Selbstversorger-Garten

Obstbäume und Beerensträucher: Jetzt noch schnell düngen, bevor es zu spät ist

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Damit ein Baum oder Strauch Obst und Beeren entwickeln kann, braucht er Nährstoffe – und zwar die richtigen zur passenden Zeit. So gehen Sie vor.

Auf Ihrer Wiese wehen die Blätter von Apfel-, Kirsch- und Birnbaum sanft im Wind. Bienen summen um die Blüten von Himbeer- und Johnnisbeerstrauch. Ein Selbstversorger-Garten mit Obstbäumen und Beerensträuchern ist fürwahr romantisch – aber er soll natürlich nicht nur schön aussehen, sondern auch saftiges Obst und süße Beeren liefern. Damit das gelingt, brauchen Bäume und Sträucher zur passenden Zeit die richtigen Nährstoffe. Machen Sie hier Fehler, ist die Pflanze möglicherweise gar nicht stark genug, um üppige Blüten und damit Früchte auszubilden. Deswegen sollten Sie immer genau nach Plan düngen.  

Obstbäume richtig düngen

Düngen Sie Ihren Obstbaum, verwenden Sie idealerweise Kompost oder Dung. Die Nährstoffe schützen die Pflanze vor Krankheiten, Pilzen und Schädlingen. Arbeiten Sie dafür den Dünger am Rand der Baumscheibe in die Erde ein. Gemeint ist die Fläche, in der die Krone zu Ende geht – hier sind die meisten Feinwurzeln, die nach Nahrung suchen.

Achten Sie dabei auf eine ausgewogene Zusammensetzung des Düngers: Zu viel Stickstoff sorgt dafür, dass die Pflanze kräftig austreibt, dann bildet sie allerdings wenig Blüten aus. Zu viel Kalium kann dazu führen, dass sich das Fruchtfleisch braun verfärbt. Äpfel werden dadurch häufig stippig, das heißt, die Schale bekommt braune Flecken. Auch Kalk müssen Sie nicht extra düngen. Bestreichen Sie Ihre Bäume mit einem Kalkanstrich, wäscht sich dieser im Laufe der Zeit ab und versickert im Boden. In den meisten Gärten ist die Erde sowieso ausreichend kalkhaltig.

Für eine reiche Apfel-Ernte braucht der Baum genügend Nährstoffe.

Je nachdem, wo Ihr Obstgehölz steht, sollten Sie diesen Plan befolgen:

  • Steht Ihr Baum auf dem Rasen, düngen Sie den Baum bereits im Januar oder Februar mit Kompost. Später profitiert vor allem das Gras von der Düngung. Haben Sie den Zeitpunkt verpasst, können Sie später noch Dünger in Wasser auflösen und die Erde damit begießen.
  • Ansonsten ist März bis Mitte April der perfekte Zeitpunkt für eine Kompostdüngung der Obstbäume.
  • Im Juni sollten Sie noch einmal nachdüngen.
  • Die letzte Düngung erfolgt spätestens im August. Düngen Sie im Herbst noch einmal, könnte der Baum zu stark wachsen und die jungen Triebe in der kalten Jahreszeit zu Schaden kommen.

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Himbeeren, Johannisbeeren und Co. düngen:  So erhalten Sie eine üppige Beerenernte

Auch Beerensträucher sollten Sie im Frühjahr mit einem Tomaten- oder Beerendünger versorgen. Hier ist ebenfalls März bis Mitte April die ideale Zeit. Heidelbeeren mögen es dabei besonders sauer. Sie vertragen auch einen Rhododendrondünger. Alternativ können Sie auch etwas Essig ins Gießwasser geben oder Kaffeesatz in die Erde einarbeiten. Verzichten Sie dabei auf jeden Fall auf kalkhaltigen Dünger.

So düngen Sie Beerensträucher richtig:

  • Verteilen Sie noch vor dem letzten Frost Kompost um dem Strauchansatz. 
  • Himbeeren und Erdbeeren versorgen Sie nach der Ernte nochmal mit Humus. So gewinnen die Gewächse neue Kraft für die nächste Saison.
  • Im Herbst sollten sie dann nur noch „Wurzelfutter“ bekommen – Dünger ohne Stickstoff, damit der Wachstum nicht mehr angeregt wird.

Nicht nur für Prepper: Zehn Obst- und Gemüsesorten sollten Sie anbauen

Eine Frau erntet die ersten reifen Radieschen
Radieschen haben den Vorteil, dass sie wenige Wochen nach der Saat schon erntereif sind.  © Countrypixel/Imago
Mann rodet Kartoffeln in seinem Garten
Natürlich Kartoffeln: Je nach Sorte liefern sie von Frühjahr bis in den Herbst Nährstoffe. Leicht anzubauen. © Martin Wagner/Imago
Ein Mann hält ein frisch geerntetes Bund Möhren in der Hand
Haupternte der Möhre ist von Juni bis in den November, außerdem lässt sie sich lange lagern. Was will man mehr? © fStop Images/Imago
Topinamburknollen liegen in und um ein Säckchen mit einem Messer
Der mehrjährige Topinambur wuchert wie Unkraut, sättigt gut und hat im Winter von Oktober bis März Saison. © Westend61/Imago
Ein großer grüner Moschuskürbis im Garten
Der Moschuskürbis ist bis zu einem Jahr lagerbar. Je nach Sorte haben Kürbisse von August bis zum Frost Saison.  © imago stock&people
Ein Mann hängt Zwiebelbündel in einem Schuppen auf
Sähzwiebeln gelten als länger lagerbar als Steckzwiebeln. Von Juni bis September ist die Haupternte. © Cavan Images/Imago
Nahaufnahme eines Weißkohl-Kopfes
Ein Tausendsassa unter den Gemüsesorten: Weißkohl lässt sich lange lagern und konservieren.  © CHROMORANGE/Imago
Ein einzelner Apfel hängt an Zweig
Wer beim Anbau auf lagerfähige Apfelsorten wie Topaz oder Ontario achtet, ist über viele Monate hinweg mit Vitaminen versorgt.  © ZUMA Wire/Imago
Ein Säulenobst-Birnbaum an einer Hauswand
Birnen können auch mit wenig Platz von Juli bis in den Winter einen hohen Ertrag bringen. Wintersorten lassen sich gut lagern. © Nature Picture Library/Imago
Eine Frau pflückt Himbeeren
Beeren wie Himbeeren, Erd- oder Brombeeren haben zwar nicht so lange Saison, sind aber perfekt zum Einmachen. © Cavan Images/Imago

Organischer oder mineralischer Dünger – was ist besser?

Organischer Dünger besteht aus natürlichen Bestandteilen wie Pflanzenabfällen, aber auch Jauche oder Gülle. Mineralischer Dünger ist hingegen künstlich hergestellt. Das hat nur auf den ersten Blick Vorteile: Zwar wirkt dieser sehr schnell, andererseits laugt er auch den Boden aus und belastet ihn mit Chemikalien. Daher sollten Sie gerade für Ihre Ernte immer organischen Bio-Dünger verwenden.

Rubriklistenbild: © blickwinkel/McPHOTO/H.-R. Mueller/IMAGO

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