Der Wintergarten gilt oft als Energiefresser. Mit der richtigen Wärmedämmung können Sie aber auch in der kalten Jahreszeit Heizkosten sparen.
Was gibt es Schöneres, als an einem sonnigen Tag im heimischen Wintergarten zu entspannen? Der Glasanbau wärmt sich bei höheren Temperaturen schnell auf und ist für viele Menschen eine echte Wohlfühloase. Leider ist der Wintergarten auch sehr kälteanfällig. Sobald das Wetter draußen rauer wird, geht hier besonders schnell Wärme verloren. Gerade in Zeiten der Energiekrise stellt das Wintergarten-Besitzer vor große Probleme. Angesichts der hohen Kosten für Gas und Öl wollen viele nicht mehr als unbedingt nötig heizen. Nachfolgend haben wir die besten Tipps zusammengestellt, damit Ihr Wintergarten während der kalten Jahreszeit nicht zum Energiesünder wird.
1. Wärme speichern
Unerlässlich für den Wärmeerhalt im Wintergarten ist die richtige Verglasung. Optimal dafür ist ein entsprechendes Isolier- oder Wärmeschutzglas, um den Energieverlust möglichst gering zu halten. Ältere Wintergärten haben oft nur einfach verglaste Scheiben, wodurch viel Wärme verloren geht. Außerdem gibt es spezielle Wärmespeicherwände, die Sonnenergie aufnehmen und anschließend wieder abstrahlen. Wasserbecken können einen ähnlichen Effekt haben.
Auch der Standort spielt eine große Rolle. Idealerweise ist der Wintergarten auf der Südseite des Hauses platziert. Dadurch kann die Sonnenenergie optimal ausgeschöpft werden und der Wintergarten kann praktischerweise auch angrenzende Räume mitheizen. Ist der Glasanbau dagegen nach Norden ausgerichtet, liegt er im Dauerschatten des Hauses. Die Folge ist ein massiver Energieverlust. Eine Ostlage des Wintergartens hat wiederum den Vorteil, dass die Wohnfläche bereits vormittags von der Sonne aufgewärmt wird.
Wird der Wintergarten während der kalten Jahreszeit grundsätzlich nicht genutzt, bietet es sich an, ihn von den angrenzenden Räumen abzutrennen. Im Gegensatz zum Wohnwintergarten ist der Zugang zu diesem sogenannte Kaltwintergarten nicht dauerhaft offen, sondern wird durch eine Tür vom Rest des Hauses getrennt.
2. Heizen – aber richtig
Dank einer optimalen Verglasung geht im Wintergarten wenig Wärme verloren. Herrschen draußen allerdings Minusgrade, müssen Sie eine zusätzliche Beheizung Ihres Wintergartens in Erwägung ziehen. Dafür bieten sich sogenannte Frostwächter an, die Kübelpflanzen vor dem Erfrieren bewahren können. Diese Geräte schalten sich ein, wenn eine gewisse Minimaltemperatur unterschritten wird. Betrieben werden die Frostwächter mit Strom oder Gas. Die erwärmte Luft wird üblicherweise mit einem Ventilator im Raum verteilt.
Reicht Ihnen diese Lösung nicht aus und Sie bevorzugen eine dauerhafte Beheizung, können Sie natürlich einen normalen Heizkörper verwenden. Beachten Sie allerdings, dass der Wintergarten aufgrund seiner Verglasung deutlich mehr Energie verbraucht als ein von normalen Wänden umschlossener Raum. Deshalb sollte sich die Heizung im Wintergarten separat von der Hausheizungsanlage bedienen lassen. Ansonsten kann es vorkommen, dass der Heizkörper nachts Wärme anfordert und große Mengen an Energie frisst. Genutzt werden sollte keine elektrische Heizung, sondern eine mit warmem Wasser betriebene Heizung, die deutlich weniger Energie verbraucht.
Manche Leute statten ihren Wintergarten außerdem mit einer Fußbodenheizung aus, die kälteempfindliche Pflanzen von unten mit Wärme versorgt. Dadurch erhöhen sich aber natürlich auch die Energiekosten. Außerdem müssen die Pflanzen wegen der gestiegenen Verdunstungsrate deutlich öfter gegossen werden.
3. Die richtigen Pflanzen
Bei der Pflanzenwahl sollten Sie ebenfalls aufpassen. Tropische Pflanzen wie Engelstrompete, Palmen oder Papayas benötigen das ganze Jahr über Wärme, was sich dann leider in Ihrer Heizkostenabrechnung bemerkbar macht. Besser sind Gewächse, die auch gedeihen, wenn wenig oder gar nicht geheizt wird. Gut dafür geeignet sind beispielsweise Zitrusgewächse, Eukalyptus, Fuchsie, Geldbaum, Hibiskus, Lorbeer, Agave und Geranie. Wollen Sie sich nicht von einigen kälteempfindlichen Pflanzen trennen, können Sie diese ganz einfach in wärmere Wohnräume wie das Wohnzimmer stellen. Sie können empfindliche Pflanzen auch schützen, indem Sie die Töpfe mit Luftpolsterfolie umhüllen. Zweige und Blätter wiederum können mit Vlieshülle eingewickelt werden.
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4. Belüftung und Raumklima
Auch wenn es erst mal kontraproduktiv erscheinen mag: Regelmäßiges Lüften ist auch im Winter Pflicht. Am besten öffnen Sie die Fenster täglich während der wärmsten Zeit, um frische Luft ins Haus zu lassen. Hier gilt die Devise: Kurz, aber kräftig! Wenn ein ordentlicher Durchzug stattfindet, wird die Luft schnell ausgetauscht, ohne den Wintergarten übermäßig auszukühlen. Ansonsten riskieren Sie, dass sich Feuchtigkeit niederschlägt. In diesem Klima laufen Pflanzen Gefahr, von schädlichen Pilzen befallen zu werden, was Sie natürlich um jeden Preis vermeiden wollen.
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