/dpa
Kochertalbrücke der Autobahn A6 über das Kochertal.
Autobahn A6: Die A6 ist wohl eine der wichtigsten Ost-West-Verbindungen und das über die deutschen Grenzen hinaus. In dieses Ranking hat sie es aber nicht wegen ihrer Länge von 484 Kilometer geschafft, sondern wegen der Kochertalbrücke. Dabei handelt es sich nämlich um Deutschlands höchste Autobahnbrücke. In 185 Metern Höhe verläuft die A6 über 1,1 Kilometer durch das Kochertal. Damit ist sie 27 Meter höher als die Moseltalbrücke auf Platz zwei. © Arnulf Hettrich/Imago

Kein Aufhebungszeichen notwendig: Welche Ausnahmen es gibt

Eine Ausnahme bilden Tempolimits an sogenannten Gefahrenstellen – wie beispielsweise Baustellen, engen Kurven oder vor Schulen. Wenn die Geschwindigkeitsbegrenzung mit einem Gefahrenzeichen kombiniert wird, endet das Tempolimit laut ADAC ohne Aufhebungsschild nach dem Ende der Gefahrenstelle – vorausgesetzt, das Ende ist eindeutig aus den örtlichen Gegebenheiten erkennbar. Ebenso ist kein Aufhebungszeichen erforderlich, wenn die Länge des Tempolimits eindeutig aus einem Zusatzschild hervorgeht.

Rubriklistenbild: © Rolf Poss/Imago

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